Meine Schwägerin nutzt ein älteres Notebook (Alter ca. 7 Jahre) mit Windows 10, welches definitiv nicht für ein Update auf Windows 11 in Frage kommt. Sie möchte aktuell kein neues Gerät kaufen und bat mich daher um Rat. Sie nutzt das Gerät für „einfache“ Dinge, hin und wieder mal einen Text verfassen, Online-Banking, viele Dinge im Browser. Nichts, wofür unbedingt ein Windows notwendig wäre.
Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich ihre Daten sichern werde und anschließend Linux auf dem Gerät installieren werde, die Wahl ist auf Linux Mint gefallen.
Nun frage ich mich allerdings: LMDE oder das „normale” Linux Mint? Was würdet Ihr für einen eher unbedarften Nutzer wählen?
ich nutze seit 2 Wochen LMDE6 auf meinem Rechner (10+ Jahre alt). Mein Fazit alles TOP. Schmeiß dein Windows aus dem “Fenster” und installiere LMDE6. Wenn du Hilfe benötigst, findest du jede Menge ausgezeichnete Unterstützung hier in diesem Forum und auch in anderen “Linux” Foren.
Mint ‘normal’ sitzt auf Ubuntu, LMDE sitzt auf Debian, welches quasi die ‘Vorlage’ für Ubuntu war. Manche sagen, Ubuntu ist unnütz aufgebläht. Meine persönliche Erfahrung ist, daß Debian einfach sauberer und flotter läuft als Ubuntu. Mein Umstieg ist allerdings schon lange her. Seitdem bin ich sehr zufrieden mit Debian und es ist auch nie abgestürzt.
Für mich ausschließlich LMDE.
Ich habe LMDE6 auf einigen, vollkommen verschiedenen Rechnern installiert und die laufen ausnahmslos top.
Du begibst dich mit Ubuntu und Derivaten, wie Linux Mint in die Abhängigkeit von einer großen Firma (Canonical), die nicht selten gegen den Willen der Community entscheidet, weil wirtschaftliche Interessen bestehen.
Das ist konträr zum Geiste dieser Community hier.
Zusätzlich baut Canonical immer stärker auf Snaps, die mMn sehr langsam sind, das System belasten und viele Probleme mitbringen, die bei normalen Installationen nicht vorhanden sind.
Bei Debian gibt es diese Probleme nicht und es läuft mMn auch langfristig stabiler, weil u. a. nicht dauernd Updates eingespielt werden, die Probleme verursachen können.
Debian ist da konservativer.
Anm.:
Wenn Du die Zeit hast, wäre es einfacher auf LMDE7 (~September 25) zu warten, anstatt dann gleich wieder ein großes Update vor der Backe zu haben.
Das “Standard” LMDE hat aber Cinnamon als DE. Für die Nutzung von xfce sehe ich keinen wirklichen Vorteil gegenüber der Nutzung des “eigentlichen” Debian mit xfce als DE.
In meinen Augen ist die Nutzung von Mint, ob “normal” oder LMDE, nur sinnvoll mit dem Cinnamon Desktop, da dieser direkt von den Mint-Entwicklern entwickelt wird und daher perfekt auf den jeweiligen Unterbau (Ubuntu bzw. Debian) angepasst ist.
Oh ja, das stimmt! Allerdings ist mein Rechner stark genug und es ist auch wenig Schnickschnack drauf. Du hast natürlich vollkommen recht. Ein bißchen Luxus des Cinnamon Desktop leiste ich mir halt. Bei Cinnamon kann man sehr viel Displayeffekte wegkonfigurieren, ebenfalls nicht benötigte Tastaturkürzel. Das bringt ordentlich was bez. Geschwindigkeit!
meine Frage war mal platt in den Raum gestellt aber so Details wie “snap” und Cannonical sind mir natürlich bekkannt.
Aber: Die LM Debian Edition und Debian selbst sind ja auch kein Rolling release?! Ich soll demnächst ein “fremden” Laptop bespielen. Ich sehe da ein Rolling Releaseansatz ganz sinnvoll. Eure Meinung?
Nein, Debian und somit auch LMDE sind keine Rolling Releases. Debian setzt in erster Linie auf Stabilität. Es gibt in der Regel keine (Funktions-)Updates auf neuere Versionen von Programmen, sondern fast ausschließlich Sicherheitsupdates und Bugfixes. Es gibt zwar auch von den Debian-Entwicklern Backport-Quellen, die dort aktualisierte Software hält sich zahlenmäßig aber in Grenzen und es sind meist auch nicht die allerneuesten Versionen. Nur mit jedem neuem Debian-Release, das alle zwei Jahre erscheint, werden die Programmversionen auf den zu dem Zeitpunkt aktuellen Stand gebracht.
Rolling Releases dagegen bekommen sowohl systemseitig als auch in den Anwendungsprogrammen am laufenden Band Upgrades, sind in der Natur der Sache dann eben auch fehleranfälliger.
Man sollte also abwägen, was einem wichtiger ist bzw. in welchem Punkt die Vorteile Überwiegen: Ein möglichst stabil und problemlos laufendes System zu haben oder ob man auf möglichst aktuellste Software mit den neuesten Funktionen angewiesen ist. Für einen Otto-Normal-Anwender, der hauptsächlich Internetbrowser, E-Mail, Office, vielleicht noch Mediaplayer, etc. benötigt, dürften solche stabilen Releases wie Debian im Grunde vollauf genügen.
Prinzipiell ist die Ubuntu-Mint-Variante für einen Anfänger einfacher, da Mint eben so etwas wie die Treiberverwaltung mitbringt, die einem gute Dienste leistet, Besonders für Hardware, deren Treiber nicht im Kernel sind, ist die Treiberverwaltung sehr hilfreich. Bei LMDE muss man da ins Terminal und die entsprechenden Treiber raus suchen, herunterladen und installieren.
LMDE ist für mich die Zukunft von Mint, da sich Ubuntu in eine (für mich falsche) Richtung bewegt. Sowas wie Snaps gehen meines Erachtens gar nicht. Da sind wir dann wieder bei irgendwelchen proprietären Formaten angelangt und nur Canonical hat darauf die Bestimmung. Das geht so ein wenig in die Richtung des Redmonders Virus.
Hier im Forum sind viele der Meinung, dass die Rolling Releases sicherer seien. Auf der anderen Seite kenne ich kein Desktopsystem mit Debian oder Ankömmlingen, die sich einen Virus eingefangen oder irgend etwas anderes Bösartiges eingefangen haben.
Man muss bei Rrolling Releases am Ball bleiben. Man muss damit rechnen jede Woche große Mengen an Updates zu erhalten und hier reden wir über dreistellige MB-Updates. Man kann auch nicht drei Monate pausieren und dann meinen, mit einem Update sei dann alles wieder gut. Das endet dann zumeist in größeren Tätigkeiten.
Vielen Dank erstmal für die vielen Beiträge. Ich vermute, ich werde auf dem Notebook meiner Schwägerin LMDE installieren. Mir persönlich ist das aufgrund der fehlenden Ubuntu-Abhängigkeit auch etwas angenehmer, meiner Schwägerin wird es egal sein - hauptsache alles läuft.
Daran habe ich auch gedacht. Ich denke, ich werde nicht warten sondern erst einmal LMDE6 installieren. Somit hat meine Schwägerin ein paar Wochen Zeit, mit dem System warm zu werden. Ist alles gut, machen wir das Update auf Version 7. Hat sie Probleme, schauen wir woran es liegt und werden eine Lösung dafür finden.
Danke für diesen Hinweis, das war mir so nicht bewusst. Ich habe sowohl Linux Mint 22.1 als auch LMDE 6 in einer VM installiert, und tatsächlich: Im Willkommens-Programm von Mint 22.1 gibt es den Punkt „Treiberverwaltung”, bei LMDE6 im Willkommens-Programm fehlt dieser.
Da ich als „Familien-Admin” für die Installation und Wartung zuständig bin, sehe ich kein Problem im Arbeiten mit dem Terminal. Das ist mir durchaus vertraut, auch durch diverse Heimserver, die ich betreibe und betreue. Meine Schwägerin wird das Gerät anschließend nur nutzen, sobald die Installation abgeschlossen ist und alles funktioniert.
Rolling Releases bieten vor allem den Vorteil, dass man immer relativ neue Software im Einsatz hat und damit von neuen Features profitieren kann. Der Nachteil ist, dass die neuste Software den einen oder anderen Bug haben kann, dass die Migration von einer Major Version auf die nächste nicht ganz reibungslos klappt, dass sich die Oberflächen und die Bedienung ändert und dass man sich ggf. umgewöhnen muss. Das ist aber genau das, was man einem nicht technikaffinen Nutzer nicht zumuten möchte. Ein technisch nicht besonders interessierter Anwender dürfte vor allem Wert darauf legen, dass das System stabil läuft und dass sich der Administrationsaufwand in Grenzen hält.
Ich frage mich eher, was der große Unterschied zwischen LMDE und Debian ist. Mir fiele da eigentlich nur Cinnamon ein. Der Cinnamon-Desktop wird vom Mint-Team entwickelt. Man kann ihn bei Debian zwar nachinstallieren, aber er wird bei Debian nur mitgeliefert. Bei LMDE dürfte Cinnamon besser gepflegt werden als unter Debian.
Ansonsten kann ich mich Seven of Nine anschließen. Debian läuft einfach stabil. Ich habe es auf zwei Rechnern, auf denen ich mit anderen Distributionen experimentiere, seit Jahren als Fallback installiert, um mit den Rechnern arbeiten zu können, falls ich meine anderen Linuxe zerschieße.
@huegel-schoen Wenn Deine Schwägerin Cinnamon bevorzugt, würde ich LMDE nehmen. Andernfalls würde ich noch Debian in die Auswahl mit aufnehmen.
Noch ein kleiner Tipp: Wenn man sich einfach mal schnell einen Überblick verschaffen will, wie sich diverse Distributionen bzw. Desktops anfühlen, wie die jeweilige Oberfläche, Einstellungsmenüs und -Möglichkeiten (gerade für reine GUI-Nutzer, die mit der Konsole nix am Hut haben) funktionieren, etc., der braucht sich nicht aufwendig Live-Systeme auf einem USB-Stick etc. installieren, sondern kann das ganz bequem online im Browser machen auf:
Hier werden etliche Distributionen in VMs zum Testen angeboten.
P.S.: Dabei ist mir aufgefallen, dass es inzwischen auch ein Ubuntu flavor namens Ubuntu Cinnamon gibt. Da frag ich mich echt, was das soll neben Mint…
Läuft das Upgrade denn dann nicht einfach durch oder hat man dann noch Nacharbeiten?
Ich frage nach, da ich mich ca. 2010 für Ubuntu entschieden habe, da es für mich und meine Anwendungen im Gegensatz zu anderen Linuxen damals auf meinem Laptop einfach lief und ich mit der LTS Version nicht alle Nase lang drum kümmern musste. Parallel hatte ich auch die normale Variante ausprobiert, aber die Upgrades von einer Version auf eine andere machten doch immer Probleme, so dass ich dazu übergegangen bin, dann doch immer ein Neuinstallation zu machen auch bei den LTS Versionen. Allerdings ist das bei mehreren Rechnern im Freundes- und Bekanntenkreis auf Dauer lästig. So war ich dann froh bei Ubuntu 18 über das Ubuntu Pro Angebot mit 10 jähriger Unterstützung.
Zwar scheint ein Ubuntu Upgrade seit Version 18/20, nach Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis, nicht mehr problematisch zu sein, aber die Frage welche Linuxsysteme „betreuungsfrei“ am längsten laufen, interessiert mich weiterhin.
Was mir bei LMDE6 aber auch Linux Mint aufgefallen ist, dass es manchmal Probleme mit dem „Suspend“ gibt. Nach dem „Aufwachen“ des Computers bleibt der Bildschirm entweder schwarz oder das Bild kommt erst nach längerer Zeit. Dies passiert sowohl beim internen Laptopmonitor als auch beim externen Monitor. Ob HDMI oder DP Anschluss spielt keine Rolle.
Trotz der vielen Lösungsvorchläge im Internet, habe ich bisher keine befriedigende Lösung gefunden. Aktuell habe ich die Abschaltfunktion des Bildschirms im Powermenü auf „nie“ gesetzt.
Mint ist deswegen entstanden, weil Ubuntu proprietäre Komponenten verbaut hat und wollte das bessere Ubuntu werden.
Da gibts auch kein Snap sondern die Variante Flatpak, die FLOSS ist.
Ich seh also kein Problem darin, dass Mint “Standard” sich darauf stützt. Die Philosophie ist gut.
Und gerade bei Software möchte man vielleicht auch hie und da ein buggefixtes Videobearbeitungsprogramm und nicht ewigst auf Debian warten, bis die es bringen.
Bei Mint würde ich den Cinnamon-Desktop empfehlen. Speziell beim Herstellen von Netzwerkverbindungen ist xfce sehr hackelig. Mit vielen Untermenüs und so. Bei Cinnamon gehts simpel per Schalter.
Ich bevorzuge auch LM 22 auf Ubuntu-Basis, gerade wenn ich den Rechner in die Hände der weniger versierten Eigentümer zur selbstständigen Administration übergebe, ist Mint-normal für mich und die Nutzer/PC-Eigentümer die bessere Option.
Mint auf Ubuntu liefert mE auch proaktiver Security-Patches und hat durch die Ubuntu-Basis die moderneren Security-Features an Bord. In Bezug auf technologische Souveränität und (Upgrade-)Stabilität hat für mich LMDE die Nase vorn. Allerdings reden wir bei diesen beiden Punkten hier im Thread bereits auf einem sehr hohen Niveau — die Leute, für die wir Linux-Rechner aufsetzen, kommen von Windows..!