Datenschutz kann ein echter Stimmungskiller sein

…gerade wieder erlebt. Als Argumente kamen:

  1. Komplexität: Wer blickt durch das Dickicht von Datenschutzrichtlinien und Einstellungen durch? Ein Albtraum für jeden Durchschnittsnutzer.
  2. Zugangsbarrieren: Dank Datenschutz bleiben manche Türen einfach verschlossen. Tschüss, einfacher Informationsaustausch!
  3. Zeitfresser: Ständiges Verwalten von Datenschutzeinstellungen raubt uns wertvolle Zeit. Wer liest schon gerne ellenlange AGBs?
  4. Benutzerunfreundlichkeit: Mehr Sicherheit bedeutet oft weniger Komfort. Warum müssen Sicherheitsmaßnahmen so nervig sein?
  5. Technologiebremse: Strenge Datenschutzvorschriften können Innovationen im Keim ersticken.
    usw…

Wie geht ihr mit sowas um?

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Ich diskutiere es nur noch mit einigermaßen Gleichgesinnten, also z. B. hier in der Blase.
Mein Umfeld weiß, wie ich ticke (jedenfalls glaubt es das) und will dazu nichts mehr hören.
Ich habe auch keine Lust mehr, andere mühsam und erfolglos zu überzeugen zu versuchen.
Seit ich Mike und seine Arbeit kenne, bin ich entlastet: Ich muss die Welt nicht mehr retten.

Insofern gelten die aufgeführten Punkte nur noch für mich persönlich und meine politisch-gesellschaftlichen Betrachtungen, über die ich nicht öffentlich referiere.

Persönlich also:

Ich habe gute Ressourcen gefunden, unter denen ich beliebig nachlesen kann und tue das seit Jahren mit Interesse.
Das wird vermutlich bis an mein Lebensende so weiter gehen, selbst wenn Ressourcen untergehen und neu erstehen.

Ich ärgere mich zunehmend, daß damit das Thema Datenschutz als Universalwaffe verwendet wird, um mir (u.a.) das Leben schwer zu machen.

Ich investiere nur soviel Zeit, wie ich dafür habe. Ich strebe zwar nach Perfektion, allerdings nicht kompromisslos und mir ist klar, daß ich sie nie erreichen werde.

Ich picke mir natürlich komfortable Lösungen vorrangig heraus und schiebe die unkomfortablen auf. Das bleibt immer abzuwägen.

Das sehe ich ganz und gar nicht so, im Gegenteil:
Die Berücksichtigung technischer Ansprüche treibt die Innovation zu immer höheren Qualitäten und merzt unzureichende Technologien nach und nach aus.
Bei der Berücksichtigung menschlicher Ansprüche ist es allerdings umgekehrt und ich igle mich mehr und mehr ein, was mir weitgehend gut tut.

Ich erwarte weitere interessante Punkte und Herausforderungen und auch weiteren politisch-gesellschaftlichen Ärger in diesem und anderen Zusammenhängen.

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Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag! Das hilft wirklich zu sehen, dass es auch andere gibt, die dranbleiben.

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Ich lese nur Datenschutz und Richtlinien.

Gedankenexperiment:

Wir streichen alle Gesetze und Richtlinien zu Dankschutz und Co. Als Ersatz gibt es nur ein Gesetz für Datenspeicherung und Verarbeitung. Im wesentlichen steht hier nur wie die Unternehmen veröffentlichen müssen, was sie mit den Daten machen.

Du rufst Google . com auf und es erscheint ein Fenster. Hier steht an wen Daten übermittelt werden und wo diese gespeichert und zu welchem Zweck verarbeitet werden. (owei, gibt ein großes Fenster)

Du rufst Startpage auf und erhältst die Nachricht dass nur Deine persönlichen Einstellungen auf Deinem Rechner im Cookie abgespeichert werden.

Was Denkst Du welche Suchmaschine die Menschen benutzen werden?

Klar ist das jetzt ein sehr einfaches Beispiel. In einem freien Markt, der transparent ist, entscheidet sich das Individuum für das in seinen Augen beste Angebot.

Meine Erfahrung:

Du kannst niemanden überzeugen der eine andere Meinung hat. Er muss erst durch Schmerz lernen, dass er auf dem Holzweg ist.

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Das wäre auch ein interessanter Ansatz :slight_smile:

Frage wäre wie das dann durchgesetzt und geprüft wird. Da müssten die Strafen schon ordentlich sein

@spr

Wieso Strafen?

Eine öffentliche Blacklist für jeden der betrügt sollte genügen.

Es muss nur transparent und einfach zugänglich sein.

@kuketzblog

könnte man doch schon jetzt mit den gesammelten Daten machen.

Eine App, in die man den Namen der App oder Domain eingibt und als Ergebnis erhält wohin Daten abfließen. Oder als Browser Plugin. Das darf nur nicht so nerdy sein wie UBlock etc. Nur eine rote oder grüne Lampe. Wobei die Menschen ja so dämlich sind und einfach auf „Alles Akzeptieren“ drücken, nur um weiter zu kommen. Kein Plan. Ein Stromschlag, wenn an was in g**gle eingibt :skull_and_crossbones:

Google.
Genauso wie jetzt schon Cookiebanner, Datenschutzerklärungen und AGB wird sich das niemand durchlesen.
Daran änderst du auch nichts, nur weil du die Informationen aus der Datenschutzerklärung auf der Startseite einblendest. Es wird sich nur noch mehr darüber aufgeregt werden, weil noch ein Banner mehr aufploppt, das (ohne gelesen zu werden) weggeklickt werden muss

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Hallo spr,

ich für meinen Teil gehe auf das Thema Datenschutz auf zwei Wegen aktiv ein, da ich genau wie Du, festgestellt habe, das eigentlich „niemand“ ein Interesse am Schutz seiner Daten hat.
Alle wissen das ich mich mit Computern, Internet, Datenschutz beschäftige, da kann es schon mal vorkommen das mich Fragen erreichen, meist allgemeine Computerfragen. Diese Beantworte ich dann kurz und knapp, gebe aber den Hnweis:

  • kannste machen wie alle anderen, ist dann halt doof
  • kannste anders machen um etwas sicherer, anonymer… zu sein. Eine Alternative wird dann natürlich kurz erwähnt
  • Haste Fragen dann melde Dich. Dann muss man natürlich auch zu seinem Wort stehen und mit Rat und Tat zur Seite stehen wenn jemand z.B. von Word zu Libreoffice, vom Playstore zu F-Droid… wechseln möchte.

Der Zweite Weg ist eine kleine Signalgruppe. Hier sind einige wenige Rentner vertreten die ich über aktuelle Gefahren (aktuelle Spammails, Phishingfallen usw.) auf dem Laufenden halte. Diese sind auch immer dankbar wenn ich Ihnen mal Aufgaben stelle die sie bewältigen sollen, z.B. Opt-out bei Mobilfunkverträgen, Drittanbietersperren einrichten, oder ganz aktuell den Wiederspruch bei https://consenthub.utiq.com/ einzureichen.

Was ich niemals nie mache:

  • Aktiv das Thema ansprechen (Signalgruppe ausgenommen)
  • Niemals ungefragt das böse Wort Datenschutz in den Mund nehmen
  • Niemals Tipps geben wenn ich nicht gefragt wurde…
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Das mit der Singalgruppe ist ein wirklich guter Ansatz. Nicht zu komplex und anders als „exotischere“ Messenger und gleichzeitig wenigstens ein Schritt. :slight_smile:

Betrifft Webseiten:
da die meisten Seiten, die ich betreue, mit Wordpress gebaut sind, habe ich ein Abonnement von eRecht24, dadurch ist es weniger mühsam, die verschiedenen geforderten Dokumente und Zugänge „rechtlich einwandfrei“ zu halten und habe auch die Möglichkeit, im Falle eines Falles anwaltliche Beratung zu erhalten

Bei Seiten, die nicht mit WP gebaut sind, muss ich das alles mühsam integrieren

ja, es nervt! Und was mich vor allem ärgert ist, daß jede Seite diese Cookie-Infos etc. haben muss, daß man permanent bei jeder Seite damit zu tun hat, daß aber die wirklichen Datenschutz-Sünder, z.B. die Bahn, einfach so weitermachen können und nichts passiert…

Was mich auch nervt ist daß viele Menschen so eingeschüchtert sind daß sie gar nicht mehr irgendetwas von sich geben möchten, ihre Seiten einstellen etc.

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Natürlich braucht NICHT jede Seite „Cookie-Infos“. Man kann auch Wordpress ohne derartige Cookies einsetzen.