Heise.de und andere verstoßen gegen die DSGVO

Hallo zusammen,

ich muss mir jetzt mal ein bisschen Luft machen:

Seit Jahren verstößt Heise.de mit der illegalen „pay or okay“-Methode gegen die DSGVO. Ich zitiere hierzu einen Beitrag, der mir heute bei Mastodon entgegengesprungen ist:

"Die LfD Niedersachsen hat gegen die Heise Medien GmbH & Co. KG eine Verwarnung wegen einer nicht gesetzeskonformen Umsetzung des Pur-Abo-Modells im Jahre 2021 ausgesprochen

Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen, Bescheid vom 17.05.2023, Aktenzeichen: ?

https://noyb.eu/sites/default/files/2023-07/11VerwarnungPurAboModellfinalgeschwrztp_Redacted.pdf

noyb Meldung:
„„Pay oder Okay“ auf heise.de illegal laut deutscher Datenschutzbehörde“

https://noyb.eu/de/pay-or-okay-tech-news-site-heisede-illegal-decides-german-dpa"

Warum werden in einem Forum bzw. Kanal, welches sich aktiv für IT-Sicherheit und Datenschutz einsetzt, seit Jahren Heiselinks gepostet und damit auch aktiv promotet und damit auch das illegale Treiben unterstützt? So etwas gehört gar nicht publiziert.

Ich bin wirklich ein sehr großer Fan von Mike und schätze die Arbeit von Mike und seinem Team sehr und habe allerhöchsten Respekt vor seiner Arbeit. Schließlich macht man sich nicht nur „Freunde“, wenn man sich für das Gute einsetzt.

Das Hauptproblem ist m. E. dass leider viel zu wenig von den zuständigen Stellen sanktioniert wird. Leider gab es gegenüber Heise.de „NUR EINE VERWARNUNG“ und solange die Verantwortlichen nicht ordentlich zur Kasse gebeten werden, wird sich da vermutlich auch nicht viel ändern. Heise ist ja nicht die einzige Seite, mit diesen illegalen Praktiken. Das Netz ist voll von diesen illegalen Praktiken, aber man könnte als Verantwortlicher was dagegen tun, in dem solche derartigen chronischen Verstöße gegen die DSGVO nicht auch noch promotet und publiziert werden.

Es ist ein krasser Widerspruch, wenn man sich einerseits für Datenschutz und Privatsphäre einsetzt, aber andererseits durch ständiges promoten von illegalen Seiten, diese illegalen Praktiken dann auch noch fördert.

Schöne Grüße
Mogli

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der content ist es aber nicht.
und dann lass es halt bleiben und klicke nicht auf die links.
nur weil es dir nicht schmeckt muss es ja nicht den anderen vorenthalten werden

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Ich bin grundsätzlich gegen cancel culture. Freie Meinungen sind viel wichtiger.

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Ich finde: Schon mal zwei sehr gute Argumente, warum hier im Forum Links zu Heise okay sind.

Ich würde Links in erster Linie auch nicht als ‚Promoten‘ der Seite betrachten (was nicht ganz falsch ist), sondern als Informationsquelle.

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Hallo Mogli,

es gibt im Journalismus ein sehr wichtiges Prinzip: Die Trennung von Verlag und Redaktion. Mit wenigen Ausnahmen wird das vor allem von der redaktionellen Seite streng eingehalten: Der Verlag und vor allem die Vermarktungsabteilung darf keinen Einfluss auf die Berichterstattung nehmen. Natürlich gibt es da kleine Durchlässigkeiten, die eigentlich nicht OK sind und man macht mal einen Beitrag über das Sommerfest von einem Anzeigenkunden, aber vor allem kritische Berichterstattung kann normalerweise von einem Verlag nicht gestoppt werden, ohne dass es einen großen Aufschrei gibt.

Aber die Trennung funktioniert auch andersherum: Wir Journalisten können nicht intern über die Vermarktungsstrategie mitentscheiden. Das macht der Verlag alleine. Wohl können wir aber auch kritisch über den eigenen Verlag berichten. Bei heise gab es auch Berichterstattung zu dem Urteil, wenngleich auch nicht wirklich kritisch, naja.
https://www.heise.de/hintergrund/Auslegungssache-89-Cookies-und-k-ein-Ende-9203174.html

Was ich sagen will: Wenn du den Verlag doof findest, kannst du den Verlag boykottieren und zum Beispiel nicht finanzieren, aber der Widerspruch zwischen Berichterstattung von Heise und seiner Vermarktung ist sozusagen ein gutes Zeichen und deshalb würde ich auch weiterhin Links posten, weil eben gute Beiträge von der Redaktion dabei sind.

Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für das Kuketz-Blog: Wenn ich dort schreibe, würde ich den Verlag kritisieren, aber nicht die Redaktion und ihre Beiträge boykottieren.

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So sehr ich dir zustimme, würde aber auch das Problem auftreten, dass du faktisch keine redaktionell betriebene Seite mehr verlinken kann.

Wir sind vorallem ein Forum bei dem es um Datenschutz geht und wie Mike neulich schön auf Mastodon geschrieben hat, geht es bei dem Gesetz um Menschen und wie diese ihre Privatsphäre schützen können.

Daher sehe ich hier nicht zwingend ein Problem, du bekommst ja auch in diesem Forum das Rüstzeug um dich vor dem Tracking von Heise zu schützen.

Bei Twitter, Reddit etc. kann ich verstehen, dass man zumindest erwarten kann, dass (wie z.B. bei Mastodon üblich) andere Frontends verlinkt werden.

Für Zeitungsartikel kenne ich lediglich das Tool https://12ft.io/ allerdings hat das zumindest bei mir noch nie funktioniert.

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@Mogli
Ich möchte es so formulieren wie @nr845h, so sehr ich dir zustimme, … .

Wir sind keine Ankläger, wir sind keine Richter! Inhalte, die über Heise (.de), Golem (.de), Bloomberg (.com) veröffentlicht werden (um nur 3 Beispiele zu nennen), können interessante, hilfreiche Informationen für uns enthalten. Ein Boykott ist nicht der richtige Weg. Matthias (@rufposten) hat den Hintergrund (allgemein) aus der Sicht der Jounalisten beleuchtet. Würden wir deinem Vorschlag strikt folgen, dürften wir bspw. auch nicht auf Golem (.de) verlinken, weil uns dort die vorgeschaltete Paywall stört. Kurzum, die Katze beißt sich irgendwann irgendwo in den Schwanz. Das ist leider so und wir müssen eben das Beste daraus machen.

Die fragwürdigen Methoden, die Heise offenbar im Widerspruch zur DSGVO einsetzt, sollen damit keineswegs relativiert werden!

Uih, große Aufreger. Für mich aber eher heiße Luft statt bisschen Luft machen. Nur weil da mit Cookies Blödsinn gemacht worden ist, ist der Betreiber als Ganzes zu verdammen? Das ist eine krasse Ausdrucksleistung, aber auch banal und einfach.

»Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie!«

Der heise Verlag bietet Content im World Wide Web an und kriegt kein Entgelt dafür. Großer Unterschied zur Bahn, der Leistung mit Tickets bezahlen lässt, dieses Unternehmen also einen Hebel hat. Birnen also mit Äpfel vergleichen.

Ich promote nicht heise.de, wenn ich Links dahin benenne, sondern verweise auf Content. Wer einen Link folgt, steht nicht in meinem Ermessen. Wie geschützt oder offen jemand im Internet unterwegs ist, ebenfalls nicht. Was jemand denkt, auch nicht wirklich. Gäbe es ordentliche Webpräsenzen, auf die ich alternativ verweisen könnte, würde ich das tun. Gibt es aber so nicht, kostet nämlich Zeit, Aufwand, Reputation, Nerven. Und Geld kommt damit auch nicht rein, sodass man planbar davon leben könnte.

Ich habe ein Pur-Abo (neben einen iX Abo) abgeschlossen, weil mir die Leute bei heise.de wichtig sind, das die ordentlich und planbar arbeiten können und angemessen bezahlt werden. Ich habe sozusagen um das Pur-Abo als Möglichkeit mit „gebettelt“ und nach langer Zeit hat der heise Verlag da was gemacht; weiterhin ist viel Content „offen“ verfügbar, manche Artikel nicht. Der LfD Niedersachsen hat Mängel festgestellt und vor allem, dass auch im Pur-Abo reichlich Cookies gesetzt werden, die ich nicht erwartet hätte. So What!? Das wird kritisiert werden. Aber ist mir persönlich auch egal, weil ich umfangreich mit Isolierung und Virtualisierung arbeite, so dass Tätigkeiten und persönliche Daten massiv voneinander getrennt habe und von mir gelenkt werden.

Du erwartest vom Forum die reine Lehre. Ok, kannste machen.

Reich du doch bitte eine Klage ein gegen die nicht zur Verantwortung gezogenen Unternehmen wie hier von dir genannt, z.b. der heise Verlag, wenn das dir so wichtig ist. Woran mangelt es, dass du keine eingereicht hast bisher? Das wäre eine für mich interessante Diskussion, hier. Das wäre ein Beitrag in der Gesamtsicht auf die Dinge da draußen, in diesem Internet.

Dein Beitrag ist bisher im Forum gegen Proton und heise.de wegen Tracking zu informieren, oder vielleicht auch eher zu schießen. Beeindruckt mich nicht. Da muss du bitte, da deine Tonlage so krass ist, mehr bringen und leisten in diesem Forum (und ich gehöre nicht zum Team, bin hier nur angedockt und gucke was so läuft und bring mich ein, gewinne hier und da ein paar neue Einblicke; die Erde wird sich weiter drehen, die heiße Luft verdampfen in der Nacht …)

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Dem kann ich nur zustimmen, bei mir sind es das Pur- und das Plus-Abo. Keine der Heise-Zeitschriften ist alleine so interessant, dass ich sie abonnieren oder regelmäßig kaufen würde. In jede schaue ich aber immer wieder rein. Das möchte ich tun können, ohne das schlechte Gefühl haben zu müssen, andere kostenlos für mich arbeiten zu lassen.

Falls hier im Forum eine tragfähige Idee für die dauerhafte Finanzierung von Online-Journalismus, und damit meine ich große Medien und keine Fan-Nischen, entwickelt wird, dann würden sich die Verlage sicher über Vorschläge freuen. Bisher ist das leider noch niemandem gelungen.

Ich muss leider sagen: Heise ist schon länger nicht mehr, was es einmal war. Ich habe schon vor ein paar Jahren mein c’t-Abo gekündigt, das ich fast 30 Jahre hatte. Und was Heise jetzt androht (

„Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons stimmen Sie der Verarbeitung der auf Ihrem Gerät bzw. Ihrer Endeinrichtung gespeicherten Daten wie z.B. persönlichen Identifikatoren oder IP-Adressen für diese Verarbeitungszwecke gem. § 25 Abs. 1 TTDSG sowie Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO zu. Darüber hinaus willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die übermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden.“

, empfinde ich eine Frechheit für einen Verlag, der ehemals für Sicherheit und Datenschutz einstand. Passend übrigens der „Putsch“ an der Spitze von Telepolis…

Zur Trennung von Redaktion und Verlag wurde weiter oben schon alles notwendige gesagt.