iOS: Eine kurze Zwischenbilanz nach einer Woche Nutzung

Wow, so viel meckert Apple also außerhalb des iPads…

Also nö: Apple Pay hat bei mir nicht gemeckert. Noch nie. Wobei mir gerade einfällt, dass das vielleicht auch daran liegen kann, dass ich Käufe deaktiviert habe. So, wie ich praktisch alles deaktiviert habe, was sich deaktivieren lässt.
Vielleicht sollte ich mal eine Anleitung schreiben…

Meine privaten Mails frage ich auf dem PC per Evolution und über mein Android-Handy ab. Die „Mail“-App von Apple darf von mir aus tun und lassen, was sie will.
Auf dem iPad sind keine wichtigen Daten drauf.
Einzige Schwachstelle wäre wahrscheinlich Signal. Da vertraue ich einfach mal auf die Verschlüsselung.
iCloud existiert nur und ausschließlich für die „Mail“-App (und wenn sich da noch ein Spielstand eingenistet haben sollte, ist mir das auch herzlich egal). Aber ja, das muss man nach der Installation einer App manuell für diese deaktivieren.

Glücklicherweise zwingt mich Apple nach einem Update auch nicht mehr, einen „Code“ als Bildschirmsperre einzurichten. Das iPad liegt nur zu Hause herum und wenn es geklaut wird, habe ich entsprechend ganz andere Sorgen.

Mein persönliches Fazit des i(Pad)OS-Durcheinanders:

Als Spiel- und Zeichengerät, mit allen Einstellungsmöglichkeiten deaktiviert und hinter Firewall und Pi-Hole versteckt, kann man es mit einem Apple-Gerät gut aushalten, was sich manchmal aufgrund erhöhter Barrierefreiheit auch nicht ganz vermeiden lässt (sorry, Android hat noch immer keine einfache Möglichkeit, den Zoom mit drei Fingern vom iPad nachzustellen)

Wer so ein i-Ding geschäftlich und/oder privat vollumfänglich nutzen MUSS, verkauft damit wahrscheinlich seine Seele (im Sinne von: jede Menge persönlicher Daten). Wer die Möglichkeit hat, sollte wohl eine Rufumleitung einrichten und das Teil ausgeschaltet auf der Arbeit in irgendeiner Schublade verstauen. Zumal man auf einem von der Firma kontrollierten Gerät meist kaum eigene Einstellungen festlegen kann.

Ich bin wirklich kein Präzedenzfall für die Nutzung eines solchen Gerätes. Ein iPad ohne Sim ist nicht so angreifbar wie ein iPhone, das Tag und Nacht in der Nähe sein muss. Und ich muss wohl 30 Jahre älter sein, als ich eigentlich bin: Ich habe noch ein Festnetz-Telefon, das auch regelmäßig verwendet wird…

Zum Zweiten mal habe ich nun nach einem iOS 26-Update plötzlich fast ein Megabyte “Kontaktfotos” in der iCloud, die ansonsten immer leer, also bis auf einen “unlöschbaren” Rest von wenigen kB*, war.
(Ein Unding, dieser unlöschbare Rest.)

Mit anderen Worten: Ohne mein Wissen und also auch ohne meinen ausdrücklichen Willen hat Apple nicht nur - das bemerkte ich schon vor langer Zeit - meine Fotos nach “Kontakten” durchsucht und diese der Person (und mir) dann zugeordnet, sondern sich nun diese zum zweiten Mal auf eigene Server kopiert.

Ich habe sie also zum zweiten Mal löschen müssen.

Kennt jemand das Phänomen?

Habe ich es vielleicht doch selbst irgendwie ausgelöst? Ich habe alle meine Apple-Geräte kontrolliert und sie sind sämtlich hinsichtlich jeder iCloud-Funktionalität "deaktiviert”. Bei mir ist die iCloud soweit abgeschaltet, wie per Einstellungsmöglichkeiten die Apple bietet, irgendmöglich.

Ich kontrolliere das häufig. Und mache Screenshots, weil sie sich schon mal verhaltensauffällig zeigte und das extreme Ge-nudge hin zur - letztlich kostenpflichtigen - Nutzung (dazu oben), scheinbar für Laien auch die besondere Gefahr der unabsichtlichen Aktivierung birgt.

Nur, um oben noch einmal anzuknüpfen:
Dies ist zugleich ein Beispiel einer Frage, die sich nur jemandem stellt, der überhaupt nach (Überwachungs-)Freiheit fragt oder Freiheit überhaupt ausprobiert.
Das muss man nicht. Ich bewerte die, die diese Fragen nicht stellen nicht negativ, nicht als gedankenlos oder dumm. Es würde mich freuen, wenn man aber auch diejenigen, die Fragen stellen, nicht irgendwie als Nörgler, Antiamerikaner oder Digitalverweigerer bewertet.

Bist Du sicher, dass Apple die Bilder irgendwie aus Deinen Fotos zugeordnet hat?

Ich habe grad mal interessehalber nachgesehen: ich habe auch ein paar Megabyte Kontaktbilder in der Cloud. Ist für mich auch OK, da ich Kontakte explizit in iCloud ausgewählt habe. Keines der Bilder hat Apple aber irgendwie aus meinen Fotos geholt, sondern es sind Bilder, die meine Kontakte selbst bei sich eingestellt haben. Könnte das bei Dir auch so sein?

Hast Du in Deinen iCloud Einstellungen wirklich die Kontakt-Synchronisation ausgeschaltet? Auf allen Geräten?

Erste Frage: Nee, da bin ich mir nicht sicher. Aber wenn ich durch meine Fotos blättere, werden mir die Personen, von denen ich Kontaktbilder - meinetwegen irgendwoher - habe, auch im weiteren auf Fotos mit Namen angezeigt. Deshalb weiß ich es nicht. Ok, ich muss hinnehmen, dass Apple ohne meinen Willen meine Fotos analysiert und zwar unabstellbar, richtig? Geheimdienste finden das geil, dass sie das nicht selbst machen müssen, sondern meine Apple-Geräte das schon so bereitlegen, ohne dass ich gefragt wurde. Freiheit, wie US-Datenkraken sie verstehen.

Für mich wichtigere, zweite Frage: Noch einmal, ja, es ist meines Wissens auf allen Geräten alles deaktiviert, was auf iCloud-Nutzung hindeutet.

Mein Wechsel zu Apple geschah noch während der Zeit als Apples Gehorsam gegenüber den Geheimdiensten noch so aussah, das Apple vorgab, den Generalschlüssel zu behalten, weil “man ja mal sein Passwort vergessen habe könnte und Apple dann helfen wollen könnte!!”. Pustekuchen:

https://www.reuters.com/article/us-apple-fbi-icloud-exclusive/exclusive-apple-dropped-plan-for-encrypting-backups-after-fbi-complained-sources-idUSKBN1ZK1CT/

Interessanter Link, danke.

1 „Gefällt mir“

Ich stellte wiederholt fest, dass meine komplette iCloud-Deaktivierung einfach umgangen wird, d.h. die iCloud wird hinterrücks aktiviert.

Beispielsweise nun von einer - angeblich doch durchaus cloudfrei nutzbaren - Authenticator-App. Hätte ich nicht gezielt nachgeschaut, hätte ich das wohl erst Monate später bemerkt, Datenabfluss inklusive. Offenbar erlaubt Apple einzelnen Apps, die iCloud zu aktivieren?

Auch meine Kontaktbilder musste ich erneute händisch löschen: Sie waren hinterrücks schon wieder in die USA kopiert worden. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Auch durfte ich erneut erleben, was geschieht, wenn man die iCloud “konfigurieren” will: Sie startet unaufhaltsam direkt einen Kopiervorgang ALLER Daten. Unabschaltbar. Unstoppbar. Nur noch durch Runterfahren des Gerätes beendbar. Auf die Idee kommt man typischweise erst nachdem man alles andere ausprobiert hat, dann sind die typischerweise sehr intimen “Notizen” längst über den Teich, die werden nämlich zuerst kopiert.

Was soll die Funktion davon sein? Ich rate mal: Erst wenn wir einmal alle deine Daten bei uns auf dem Server haben, darfst du die ständige Spiegelung deiner Daten stoppen?

Komisch, dass ich um ApplePay abzulehnen auf konfigurieren klicken MUSS, um die rotleuchtende Dauerwarnung, ich hätte ein Konfigurationsproblem, zu deaktivieren. Und zwar auch dann, wenn ich es NIE aktiviert habe!

Ok, alles Sorgen, die Apple-Nutzer, die immer alles nutzen und auf alles ok drücken weder haben noch jemals erfahren. Sie werden u.a. deshalb weiter das hohe Lied der Freiheit und des Datenschutzes, den Apple gewährt, singen.

Und noch etwas: Ich finde es ziemlich beschissen, wie man ständig im App-Store als EIGENTLICHES Suchergebnis gezielt eine andere App präsentiert bekommt als die, nach der man gesucht hat. Die gesuchte und gefundene App wird nämlich absichtlich NICHT dort angezeigt, wo am sie erwartet, sondern rechts davon.

Bestimmt auch nur lieb gemeint. Gaaaanzzz lieb …

1 „Gefällt mir“

Hab mich immer gewundert, weshalb Google bereit ist, jährlich diese (bei Heise genannten) grob 20 Milliarden jährlich an Apple zu zahlen, wenn mir doch Apple ständig triumphierend im Safari-Browser meldet, es habe u.a. zahlreiche u.a. Google-Tracker auf der Webseite xyz am Tracken gehindert!

Sagen wir mal so: Das Setzen eines Cookies wird vielleicht verhindert, nicht aber das Wesentliche: Die Übermittlung der Tatsache, dass deine IP gerade diese und jene Webseite aufgerufen hat.

Aus gutem Grund gilt dein Pseudonym (“IP-Adresse”) als personenbezogenes Datum.
Es reicht, dass du in den letzten Tagen einen Google-Service mit Login genutzt hast oder jemandem eine Google-Email gesendet hast.
Und das sind nur die Möglichkeiten, die ich als Laie direkt erkennen kann. Google lässt aber an Unis an weitergehenden Fähigkeiten seit Jahrzehnten forschen.

Ach, und wenn du ein Familienmitglied mit einem Android-Handy hast, kann immerhin sofort deine Familie/WG überall namentlich begrüßt werden - auch auf Pornoseiten natürlich. Darauf basierend dann die konkrete Person aufgrund weiterer Daten ( = “Bewegungen” im Internet) zu ermitteln … gebt mir die Daten, die Google hat: Ich mach’s euch vor.