Auslandsreisen: Die schlimmsten Datenschleudern von allen?

Wer Lust auf Datenschutz-bedingte Bauchschmerzen hat, muss nur innerhalb der EU verreisen.

Aktuelles Beispiel Spanien: Aufenthalte in zwei Städten, zweimal Anmeldeformular fürs Apartment ausgefüllt. Eins verwendete Google Forms, das andere einen weniger bekannten Anbieter. Angeben muss man unter anderem seine Adresse, Telefonnummer und vor allem die Ausweisnummer. In anderen Ländern wird ja sogar nach einer Ausweiskopie gefragt, die ich dann zumindest mit Wasserzeichen für andere Zwecke unbrauchbar zu machen versuche.

Was mit den Daten nach dem Aufenthalt passiert, ist unklar. Wahrscheinlich liegen sie irgendwo auf einem Server und warten darauf, dass sich Hacker Zugriff auf sie verschaffen.

Wie geht ihr damit um? Besteht ihr auf die Papierform, auch wenn die Gastgeber:innen pampig werden? Verlangt ihr im Nachhinein die Löschung eurer Daten?

Für mich ist es ein sehr frustrierendes Gefühl, dass ich im Alltag darauf achte, so vorsichtig wie möglich mit meinen Daten umzugehen, nur um im Urlaub komplett durchleuchtet zu werden.

Solche Sachen nicht benützen. Für Reisebuchungen gehe ich immer in ein physisches Reisebüro und erledige das persönlich. Oder per e-mail und Anruf mit einem kleinen privaten Reisebüro in meiner Heimatstadt, dessen Besitzer mich inzwischen persönlich kennt. Bezahlung dann per Vorausrechnung (e-mail) und Banküberweisung. Die Tickets und Bordkarten bekomme ich dann auch per e-mail zum selber drucken.

also verreist du einfach nicht in Länder, die beim Aufenthalt die oben angegebenen Informationen verlangen?

Ich habe die Problemstellung eher in Bezug auf Flugbuchung verstanden, was unaufmerksam von mir war. In Spanien werden seit einiger Zeit von den Gästen eine Unmenge Daten verlangt, die der Vermieter in ein zentrales Register eintragen muß. Das Ganze dient offiziell der Verhinderung von Steuerhinterziehung, ist aber trotzdem ein großer Schritt in Richtung Orwell-Staat. Tatsächlich verreise ich seit dem Covid Theater kaum mehr, nur selten in mein Heimatland (bin ausgewandert).

Es geht ja im Prinzip um zwei Dinge:

Erstens: Welche Daten werden erhoben und ist der Dienstleister verfplichtet, alle einzufordern bzw. benötigt er diese zur Erbringung der Dienstleistung, oder fordert er darüber hinaus noch Daten für seine eigenen Zwecke (Marketing, etc.). Wie geht man nun damit um? Man kann im Vorfeld Recherchen betreiben, um zu wissen, was auf einen am Zielort zukommt und sich dann entscheiden, ob man überhaupt reist, oder die Kröte frisst oder versucht vor Ort zu handeln, sprich die Papierform vor Ort zu fordern.

Zweitens: Wie werden die Daten erhoben. Hier geht alles in Richtung papierlos und die Plattformen sind wahrscheinlich vielfach nicht auf Datenschutz getrimmt. Teilweise „trifft“ es einen dann noch im Flieger vor der Landung. Beispiel: Das Zollformular. Ich habe es dann nicht gemacht und am Zielflughafen gab es noch die Papierform.

Inwiefern verändert die Papierform den Datenschutz, wenn die Informationen anschließend ohnehin digitalisiert werden? Die gleiche Fragestellung betrifft die Papierform bei den o. g. Vermietern, denn auch hier werden die Angaben auf dem Formular womöglich nachträglich digitalisiert gespeichert − und das Papierformular offen in den Papiermüll gegeben, wo es jeder finden und lesen kann.

Selbst wenn die Daten anschließend digitalisiert werden sollten (wovon nicht allen Fällen auszugehen ist, aber nehmen wir das mal an), dann hilft die Papierform insofern, als dass meine Daten nicht über ein Online Formular gehen, dass höchstwahrscheinlich auf Servern in den USA gehostet ist und die Plattform selbst von einem Drittanbieter betrieben wird.

Wenn Vermieter verfplichtet sind, die Daten eines Gastes Online zu erfassen und als Backup Lösung die Papierform haben, es dann aber doch digitialisieren (indem sie es einfach danach selbst eingeben bzw. Scannen und weiterleiten), dann bin ich bei deinem Einwand.