Ich war in den 90ern in 2 Einsätzen unterwegs unter Extrembedingungen. Ja, ich würde auch unter anderen Bedingungen genau das gleiche machen. Das mag aber jeder für sich entscheiden wie er was wann handhabt.
Damit nimmst du deinem Anwalt jegliche Verteidigungsgrundlage. Nochmal, die Polizei ist nur ein ausführendes Organ, die können dir kein schlimmeres Urteil aufbürden da sie gar keine Befugnisse dazu haben. Das heißt egal ob du dein Telefon herausgibst oder nicht, ändert es sich bei Herausgabe höchstens zum schlechteren für dich, niemals aber zum besseren. Genau wie mit Aussagen. Ihr sagt einfach gar nichts und wartet bis der Anwalt da ist.
Nochmal und ich kann es gar nicht oft genug sagen. Die meisten Polizisten machen ordnungsgemäß ihren Job, dabei wollen wir sie nicht behindern. Es gibt aber Situationen in denen sucht die Polizei einen Schuldigen egal wie und wo. Wenn du in einer solchen Situation bist, kommen meine Aussagen zur Geltung. Nicht pauschal gegenüber jedem Ordnungshüter. Es geht um Ungerechtigkeiten.
Nur mal am Rande: Es gilt in Deutschland bis jetzt noch die Unschuldsvermutung und man muss sich nicht selbst belasten. Selbstredend darf man sein Smartphone vor einer möglichen Übergabe/Beschlagnahmung löschen. Es muss ja dann auch erst einmal der Nachweis geführt werden, dass man als Beschuldigter genau zu diesem Zeitraum die Daten gelöscht hat.
Was aber gefährlich werden kann ist das Löschen von Daten auf einem beschlagnahmten Smartphone aus der Ferne bzw. Remote. Das könnte als Strafvereitelung angesehen werden, was nach § 258 des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar ist. Dies gilt insbesondere, wenn die Daten für ein laufendes Ermittlungsverfahren relevant sind.
Wenn man der Polizei den DURESS-Pin nennt, dann kann das auch unabsichtlich sein, weil so ein Hausbesuch ja nicht alltäglich ist und man da schon emotional aufgewühlt sein kann und einen falschen PIN angibt.
Ansonsten nutzt man halt z.B. die Proton-Suite und Cryptomator. So mache ich es unter iOS mit sensiblen Daten. Um den BGH Beschluss. v. 13.03.2025, Az. 2 StR 232/24 gerecht zu werden, habe ich natürlich Face-ID deaktiviert und nutze nur die 6-stellige PIN. Da sage ich dann bei aktueller Hardware viel Spass beim Entsperren des Smartphones und dem anschließenden Knacken der 16-stelligen Passwörter für Proton und Cryptomator
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Für so Schurkenstaaten wie die USA macht man sich halt zur Aus-und Einreise einen Burner-Account mit Pillepalle-Daten oder nutzt gleich ein Burner Phone wie es Firmen für ihre Mitarbeiter machen.
Wie nutzt du denn cryptomator mit Proton? Wird das inzwischen unterstützt oder dengelst du dir das manuell so hin?
Cryptomator nutze ich parallel zu Proton. Das Proton Drive ist ja schon mit Zero Knowledge verschlüsselt. Ich habe noch 4TB pCloud Lifetime und da habe ich auch mit Cryptomator Tresore abgelegt, die über die Dateien-App lokal einbinden kann.
Auf dem Notebook von der Firma habe ich ebenfalls mit Cryptomator meine wichtigen Daten abgelegt und werden dann so mit Veeam ins Rechenzentrum mitgesichert. Zu Hause habe ich außer Urlaubsfotos nix wichtiges rumliegen. Die Seed-Phrase meiner Hardware Crypto-Wallet habe ich für alle Fälle über mehrere Dateien in dem Metadaten versteckt. Da schiebe ich im Notfall noch binnen 48h den Verkaufserlös meines Depots z.B. als BTC rein und kann nackig über die EU-Grenze auswandern. Das Haus wäre dann weg, wenn es schnell gehen muss, aber verschmerzbar ansonsten kommt der Verkaufserlös auch noch in die Wallet ![]()
Alles ende-zu-ende verschlüsselt und aktuell dreifach gespiegelt.
Privat nutze ich nur Iphone und Ipad, brauche außer einem Raspi sonst nix und auf den Geräten habe ich einen Shortcut für einen Neustart mit einer Bestätigung und dann ist das Gerät im AFU-Zustand.
Ein mit Duress Code gewiptes Gerät ist eh entsperrt. Man darf nachher auch einen neuen Code eingeben. Daß es leer ist, ist halt so. Jedenfalls hat man auf Verlangen den Code eingeben. Ein bißchen Dankbarkeit sollte man da doch von einem Räuber erwarten können. ![]()
Das heißt, ein per Duress-PIN gelöschtes Pixel im Wert von ~800 EUR kann vom Räuber (um mal bei diesem Szenarion zu bleiben) ohne weitere Hürde verwendet werden? Wäre es dann nicht sinnvoll, eine weitere PIN o. Ä. zu haben, um das Gerät nach dem Zurücksetzen verwenden zu können? Quasi der Schutz, den iOS- oder manche Android-Geräte haben. Natürlich wäre dies kein 100 %iger Schutz − den gibt es ohnehin nicht − aber es macht einen Unterschied, ob ich das gesamte Gerät quasi sofort weiterverkaufen kann oder es nur als Ersatzteillager dient.
Ich sehe für mich persönlich auch nach den zahlreichen Erläuterungen immer noch keinen praktischen und realistischen Anwendungsfall für die Duress-PIN, aber ich verstehe ihre Daseinsberechtigung und Notwendigkeit für andere Menschen.
Die Aussage wirkt auf mich sehr absolut und pauschal. „Niemals“ ist ein starkes Wort, das ich in den hier besprochenen und vor allem für mich denkbaren Szenarien so nicht sehe.
Wie ist denn das, wenn jemand 3 x eine ganz krautfalsche PIN eingibt? Also nicht den Duress Code. Kann man da eine max. Anzahl der Versuche einstellen, wie bei einer SIM Karte? 3x falscher PIN → PUK wird benötigt…?
Ganz genau
Die Daten auf meinem Pixel sind sicher nicht so viel wert, wie das Pixel gekostet hat.
Ich bin gar nicht sicher, ob ich diese Situation überhaupt erkennen könnte, da mir der Vergleich zum Normalfall fehlt.
Ich bin ein einziges Mal in meinem Leben als Zeugin vernommen worden. Dass ich selbst beschuldigt werden könnte, war dabei ausgeschlossen, ich war eine der Geschädigten. Trotzdem war es furchtbar!
Keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn die sich für mein Telefon interessiert hätten.
Genau das meine ich doch. Klaut dir jemand dein Gerät, hat er ohne diese PIN immerhin noch FRP als nervige Sperre zu überwinden. An deine Daten kommt er nicht dran, da durch Displaysperre geschützt.
Bist du aber so blöd und setzt es vorher zurück und deaktivierst sogar noch FRP, hat er sofort ein verkaufsfertiges Gerät.
Kommt drauf an. In einem ordentlichen Rechtsstaat mit ordentlicher Gesetzeslage sollte das doch relativ unproblematisch sein. Solange man einfach zu gar nichts äußert, ist es doch nicht deine Schuld, dass jemand eine wo auch immer gefundene PIN eingibt. Im Gegenteil, das lässt sich sogar ganz plausibel begründen: Du hast eben gerade die Duress-PIN dort platziert, um sie im Notfall griffbereit zu haben - da du sie ja eigentlich nie benutzt - nutzen zu müssen hoffst - kannst du sie dir ja auch nicht einfach merken und musst sie irgendwo notieren. Seine tatsächliche PIN würde ja aus Sicherheitsgründen eh niemand mit Verstand in der Nähe seines Smartphones deponieren bzw. überhaupt notieren, weil man diese eh nicht vergessen kann, da man sie zig Mal am Tag eingibt. Also Schuld des Eingebenden, wenn er dich für so bekloppt hält.
In repressiveren oder gar „Unrechts“-Systemen mag das natürlich nicht ziehen, aber da kann einem vermutlich fast alles außer der freiwilligen Preisgabe der korrekten PIN negativ ausgelegt werden.
Das ist natürlich noch cleverer, da kann man einem im Prinzip gar nichts vorwerfen. Außer natürlich „in repressiveren…“
Das ist natürlich auch ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Und fast noch mehr gilt das für die „Geburtstagsvariante“: Dann darf man sein Handy eigentlich niemals mehr unbeaufsichtigt in der Nähe von Bekannten liegen lassen. Angenommen, ein allzu neugieriger Bekannter mit fragwürdigem „Moralverständnis“ kommt in deiner Abwesenheit in Versuchung und probiert dein Geburtsdatum - schwupp, ist das Gerät gewipet.
Nicht ganz. Aber GOS hat sehr restriktive timeouts bei aufeinanderfolgenden falschen PIN-Eingaben. Ab der 5. Falscheingabe steigen die Wartezeiten mit jeder weiteren Falscheingabe rapide, z.B.: nach der 6. sind es 5 Minuten, nach der 8. 30 min, nach der 10. 4 Stunden, bei der 14. schon 13 Tage, bei der 19. 9 Jahre (! - Warum!?!
) und bereits nach der 20. ist Schluss aus vorbei, Phone für immer gesperrt bis zum factory reset. Als kleine Hilfe für den vergesslichen User werden die letzten 5 identischen Falscheingaben nicht gezählt. Bruteforce-Angriffe sollten dabei selbst bei einer einfachen 6stelligen PIN im Grunde unmöglich sein, solange diese nicht irgendwie zu erraten oder herzuleiten ist. Details inkl. expliziter timeouts siehe hier:
https://grapheneos.org/faq#encryption
Ob also eine Duress-PIN unter GOS überhaupt in einem konkreten Fall sinnvoll ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. In den meisten Fällen sollte die BFU- (und auch die AFU-)Sicherheit völlig ausreichen. Der einzige Vorteil, der eventuell in bestimmten Situationen von Belang sein könnte, ist, dass man damit ganz schnell nicht nur die Daten des Smartphones unbrauchbar machen kann (quasi zurücksetzen), sondern gleichzeitig auch alle installierten eSIMs, die bei einem normalen factory-reset erhalten blieben.
Was? Dann könnte ja jeder einfach so mein Phone unbrauchbar machen, der es mal für zwei Minuten in die Griffel bekommt? ![]()
Nö, nicht so einfach. Schau Dir mal die Wartezeiten zwischen den Falscheingaben genau an! Um überhaupt bis zum 9. Versuch zu kommen, müsste er es ja schon mehr als 51 Minuten haben. Beim 10. sind es schon 1 Stunde 41 Minuten und um überhaupt zum 20. Versuch zu gelangen, bräuchte er mind. 13,5 Jahre.
Oder anderes - realistischeres - Rechenbeispiel: Lässt Du Dein Phone ca. 30 Minuten unbeaufsichtigt, könnte jemand maximal 8 Eingaben versuchen. Wenn Du dann zurückkommst, musst Du maximal 30 Minuten warten, bis Du es selbst wieder versuchen kannst. Solltest Du es aus irgendeinem Grund 6,5 Stunden allein lassen und jemand hat in dieser ganzen Zeit das Durchhaltevermögen, immer den kürzest-möglichen Zeitpunkt zum erneuten Versuch (bis zum 11.) abzuwarten, sind es für Dich schon 12 Stunden bis zum nächsten Versuch. Aber das ist dann wohl schon eher unrealistisch. ![]()
Ach klar, natürlich… puhh.
Erst denken, dann posten ![]()
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