Microsofts neue Geschäftsbedingungen

Norbert Häring schreibt ganz aktuell über die neuen Geschäftsbedingungen von Microsoft.

https://norberthaering.de/macht-kontrolle/microsoft-servicevertrag/

Ich habe die neuen Geschäftsbedingungen noch nicht gelesen. Hat schon jemand die neuen Bedingungen geprüft?

Wenn die Angaben von Norbert Häring stimmen, dann ist dem Missbrauch und der Zensur unliebsamer Meinungen, selbst, wie Häring schreibt, von auch nur „generiertem Text“, Tür und Tor geöffnet.

Unabhängig davon, dass, etwas zu pauschal ausgedrückt, wer MS-Produkte nutzt, die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Und die Thematik mit dem plötzlichen Verlust des Zugangs zum MS-Konto nicht wirklich eine Neuigkeit darstellt.

Leider ist auf netzpolitik.org oder heise.de noch nichts weiter zum Thema zu lesen.

Mal ganz davon abgesehen wie will Microsoft kontrollieren von jedem einzelnen Gerät das mit Windows oder ihren Diensten läuft was darauf passiert und ob es gegen ihre Bedingungen verstösst?

Microsoft hat schon immer (also, soweit ich deren Bedingungen wahrnehme) sich die Kontrolle über jeden ihrer Dienste und der damit verwendeten privaten Daten ultimativ vorbehalten, sobald man auch nur einen ihrer zahlreichen Dienste nutzen möchte.

Dazu hatte ich schon am 5. Feb 2018 im alten Forum umfangreich zitiert:
Re: [Diskussion] E-Mail made in Germany ./. Alternative qualitativ hochwertige Anbieter
(„…“ im Link ersetzen durch lokal entpacktes Forum)
Falls der direkte Link nicht funktioniert: im Thread ist es der 14. Beitrag auf [Diskussion] E-Mail made in Germany ./. Alternative qualitativ hochwertige Anbieter.

Ich denke, schlimmer kann es eh’ nicht werden, als mit dem letzten CEO-Wechsel und der einhergehenden Rücksichtslosigkeit gegen die Nutzerschaft insgesamt.
Daher lese ich deren Pamphlete nicht mehr: scheint vergebene Liebes- Müh’.

Stimmt - und darum ist der Titel des ansonsten lobenswerten Artikels unnötig reißerisch:

Ab Oktober kontrolliert Microsoft automatisiert alles, was sie mit ihrem Windows-Computer anstellen

Später heißt es dann:

Hassrede aufzuspüren, die jemand auf seinem Microsoft-Textverarbeitungsprogramm generiert haben könnte und die dann, wie inzwischen kaum noch zu vermeiden, in der Microsoft-Cloud abgelegt wurde

Das „wie inzwischen kaum noch zu vermeiden“ stimmt so nicht: Man kann alles auch lokal speichern - und sogar vor MS-Zugriff geschützt in OneDrive, indem man dort einen Cryptomator-Vault einrichtet.

Macht das Verhalten von MS nicht besser, aber zwischen MS = böse und Linux = gut (s. das Ende des Artikels) gibt es jede Menge Grauzonen.

Und wie schon @Bit hier geschrieben hat: Wenn es im Teaser-Titel auch „ab Oktober kontrolliert MS…“ heißt, ist das alles nicht wirklich neu (s. auch den Blog von Günter Born).

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Anscheinend gibt es bereits den ersten Fall von politischer Zensur im Zusammenhang mit den neuesten Microsoft AGBs, so zumindest Hadmut Danisch.

https://www.danisch.de/blog/2023/10/06/politische-kuendigung-von-mailkonten/

Aber gut, Hadmut schreibt es auch noch einmal expressis verbis:

Die Datenschutzbeauftragten hatten schon vor Jahren gewarnt, dass O365 europäischen Datenschutzvorschriften nicht genüge. Gab aber Ärger und Druck, und irgendwann sind die eingeknickt.

Und auch nach dem Key-Desaster neulich: nichts hat sich geändert, eine Gleichgültigkeit, die fast jeden befallen hat.

Joah. Vor über fünf Jahren. Nichts hat sich zum Positiven geändert. Siehe oben.

Aufgeben? Resignieren? Fatalistisch werden? Weiter aufklären, sensibilisieren, diskutieren?

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