Angefangen hat es ca. 2013 mit dem Privacy Handbuch, auf das ich im Kontext der Snowden-Enthüllungen gestoßen bin. Mit wenigen Klicks habe ich den Firefox per Schnellkonfiguration eingestellt und mir einen RSS Feed zurechtgelegt für den Changelog, um die user.js zu aktualisieren.
Über Jahre habe ich so mit einem wohligen Gefühl meinen Firefox genutzt und die zunehmenden Unstimmigkeiten bei der Mozilla Foundation bzgl. Anspruch und Wirklichkeit im Datenschutzbereich getrost ignoriert. Ich hatte ja eine vertrauenswürdige Instanz, die ähnlich misstrauisch unternehmerischen wie staatlichen Akteuren gegenüberstand wie ich selbst.
Ab Corona (und durch Windows Anmaßung, meine Einstellungen nach Updates zu überschreiben) habe ich Debian Linux zu meinem Hauptsystem gemacht und weiterhin Firefox ESR mit den Einstellungen verwendet. Chromium aus dem Debian Repository war mein Zweitbrowser, wenn schon wieder eine Videokonferenz nicht funktionieren wollte.
Seit ca. 2022 folge oder folgte ich Linux Youtubern (Luke Smith, Mental Outlaw, Chris Titus Tech, Distrotube) und musste feststellen, dass sie fast alle den Brave Browser feiern. Da ich diesen Browser in der Nähe von Chrome verortet hatte, war es für mich ein No-Go, ihn zu verwenden. Für mich war das eine Modeerscheinung - trotz Mikes Favoriten mit Brave oder Empfehlungen zu Librewolf.
Und nun habe ich seit April 2024 das Problem, dass das Privacy Handbuch nicht weitergeführt wird. Ich habe gelernt, dass Brave zumindest laut Mikes Tests sehr gut abschneidet - allerdings war ich an user.js gewöhnt, deswegen habe ich mir Arkenfox und Librewolf angeschaut mit obigen Ergebnissen: Arkenfox scheint mir nicht kritisch genug gegenüber Mozilla zu sein, Librewolf hat verzögerte Updates und ist nicht so konsequent rigide wie das Privacy Handbuch.
Dann musste ich feststellen, dass Mozilla hochpolitisch ist, Zensur ab und an „ok“ findet und finanziell stark von Google abhängig ist. Auf der anderen Seite
höre ich von Brendan Eich (CEO von Brave), dass er vormals CEO der Mozilla Corporation war (was erstmal gut ist), politische Nicht-Mainstream-Ansichten hat (was mir egal ist, weil nicht technisch), ungefragt Kryptomining in den Browser integriert hatte (was definitiv mein Vertrauen zerstören würde) und vom radikallibertären Trump-Finanzierer Peter Thiel co-finanziert wurde (und mir ein wenig zu denken gibt).
Insgesamt bin ich mit keiner Lösung bisher wirklich zufrieden, habe aber viel Neues dazu gelernt.
Das ist ein unnötiger Krampf, den ich eigentlich nicht ausstehen kann, deswegen bin ich ganz bei dir.
Womit wir bei der Tatsache wären, dass es hier ein kommerziell interessiertes Unternehmen wäre, das…
… einem die Einstellungen theoretisch durch Updates wieder zerschießen kann. Deswegen bin ich absolut nicht zufrieden damit, vom Firefox Ökosystem wegzukommen.
Der Aufwand aber für z.B. Librewolf, ihn mehr Richtung Privacy Handbuch einzustellen, wäre mir aber zu aufwendig. Aus diesem Grund nochmal meine Fragen an Interessierte:
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Ist es für euch nachvollziehbar, strengere Bewertungskriterien bei Mozilla anzusetzen oder seht ihr Arkenfox oder Librewolf entspannter? Wenn Letzteres, was ist daran besser als an Brave?
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Fallen euch Fehler beim Customizing von Brave auf?
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Brauche ich noch Skip Redirect für Brave? (Stichwort: weniger ist mehr?)
Außerdem, aus aktuellem Anlass:
- Wie sehen eure Kriterien / Abwägungen für den Browser eurer Wahl aus, wenn ihr auf das Privacy Handbuch verzichten müsstet? (Datenschutz / Anti-Fingerprinting / Sicherheit / Website-Kompatibilität)
Insbesondere das Thema Fingerprinting wird intensiv diskutiert. Der aktuelle Stand lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein Browser mit vielen Anti-Fingerprinting-Maßnahmen ist nicht unbedingt besser geschützt als ein Browser mit wenigen oder gar keinen Maßnahmen – es kann sogar umgekehrt sein. (Mike O-Ton)
- Würdet ihr es vor diesem Hintegrund gelassener sehen, Arkenfox mit RFP, Librewolf mit RFP oder Librewolf mit FPP (Privacy Handbuch Empfehlung) zu nutzen?
(Ich mag an und für sich das Firefox Ökosystem, aber nicht um jeden Preis)