Einschulung und "Notfall" Kommunikation

Liebes Forum,

ich ersuche euch um Rat.

Die Einschulung naht und hiermit keimt die Frage nach einer Möglichkeit auf, wie ein Kind im Notfall etwa die Eltern erreichen kann.

Zunächst stand eine Kinder-Smartwatch im Raum. Das konnte ich jedoch aus der Welt schaffen.

Die detaillierte Kritik an solchen Geräten spare ich mir - wie die Kosten einer damit verbundenen Abmahnung.

Eine Alternative sollte also her. Mein Alternativvorschlag war nun ein Dumbphone, wie das Nokia 105 4G. Keine Kamera, keine Internetverbindung.

(Es soll hier nicht vorrangig um die generelle Sinnhaftigkeit oder psychologischer Effekte eines solchen Kommunikationsmediums in oder an Kinderhänden im Grundschulalter gehen. In dem vorliegenden Fall überwiegt der dahingehende Nutzen eines richtig gewählten Geräts.)

Natürlich rege ich auch an, dem Netzanbieter Tracking zu widersprechen.

Einziges Sicherheitsrisiko, welches ich bei solch einem Dumbphone wie dem genannten Nokia noch sehe, wären willkürliche Anrufe Fremder. Ausgehende Anrufe können dagegen scheinbar eingeschränkt werden. Der indirekte Ablenkungsfaktor sollte nach kurzem neugierigen Erkunden und Kennenlernen gering sein.

Da es zu diesem Thema allgemein wenig sinnvolle Informationen gibt, hätte ich gerne eure Einschätzung hierzu. Gibt es bereits Erfahrungen mit dem Thema? Wie seid ihr damit umgegangen? Gibt es bessere Lösungen? Was habe ich übersehen?

Danke euch :blush:

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Ich kann bei meinem Mobilfunkanbieter eingehende Anrufe mit unbekannter Rufnummer sperren lassen. Damit wäre schonmal ein Teil von unerwünschten Anrufen abgedeckt.

Nummern aus dem Ausland sollten seit 2022 nicht mehr als deutsche(!) Nummern gespooft werden können. Die Nummern müssen vom Mobilfunkbetreiber immer als Anonym angezeigt werden:

https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/20221129_TK-Aktueller-Hinweis.html?nn=265778

Inwieweit das in der Praxis tatsächlich das Spoofing verhindert, kann ich allerdings nicht sagen. Falls diese Umsetzung tatsächlich effektiv ist, sollten also Nummern aus dem Ausland entweder als Anonym angezeigt werden oder ersichtlich aus dem Ausland kommen.

Diese Info könntest du deinem Nachwuchs erklären. Am einfachsten wäre es aber vermutlich ihm beizubringen nur bei Nummern ranzugehen, die namentlich im Kontaktbuch gespeichert sind und alle sonstigen Anrufe wegzudrücken und dir davon zu erzählen.

Bei vielen Handys kann außerdem auch eine Funktion aktiviert werden, dass nur bekannte Rufnummern anrufen können. Möglicherweise geht das auch bei dem Nokia 105 4G.

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Tja, das Thema treibt uns Eltern alle auf die ein oder andere Weise um.

Folgender Ansatz wurde bei mir gefahren:

Im Grundschulalter gibt / gab es kein Telefon, punkt. Die Schule ist dafür verantwortlich die Eltern zu informieren falls dort etwas vorfällt. Der Schulweg der Kids wird / wurde gemeinsam mit Freunden aus der Nachbarschaft gelaufen, mit denen auch Klassengemeinschaft besteht. Da haben wir uns dagegen entschieden.

Für die weiterführende Schule sieht die Welt anders aus, da hier eine Zugfahrt mit anschließender kurzer Busfahrt oder ein kurzer Fußmarsch notwendig ist. Auch hier besteht mit einem Freund aus der Nachbarschaft Klassengemeinschaft, so dass im Großteil der Tage keiner allein unterwegs ist. Trotzdem haben wir uns entschieden, dass es ein Telefon gibt. Gab ein Pixel 7 aus meinem Fundus mit GrapheneOS und einem Prepaid-Tarif. Mein Kind hat Zugang zu seinem eigenen Profil aber nicht zum Eigentümerprofil und kann selber keine Apps installieren. Somit haben wir hier eine gewisse Kontrolle über das was er kann und was nicht. Gibt auch nur die benötigten Apps im Kinderprofil, so dass sich hier das elterliche Vertrauen erst verdient werden muss.

Als Messenger gab Threema und Signal. Somit ist theoretisch immer jemand erreichbar. Diverse andere Apps sind auch nach Sichtung (teils beschnitten) verfügbar.

Die Schule hat Schließfächer für die Handys, sogar mit Ladekabel, daher sind die Dinger ab Unterrichtsbeginn weg.

Alles in allem eine für mich akzeptable Lösung. Das Nokiahandy haben wir somit einfach umgangen in unserer Lebenssituation und statt dessen das Kind “altersgemäß” mit einem Endgerät ausgestattet, dass relativ kindersicher ist und trotzdem eine gewisse digitale Teilhabe ermöglicht, inklusive Notfallanruf bei Mama und Papa.

Das Risiko von “Fishinganrufen” von Menschen mit unlauteren Absichten löse ich lieber auf der Erziehungsseite als auf der technischen Seite.

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Ins Sekretariat gehen und bitten, die dort hinterlegte Nummer anzurufen?

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Vielen Dank für deinen passiv-aggressiven Qualitätsbeitrag.
Es geht nicht um Fälle in der Schule…
Es steht auch außer Frage, dass ein Gerät benötigt wird.

Sorry. Etwas satirisch sollte das schon sein, aber aggressiv? Wenn das so ankam: Sollte nicht!

In mehreren Bundesländern sind Handys in der Grundschule nicht erlaubt, da ist ohnehin nur die erwähnte Lösung möglich.

Ich wollte mir eigentlich Details ersparen.

Es geht um einen längeren Schulweg, welcher auch die Nutzung der Öffentlichen mit einschließt, zudem. Details zum Kind erspare ich mir dennoch.
Anstatt die Kinder wie manch andere mit dem SUV in die Schule zu fahren, wird hier ein gesunder Mittelweg gesucht. Aus Gründen soll hierbei dem Kind eine gewisse Sicherheit geboten und dennoch Unabhängigkeit gelehrt werden.
Das natürlich ohne des rechts auf Privatsphäre beraubt zu werden.

Technologie kann auch sinnvoll eingesetzt werden und das ist hier das Ziel.
Deine als Frage formulierte Aussage suggerierte nun mal eine gewisse Blauäugigkeit der Betroffenen. Als ob das nicht klar wäre, wenn verantwortliche Erwachsene in der Nähe sind.
Alleine meine vorherigen Ausführungen und das hier Zeit und Gedanken investiert werden, sowie explizit dieses Forum angerufen wird, sollte doch bitte bereits den Rahmen relativ klarstellen.

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Das überzeugt mich. Im Ausgangsposting war ja als Anlass nur Einschulung genannt.

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ich kann jeden das Samsung E1200i empfehlen. (demals war es jedenfalls viel günstiger (€25) als jetzt!

Meine damalige rezension:

Das Samsung E1200i ist ein TOP Gerät und Perfekt für Kinder geeignet.

  • der Akku hält wochenlang
  • man kann Notizen erfassen (falls mal nichts zum schreiben zur Hand)
  • Wecker
  • Kalender mit Erinnerungsfunktion
  • Kein Internet
  • Keine Cam
  • FDN (Kind kann nur voreingestellte Rufnummern/Kontakte anrufen) - (In meinem Fall: Vater; Mutter; Bruder/Schwester; Zuhause)
  • Anrufer mit verborgene Rufnummer werden abgewiesen (man ist unabhängig von den ACR Dienstmerkmal der Mobilfunkanbieter)
  • Offline/Flugmodus
  • einen „intelligenten“ Spiel (Sudoku)
    Selbst ich habe mir das Gerät zugelegt! …dafür, wenn ich mal unterwegs bin und außer der Familie mich niemandem erreichen sollte! …oder das ich überhaupt mal anrufen kann, wenn nötig.
    Bedienung ist kinderleicht.
    Super klein und leicht, passt in jeder Tasche rein.

Ein Gerät (Handy) wozu er eigentlich erschaffen worden ist: zu T E L E F O N I E R E N. (mit nützliche kleine Extras)

Bei den o.g. Gerät kann man die unbekannten Arufer sperren …es gibt oder gab jedoch eine Möglichkeit - Providerabhängig - das nur anrufe eingehen können, dessen Rufnummer im Gerät gespeichert ist.

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Wollte auch schon in der Art antworten, weil es einfach nach einem Handy während der Schulzeit klang.

Ich würde das machen:

https://sideofburritos.com/blog/minimalist-dumb-phone/

Oder fürs Kind einfach bei GOS ein extra Profil, dass es keine Apps installieren kann und ggf. Vanadium deinstallieren.

Da es dort keine Daten, außer ggf Adressdaten, zu holen gäbe könnte ein älteres Pixel ausreichend sein (6a).

Kürzlich hatte ich einen Fall mit dem Handy des Sohnes einer Freundin. Ihr Sohn hat ein iPhone, welches über die Familienfreigabe der Mutter verwaltet wird. Sie hat beispielsweise die YouTube-App auf dem iPhone ihres Sohnes gesperrt. Jetzt braucht der Sohn für die Schule die Microsoft-Teams-App und sie hat ihn kürzlich beim YouTube-Schauen erwischt.

Was war passiert? Die Schüler hatten sich gegenseitig YouTube-Links in Teams geschickt. Wenn die YouTube-App gesperrt ist, zeigt Teams den Inhalt einfach im app-eigenen WebView-Browser an. Die Lösung war ein Webfilter für die Webseiten von YouTube (www.youtube.com und m.youtube.com).

Daraus lassen sich zwei Dinge lernen: Erstens sollte man sich nicht zu sehr auf die offensichtlichen Möglichkeiten einer Kindersperre verlassen. Zweitens besitzen Kinder, vor allem im Kollektiv, eine schier unglaubliche Kreativität, nicht so offensichtliche Schwachstellen im Konzept zu finden.

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Danke für den Hinweis, aber ist mir leider bestens bekannt das Problem. :slight_smile:

Das Thema das du ansprichst ist absolut korrekt. Ich habe lange Apple genutzt und ich kann dir sagen, die “Kindersicherung” (Screentime) hat mehr als genug Umgehungsmöglichkeiten. Das ist nicht die übliche Qualität die Apple so gerne bewirbt. Es ist teilweise auch passiert, dass ein Gerät kommentarlos aus der Kindersicherung raus geflogen ist und plötzlich voll zugänglich war.

Da er aber in seinem Userprofil auf dem GOS nicht mal den Browser freigeschaltet hat, wird das schwierig für ihn etwas im Browser zu schauen. Das ist mit GOS zwar umständlich zu steuern, aber am Ende hoch effektiv.

Zu Hause hat er einen PC, und ich habe sämtliche Geräte der Kinder über die Firewall ins Whitelisting verbannt. Und die Liste ist aktuell sehr kurz.

Nun, die Frage, die sich aufdrängt, ist, wie du das Browsing gesperrt hast. Teams ist im Grunde nichts anderes als ein aufgehübschter Browser für SharePoint. Teams selbst bietet keine nativen Funktionen für Inhalte wie Dokumentenablage, Kalender oder Aufgabenverwaltung. Stattdessen “bettest” du in Teams SharePoint, OneDrive, Exchange Online, Planner, Power BI oder andere M365-Komponenten ein – technisch gesehen oft über WebViews oder im weitesten Sinne mit einem Browser. Die Daten werden im Hintergrund alle in der Microsoft-Cloud verarbeitet. Das gleiche Prinzip gilt auch für das neue Outlook. Auch das ist im Prinzip nur ein aufgehübschter Mini-Edge, der im Hintergrund auf Exchange Online zugreift.

Wenn also Teams benötigt wird, kannst man das “Browsen” für diese App nicht blockieren, da die App sonst nutzlos ist. Hier kommt man nur mit Filterlisten effektiv weiter. Aber das wissen viele halt nicht. Sie denken, YouTube ist gesperrt, und alles ist gut. Leider nicht…

Diese Frage stellt sich mir gar nicht, da ich kein Teams installiert habe. Dafür gibt es ein “halbstaatliches” iPad, dass mittels MDM gemanaged ist und das falls es mal hier zu Hause ist nur ins Gastnetz darf und für das ansonsten die Schule verantwortlich ist.

Das einzige “schulische” auf dem Handy ist der Email Account.

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Das war ja nicht speziell für dich gedacht, sondern allgemein im Kontext der App-Sperren eines kindergesicherten Handys.

Bei uns ist es so das bis zur 3. Klasse die Eltern bzw wer auch immer die Kinder bringt und abholt. Ab der 4. dürfen sie auch alleine fahren usw ab da würde ich ein altes Pixel mitgeben. Im Unterricht sind die Dinger untersagt. Für davor und danach eben… Vorteile man kann fast alles gut einstellen (GrapheneOS und dann via Profile) Nachteil wenn jemand das Gerät ausschaltet bzw der Akku leer ist, keine Kommunikation mehr möglich

Wir sind gerade in einer ähnlicher Situation. Unser Kind wird demnächst mein ehemaliges Google Pixel 6 mit GrapheneOS (und einer robusten Hülle :laughing:) bekommen. Ob und wie ich das Gerät dann “kindersicher” mache, weiß ich noch nicht genau.

Das irritiert mich ein wenig. Habt ihr eine besonders weiten oder gefährlichen Schulweg?

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Nein sind hier die Empfehlungen. Schulweg ist etwa 2000m aber natürlich Straßen und alles dabei.

Gibt aber natürlich regeln. Wenn möglich nicht mit dem Auto. Wenn mit Auto nicht vor der Schule usw (Wir machen hier fast alles zu Fuß oder mit dem Rad)

Bei mir früher hast dich mit den Nachbarskindern getroffen und bist zusammen zur Schule ohne Bringservice..

Notfallkommunikation läuft über Schulleitung und Eltern, wie hab ich bloss die Zeit ohne Handy und Taschengeld überlebt. Alleine Bus und Fahrradfahren auch noch , welch ein Glück das ich nicht weggefangen wurde xD

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