GNU Taler, digital bezahlen, datenschutzfreundlich wie mit Bargeld!?

Edit: kleine Textverbesserungen (30.11.2025)

Edit2: Zum Thema Bargeld (Tracking) und Privatsphäre mehr in Beitrag #24

Hallo,
mich wundert, dass in einem IT- und Datenschutz Forum, nicht über das Bezahlsystem GNU Taler gesprochen wird, stattdessen auf eine nicht mit dem Bargeld vergleichbare, herkömmliche Variante (zB. Wero mit IBAN … also mit kompletter Identifikation), gesetzt (gehofft) wird. :thinking: Siehe: https://www.kuketz-forum.de/t/wero-offenbar-gestartet/

Damit Taler mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden kann, dieser Thread.

Das Versprechen von Taler ist, digital bezahlen, datenschutzfreundlich („anonym“) wie mit Bargeld!

Frage: Kann Taler dieses Versprechen halten!?

Das Bezahlsystem GNU Taler ermöglicht das schnelle und einfache Geldüberweisen mit Datenschutz und hoher technischer Sicherheit.

• Bezahlen ohne Registrierung
• Datenschutz als Grundeinstellung
• Systematisch gesichert gegen Betrug
• Keine neue Währung!
• Ermöglicht die Entwicklung einer selbstbestimmten Zahlungsinfrastruktur
• Freie Software

https://www.taler.net/de/index.html

GLS Bank Webseite & Taler, mit GLS/Taler Newsletter Anmeldemöglichkeit: https://www.gls.de/taler/

Es soll bei GLS Bank in zwei Monaten (2026), mit „öffentlichem Betatest?“ losgehen. :+1:

PS: bitte beim Thema Taler bleiben und dessen einmaligem Konzept von digitaler “anonymer” Bezahlsystem. Vielen Danke!

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@Anfid : Interesssant. Danke, dass du darauf aufmerksam machst.

Ich nehme an, darüber wird hier auch diskutiert, sobald GNU Taler 2026 startet.

Der Wero Thread wurde 2024 gestartet, als Wero aktiv wurde.

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Ich habe den Strang, in dem es um Vorgänge der GLS Bank geht, entfernt. Er hat mit dem eigentlichen Thema GNU Taler nichts zu tun. Sie ist zwar im Projektkonsortium und in Deutschland auch die erste Bank, die daran teilnimmt. GNU Taler stammt jedoch nicht von ihr. Weitere Informationen dazu finden sich auch hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/GNU_Taler
https://www.taler-systems.com/de/index.html
https://docs.taler.net/

In der Dokumentation in der Einleitung heißt es:

Wir entwickeln ein anonymes, steuerpflichtiges Zahlungssystem unter Verwendung moderner Kryptografie. Kunden überweisen Geld auf herkömmliche Weise an eine digitale Börse und erhalten im Gegenzug (anonymisiertes) digitales Bargeld. Mit diesem digitalen Bargeld können Kunden anonym bei Händlern bezahlen. Händler können das digitale Bargeld an der digitalen Börse in herkömmliches Geld umtauschen. Da Händler nicht anonym sind, können sie besteuert werden, sodass Einkommens- oder Umsatzsteuern vom Staat einbehalten werden können, während die Anonymität der Kunden gewahrt bleibt.

Kryptografie wird eingesetzt, um sicherzustellen, dass keiner der Teilnehmer die anderen betrügen kann, ohne sofort entdeckt zu werden. In der Praxis kann es jedoch vorkommen, dass eine betrügerische Börse in Konkurs geht, anstatt die Händler zu bezahlen, sodass die Börse wie jedes andere Bankinstitut regelmäßig geprüft werden muss

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Konzentriert euch bitte auf den GNU Taler und nicht auf die GLS Bank an sich.

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Ein interessanter Vortrag dazu:

Learn how Taler uses tokens to enable a wide array of use cases beyond digital cash, all while preserving anonymity in payments.
Digital money everywhere, all the time, all at once… isn’t it getting a little boring? In this talk you will learn how GNU Taler, a privacy-focused payment system, leverages the properties of digital tokens and blind signatures to enable a wide array of use cases such as discount coupons, subscriptions, and tax-deductible donation receipts; all while preserving untraceability in customer-to-merchant transactions.

(https://media.ccc.de/v/ds25-543-gnu-taler-beyond-digital-money)

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Danke @oOps

Hier noch eine Liste von GNU Taler Talk bei CCC Veranstaltungen:

https://app.media.ccc.de/search/?q=Taler

Und ein wichtiger Aspekt: Taler ist FOSS!

Jeder kann damit z.B. eine eigene Lokal- oder Veranstaltungswährung selber umsetzen. :light_bulb:

Stellt euch ein Festival mit 10000-20000 Leuten vor, Millionen von Transaktionen sind dann auf dem Festival privat. Es werden nur Banken etc. beim Transfer auf das private Wallet involviert. Der komplette Konsum über die Tage auf dem Festival sind privat, ohne die üblichen Zahlungsdienstleister! (So hab ich das verstanden)

GNU Taler: Event- und Regionalwährungen mit Freier Software und Privacy
Wir stellen die Verwendung von GNU Taler im Rahmen von Event- und Regionalwährungen vor.

GNU Taler ist ein Bezahlsystem, welches nicht nur der bessere digitalen Euro
sein will, sondern auch als Event- und Regionalwährung einsetzbar ist.

Dabei basieren alle Komponenten auf freier Software und das Taler-Protokoll
sorgt kryptographisch dafür, dass Kund\*innen anonym bezahlen können. Bei
Händler\*innen ist Einkommenstransparenz sichergestellt, eine Eigenschaft die
besonders für Event-Währungen interessant ist.

In diesem Vortrag stellen wir euch die Taler-Bezahlinfrastruktur vor und zeigen,
wie auch ihr sie auf eurem Event oder in eurem Hackerspace einsetzen könnt.

https://app.media.ccc.de/v/ds24-410-gnu-taler-event-und-regionalwhrungen-mit-freier-software-und-privacy

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Als alternative und datenschutzfreundliche Zahlmethode im Internet begrüße ich dieses Projekt sehr, aber das:

sehe ich sehr kritisch, da es das Bargeld noch weiter schwächt.

Ich brauche keine Veranstaltungswährung, solange Bargeld existiert. Das kommt auch ohne Zahlungsdienstleister aus - sogar ohne Wallets und Smartphones.

Und solange es Bargeld gibt, brauche ich auch kein Smartphone, um eine Veranstaltung besuchen zu können.

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Wenn ich es richtig verstehe, dann sind Gnu-Taler-Exchanges von einander getrennte Infrastrukturen zwischen denen kein Zahlungs-Austausch vorgesehen ist (z. B. Zahlungssysteme für Festivals oder die Uni-Mensa).

Das bedeutet, dass wie bei PayPal jeder Händler und Käufer auf einem System zusammen kommen müssen, damit Sie untereinander Zahlungen austauschen können. Wenn sich mehrere Zahlungssysteme parallel bilden, dann muss man auch Mitglied bei jedem einzelnen Zahlungssystemen werden was man nutzen möchte und in jedem ein gewisses Guthaben vor der Nutzung einzahlen.

Geht dann ggf. die Gnu-Taler-Exchange bei der man Geld eingezahlt hat insolvent, dann ist auch das eigene Geld sehr wahrscheinlich vernichtet bzw. kann nicht mehr zurück getauscht werden. Einen Sicherungsfont wie er bei Banken vorgeschrieben ist, scheint soweit ich es gesehen habe weder vorgeschrieben oder vorgesehen zu sein. Es gibt nur die Idee eines verpflichtenden Audits, jedoch müsste hier auch erst einmal geklärt werden nach welchen Regeln hier auditiert werden muss.

Habe ich die Basis-Grundlagen und daraus resultierende Beschränkungen korrekt erfasst?

Richtig, allerdings sollte man dabei nicht vergessen, der Aufwand, den Bargeld mitbringt. Bezahlen, Wechselgeld rausgeben, Verrechen beim zusammenzählen der Produkte (X Becher Bier, X Becher Wasser, X Becher…) usw. Da ist möglicherweise die Methode mit einem Bon System, welche vorher gekauft werden müssen besser.

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Ich verstehe den Taler nicht als Alternative zum Bargeld,
sondern zu anderen Zahlungsmethoden.

Ich glaube viele Menschen wünschen sich das.

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Also das eine ist für mich prinzipiell klar. Eine Regionalwährung wie zB der seit 20 Jahren bestehende Chiemgauer https://de.wikipedia.org/wiki/Chiemgauer Chiemgauer kann nicht einfach mit anderen Bezahlsystemen in “Zahlungs-Austausch” gehen.

Das ist dann bei einer Festival-Implementierung durch das Bezahlsystem Taler nicht anders.

Den Rest habe ich noch nicht richtig verstanden.

Hier eine Übersicht für EUR, CHF und ungarische Forint (HUF).

GNU Taler Regional Availability Documentation

Accepting GNU Taler payments as a Merchant first requires an Exchange operating with the currency you want to provide payments with. Each Exchange has its own regional limitation, thus it is important to first check whether Taler is planned to operate in your region. GNU Taler Wallet owners don’t need to be located in the region of their Merchants: payers only need a bank account balanced with the currency of the Merchants they want to pay at.
Planned Regions

https://ich.taler.net/t/gnu-taler-regional-availability/326

Das Bargeld wird leider in den nächsten 5-10 Jahren seine Bedeutung verloren haben! Dazu gleich mehr. Nur darum ist es wichtig zu prüfen, ob Taler ein für die Privatsphäre würdiger Ersatz sein könnte. Denn ein digitaler Euro, oder alles andere, bis hin zur normalen Banküberweisung, sind kein Ersatz für das “alte anonyme Bargeld” (ohne Seriennummer Tracking)!

1) warum verliert Bargeld seine Bedeutung (rapide)?

1a) Weil Generation Smartphone über 18 Jahre, kein Bargeld mehr verwendet.

1b) weil überall die Bargeldoption abgeschafft wird, im Einzelhandel an den SB Kassen, am Parkautomat, im Schwimmbad, in Behörden, im Öffentlichen Verkehrsmitteln usw.!

Darum braucht es ein anonymes digitales Zahlungsmittel. :light_bulb:

2) warum ist Bargeld (nicht mehr) anonym?

Von Martin Schwarzbeck seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org.

Liebe Leser,
Bargeld ist nicht so anonym wie man denkt. Sicherheitsbehörden aus aller Welt verfolgen bei Ermittlungen den Weg von Geldscheinen und Unternehmen der Bargeldindustrie tracken Scheine, um sie effizienter zu handhaben.

Diese erstaunliche Geschichte war die umfassendste Recherche, der ich je nachgegangen bin. Ich habe dafür ein Dutzend Patente, rund 50 weitere PDFs und unzählige Websites durchgearbeitet, je rund 250 E-Mails geschrieben und empfangen, mir Vorträge von Lobbyisten angehört, eine IFG-Anfrage gestellt und die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage ausgewertet.

Gleichzeitig war es auch die zäheste Recherche meines Lebens. Bundesbank und Sicherheitsbehörden haben sehr viel dafür getan, möglichst wenig sagen zu müssen. (…)

https://netzpolitik.org/2025/kw-28-die-woche-in-der-wir-bargeld-tracking-in-die-oeffentlichkeit-brachten/#netzpolitik-pw

Auch darum, braucht es ein anonymes digitales Zahlungsmittel. :light_bulb:

Noch zum Bargeld (und digitaler Ersatz) auf Festivals, eine sehr interessante Auseinandersetzung mit der Realität.

Less Cash @ Ancient Trance Festival und Bargeld Frage.

“Warum machen wir das?
Der Bargeldverkehr an unseren Bars belastete das Team in den Letzten Jahren immer mehr. Sowohl das nächtelange Sortieren, Zählen und Eintüten als auch die spätere Fehlersuche haben viele unserer ehrenamtlichen Teammitglieder um den Schlaf, die Zeit mit ihren Familien und das gemeinsame Feiern oder ums Ausschlafen gebracht. Die Logistik, die Lagerung [Bargeld] und die Verantwortung brachte uns zudem bis weit nach dem Festival schlaflose Nächte und Diskussionen mit dem Steuerberater. Das alles möchten wir für uns intern vereinfachen.”

Datensicherheit
Wir arbeiten in 2025 mit dem erfahrenen lokalen Anbieter PurpleX zusammen. Diese Zusammenarbeit bildet die Philosophie unseres Vereins und unsere Vision am besten ab. Die Daten bleiben in Deutschland. Lediglich der Maultrommel e.V., unser Verwaltungstool festiware und PurpleX können auf die Daten zugreifen.”
https://ancient-trance.de/de/festival/less-cash-ancient-trance

Zum Datensicherheit (Bezahlsystem) beim Ancient Trance Festival, wäre mal interessant, wie die drei involvierten Parteien PurpkeX, Festiware und Maultrommel e.V., mit den Daten umgehen.

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Nur mal am Rande. Auch wenn nicht so transparent wie Kreditkartenzahlung, so ist auch Bargeld nicht vollständig anonym. Die Banken wissen sehr wohl, welche Scheinnummern an wen wo ausgegebenen wurden und auch wer die wieder an welchem Ort eingezahlt hat. Das Dazwischen ist allerdings nur selten bekannt.

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Davon handelte das Posting über dir! Und Fazit ist dort: Darum braucht es für die Käuferseite das anonyme GNU Taler…:light_bulb:

Das war vorhin noch nicht da. :grin: Da warst du wohl schneller.

Ich habe noch nie einen Shop gesehen, der GNU Taler akzeptiert. Ich lebe in der CH. Deshalb nutze ich es nicht.

Bekannte Akzeptanzstellen in der Schweiz:

1. Snackautomat an der Berner Fachhochschule (BFH)

  • Standort: Departement Technik und Informatik, Höhenweg 80 in Biel
  • Dies ist eines der wenigen bekannten praktischen Beispiele, wo GNU Taler tatsächlich verwendet werden kann
  • Funktioniert via NFC-Technologie

Sehr schwach, leider

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Ist ja noch ganz am Anfang…

Fragt sich, ob die Ki irgendwann die Möglichkeit hat, die Kamera im Laden mit dem Bezahlvorgang an der Kasse zu verbinden.

Dann weiß ein System immer wann Berni seine Zigaretten bar im Rotlichtviertel kauft.

Spaß bei Seite. 8ch glaube es wird künftig immer schwieriger anonym zahlen zu können.

Klingt blöd aber beim Barzahlen muss ich schon mal vor Ort sein.

Ich selbst würde mich auch über eine anonyme Bezahlmethode freuen.

Mal sehen was bei Wero, digitaler Euro, GNU Taler, Crypto-Währung noch so raus kommt.

Habe in einer Fachzeitschrift (m.E.n. Lebensmittelzeitung, o.ä.) einen Bericht über einige der Konzepte zu den heutigen Selbstbedienungskassen gelesen. Bei einem Konzept wird jeder Kunde beim Gang und Regalhalten durch den Markt von Kameras erfasst und bis zum Ausgang verfolgt. Zahlt der nicht und hat was genommen, gibt es ein Signal.
Das System ist bereits im Einsatz. Es wurde leider nicht erwähnt, welche der genannten Ketten mit SB-Kassen das sind.

Es wurde darauf hingewiesen, dass Gesichter nicht erfasst und nur Kleidung, Statur und Gang herangezogen und Aufnahmen nach Verlassen des Marktes direkt gelöscht werden.
Angesichts aktueller Entwicklungen ist es aber Wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis auch Gesichtserkennung und längere Aufbewahrung zur Strafverfolgung bei Flüchtenden gestattet wird.

Es wurde in der Vergangenheit auch schon darüber diskutiert, Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf private Überwachungskameras zur Komplettierung von Lagebildern und zur Ergänzung von öffentlichen Kameras zu ermöglichen.

Wer die gestochen scharfen Aufnahmen auf den Monitoren bei Präsentation des Kontrollzentrums im Frankfurter Hauptbahnhof gesehen hat und man berücksichtigt, dass damit biometrische Abgleiche mit Ausweisfotos möglich sind, kann sich leicht ausmalen was sowas in der Summe dann bedeutet.

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Genau das scheint mir das „Problem“ bei der Lösung zu sein :wink: Man will seitens der Anbieter und zunehmend des Staates gerne die Daten haben.
Die Argumente, z.B. warum bezahlen zunehmend nur mit Apps aus den offiziellen Stores und Rückgriff auf die Features und Identitätsdaten auf den Gerate notwendig ist, sind meiner Meinung nach nur vorgeschoben.

Auch solche Projekte lassen darauf schliessen, dass auf derart anonyme Systeme gerade nicht sehnsüchtig gewartet wird:
https://www.heise.de/news/Google-und-Sparkassen-arbeiten-an-Altersverifikationssystem-10466445.html

Im übrigen verdienen bei einem solchen System auch viel zuwenige Mittelsmänner mit :slight_smile:

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