Als Quelle bietet sich hier die Datenschutzrichtlinie von Google selbst an:
https://www.gstatic.com/policies/privacy/pdf/20250701/au717dgi/google_privacy_policy_de_eu.pdf
Ausführlich zitiert hatte ich die schon mal hier in einem anderen Beitrag:
https://www.kuketz-forum.de/t/welches-os-fuer-standardanwender-und-banking/14491/58?u=maetih
Google gibt offen zu, Standortdaten, Daten zur Installation und Nutzung von Apps, URLs von aufgerufenen Webseiten und vieles mehr zu erfassen. Die Daten werden auch erfasst, wenn keine Anmeldung mit Googlekonto erfolgt. Dann dienen eindeutige Geräte-IDs zur Idenfikation von Gerät und Nutzer.
Wie die Erfassung im Detail funktioniert wurde in dem oben bereits zitierten Google Data Collection Paper von Prof. Douglas C. Schmidt, sowie 2021 noch mal unter etwas anderen Gesichtspunkten von D. Leith nachgewiesen, in diesen beiden Papern:
„Measuring The Data iOS and Android Send to Apple And Google“
https://www.scss.tcd.ie/doug.leith/apple_google.pdf
„Android Mobile OS Snooping By Samsung, Xiaomi, Huawei and Realme Handsets“
https://www.scss.tcd.ie/doug.leith/Android_privacy_report.pdf
Die Datenerfassung erfolgt weniger vom Play Store selbst, sondern überwiegend von den Google-Diensten, also diesen Systemapps:
Google
Google Play-Dienste
Google Services Framework
Der Punkt ist: Ohne diese drei Systemapps und ohne Anmeldung mit Google Account funktioniert auch der Play Store nicht. Dies ist der Stand bei Stock ROMs.
Allerdings schreibst Du, dass Du GOS benutzt. In dem Fall kommen die Googledienste auf Grund eingeschränkter Rechte nicht mehr an alle genannte Daten ran, wie die Geräte IDs oder den Standort, selbst bei abgeschalteten Standorddiensten. Welche Daten Google unter GOS noch erfassen kann, ist in den GOS Dokus dokumentiert. Ganz ohne Datenfluss an Google lassen sich Play-Store und Googledienste aber nicht betreiben.
Ich habe unter einem Stock-ROM bei Anmeldung mit Googlekonto mal versucht, die Erfassung der Gerätenutzung durch Google mit einem DNS-Filter wie RethinkDNS oder PiHole zu beschränken. Dies ist mir nicht gelungen. Erst nachdem ich die drei Systemapps der Googledienste deaktiviert hatte, ist im zugehörigen Googekonto das Gerät nicht mehr aufgetaucht.
Mein Arbeitgeber empfiehlt zwar keine Apps aus dem Playstore, verteilt an die Mitarbeiter aber iPhones, wenn auch nicht zum verpflichtenden Gebrauch. Ich hatte vor einiger Zeit dennoch den Datenschutzbeauftragten im Betriebsrat damit konfrontiert, dass Apple kontinuierlich den Standort von iPhones erfasst, auch wenn die Standortdienste im Gerät abgeschaltet sind und damit Apple z.B. mitbekommt, wenn ein Mitarbeiter in seiner Freizeit ein Bordell, eine Psychiatrie besucht, oder Daten zu einem Besuch im Iran damit in die USA übertragen werden. Ich habe gefragt, wie das mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und deutschem, europäischen Datenschutzrecht vereinbar ist. Ich warte nach Monaten immer noch auf eine Antwort aus dem Betriebsrat… Es ist sehr schwierig, ein Umdenken zu erreichen.
Erfolg beim Umdenken hatte ich schon, wenn die Organisation eine Klage befürchten musste, wie z.B. Apps von Banken, Krankenkassen, etc., die Tracker in ihren Apps hatten. Durch eine DSGVO-Anfrage kann in dem Fall durchaus erreicht werden, dass die Tracker aus den Apps entfernt werden. Aber wer will schon gegenüber dem Arbeitgeber mit einer Klage drohen?
Neben dem Playstore und Aurora gibt es weitere seriöse Quellen, an Apps zu kommen. Du könntest z.B. Kollegen bitten die APK der installierte App aus ihren Smartphones zu extrahieren und Dir eine Kopie zu geben. Die Extraktion geht z.B. mit dem Package Manager, der in FDroid erhältlich ist. Solche Tricks sind aber natürlich gerade nicht zielführend, das Umdenken beim Arbeitgeber zu fördern.