Malware Gefahr durch externe Datenträger?

Da hatten sie wohl nicht die Beste Beratung. Dass ein Virenscanner nie die einzige und schon gar nicht die beste Option sein sollte, sollte doch wohl klar sein. Man kann den Großteil aller Infektionen unter Windows mit ein paar Konfigurationen verhindern:

  1. Keine Admin-Accounts für Alltägliches. Bestehende Accounts auf normale umstellen.
  2. Application Control: Mit Applocker (oder anderen Wegen) Ausführung von Dateien in nicht-Admin-Benutzer-Ordner verbieten. Dadurch werden viele einfache Fälle wie die typische „Ich klicke mal auf die .pdf.exe-Datei“ verhindert.
  3. Installationen und Updates nur über Winget, ggf. auch über Admin-Account, wenn Applocker meckert. Ggf. Script mit Timer für Updates/Erinnerungen generieren.
  4. Windows Defender reicht, kein Drittanbieter-AV
  5. Wenn MS-Office installiert ist, Makros deaktivieren und „Protected View“ für MOTW-Dateien

Damit hat man wenig Maintenance-Aufwand und geht den meisten Infektionen aus dem Weg, selbst bei Leuten die auf alles klicken, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Natürlich kann man das noch beliebig verbessern, z.B. mit WDAC statt Applocker und Security-Baselines, aber dann muss man ggf. zur Stelle sein um Probleme zu behandeln. Ich verwende ein ähnliches Setup bei Verwandten (wenig Technik-affin) und es gab seit Ewigkeiten keine Infektion mehr.

Das ist doch schön für sie (und dich). Bei vielen ist das aber leider nicht möglich. Es ist aber nicht so, dass Linux inhärent sicherer ist. Die wenigen Infektion rühren eher von den Distributionswegen der Software, dem sehr geringen Marktanteil im Desktop-Bereich und, dass heruntergeladene Dateien zunächst nicht ausführbar sind, wobei letzteres durch viele Dateimanager aufgeweicht wurde und z.B. durch komprimierte Dateien ausgehebelt werden kann. Außer den geringen Marktanteil kann man aber alles unter Windows auch erreichen, z.B. mit meiner o.g. Vorgehensweise.

OP hatte schon einen anderen Thread, indem u.A. das Thema Neuaufsetzen des kompletten Systems besprochen wurde.

[_] Du hast gelesen und verstanden, um welches Klientel es hier ging.

Für die sind deine Rat-Schläge genau das: Schläge, und zwar in eine völlig falsche Richtung.

Und die falsche Unterstellung, dass Linux nur sicher sei, weil es auf dem Desktop wenig verbreitet ist, wird nicht wahrer, wenn man sie oft genug widerholt. Sie ist längst widerlegt. Tatsächlich ist Linux das weltweit am meisten verbreitete OS, siehe Webserver. Und die sind sogar als Angriffsziele noch viel lukrativer als Desktops. Webserver werden ständig mit Angriffen bombardiert, so auch mein eigener. Aus den Logs kann ich ersehen, dass sowohl Bots alle möglichen Schweinereien versuchen als auch Menschen; letztere vor allem Logins. Bisher seit >10 Jahren erfolglos.
Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Webserver durch eine Sicherheitslücke in Linux erfolgreich angegriffen worden wäre. Erfolgreiche Angriffe, von denen ich weiß, gehen sämtlich zurück auf einen oder mehrere der folgenden Punkte:

  • Sicherheitslücken in nicht aktuell gehaltener Anwendungs-SW (Shop, CMS, …)
  • Administrationsfehler (schwacher Zugangsschutz, 2FA nicht eingesetzt, …)
  • Phishing oder Social Engineering.

Nenne mir bitte einen Fall, in dem ein Konzeptfehler oder eine Sicherheitslücke in einem aktuell gehaltenen Linux der Beginn des Infektionsvektors gewesen wäre!

Die hatten dich doch um Rat gebeten, oder? Wie wollen Leute denn lernen ohne Ratschläge, wenn sie nicht die Fähigkeiten oder Zeit haben es sich selbst beizubringen?

Von „nur“ war nie die Rede.

Völlig andere Angriffsflächen und anderer Softwarestack als auf dem Desktop.

Du vergleichst nicht ernsthaft eine Attacke auf eine Login-Seite mit minimaler Angriffsfläche von außen mit einem Desktop-System von innen, das eine enorme Angriffsfläche bietet?

Einfach mal in der entsprechenden Szene unterwegs sein. Gibt es immer wieder. Übrigens war von Servern doch nie die Rede, also verstehe ich nicht, warum du dich da so drauf fokussierst. Was eine Sicherheitslücke in der Webserversoftware mit einem Linux-Desktop-System zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

In der c’t 18/24 sind einige in Desinfec’t vorinstallierte Malware-Analyse-Tools beschrieben. Vielleicht hilft das ein wenig weiter.

@Schatten : vielen Dank