Deutschlandticket: Wo sollte man es kaufen und was ist zu beachten?

Ursprünglich veröffentlicht: https://www.kuketz-blog.de/deutschlandticket-wo-sollte-man-es-kaufen-und-was-ist-zu-beachten/

Seit dem 1. Mai 2023 steht das Deutschlandticket zur Verfügung. Für 49 € pro Monat könnt ihr den öffentlichen Nahverkehr im gesamten Bundesgebiet nutzen. Im Folgenden habe ich einige wichtige Informationen rund um das Deutschlandticket zusammengestellt. Die wichtigste Information vorab: Der bisherige Verteilungsschlüssel für das Deutschlandticket funktioniert so: Jedes Verkehrsunternehmen behält die Einnahmen aus dem Verkauf des Deutschlandtickets für sich. In diesem Jahr wird ein neuer Verteilungsschlüssel ausgehandelt. Deshalb: Kauft möglichst bei eurem Verkehrsverbund und nicht bspw. bei der Deutschen Bahn (Tink). Prüft daher zunächst, ob euer lokaler Verkehrsverbund das Deutschlandticket anbietet und ob ihr mit den Konditionen einverstanden seid.…

Beim Verkehrsverbund Warnow kann man zwischen Chipkarte oder App wählen. Die Bestellung ist unkompliziert und die Chipkarte kommt einfach per Post.

Bei der BVG kann man ebenfalls bei der Bestellung zwischen Chipkarte und App wählen.

Auch der RNV bietet das Deutschlandticket als Chipkarte und Bezahlung per Lastschrift an.

Die APG Würzburg nutzt den Shop der AMCON Software GmbH, welche wiederum den gleichen Webshop für folgende Verkehrsbetriebe bereitstellt:

APG - Das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg https://www.dticketshop.de/
Harzer Schmalspurbahnen GmbH https://deutschlandticket.hsb-wr.de/
Regensburger Verkehrsverbund GmbH https://dticket.rvv.de
Veelker GmbH & Co. KG https://dticket.veelker.de/
Kalmer GmbH https://www.deutschlandticket-de.de/
VGE ZOB GmbH https://emsland-deutschlandticket.de/

Leider hat die KVV das Ticket in dem Format ohne Chip mit QR-Code eingestellt und ist ebenfalls auf diese kommischen Chipkarten umgestiegen. Das alte Format sieht man beispielsweise hier: https://social.tchncs.de/@kuketzblog/110338081561024458

Welcher ggf. auch entlegenste Verkehrsbetrieb bietet ein solches Format noch an?

Auch beim Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) hat man die Wahl zwischen App und Plastikkarte: https://sites.rmv.de/de/deutschlandticket?gad_source=1&cHash=d604f185ea9e23cc34e7c2afa3d45577

Die Chipkarte enthält ja die folgenden Daten (Quelle KVV):

  • Name
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • SCE-ID (statische ID des digitalen Nutzermediums (Chipkarte) zu Zwecken des Kopierschutzes)

Weißt du welche Daten der QR-Code enthalten hat?

Beim MVG (München) kann man auch das Deutschlandticket auf einer Chipkarte erwerben.

Daten auf der Chipkarte:
https://beta.mvg.de/services/faq/deutschlandticket/chip-6.html

Auf dem Chip sind nur die notwendigsten Informationen gespeichert: Die Kartennummer und die gekaufte Fahrkarte.
Bei einem persönlichen Abo werden zusätzlich Vor- und Nachname sowie das Geburtsdatum gespeichert. "

Bei einer Fahrscheinkontrolle zeigte mir die Kontrolleurin auf meine Bitte hin das Display ihres Prüfgerätes. Ich sah

  • jeweils die Anfangsbuchstaben meines Vor- und Zunamens,
  • mein volles Geburtsdatum und
  • die Statuszeile: „Ticket aktiv“.
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Demnach hätten sich die Harzer bewusst gegen die pkpass-Datei entschieden? Die gab es dort ja zunächst und die APG hat sie immer noch.

Ich habe jetzt seit mehreren Wochen das Deutschland-Ticket über die Verkehr und Wasser GmbH aus Oldenburg. Diese vergibt neben der BSAG die Chipkarten für den VBN.
Die Beantragung der Chipkarte läuft über ein Formular, das per Mail oder Post an das Unternehmen zurückgeschickt wird. Als Zahlungsart steht die Lastschrift zur Verfügung. Das Unternehmen arbeite laut Datenschutzerklärung zwecks Bonität mit Boniversum zusammen. Bei meiner jährlichen Abfrage bei der Schufa und bei Boniversum habe ich keine Einträge bzw. Abfragen von diesem Unternehmen oder einem Partnerunternehmen gefunden. Dies kann sich aber natürlich in der Zukunft ändern.
In der Vergangenheit kam eine Chipkarte mit „eigenem“ Standard zum Einsatz, welcher Probleme bei Kontrollen in anderen Verkehrsverbünden machte. Siehe DeutschlandTicket Anomalien - Chipkarte (Stand 16. Juni 2024):

BSAG/VBN Chipkarten implementieren anscheinend den nur in diesem Verkehrsverbund genutzten Geldkarten Standard der auch bereits für die BOB/MIA/TIM/JOB Karten seit 2005 eingesetzt wird. Erkennbar sind die Chipkarte an dem üblichen Smartcard Kontaktfeld. Kunden mit diesen Karten werden Probleme bei der Kontrolle in anderen Verbünden haben

Seit Mai 2024 bei der BSAG bzw. Juni 2024 bei der VWG werden die Karten ausgetauscht, so dass nun ein eTicket zur Verfügung steht.

Von der alten Karte konnte ich (als Ahnungsloser mit verschiedenen Apps) nur eine Kundennummer auslesen. Des Weiteren waren auf der Rückseite der Vor- und Nachname gedruckt.

Die neue Karte verzichtet auf den Vor- und Nachnamen auf der Rückseite. Mit der Android-App eTicket Leser (de.erichambuch.ticketreader) sind auch ohne Play-Services und ohne Internetberechtigung unter anderem folgende Daten auszulesen:

  • Kunde (Erster und letzer Buchstabe des Vor- und Nachnamens sowie die passende Anzahl an Unterstrichen als Auslassung, z. B. M_x M________n für Max Mustermann)
  • Geburtsdatum (Tag, Monat und Jahr)
  • Keine Eintragung beim Geschlecht
  • Zusätze: Serviceklasse: 2

Weiter noch diverse Nummern, die Produktart (Deutschlandticket), die Gültigkeit, der Produktgeber (VDV SUEDWEST), diverse Status [Plural] und die letzten „Transaktionen“ [also Kontrollen].

Da das Ticket ohne Personalausweis mit der alten und neuen Karte nicht gültig war, sehe ich kein Problem darin, dass diese Daten nun auf dem Chip gespeichert sind. Der Vorteil ist, dass mit dem Standard nun in der Regel keine Probleme mehr bei Kontrollen außerhalb des VBN auftreten sollten. Eine Ausnahme sind natürlich Verkehrsverbünde, die überhaupt keine Chipkarten kennen und (nach so langer Zeit) ihr Personal immer noch nicht ausreichend geschult haben.

Ansonsten ist das Ticket als Chipkarte dort natürlich (:wink:) unflexibel. Das heißt: Abo-Beginn nur zum ersten Tag eines Monats. Beantragung muss bis zum zehnten Tag des Vormonats eingegangen sein. Die Kündigung muss - laut VBN, nicht VWG (dort habe ich auf Anhieb nichts gefunden) - spätestens bis zum zehnten Tag des jeweiligen Monats erfolgen. Preiserhöhungen bis zu zehn Euro müssen laut Bedingungen nicht vom Unternehmen mitgeteilt werden.