Dr. Ansay Datenleck — Erfahrungen und Maßnahmen nach dem Hack

Hallo zusammen,

ich nutze seit ca. 1-2 Jahren die Telemedizin-Plattform Dr. Ansay
für Rezepte (Hintergrund: starke Angststörung, der Weg zum Arzt
ist für mich nicht immer machbar).

Vor kurzem wurde bekannt, dass Dr. Ansay gehackt wurde. Leider
bin ich direkt betroffen:

Was bei mir passiert ist:

  • Massiv Spam- und Phishing-Mails seit dem Vorfall
  • Kreditkarte musste ich sofort sperren lassen
  • Persönliche Gesundheitsdaten waren bei Dr. Ansay hinterlegt
    (Name, Adresse, Geburtsdatum, Gesundheitsinfos) auch mein Perso -.-

Was ich bereits unternommen habe:

  • Kreditkarte gesperrt und neue beantragt
  • Passwörter geändert (E-Mail, alle Accounts die das gleiche
    Passwort hatten)
  • Spam-Filter verschärft
  • Anzeige bei der Polizei — noch offen ob das sinnvoll ist

Meine Fragen an euch:

  1. Hat jemand weitere Infos zum Umfang des Datenlecks? Welche
    Daten genau betroffen sind?
  2. Gibt es Erfahrungen mit Schadensersatz oder DSGVO-Auskunft
    gegenüber Dr. Ansay? Haben sie überhaupt informiert?
  3. Welche weiteren Schutzmaßnahmen empfehlt ihr nach so einem
    Leak? Identitätsdiebstahl-Monitoring o.ä.?
  4. Hat jemand Erfahrung mit der Meldung bei der zuständigen
    Datenschutzbehörde?

Besonders bitter: Als Nutzer mit psychischer Erkrankung ist man
auf solche Dienste angewiesen, und dann werden ausgerechnet
Gesundheitsdaten kompromittiert. Und jetzt ne Alternative finden bin ich natürlich auch abgeschreckt :confused: Wenn hier jemand guten Herzens etwas empfehlen kann, wäre ich unglaublich dankbar dafür …

Danke für jeden Hinweis & Hilfe

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Das tut mir sehr leid für dich und die anderen Kunden.
Sehr sensitive Daten sind hier geleaked:

Cannabis, Rezept & AU-Schein online bestellen | DrAnsay
Medizinisches Cannabis & Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Informationen zu Ablauf, Rezept & Versorgung

sehr ärgerlich ist, dass DrAnsay den Leak beschönigt und nicht ehrlich kommuniziert.

wäre selbst anbauen eine Alterantive? Hier ein gutes Forum dazu: https://forum.cannabisanbauen.net/

danke für das Mitgefühl lol xd Anbauen geht leider nicht, und hier die Antwort wäre etwas zu persönlich & komplett verrückt aber ich kann nichts dafür …

Gibts da nichts von den Stores aus, dass ich vllt mal sehe obs da Befürchtungen zu bestimmten Apps/Anbietern gibt. Jeden Anbieter zu googlen ist auch nicht so verlässlich, und ich bin schon immer überfordert gewesen mit so vielen Infos, man findet A, B & C dann im Internet, was mir dann auch keine Sicherheit gibt… Momentan hab ich einen Bekannten, ich darf bei seinem Stack mitbestellen da er nicht so viel braucht, aber auf Dauer ist das auch nichts.

PS: Ich hab 6 Jahre angebaut als ich jünger war - das wäre die einfachste Lösung aber da steht ein riesen NO im weg …

Mal eine naive Frage: eine lokale Hausarztpraxis mit Hausbesuchen oder Telesprechstunde kommt nicht in Frage?

Ich kannte dieses Dr. Ansay noch nicht. Wenn ich mir nun die Webseite so angucke, macht das auf mich einen ziemlich kommerziellen Eindruck (insbesondere das Thema AU…!). Da wundert mich so ein Fall nicht! Auch wenn das für Dich persönlich natürlich unerfreulich sein mag.

Ich würde auf jeden Fall einen Mailalias für den neuen Anbieter verwenden.

Also beispielsweise Anbietername@posteo.de

Sollte dann Spam dort auftauchen (außer Zufallsspam, den gibt es natürlich auch), dann kannst Du diese Mailadresse zum einen stilllegen und Dir Spam ersparen und zum anderen mal den Datenschutzbeauftragten der Firma und bei unbefriedigender Auskunft den Landesdatenschutzbeauftragten anspitzen, wie Deine Mailadresse in Umlauf gekommen ist.

Außerdem lese ich da was von “alle Dienste mit gleichem Passwort”. Da kann ich Dir nur einen Passwortmanager (keepass ist kostenfrei!) empfehlen. Jede Anwendung mit einem zufallsgenerierten, langen Passwort versehen! Browser so einstellen, dass NIE Passwörter gespeichert werden. Einmal ein 10stelliges Passwort generieren lassen und auswendig lernen (als Masterpasswort).

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Vielen Dank für die Ratschläge!

Ich hab eine App gefunden die anscheinend sagen kann, welche meiner Apps auf meinem Gerät schon Datenlecks hatten und wie sicher meine Apps sind. Ich seh sogar eine Wahrscheinlichkeit für zukünftige Datenlecks und viele infos zu Tracker/Permissions und und und.

Glaubt Ihr das kann funktionieren? heißt AppXpose

Diese Wahrscheinlichkeit besteht grundsätzlich immer überall dort wo Daten gespeichert werden.

Ungeachtet dessen würde ich diese App und ähnliche niemals auf einem Gerät installieren.
Wenn überhaupt unbedingt nötig, sollte so eine App vollständig OpenSource und mit einem transparenten Build-Prozess gebaut worden sein.
Man kann die genannten Infos auch weniger invasiv bekommen.

Die App würde zudem auch vor dem hier genannten Vorfall nicht schützen und allenfalls ein trügerisches Gefühl von Sicherheit geben.

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