Ich weiß nicht recht, ob ich mich aufregen soll und der Redaktion schreiben oder nicht - Hilfe!
es gibt eine Doku über Google (s. Titel) in der ARD Mediathek, also öffentlich-rechtlich mit Informationsauftrag. Ich finde das nicht nur inhaltlich schwach, sondern auch journalistisch:
Zum einen bleibt stets unklar, was denn nun die angekündigte „Wahrheit“ über Google ist. Dass sie riesig und überall sind und ihre entsprechende Marktposition ausnutzen um Geld zu verdienen und den Verbraucher an der Nase herumzuführen? Oder dass durch ihre Monopolstellung Mitbewerber auf der Strecke bleiben? Das hat ja wiederum weniger mit Google als mehr mit den Kontrollinstanzen des Marktes zu tun, die kaum thematisiert werden. Oder dass die meisten Menschen fest in der Hand von Google sind? Ist das eine Doku wert?
Die wirklich kritischen Probleme mit Google, z.b. die (mögliche) Massenüberwachung, die Abhängigkeit von den USA und deren politischen und rechlichen Rahmenbedingungen, die Manipulationsmacht und die daraus entstehende Gefahr für unsere Gesellschaft, werden in ein, zwei Nebensätzen angeschnitten wenn überhaupt.
Und auf rein begrifflicher Ebene: da wird einer Probandin von einem Techspezialisten ein „engoogletes“ Handy gegeben. Lies: ein iPhone ohne Google Apps.
Taugt so etwas für die Masse als „entgooglet“? Also ist Otto Normalverbraucher auf diesem Niveau, dass man ihm nicht erklären kann, dass es neben Google und Apple echte Alternativen gibt? Lobend sei hervorgehoben, dass kommentarlos und unerwähnt irgendwo ein LibreWolf-Logo auftaucht.
Verdient das Präfix „ent-“ auf rein sprachlicher Ebene nicht was besseres? Wenn man so "ent-"binden würde, würde das halbe Kind ja noch drinhängen ![]()
Am Ende und nach überstandenen zwei Wochen mit dem iPhone hat die Probandin dann ein paar Google Apps überzeugt abschworen. Dann darf sie noch zu Google nach München, um sich dort wieder begeistern zu lassen. Es wird sogar eine kritische Frage angedeutet, die dann allerdings von den Journalisten/Redakteuren leider nicht weiter erörtert wird.
Was soll ich von dieser Arbeit der ARD halten? „Für die Masse reichts“? „Ist wohl nur Entertainment“? „Immernoch besser wie die Flippers Samstag abends zur Primetime“? Oder doch „Was verstehen die eigentlich unter ihrem Informationsauftrag“?
