Digitale Unabhängigkeit, wirklich?

Gibt es wirklich digitale Unabhängigkeit ? Ich meine, viele der hier auch immer erwähnten “Custom Rom`s” sind von google`s Android Politik abhängig, die einen mehr die andern weniger. Aber selbst grosse Open Source Software erhalten Gelder von “Big Tech” Konzernen, einfach mal als Beispiel Firefox, ebenfalls zu einem grossen Teil von Geldern von google abhängig…… Gibt viele Beispiele. Zudem wird vieles auf Git Hub veröffentlicht was ja auch zu Microsoft gehört. Ich denke Ihr wisst auf was ich hinaus möchte.

Was ist euere Meinung ?

Guten Morgen,

ich denke, es ist schon ein Unterschied, ob ein Programm closed source von einem Konzern ist oder ob open source auch die Infrastruktur von Big-Tech mitbenutzt. Aber letztere erlauben halt die Entscheidung, wie und womit ein bestimmter Dienst benutzt wird.

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Ich finde sogar, dass es immer besser wird.

Klar sind dort noch große Abhängigkeiten. Aber es wird auch viel mehr in Richtung Unabhängigkeit getan.

Herr Kuketz hat dies ja mal schön mit Signal verglichen.

Warum (Android) AOSP nicht solange nutzen, wie es öffentlich zur Verfügung steht. Sobald Google dort einen großen Mist baut, werden sich andere Alternativen hervortun.

Linux Phones sind gefüllt wieder mehr im Gespräch.

Gerade der öffentliche Dienst in Europa kann hier viel zu beitragen. Nach dem Motto: Public Money public Code.

https://publiccode.eu/de/

Ich bin guter Dinge. Mir fehlt eig. nur mehr Geschwindigkeit bzw. Druck, endlich schneller vorwärts zu kommen.

Leider gibt es auch Bundesländer die vermehrt auf BigTech setzen wollen. Bayern, hust.

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Hier noch ein ganz interessanter Artikel. Natürlich mit vorsichtig zu genießen, darauf macht der Autor aber aufmerksam.

Alternativen vielleicht, stellt sich nur die Frage ob diese dann auch schon soweit sind um wirklich genutzt zu werden.

https://dnip.ch/2026/02/08/achtung-bei-statistiken-zur-digitalen-souveraenitaet/

TL;DR: Nein. Oder jedenfalls sind die bisherigen (europäischen) Anstrengungen völlig unzureichend. Am ehesten erreichen das die Chinesen.

Open Source Software ist nur ein Mosaiksteinchen. Chips und Hardware wird ganz überwiegend in den USA designed und in Fernost gefertigt, in Europa wird vielleicht noch konfektioniert, aber mehr typischerweise nicht.

Das Internet wird überwiegend in den USA zusammengeschaltet, die Root-DNS-Server und die wichtigsten Zertifikate gehören US-amerikanischen Einrichtungen.

Auch Open-Source entsteht weltweit und damit überwiegen außerhalb unseres Rechts- und Wertesystems. Der einzige Vorteil ist, dass man die Quellen einsehen und überprüfen könnte, aber wer nimmt dafür Zeit oder Geld in die Hand?

Und dann sind viele europäische Organisationen (nicht nur Unternehmen) in irgendeiner Form verbunden mit amerikanischen, und damit mittelbar unter Cloudact u.ä.

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Danke für den Verweis auf den Artikel und diese Diskussion.
Digitale Soveränität fängt halt nicht erst bei den Rechenzentren oder Cloudbetreibern an, sondern viel tiefer. Besonders die Anforderungen durch NIS2 und die vielen lokalen Initiativen und Vorgaben, werden an den Umsetzungs- und Einstiegshürden scheitern. Wir müssen uns mit Identität, Sicherheit & Compliance bereits auf DNS und eMail Ebene beschäftigen, mit den Möglichkeiten rechtssicherer Berichte und Audits und natuerlich mit all den Aspekte der Marktdominanz globaler Player.
Es gib Lösungsansätze dafür, aber hier müssen auch durch die Politik die Rahmenbedingen geschaffen werden.