Nach längerem Zögern habe ich mich nun doch dazu entschlossen, meine KeePassXC-Datenbank auch auf dem iPhone zu nutzen. Irrtümlich ging ich zunächst davon aus, dass sich in KeePassium eine lokale Kopie der Datenbank vermeiden ließe – dem scheint jedoch nicht so zu sein.
Hintergrund meines bisherigen Zögerns war der Sicherheitsgrundsatz, die Datenbankdatei und das KeyFile strikt getrennt zu speichern. Das KeyFile fungiert als zweiter Faktor zur Entschlüsselung der auf meinem eigenen Nextcloud-Server abgelegten KeePass-Datenbank.
Dieses Konzept wurde ursprünglich entwickelt, um bei einem möglichen Diebstahl der Datenbank (durch Kompromittierung des Nextcloud-Servers) Brute-Force-Angriffe zu erschweren. Diese Anforderung ist weiterhin erfüllt. Die Tatsache, dass der Nextcloud-Client auch auf meinen Laptops und Desktops eine lokale Kopie speichert, habe ich bewusst in Kauf genommen. Die Geräte verfügen über verschlüsselte Festplatten, und das Diebstahlrisiko ist in diesem Kontext gering.
Bei einem Mobiltelefon sehe ich das anders – es ist deutlich exponierter gegenüber Verlust oder Diebstahl. Daher meine anfängliche Zurückhaltung.
Nun meine konkrete Frage: Wie schätzt ihr das Risiko ein, wenn sowohl Datenbank als auch KeyFile auf demselben iOS-Gerät gespeichert werden – in diesem Fall direkt in KeePassium? Das KeyFile liegt nicht separat im iOS-Dateisystem, sondern ist nur innerhalb der App zugänglich. KeePassium ist zusätzlich durch eine starke PIN gesichert, kann aber über Face ID entsperrt werden.
Mein Bedrohungsmodell umfasst physischer Zugriff auf das Gerät nach Verlust oder Diebstahl durch eher allgemeine, nicht gezielte Akteure. Konkret:
- Gelegenheitsangreifer (z. B. Finder, Neugierige)
- Motivierte Einzeltäter mit technischer Kompetenz
- Organisierte, aber nicht gezielt interessierte Gruppen (Cyberkriminelle ohne konkrete Zielausrichtung)
Staatliche oder hochpotente Akteure mit gezieltem Interesse schließe ich ausdrücklich aus.
Nach BSI-Kriterien würde ich einen hohen Schutzbedarf ansetzen.
Gibt es auf iOS Alternativen oder ergänzende Maßnahmen, die das Sicherheitsniveau in diesem Setup verbessern könnten, ohne dass ich mein gesamtes KeePass-Ökosystem umstellen muss? Oder ist dieses Setup – mit Blick auf das genannte Bedrohungsszenario – vertretbar? Gibt es sicherheitsrelevante Details, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind?