Ich bin seit 2010 mit dem iPhone 3GS und dem iMac im Apple-Ökosystem zu Hause. Früher war ich ein echter Early Adopter, der für das iPhone 4 extra nach Paris fuhr und bis zum ständig überhitzenden iPhone X fast jedes Upgrade mitmachte. Auch den Macs blieb ich in all den Jahren treu. Mein Weg führte vom iMac über einen Hackintosh bis zum M1 MacBook Air von 2020. Aktuell nutze ich ein iPhone 14 Pro und noch einen Mac Studio von 2023 für Musikprojekte in Logic Pro X.
Was mich bisher bei Apple gehalten hat, waren die Hardware und die Stabilität der Software. Dabei half sicher meine Strategie, mit Updates so lange zu warten, bis im Bekanntenkreis niemand mehr über Fehler klagte. Sauer wurde ich erst 2015, als iTunes durch den Start von Apple Music immer schlechter funktionierte. iTunes Match erlaubte zwar endlich eine kabellose Synchronisation, ruinierte aber zeitgleich die Wiedergabezähler.
Ein weiterer Tiefpunkt folgte 2016 mit macOS Sierra. Plötzlich lud Apple meinen Schreibtisch und den Dokumente-Ordner in die iCloud hoch, nur weil bei der Installation ein Haken unauffällig vorausgewählt war. Dieses Gefühl der Bevormundung zieht sich bis heute durch. Wer beispielsweise den iCloud-Schlüsselbund deaktiviert lassen möchte, kennt das Problem nur zu gut. Um solche Gängeleien zu unterbinden erstelle ich mir eigene Profile mit dem Apple Konfigurator.
Wo ich heute stehe
Von Apple nutze ich kein Safari, iCloud Music, iCloud Drive, iCloud Photo, Handoff, Universal Clipboard oder AirDrop. Als PIM-Dienst läuft mailbox.org. Ich betreibe zwei kleine Ubuntu-Server für Home Assistant als libvirt VM, alles andere wie Navidrome, Immich und Samba als Docker Compose Instanzen inklusive Reverse Proxy mit gültigem SSL-Zertifikat. Unterwegs greife ich per Wireguard über meine Fritz!Box auf das Heimnetz zu. Die Sicherung aller Daten erfolgt mit fünf USB-Platten an einem externen Lagerort, die alle drei Monate rotiert werden.
Mein Gaming-PC mit Ryzen 7 9800X3D, RX 9070 und 64GB RAM bleibt wegen der Anti-Cheat-Anforderungen von Battlefield 6 erhalten, läuft aber im Dual Boot mit CachyOS. Was ich trotz der CachyOS-Anleitung nicht in den Griff bekomme, ist die Secure Boot Konfiguration. Ich möchte beim Wechsel zwischen Windows und Linux nicht ständig im BIOS umschalten müssen.
Als Ersatz für mein MacBook Air M1 habe ich ein Tuxedo InfinityBook Pro 14 AMD bestellt und werde hier vermutlich erst einmal auf Tuxedo OS bleiben, da es mein Hauptarbeitsgerät sein wird was maximal stabil sein muss. Auf dem Macbook läuft Feishin für Navidrome, Coding mit VSCodium und der 3D-Druck via PrusaSlicer und Notizen in Obsidian. Hier wird mir dann zum ersten Mal iMessage schmerzlich fehlen, weil manche Kontakte nur iMessage und WhatsApp nutzen.
Die Fritz!Box bietet keine Möglichkeiten zur Segmentierung, was mich schon sehr lange stört. Nachdem ich es leid geworden bin, auf Wifi7 bei MikroTik zu warten, habe ich nun einen HAP ax3 hier liegen, der mehrere SSIDs ausstrahlen kann. Mein Ziel ist es, den PC unter Windows wie ein IoT-Gerät zu behandeln und vom Rest zu isolieren. Wenn er unter CachyOS bootet, soll er über eine andere SSID vollen Zugriff auf mein Hausnetz erhalten. Vermutlich werde ich auch noch ProtonVPN nutzen, aber ich bin mir noch nicht über die genauen Regeln im Klaren. Was mich in dem Bereich bremst, ist das RouterOS und meine flache Lernkurve.
Der Mac Studio mit M2 Max bleibt für meine Musikproduktion mit Logic Pro X erhalten und darf dann so wenig wie möglich im Hausnetz erreichen.
Als meinen Endgegner sehe ich mein iPhone 14 Pro und die Apple Watch. Das Pixel 10 Pro mit GrapheneOS ist gesetzt. Priorität für mich sind Sandboxed Google Play Services für Push und die Google Camera App für optimale Bildqualität. 1Password, Symfonium und Immich sowie die Bank-App für NFC sollten einwandfrei laufen. Bei der fragwürdigen Software, die die Firma von mir verlangt auf meiner privaten Hardware zu installieren, wird es schnell unangenehm. Vermutlich werde ich aus Prinzip das iPhone ausgeschaltet zum Firmenlaptop legen und es nur dann anschalten, wenn ich es für die Arbeit brauche.
Für die Apple Watch Ultra 1 gibt es wohl keinen Ersatz, egal wie viel Geld ich in die Hand nehme. Eine Amazfit GTR 4 in Verbindung mit Gadgetbridge wäre vermutlich das Minimum um irgendwas aufzuzeichnen und die Musik beim Sport zu steuern. Eine Garmin mit Garmin Pay wäre nett, weil ich meine Uhr gerne an Terminals halte, statt die Kreditkarte zu nutzen und die PIN einzugeben. Auf eine Hersteller-App, welche das ermöglicht, habe ich jedoch keine Lust. Die Fitnessdaten seit meiner ersten Apple Watch werden dann wohl wertlos werden.
Meine Fragen an euch - Spoiler = Beantwortet/Erledigt
1. Hat jemand Secureboot mit CachyOS am Laufen? Vermutlich mache ich einen Fehler beim Wechsel vom Setup Mode zurück in den Secure Mode, dann kommt nur noch die rote Box als ob die Keys nicht korrekt in der Firmware registriert worden sind.
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Ich würde mit dem Hauptgerät gerne über ProtonVPN surfen. Ergibt es Sinn, den gesamten Verkehr außer dem des Gaming-PCs darüber laufen zu lassen, oder bringt das keinen Mehrwert?
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Gibt es eine Uhr, die Gadgetbridge-kompatibel ist, halbwegs verlässliche Vitalwerte liefert und Schlafauswertung ohne Cloud bietet? Oder sollte ich lieber ganz darauf verzichten?
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Bisher diktiere ich Texte gerne mit Apple. Habt ihr eine Idee, wie ich das durch ein lokales Modell auf der GPU des Gaming-PCs abbilden kann?
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Wie handhabt ihr Apps vom Arbeitgeber? Ich tendiere zur strikten physischen Trennung mit zwei Geräten, weil da jedes Jahr eine App hinzukommt und auf iOS vermutlich einfach läuft.
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Lohnt sich der Aufwand für eine lokale Home Assistant Voice Pipeline mit Whisper und Piper aktuell schon, oder fahre ich mit Zigbee-Buttons für die Lichtsteuerung am Ende stressfreier? Home Assistant Voice Preview Edition wäre vorhanden aber nicht in Betrieb.
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Wie sind eure Erfahrungen mit Apple-Kopfhörern unter Linux? Im Apple-Universum muss man sich nie um den Gerätewechsel kümmern. Bei Linux bin ich dauernd in den Einstellungen für die Airpods Pro. Brauche ich Bluetooth-Multipoint-Kopfhörer wie den Sony WH-1000XM?
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iMessage wird wegfallen. Kann man da heute sinnvoll Brücken schlagen, oder ist das Thema durch?
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Der RoboRock QV 35S mit Kamera und Cloud ist fragwürdig, aber praktisch auf den vielen weißen Fliesen. Funktioniert der ohne Internet? Valetudo unterstützt ihn nicht.
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WhatsApp in Shelter oder Insular zu packen fühlt sich inkonsequent an. Wie seht ihr das?
Meine Hardware im Überblick
| Gerät | Zweck |
|---|---|
| Tuxedo InfinityBook Pro 14 AMD | Hauptgerät mit TuxedoOS |
| Gaming-PC (9800X3D, RX 9070, 64GB) | CachyOS, Windows für ein Spiel |
| Mac Studio M2 Max | macOS für Logic Pro X |
| DeskMini Ryzen 5 4650G | Primärserver für Docker |
| DeskMini Ryzen 5 2400G | Backup und Failover |
| iPhone 14 Pro → Pixel 10 Pro | Migration auf GrapheneOS |
| Apple Watch Ultra → |
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