Das stimmt so aber definitiv nicht, denn bis auf die iOS App, ist AdGuard komplett Closed Source. AdGuard schreibt das sogar ganz explizit in allen offiziellen GitHub Repositories der anderen Apps, die einfach nur stumpf als Issue-Tracker dienen.
Fast ausschließlich closed Source Apps in Kombination mit der (hier bereits etwas diskutierten) starken Russland-Nähe des Unternehmens lassen mich doch sehr wundern, warum AdGuard im @kuketzblog überhaupt noch empfohlen wird. Auf mich wirkt diese Empfehlung ehrlich gesagt nicht so wirklich seriös.
Ich zitiere mal vom Blog. Relativ weit unten steht folgendes:
Blog-Beiträge erheben nicht den Anspruch auf ständige Aktualität und Richtigkeit wie Lexikoneinträge (z.B. Wikipedia), sondern spiegeln den Informationsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider, ähnlich wie Zeitungsartikel.
Kritik, Anregungen oder Korrekturvorschläge zu den Beiträgen nehme ich gerne per E-Mail entgegen.
Ein wenig zynisch betrachtet: Wenn ich deren Addon schon Vollzugriff auf Safari für iOS gebe (ist aus guten Gründen einer der besonders häufig genutzten Werbeblocker, da sehr effektiv), dann kann ich auch gleich noch mithilfe ihres DNS-Profils die Werbung und das Tracking in Apps drastisch reduzieren (auch da sehr effektiv). Das Profil von dnsforge macht auf diesem Feld aber auch eine gute Figur.
Wer noch eine Empfehlung für einen ähnlich guten, aber datenschutzfreundlichen Werbeblocker für den mobilen Safari-Browser hat: Gerne hier posten. Ich meine für alles eben Gesagte übrigens immer nur das kostenlos und ‚kontolos‘ erreichbare Angebot von AdGuard, nicht deren Apps oder Abo-Dienste. Könnte auch ein Erfolgsgrund sein (oder ein Verdachtsgrund): kostenlos und niedrigschwellig einzurichten, auch von Nicht-Nerds.
Wobei AdGuard Home, was ich zu Hause nutze, durchaus Open Source ist.
Dazu kommt, dass bei offensiver „Open Source“-Erwähnung ich immer an „Wäscht reiner als rein“ denken muss.
Die zentrale Rückfrage an die Naiven lautet: „Hast Du es Dir auch selbst aus diesem Sourcecode compiliert oder nutzt Du eine x-beliebige ausführbare Datei, die nur behauptet, aus genau diesem Sourcecode entstanden zu sein?“
Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Und die bösen Jungs wissen das am besten.
Die Rückfrage selbst ist hier die eigentlich zweifelhafte Komponente, greift deutlich zu kurz und die Nutzung der Frage in vielen Fällen ein zuverlässiger Hinweis auf einen Vertreter des Hörensagen, Anbieter proprietärer Software oder staatlichen Angestellten mit Eigeninteressen auf Einkaufstour
Mit der angedachten Argumentation müsstest Du eigentlich nicht nur selbst kompilieren, sondern vor dem Kompilieren überhaupt erst einmal den Quellcode ausführlich prüfen!
Aber es liegt eben tatsächlich ein wesentlicher systemischer Unterschied zwischen OSS und CSS: bei OSS (und wenn sie dann auch tatsächlich entsprechend vorliegt) ist eine eigene Prüfung i.d.R. überhaupt erst möglich (zur Not sogar ganz unabhängig von Kompilieren und/oder Ausführen einer — woher auch immer bezogenen — ausführbaren Datei)! Der Umgang damit ist halt bloß ähnlich wie mit niedergeschriebenen AGBs oder einem Beipackzettel… (Ich nehme mich davon grundsätzlich nicht aus. )
Danke für den Hinweis. Soweit ich weiß waren alle anderen AdGuard Apps noch nie Open Source, was bedeuten würde, dass der Blogbeitrag diesen gravierenden Fehler schon bei Veröffentlichung enthalten hat. Das kann man durch einen Disclaimer natürlich irgendwie pauschal relativieren, es bleibt aber trotzdem sehr unschön.
Aber ich werde ihn mal per Email darauf hinweisen, das hatte ich tatsächlich übersehen
Danke für den Hinweis, aber die Frage war eher so gemeint, ob es hier Praxiserfahrungen für iOS gibt. Etwa in dieser Art, wo es über AdGuard Pro heißt:
It combines a native content-blocker with a webextension and blocks significantly more than uBO
Die Diskussion um die Einführung von uBO Lite kenne ich eher aus dem Chrome-Kontext und der Kritik am Manifest V3, aber da scheint es Parallelen zu Safari zu geben:
The lite version exists because Chrome and Safari have made stricter rules on adblockers over the years.
Wie dem auch sei: Die Nutzung von AdGuard setzt ein gerüttelt Maß an Vertrauen voraus, da stimme ich mit den meisten hier im Thread überein. Wie politisch die ganze Geschichte ist, zeigt sich an einem LinkedIn-Post des AdGuard-CTO, das hier wiedergegeben wird:
That said, there is no “ban” on ru. Moreover, since this is open source, we will be happy to have contributions from anywhere, be it Russia, US, China, etc.
Disclaimer: Niemals allem trauen, was man auf Reddit findet, wobei die Qualität von Subreddit zu Subreddit extrem schwanken kann. Aber das gilt auch für andere Ecken und Enden des Netzes…
Äh, nein. Sorry. Ich setze aber uBO (natürlich auf einem anderen OS und ja, Firefox oder Derivat als Browser…) — und eben nicht uBO Lite — ein, weil ich nicht missen möchte:
As a result, uBlock Origin Lite was created and designed to comply with the new extension framework. uBO Lite differs from uBO in several key aspects, primarily due to the constraints and design goals associated with Manifest V3. Specifically, it lacks filter list updates outside of extension updates, and has no custom filters, strict-blocked pages, per-site switches, or dynamic filtering.
Kann mir mal jemand kurz erklären, warum ich mich lieber von meiner Regierung ausschnüffeln lassen soll, als von China oder Russland?
Also im Zweifel sollen lieber letztgenannte mich ausspionieren - da für mich persönlich ungefährlich (da weit weg) - als meine Regierung, die ja sehr locker Hausdurchsuchungen anordnet, was für jeden sehr unangenem ist.
Ansonsten nutze ich ebenfalls Adguard auf OpenSense Firewall.
Neben der iOS-App sind u.a. AdGuard Home fürs Selberhosten, die Browser-Erweiterung und der öffentliche DNS-Server Open Source. Closed Source sind die Apps für Android, MacOS und Windows, für die AdGuard ihre „Pro“-Abonnements verkauft.