Die eigene Heizung als kritische Infrastruktur verstehen - ohne Cloud betreiben

Leider verstehen die meisten Bürger nicht, dass “kritische Infrastruktur” eben alles meint, was man “zum Überleben” so braucht.

Das sind absolut nicht nur Großanlagen oder öffentliches, sondern eben noch viel mehr die eigenen Gerätschaften, ohne die nix geht.

Jetzt ist gerade Winter und da macht es Sinn, sich auch mal Gedanken zu machen, wie anfällig z.B. eigene Heizsysteme sind gegenüber Angriffen von außen, die heutzutage am gefährlichsten als Abdrehen von “Cloud”servern für die Massen daherkommen (Propagandasprech gerne: “Sanktionen”).

Die Souveränität und Freiheit ist halt Null, wenn man seinen überlebenswichtigen Krempel nicht selbst steuert, sondern dies von Computern im Zugriff fremder Personen, Organisationen und Staaten abhängig macht.

Zentralisierung ist immer freiheitsfeindlich. Das gilt natürlich auch für jede nicht selbst betriebene Cloud. Ist aber für eigen kritische Infrastruktur ganz besonders dämlich.

Da ist es erfreulich, dass ein paar einfrige Bewohner von gallischen Dörfern tolle Werkzeuge gebaut haben, um sich etwas Freiheit zurückzuholen.

Für Besitzer von Bosch, Buderus und Junkers Heizungen:

https://github.com/emsesp/EMS-ESP32

Dazu auch ein Artikel hier:
https://www.heise.de/ratgeber/Heizungen-von-Bosch-Buderus-und-Junkers-ohne-Cloud-auswerten-und-steuern-10972705.html

Und die Integration in Home Assistant hier:

https://emsesp.org/de/Home-Assistant

Und die Integration in iobroker:

https://github.com/tp1de/ioBroker.ems-esp

Für Besitzer von Viessmann Heizungen:

https://github.com/MyHomeMyData/E3onCAN

iobroker Integration:

https://github.com/MyHomeMyData/ioBroker.e3oncan

Home Assistant integration:

https://github.com/Wolfgang-03/Open3E-HA/tree/main

Damit kann man der Fremdsteuerung ein Ende setzen.

Viel mehr Datenschutz gibt’s als Schmankel nebenbei.

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Deswegen habe ich einen Kamin, damit heiß ich zur Not bei -10°C auf +20°C hoch - mein Backup.

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Ein interessantes Thema - kritische Infrastrukturen der persönlichen Versorgung. Ich habe mich ebenfalls schon mit diesem Thema bei mir beschäftigt.

Heizung, Belüftungsanlage und Pelletofen sind bei mir Kommunikationsfrei, sodass bei uns zumindest in diesem Aspekt kein Problem vorliegen sollte.

Problematischer ist die Stromversorgung, ohne die keines dieser Heizsysteme noch arbeiten würde. Hier sind wir erst einmal abhängig von der Stabilität der Energieversorger, die als Kritische Infrastruktur zumindest einigen Aufwand in die Vermeidung von Ausfällen legen dürften.

Tatsächlich habe ich bei mir zuhause noch eine SMA PV-Anlage, die im Falle eines Netzausfalls als Insellösung getrennt vom Stromnetz einige Zeit eine Grundversorgung an elektrischer Energie gewährleisten kann und damit Pelletofen, Kühl- und Gefrierschrank eine Weile auch ohne Netzstrom weiter betrieben werden können. Sollte dann tagsüber hinreichend Solarstrom zur Verfügung stehen, dann kann meine Anlage sogar im Inselbetrieb den Akku wieder nachladen.

Meine SMA PV-Anlage ist derzeit allerdings an die Sunny Portal Cloud des Herstellers SMA abgebunden, über die mir Auswertungen und Konfiguration erlaubt, die mobile App bereitstellt und dem Hersteller Zugang zur Anlage für Problemanalysen und Remote-Konfiguration bietet. Hier besteht also definitiv ein potentielles Risiko, dass die Anlage durch Angriffe über die Cloud in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

immerhin sollte das Thema „Sanktionen“ nicht so relevant sein, da SMA ein deutscher Hersteller ist und laut IP-Adressbereich seine Cloud selbst und auf IP-Bereich in Deutschland betreibt.

Ob meine SMA Anlage grundsätzlich auch ohne Cloud-Anbindung in Ihren Grundfunktionen (PV-Strom-Produktion, Akku-Wechselrichter, Energiemanagement, Notfallbetrieb) vollständig arbeitsfähig ist, müsste ich tatsächlich mal testen.

Wenigsten einen Zugriffsschutz vor Angriffen über die SMA-Infrastruktur auf mein sonstiges IT-Netzwerk habe ich zumindest über eine Netzwerk-Segmentierung der Anlage hinter einer eigenen, getrennten Fritz!Box realisiert. So sollte zumindest ein Netzwerkangriff über meine SMA-Komponenten keine Auswirkungen auf meine sonstige IT haben.

Da habe ich eine Powerstation, reicht für Licht, Computer, Fernseher und einen kleinen Stromgenerator für die Eigenwasserversorgung und die Heizung, 1-2 Tage könnte damit wohl in einem sehr kaltem Winter überbrücken.

Habe ich erst seit 3 Jahren, die 50 Jahre davo war es kein Thema, aber da war die Politik unabhängig von den Parteien, verlässlich.

Erinnere mich noch gut an die Autofreien Sonntage wegen Öl Mangels - es war eine andere Zeit (für alle im Westen)

Lustig sind hier ja die offiziellen Statistiken. Im totalen Schnitt war jeder von uns in 2024 (jüngste Daten) nur 13 min von Stromausfall betroffen. Das ist international gesehen sehr gut.

Dabei gibt es unter den knapp 165.000 deutschen Stromausfällen in 2024 aber auch 221 Stück, die länger als 2 Tage dauerten.

Generell gilt, dass man - wenn es einen Stromausfall gab bisher - die Dauer öfters mal länger war.

Der Mittelwert lag bei 158 min, der Median bei 105 min.

In einem Fall bei EON gar 70 Tage. Das ist dann tatsächlich eher lästig.

Es ist auf alle Fälle sinnvoll, für eine gewisse Zeit auch beim Ausfall der Strom- oder Wasserversorgung zurecht zu kommen. Wer vorübergehend für sich selbst sorgen kann benötigt während dieser Zeit nicht die Hilfe von professionellen Helfern. Deren begrenzte Kapazitäten können so für diejenigen verwendet werden, die nicht für sich selbst sorgen können: Alte, Kranke, Pflegebedürftige.

Aus einer gesellschaftlichen Sicht ist es aber nicht erstrebenswert, wenn jeder nur für sich selbst sorgt. Ich behaupte, dass Autarkie nur dann eine Berechtigung hat, wenn die durch sie gewonnenen Möglichkeiten eingesetzt werden, um anderen zu helfen. Wer ein warmes Haus hat klopft beim Nachbarn und fragt, ob er Unterstützung benötigt. Wer Zugang zu Kommunikationsmittel hat, bietet sie auch anderen an und gibt seriöse Informationen weiter.

Im Fall einer Katastrophe kommt der Einzelne auch bei bester Vorbereitung nicht weit. Nur als Gemeinschaft und solidarisch haben wir eine Chance.

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Da mache ich mir keine Gedanken drüber. Denn ich gehöre zu den knapp 53% in Deutschland, die zur Miete wohnen. Strom- und Gasversorgung sind meinem Vermieter egal, solange es ihn nicht selber betrifft.

Die Tendenz, die völlig überzogen teure Fernwärme nutzen zu wollen, hilft vor allem denen, die Fernwärme verkaufen. Und Vermietern, die die mit Fernwärme beheizte Immobilie nicht selbst bewohnen.

Wenn der Strom großflächig fehlt, funktionieren Gasheizungen meist auch nicht mehr, weil das Gas nicht geliefert wird. Wasser wird nicht nur nicht mehr zum Haus gepumpt, sondern die produzierte Kaka wird oft auch nicht mehr abtransportiert (sehr viele tiefer als die Hauptabwasserleitungen liegende Häuser brauchen eine Pumpe, die das Abwasser hochpumpt).

Man braucht gar nicht einzelne Haushalte abschalten - es reicht, die von NIS2 definierten Stellen der kritischen Infrastruktur anzugreifen.

Im Übrigen sollte man bei Heizung, Wasser und Strom immer die Finger von “der Cloud” lassen, weil die Anbieter von Elektronik oder Dienstleistungen dazu tendieren, ihre Preise sprunghaft zu erhöhen oder Steuerungen, die erst ein paar Jahre alt sind, als “nicht mehr unterstützt” einzustufen.

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Es ist vielleicht nicht effizient wenn jeder für sich sorgt. Aber wenn wir auf unterschiedlichen Ebenen des Systems Sicherheitspuffer haben entlastet es die Allgemeinheit im Havariefall.

Wenn ich noch ein paar Stunden mit lokal gespeichertem Strom Durchkomme, ist es nicht kritisch wenn der Reparaturtrupp nicht alles gleichzeitig beheben kann und man sich bei der Versorgung um schwächere Leute kümmern kann weil ich noch etwas Vorrat habe.

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Das Hauptproblem, das diesem Thread zugrunde liegt, ist, dass neue Heizungen entweder nicht mehr funktionieren oder zumindest die Möglichkeiten stark einschränken, wenn sie nicht ans Netz geklemmt werden.

“Kommunikationsfrei” gibt es also neu quasi nicht mehr.

Denk nur an das Thema “Firmwareupdates”. Das gibt es selbstredend jetzt auch bei Heizungen.

Garantie gibt es nur beim Senden von tausenden Datensätzen pro Stunde.

Einstellungen an Deiner eigenen Heizung werden vom Hersteller so verrammelt, dass nur noch zahlende Monteure drankommen.

Deine eigenen Daten bekommst Du nur noch zu sehen, wenn Du dafür zahlst.

Eine physisch perfekt funktionierende LAN-Schnittstelle wird dann vom Hersteller für obsolet erklärt und funktioniert nicht mehr wie vorher, nur weil der Hersteller, das so entschieden hat.

Die beiden o.g. Lösungen gibt es nur wegen sowas.

Fernwärme ist ein single-point-of-failure also schon daher schwierig. In vielen kommunalen „Wärmeplanungen“ steht die jetzt drin, weil damit kann eine Kommune sich „sauber schön“ rechnen für den „Klimaschutz“. Dann wird es auch schwierig(er) eine unabhängige Heizung einzubauen. Böse Zungen sagen, dass es eigentlich um Kontrolle, Zentralisierung und Monopolisierung statt „Klimaschutz“ bei der „Wärmeplanung“ geht.

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Meiner Meinung nach gehören solche Geschäftsmodelle verboten. Egal, welche Produkte. Aber dazu müsste die Politik eine gewisse Masse in der Hose haben. Und die Politik ist ja der Büttel der Wirtschaft. Eine Heizungsanlage kostet nicht mal nur 500 EUR. Wenn der Hersteller nach ein paar Jahren die Steuerungstechnik per Fernzugriff deaktiviert weil sie angeblich nicht mehr unterstützt wird, muss ich eine neue Anlage kaufen, die wieder nur ein paar Jahre funtioniert, weil ich der Profitwillkür dieses Herstellers wehrlos ausgesetzt bin?

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Vor allem extrem teuer, habe ein Geschäftspartner der jetzt angeschlossen wir, Ü60, € 70.000 für jede Partei in dem 6 Familienhaus.

Man kann es alles nachlesen, im ÖRR hat es Schwab gut erklärt, Stakeholder sollen größere Verantwortung übernehmen.

Das passt alles gut zusammen, Leasing ist auch so ein Model, Du besitzt zwar, aber dir gehört nichts.

Und wenn man dann die Konzeptseite 34 der Smart-City- Langfassung liest, wir kennen deine Bedürfnisse, Daten ersetzen Wahlen - dann sollte dem letzten klar werden wohin die Reise geht.

Digitale ID, CBDC, 15 Minutenstädte, demnächst dann 6G, da freuen sich schon manche, dass man damit durch Wände sehen könne.

Ganz aktuell das Gerücht, man hätte Palantir gehackt….

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Welche Heizungen laufen nicht ohne Cloudanbindung?

Off topic, aber die Anführungsstriche sind hier nur nötig, wenn Du Klimawandel leugnen möchtest.

Wir haben global ein Problem mit Emissionen und Ressourcen, und Fernwärme ist (technisch-physikalisch) gerade für Innenstädte ein guter Weg, gegenzusteuern.

Dass es bei uns da wie auch an anderen Stellen wirtschaftlich-politisch nicht rund läuft, ist keine Frage der Physik oder des Schönrechnens von Klimakennzahlen.

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Dem muss man aber jetzt nicht folgen….?

Müssen tut kein Mensch, aber das ist halt ein Punkt der irgendwo klar erforscht ist und wo Du, wenn Du da nicht mitgehen möchtest, entweder außergewöhnlich klare Beweise gegen die gesammelte Wissenschaft und Forschung liefern musst oder Dich für sachliche Diskussionen disqualifizierst :person_shrugging:

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Ein Großteil der Klimaleugnerinnen und -leugner können sich das Leugnen leisten. Denn sie werden in ein paar Jahren der biologischen Lösung zugeführt werden. Nach uns die Sintflut. Das sind bezeichnenderweise oft die gleichen, die was von der Zukunft unserer Kinder schwadronieren und selbstverständlich die 100 Meter mit dem Verbrenner zum Bäcker fahren. Genau mein Humor.

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Mal abgesehen davon, dass wohl 99% der Menschen weder das Know How noch die Zeit haben sich damit zu beschäftigen, möchte ich mir nicht oktroieren lassen, wie ich zu leben habe.

Zwang ist immer falsch.

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Naja, ein Problem ist dass viele Menschen zwar nicht die Zeit haben, sich zu beschäftigen, dann aber doch den Blödsinn glauben, der ihnen von allen möglichen Lobbyisten und anderen, die auf den eigenen Vorteil aus sind, auf Tiktok vorgekaut wird.

Wenn Du selber weiter Heizöl verbrennen willst, solltest Du das selbstverständlich dürfen. Die über das unschlagbare Niveau erneuerbarer Energien hinausgehenden Kosten (inkl. Umweltkosten!) solltest Du aber selbst tragen.

Kein Zwang - nur ordentlich durchexerzierte Eigenverantwortung.

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