JOPLIN Cloud & US Cloud Act & FISA 702 vs DPF

Frage an das Forum:

Unterliegt die JOPLIN cloud den US-Regularien wie Cloud Act & FISA 702?

Die Server der JOPLIN cloud liegen in Frankreich, aber es genügt ja bereits, dass die JOPLIN cloud irgendwie mit US-Unternehmen verbandelt ist, dass der Cloud Act & FISA schlagend wird.

Mein Beweggrund ist, US-Datensammlungen so weit es geht auszuweichen. Leider ist das DPF (Data Privacy Framework) auch keine Hilfe, da es mM bestenfalls ein ‚Papiertiger‘ ist.

Warum überhaupt JOPLIN Cloud? Weil es SUUUUPER funktioniert!
Alternative DropBox scheidet aus Datenschutzgründen sowieso aus, WEBDAV mit Nextcloud ist regelmäßig eine Herausforderung, schon auch, da mit jeden NC Update neue Probleme auftreten.

Danke im voraus für Eure Einschätzung(en)

Also bei mir funktioniert Joplin über Nextcloud ohne Probleme. Wenn du aber die Joplin Cloud nutzen möchtest, solltest du auf jeden Fall die Verschlüsselung aktivieren.

Ich lasse Joplin über einen kostenlosen Acc. bei Dropbox laufen.
Ich meine der hat 2GB, was bis dato locker ausreicht.

Gelesen?

10 Zeichen

Leider wohl nicht, sorry.
Aber Joplin hat E2E, da ist das Ganze fast irrelevant.

Dann fällt mir hierzu nur Proton drive ein.
5GB kostenlos, E2E (somit doppeltes E2E möglich), Schweiz.

Da ich meine Nextcloud schon auf dem Synology NAS habe, läuft bei mir Joplin auch darauf im Docker.

Joplin über die Nextcloud synchronisieren ist leider nur mit Abstrichen im Komfort möglich. Es fehlt die Möglichkeit Notizen zu teilen oder als PDF zu exportieren.

Den vollen Funktionsumfang bekommt man mit Joplin im Docker. Da verhält es sich fast genauso wie in der Joplin-Cloud.

Das ist der Punkt. Aus Datenschutzgründen ist es wumpe, welches Synchronisations-Ziel man mit Joplin anwählt, solange vorher die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiviert wurde. IMHO eine der großen Stärken von Joplin. Im Nutzerforum gibt es viele gute Hinweise zu den Stärken und Schwächen der einzelnen Sync-Optionen. OneDrive und Owncloud (via WebDAV) habe ich persönlich probiert: nicht besonders fix, aber verlässlich.

Joplin Cloud wird bei Amazon Web Services in Paris gehostet (früher direkt in den USA, wenn ich mich richtig erinnere). Wegen E2EE beides kein Problem. Ist denn die Joplin Cloud performancemäßig so viel besser als die anderen Optionen? Monatlich etwas zu zahlen, ist in jedem Fall eine gute Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen (mache ich durch gelegentliches Spenden und Supportgeben im o.g. Forum).

Teilen geht nur (wie von Dir beschrieben) über Joplin Cloud oder Joplin Server. Der lokale Export als PDF oder Markdown für einzelne oder auch viele Notizen geht immer, selbst wenn man überhaupt kein Sync Target angewählt hat.

E2EE ist kein Argument im Szenario, dass es wildfremde Server sind und zusätzlich noch Inhalte mit Fremden geteilt werden sollen.

E2EE steht und fällt damit, wie die kryptografischen Schlüssel zwischen den Teilnehmern ausgetauscht werden.

Ein US-betriebener Server unterliegt dem CLOUD Act. US-Behörden können den Betreiber zwingen, Traffic-Daten und Metadaten herauszugeben oder – noch kritischer – gezielte Manipulationen vorzunehmen. Wenn der Serverbetreiber (oder eine Behörde) den Schlüsselaustausch manipuliert oder einen eigenen öffentlichen Schlüssel unterschiebt (Man-in-the-Middle), wird die E2EE unbemerkt ausgehebelt. Da Joplin standardmäßig keine Out-of-Band-Verifikation (wie QR-Code-Scan oder Fingerprint-Vergleich) für geteilte Notizen erzwingt, ist dieser Angriff schwer zu erkennen.

Dann gibt es noch das Metadatenproblem:

Selbst wenn der Inhalt perfekt verschlüsselt bleibt, weiß der Server bei geteilten Notizen extrem viel:

  • Wer teilt mit wem?
  • Wann finden Zugriffe statt?
  • Wie groß sind die Notizen/Anhänge?
  • Strukturänderungen: Wurde etwas gelöscht, hinzugefügt?

Im Kontext von US-Überwachungsgesetzen sind diese Metadaten oft wertvoller als der Inhalt selbst, da sie Beziehungsnetzwerke und Verhaltensmuster offenlegen. E2EE schützt hier nicht.

Fremde Server sind IMMER ein Sicherheitsrisiko. Das Reklameversprechen von E2EE hilft oft wenig.

Ich denke mal, die von Dir beschriebenen Risiken beziehen sich vor allem auf das „Teilen“-Szenario. Wenn ich mit Joplin oder Cryptomator verschlüsselte Notizen bzw. Dateien auf einer Public Cloud ablege und sie später wieder abrufe (ohne sie mit jemand anderem zu teilen), sehe ich darin kaum ein Risiko, auch nicht was Metadaten angeht.

Das ist eine interessante Frage. Wenn ich (wie im Fall von Joplin Cloud) als französischer Staatsbürger bei der Pariser Niederlassung von AWS Rechenkapazitäten anmiete und dort meinen Open-Source-Code für Joplin Server laufen lasse, wie groß ist dann das Risiko einer Manipulation des ausführbaren Codes? Wie sieht das rechtlich aus, wie technisch?

Hier geht es ja nicht nur um die Weitergabe von Daten, die AWS-Admins vorliegen, sondern um gezielte Eingriffe. Wenn ich (ohne das Teilen-Szenario) meine Joplin-Notizen mit Dropbox oder OneDrive synchronisiere, dann können die Server-Betreiber nichts als verschlüsselte Daten mit amerikanischen Behörden teilen.

Solche Verifikationen kenne ich primär von Messengern. Wie verbreitet ist ein solches Vorgehen im Filesharing-Bereich? Proton Drive wurde oben im Thread schon von @Corax vorgeschlagen, doch braucht Joplin für den Zugriff ein offenes Protokoll, sei es über die API (Dropbox, OneDrive) oder über WebDAV.

Das „Teilen“ ist das größte Sicherheitsproblem, weil es einen neuen Ver/Entschlüsselungsvorgang erzeugt, der ausnutzbar ist. Wenn Du derlei auf Hardware in fremden Händen auslagerst gibt es keinerlei „Sicherheit“ mehr sondern nur noch „Glauben“ und „Hoffen“.

Selbst bei eigener Hardware aber closed source / nicht selbst kompilierter Software kannst Du verarscht werden, siehe den Apple iOS GAU, der die Beinahe-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Signal zur Farce gemacht hatte, weil am Endpunkt die schützenswerten Daten abgegriffen und Klartext gespeichert wurden.

Solange nur Du selbst auf Deinem eigenen Gerät Daten ver- und entschlüsselst (und der Schlüssel nicht ratbar ist) ist das tatsächlich E2EE. Beispiel Cryptomator-Ansatz.

Das Worte „Ende“ ist entscheidend. Ende ist erst da, wo es der Empfänger liest.

Die Höhe von Sicherheitsrisiken kann niemand beziffern. Vor X Jahren schon haben die Amerikaner Massen an Huawei Routern mit verseuchter Firmware manipuliert.

Erstens sind Angriffe heute leichter und zweitens sind zentrale Server im Vergleich zu Endkundenhardware x-fach lohnenswertere Ziele.

Dazu kommt, dass das Regime heute jedes andere Land als rechtlose Befehlsempfänger behandelt und „Rechtslage“ überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wenn man etwas mit Gewalt bekommen kann, wird es genommen.

Kurz: Ich halte das für extrem wahrscheinlich.