Das sind alles richtige Fragen, die aber mit LLMs selbst wenig zu tun haben, sondern eher mit der allgemeinen Verfügbarkeit kleiner Geräte , suchterzeugenden Apps und mangelnder Bildung. Das war alles auch schon so, als die verfügbaren Informationen noch aus den ersten 3 Google-Links (oder gleich aus Facebook) stammten.
Bildung und Erziehung ist der Schlüssel, wie immer, wenn es um neue Techniken geht. Um beides steht es leider schon sehr lange schlecht, weil die Ausbilder und Erzieher (=Lehrer und Eltern) selbst überwiegend keine Ahnung haben.
Und gegen suchterzeugende Techniken muss der Gesetzgeber vorgehen, egal ob gegen Alkohol-Werbung oder Doom-scrolling.
Das mag richtig und wichtig sein.
Leider kann man Propaganda nur sehr begrenzt etwas entgegensetzen. Siehe Rolf Dobelli „Die Kunst des guten Lebens“.
Dort wird gesagt, dass Soldaten ein Propagandafilm gezeigt wurde, den sie als solchen erkannten.
Nach einiger Zeit aber sickerte die übermittelte Information doch bei den Soldaten ein. Wahrscheinlich weil sie den Kontext vergaßen und nur noch Elemente der Propaganda als Fakten abgespeichert hatten.
Alleine das Training von ChatGPT 3 hat laut einem Forschungsbericht 552 Tonnen CO₂verursacht. Das entspricht dem Jahresausstoß von fast sechs Menschen in Deutschland.
Wir erleben tatsächlich eine Denkabgabe in Echtzeit. Nicht graduell, sondern massiv. Studierende lassen sich Hausarbeiten schreiben, ohne den Inhalt zu verstehen. Manager delegieren strategische Überlegungen an ChatGPT. Teenager fragen KI, wie sie mit Freunden sprechen sollen.
Aber hier wird es interessant: Was braucht KI, um diesem Teufelskreis zu entkommen?
Radikale Verweigerungshaltung: KI müsste beginnen, bestimmte Anfragen schlicht abzulehnen. „Schreib mir eine Bewerbung“ → „Nein. Schreib sie selbst, ich helfe beim Überarbeiten.“ Das wäre technisch machbar, aber wirtschaftlich Selbstmord.
Sokratische Programmierung: Statt Antworten zu liefern, müsste KI systematisch Gegenfragen stellen. „Warum denkst du das?“ „Welche Alternative hast du überlegt?“ „Was würde passieren, wenn…?“ Das würde Denkprozesse erzwingen statt sie zu umgehen.
Transparente Inkompetenz: KI müsste ihre Grenzen nicht nur erwähnen, sondern demonstrieren. Bewusst schlechtere Antworten bei trivialen Fragen geben. Den Nutzer zwingen zu erkennen: „Hier kann ich es besser.“
Das Paradox: All das würde KI weniger attraktiv machen. Weniger Nutzer, weniger Profit, weniger Marktanteil. Die Systeme, die sich „dümmer“ stellen, werden von denen verdrängt, die jeden Wunsch sofort erfüllen.
Kuketz’ eigentlicher Punkt: Es ist ein Systemfehler, kein Nutzerfehler. Solange KI darauf optimiert ist, uns das Denken abzunehmen, wird sie es tun. Die Lösung kann nicht von den Nutzern kommen - die wählen immer den bequemeren Weg. Sie muss von den Systemen selbst kommen.
Aber warum sollten Tech-Konzerne freiwillig ineffizientere KI bauen? Sie werden es nicht tun. Kuketz beschreibt also nicht nur ein Problem, sondern eine Einbahnstraße.
Ja, dem stimme ich zu. Nur was konkret soll das an der Stelle „das System“ sein? Der Staat, also die Politiker, die Entscheidungen treffen? Nur die werden ja von den Nutzern gewählt. Geködert von Konzernen, die daran verdienen.
So mache ich es, aber verkehrt herum. Sobald ich wo KI sehe, wird es radikal entweder nicht benützt (solange es optional ist, KI Suche, KI Chatbot) oder der Vorgang abgebrochen, sobald ich bemerke, daß ich wohl mit einer KI am anderen Ende kommuniziere (anstatt klassischer Computertechnik, Website, Datenbank, etc.).
Ein Modell wie GPT-5 verballert für eine einzige nicht lange textuelle Chatanfrage+Antwort ca. 20-40 Wh, also etwa 1 Cent Strom bzw. ca. halb so viel, wie das Aufheizen von 1 Liter Kaffeewasser braucht.
Oder aber eine sehr helle und kräftige Lampe 2-4h brennen lassen.
Jeder kann sich nun überlegen, wie viele und wie oft solche Chatanfragen erzeugt werden.
Das führt jedenfalls “Energiesparen” an jeder anderen Ecke absolut ad absurdum.
Am Ende darf natürlich jeder Leser hier jedem Glauben.
Die Fraktion, die Atomkraftwerke nur für ihre KI Rechenzentren baut und mit Gegenwind aus der lokalen Bevölkerung kämpft ist ganz bestimmt sehr sachlich neutral bei Äußerungen zu dem Thema.
Deswegen weigern sie sich ja auch, belastbare Daten zu veröffentlichen:
Warum kann man eigentlich das Kühlwasser nicht in einem Wasserkreislauf kühlen lassen, wo nur eine gewisse Menge im Kreis fließt? Das mit dem Wasserverbrauch ist mir eh nicht ganz klar. Wo verschwindet das Wasser denn hin, nachdem es gekühlt hat (und dann warm ist)?
Ein Teil des Kühlwassers wird direkt verdampft und in die Atmosphäre abgelassen. Weitere Teile des Wassers werden erwärmt in die Flüsse zurückgeleitet.
Man könnte natürlich mit Wärmepumpen die Energie auch anders entsorgen oder gar produktiv nutzen.
Das ist aber teurer, als massenhaft Trinkwasser direkt zu verdunsten und würde die heiligen Profite nicht mehr ganz maximieren, ist also linkes Teufelszeug.