ePA - Alternative Konzepte zum Austausch von Gesundheitsdaten gesucht

also quasi in Papierform anfordern, um dann in die eigene Cloud zu scannen.

Willkommen im Neuland.

Leider sehe ich nicht, dass Praxismitarbeiter oder gar der Doc Zeit und Musse haben, dass ich denen einen Link zu meiner eigenen Cloud nebst Passwort mitteile, damit sie dort down-/uploaden koennen…

Download könnte noch funktionieren, Upload müsste vielleicht doch auf traditionellem Weg erfolgen… Aber ja, an dem Punkt wird meine ePA wahrscheinlich scheitern.

Aber den Versuch wäre es doch wert, und wenn es nur zum Trollen der Gematik ist :sunglasses:

da ich sowieso Faxe per eMail bekomme, könnte ich ja auch da direkt eine ‚interne‘ Weiterleitung einrichten, die dann Faxe in die Cloud schiebt - aber leider ist die Qualität bei Faxen (im Vergleich zu Scans) unterirdisch, weshalb wir auch gerade den ‚internen Dokumentenversand‘ von Fax (-> eMail-PDF) auf Dokumentenscanner umstellen :slight_smile:

Alternativ vielleicht einen sicheren Uploadbereich der (eigenen) Cloud verwenden, das sollte die Praxis auch hinbekommen (am besten Drag&Drop-mässig) - es muss halt wirklich einfach sein, die Praxenleute sind selten IT-Auskenner…

Vielleicht wäre die PKA (Patientenkurzakte, https://www.vdek.com/presse/glossar_gesundheitswesen/elektronische-patientenkurzakte-epka.html) ein sinnvoller Zwischenschritt vor der ePA ?
Viele Grüße
Michael

Nach dem bundesweiten Rollout am Dienstag möchte ich diesen interessanten Thread einmal aufwärmen. Lange habe ich gezögert (die Diskussion zur ePA fand ich hier, ganz besonders aber im Heise-Forum einseitig negativ), doch habe ich am Mittwoch ebenfalls Widerspruch eingereicht. Zünglein auf der Waage war das kurze Interview mit Linus Neumann gestern auf Deutschlandfunk:

https://www.deutschlandfunk.de/wie-sicher-ist-die-epa-fragen-an-linus-neumann-chaos-computer-club-102.html

In meinen eigenen Worten: Von Anfang an hat die Gematik zwei Grundprinzipien nicht implementiert, nämlich Zero Trust (immer wieder neu angeforderte starke Authentisierung) und hardwaregebundene Kryptographie, obwohl sich der Chip in der Patientenkarte als Secure Element gut angeboten hätte, um ein Challenge-Response-Verfahren als zeitgemäße Authentisierung zu ermöglichen. Auf die Enthüllungen des CCC-Kongress im Winter hätte die Gematik nur halbherzig reagiert: nämlich durch Hinzufügung weiterer Anmeldefelder des Typs „Wissen“ statt eines echten zweiten Faktors nach dem Typ „Haben“ durch besagtes Secure Element.

Interessant auch der Blick in die Zukunft: Die ePA habe an sich einen sinnvollen Usecase (so sehe ich das auch), nur sei sie unzureichend abgesichert. Wären die o.g. Vorgaben umgesetzt, könne man sich das „2026 oder 2027“ erneut überlegen.

Hat Linus nun recht? Und woran könnte man erkennen, dass seine Wunsch-Vorgaben umgesetzt sind? Durch die Gematik-Architektur steige ich nicht durch (Überkomplexität ist seit jeher einer der Kritikpunkte), doch kenne ich mindestens drei Hardwarefaktoren, die schon jetzt für die Anmeldung verpflichtend sind: der Konnektor, die Patientenkarte, die Behandlerkarte (beide mit PIN als 2. Faktor „Wissen“). Wenn man sich Nr. 1 auf dem Gebrauchtwarenmarkt besorgt und die Karten unter Vorspiegelung falscher Identitäten erschleicht, dann ist das schon eine erhebliche kriminelle Energie, die man da aufwenden muss.

Zum Thema Zero Trust (wenn das damit gemeint war): Steckt der Patient seine Karte beim Arzt ins Lesegerät, gilt das Authentisierungs-Token für 90 Tage, also wie gehabt ein Quartal. Begründung: Die Praxis solle auch nach dem Behandlungstermin die Gelegenheit haben, Laborergebnisse etc. in die Akte einzustellen - sonst müsse man ja den Patienten erneut vorladen, nur damit er mit seinem ‚Hardwareschlüssel‘ die ePA zum Schreibzugriff freigibt. Auch für dieses Problem nach dem Muster Usability vs. Security sehe ich keine schnelle Lösung.

Wollen wir also hoffen, dass Linus recht hat und sich (falls das keine Ironie war :wink:) nach ein bis zwei Jahren Beta-Testing die Sache schon ganz anders darstellt…