Mit der Nextcloud in die digitale Unabhängigkeit - Nextcloud Teil 1

Ich finde das gut und auch sinnvoll das selbst zu machen.

Kenne die Angebote des Providers jetzt nicht. Bei einem Webspace hat man aber in der Regel weitere Services wie Domain und Mail mit im Paket und damit weitere Vorteile.

Nextcloud ist hinsichtlich Aufwand auch eher ein Ausnahmekandidat und bei Updates immer wieder das anspruchvollste Paket. Wenn man das über längeren Zeitraum hinkriegt, kommt man auch mit vielem anderen klar :wink:

Die Managed-Service Nextcloud gibt es für Endverbraucher auch noch nicht so lange und schon überhaupt nicht zu den heutigen Tarifen.

Nachgefragt: Managed Nextcloud

In den vorigen 41 Beiträgen hatte jemand Probleme mit der Administration bei Hetzer.
Jemand Probleme mit Bilder Vorschau bei wolkesicher.

War das damit erledigt?

Was sind denn jetzt die Managed Nextcloud Favoriten?

  • Hetzner
  • Wolkesicher
  • Pixel X
  • Windcloud
  • …noch andere managed Anbieter in “DE”, ebenfalls in diese Liste passen? (Die Mike nur nicht weiter ins Auge fassen konnte?)
  • OpenCloud (Heinlein)?

Zu Corona hatte ich bei Hetzner eigene Server und Nextcloud mit viel “Überstunden” selbst installiert. Office war immer ein leidiges Thema, mit extra Aufwand!

Office wäre auf jeden Fall ein Punkt, ob beim jeweiligen Paket dabei und wie es läuft!

Danke

Es gibt so viele Managed Nextcloudanbieter, da würde es mir schwer fallen einen Favoriten zu benennen. Jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Ich hatte im Laufe der Zeit 10 verschieden Anbieter getestet und es gibt aber so viele mehr, die wahrscheinlich nicht schlechter sind oder eventuell sogar besser? Daher wäre es nicht seriös zu sagen, nimm den einen, obwohl ich die anderen 99 nicht kenne.

Zielführender wäre es, wenn man seine Anforderungen an eine Nextcloud benennen kann. Probleme mit der Adminstration und der Bildvorschau sollten kein Auschlusskriterium eines Anbieters sein, da sie sich auch meistens beheben lassen. Meine Problem mit der Bildansicht waren nach kurzer Recherche bzw. Nachfrage beim Anbieter mit ein paar Klicks behoben.

Man kann bei vielen Anbietern einen kostenlosen Account erstellen und/oder einen kostenpflichtigen 14 - 30 Tage lang testen. Dann wird man schnell merken, ob man mit dem jeweiligen Anbieter zurechtkommt.

Und auch, wenn der eine Anbieter kein Officepaket anbietet, kann man bei einem Anderen nur Office bestell und in der Nextcloud ohne Office integrieren ( hatte ich so mit der Hetzner Nextcloud und ViOffice ausprobiert).

Nextcloud habe ich bisher bei der Telekom, Hetzner, Wolkesicher und Ionos getestet. Letztlich nutze ich nun Ionos. Zwischenzeitlich habe ich, nach einem Artikel wie toll dies sein soll, auch ProtonDrive ausprobiert. Dies erwies sich aber als nicht ganz so reibungslos wie man es vermuten könnte. :wink: Gerade wenn man sehr viele Bilder ablegen möchte, hat Proton so seine Probleme.

Bei Hetzner gab es für mich keinen einfachen Weg ein Office zu integrieren. Für einen reinen File-Betrieb war das aber soweit ganz gut. Bei Wolkesicher hatte ich Probleme mit dem Support, der nicht reagierte und auch mit der Ansicht meiner Bilder. Bei der Telekom wurden ebenfalls nicht alle HEIC Bilder angezeigt und das könnte mit einem Plugin der Nextcloud auf Seiten der Telekom zusammenhängen.

https://telekomhilft.telekom.de/conversations/magentacloud/magentacloud-apple-foto-format-wird-seit-01062025-nicht-mehr-bedient/68b891bec8c36c1af86072fb

Gefühlt bietet die Telekom die wenigsten Funktionen, auch wenn diese recht performant erscheint.

Bei Ionos habe ich bisher die wenigsten Probleme, das Office läuft zuverlässig und ich kann fast alle benötigten Funktionen von OneDrive abbilden inkl. Einkaufsliste oder gemeinsamen Kalender. Alle Bilder werden zuverlässig angezeigt und auch der Upload funktioniert zuverlässig. Allerdings muss man sich wegen des Backups selber etwas überlegen. Im Gegensatz zur Nextcloud bei Hetzner oder Wolkesicher gibt es hier meines Wissens kein integriertes Backup. Ich löse dies über eine Synology auf die ich unregelmäßig die Daten synchronisiere, meine Daten ändern sich aber auch nicht täglich.

Das einzige was ich an z.B. OneDrive vermisse ist der tägliche Rückblick in den Bilder, was ich an dem Tag in den letzten Jahren unternommen habe. Ionos bietet in der Foto-App “An diesem Tag” an, aber dies beinhaltet die Bilder von ±3 Tage. Auch ist die Nextcloud App leider nicht so umfangreich wie die von OneDrive.

Ich habe bei all den Managed Nextcloud Anbietern eine Thumbnailansicht von Videos vermisst. Alle Nachfragen wurden damit beantwortet, dass dies aus Performancegründen nicht möglich ist, dafür müsste ich einen dezidierten Server mieten. Einzig der Anbieter portknox hatte mir dies auf Nachfrage möglich gemacht. Sie gehören aber zu den höherpreisigen Nextcloudanbietern, gegen Aufpreis auch mit Office-, Backup- usw. Funktion.

Letzten Endes haben mir die ganzen Tests gezeigt, dass ich für meine Bedürfnisse keine Nextcloud brauche. Mit Ente für Bilder, Tutanota für Kalender, Filen für Dateien und Anytyp für Notizen werden meinen Bedürfnissen besser erfüllt.

Das finde ich interessant (als Joplin-Nutzer). Als ich zuletzt bei Anytype vorbeigeschaut habe, war das eher noch im Alpha- als im Beta-Stadium. Was mich vor allem interessiert, ist eine bessere Integration von Notizen und Aufgaben (auch mobil), was mir Joplin nicht so gut bieten kann. Für Aufgaben nutze ich darum Nextcloud-Tasks, was über CalDAV mit Apple-Erinnerungen kompatibel ist. Sowohl die Web-Version als auch die Thunderbird-Komponente haben allerdings ihre Usability-Probleme.

Beispiel: Das Edit-Fenster für die Änderung bereits angelegter Aufgaben ist im Web bei der Nextcloud so absurd schmal, dass kaum mehr als ein Wort reinpasst und horizontales Scrollen angesagt ist. Dass es ein CalDAV-kompatibles Aufgaben-Modul bei der Nextcloud gibt, finde ich toll, aber das Vorurteil schlechter Usability von FOSS-Projekten wird hier in Teilen (wie auch bei Joplin) leider bestätigt.

Ob Anytype sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Notion wird durchsetzen können, wird auch von der Benutzerfreundlichkeit abhängen.

Ich brauchte schnell eine Lösung, um mit jemand technikunaffinen unkompliziert eine gemeinsame Liste zu Abhaken zu haben. Mehr habe ich damit noch nicht gemacht. Das aber funktioniert tadellos. Die DAV Synchronisation finde ich über Geräte- und Betriebssystemgrenzen nicht massentauglich. Falls jemand Erfahrung hat, bei dem dies reibungslos vonstatten geht, wäre ich über ein Howto froh.

Gut zu hören, dass das klappt. Wegen der freien Konfigurationsmöglichkeit komplexer Datentypen (daher: “Anytype”) gilt die Lernkurve wie bei Notion als steil. Aber man muss in seine Notizen ja nicht unbedingt gefelderte Datenbanken usw. einbauen…

Ich hätte da eine zündende Idee, wie man ‘Massentauglichkeit’ mit digitaler Souveränität verbinden könnte. Wenn die zweistellige Millionenkundschaft der Werbeschleudern gmx und web.de ihre Kalender und Adressbücher nicht über Apple und Google (wie auf dem Handy voreingestellt), sondern über die nach deutschem Recht operierenden Server von United Internet verwalten würde, wäre für besagte Souveränität schon viel gewonnen. Viel besser wäre natürlich der Umzug zu Posteo oder mailbox.org, aber gerade für unser Thema hier (Cal- und CardDAV) gibt es auf den Hilfeseiten der besagten Freemailer ausführliche Anleitungen.

Wenn man es sicher haben will, führt kein Weg an Zwei-Faktor-Authentifizierung und geräte-eigenen App-Passwörtern vorbei, was die Sache zugegebenermaßen weniger komfortabel macht. Aber auch dafür sind die o.g. Anleitungen nützlich, die man in ähnlicher Form auf datenschutzfreundlichere Hoster und Mailprovider übertragen kann. Hosting.de aus Aachen, wo ich meine Managed Nextcloud habe, bietet all diese Hilfetexte zu Cal-, Card-, WebDAV, 2fa und App-Passwörtern ebenso.

Warum hast du dich trotz Synology und deren Drive und Photos für eine extern gehostete Cloud entschieden?

Ich hatte mich damals für eine 220j entschieden und die Foto-App läuft darauf eher bescheiden. Dazu hatte ich auch immer wieder Probleme mit HEIC Bildern bzw. der Foto App von Synology auf den iPhones. Auch funktioniert die Office App nicht so überragend auf der 220j. Dazu kommt der Stromverbrauch für den 24/7 Betrieb bzw. die Kosten für eine größere Synology Box.

Alles klar. Danke dir. Ja die j-Serie ist schon recht schwachbrüstig, wenn man mehr als nen Fileserver braucht.

Hallo ToKu, nutzt Du #Filen.io unter #grapheneos und wenn ja, wie ist es eingebunden?Gruss

Ich nutze die Filen App. Dort kannst in den Einstellungen die Androiddateiintegration aktivieren, sodass Filen auch über den Dateimanager erreichbar ist.

Mikes Nextcloud Serie ist ja in der Zwischenzeit abgeschlossen. Ich nehme für mich mit

  1. Mit Nextcloud kann man eine Vielzahl an Anwendungsfälle abbilden, die auch in den Big-Tech-Diensten von z. B. Apple, Google, Microsoft abgebildet werden.
  2. Nextcloud-Installationen können von einer Vielzahl unterschiedliche Anbieter gemietet werden, so dass das Know-how für ein Eigenbetrieb nicht zwingend erforderlich ist.
  3. Allerdings stellt Nextcloud kaum Möglichkeiten für die Verschlüsselung von Inhalten zum Schutz vor Zugriffversuchen der Administratoren bereit. Vertrauen in den Anbieter ist daher zwingend erforderlich, oder es ist doch wieder ein Self-Hosting zu realisieren.
  4. Eine Ende zu Ende Verschlüsselung ist ausschließlich für Dateien auf Basis externer Lösungen wie Cryptomator möglich. Hierdurch stehen. allerdings die integrierte Funktionen von Nextcloud für diese Daten nicht mehr zur Verfügung.

Eine tolle Serie, wenn auch nicht das für mich gewünschte Ergebnis. Ich werde mich wohl um ein Self Hosting bei mir zu Hause kümmern müssen um die von mir erwarteten Schutz meiner Daten vor dem Betreiber einer Cloud Lösung realisieren zu können.

5 „Gefällt mir“

Nextcloud bietet doch alle üblichen Verschlüsselungsarten an, sogar eine Userkeyverschlüsselung und E2EE Verschlüsselung.

Das Problem wie die Schlüssel vor dem Zugriff von Administratoren und Eindringlingen geschützt sind, ist kein typisches Problem für die Nextcloud, sondern für alle Cloud- und Onlinedienste allgemein, die deine Daten verwalten. Der Punkt ist immer das Vertrauen in die Fähigkeit des Betreibers seine Systeme schützen zu können.
Auch beim Selbsthosten musst du deinen eigenen Fähigkeiten vertrauen.

Eine E2EE Verschlüsselung ist nativ mit der Nextcloud möglich, steht oder stand in dem Verruf noch zu experimentell zu sein und für den Produktivgebrauch nicht zu empfehlen. Das ist aber schon Jahre her. In wie weit es da Fortschritte gab, kann nicht genau sagen. Ich selber nutze die Nextcloud sehr wenig und habe eine kostenlose Managed Nextcloud und eine auf einem Webspace selber installiert und spiele damit rum. Unter anderem habe ich auch die besagte E2EE Verschlüsselung für einen Ordner und hatte bisher keine Probleme.

Das bei einer sicheren Cloudanwendung nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen können oder an Komfort einbüßen, liegt im Wesen der Verschlüsselung.

1 „Gefällt mir“

Allerdings stehen alle Verschlüsselungsmöglichkeiten eben nur beschränkt auf Dateien im Dateisystem zur Verfügung, während alle Daten die in Nextcloud-Anwendungsfällen serverseitig verarbeitet werden eben unverschlüsselt auf dem Server vorliegen müssen.

Wenn z. B. ein Apple Benutzer von einer iCloud mit aktiviertem Erweiterten Datenschutz (Advanced Data Protection ADP) wechselt (das entspräche der User-Key Encryption von Nextcloud bei aktivierter Webzugriff oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei abgeschalteten Webzugriff), dann verringern sich in Nextcloud die Menge der tatsächlich verschlüsselbaren Daten ganz massiv (Kontakte, Kalender, Erinnerungen und iCloud Mai die in iCloud auch nicht verschlüsselt sind mal ausgenommen, da ansonsten keine Kompatibilität zu Dritt-Clienst möglich wäre). Aber ich gebe zu, dass Apples iCloud Konzept hier gegenüber den meisten anderen Cloud-Diensten ein Alleinstellungsmerkmal hat.

Mir ging es in meinem persönlichen Fazit nur darum, dass man sich diesem Umstand, dass eben nur Dateien im Dateisystem sich in Nextcloud verschlüsseln lassen und die anderen Daten im unverschlüsselt gespeichert werden bewusst sein muss.

Ob man dann für sich ein Self-Hosting als sinnvoll und sicher machbar ansieht ist ein andere, nachgelagerte Bewertung die man natürlich vornehmen sollte.

Das verstehe ich nicht so ganz. Da auch in der erweiterten iCloud Kontakte, Kalender, Mail weiterhin unverschlüsselt bleiben. Was ist jetzt genau das Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Nextcloud im Punkt der verschlüsselbaren Daten, außer das es im Rahmen des Ökosystems Apple reibungslos funktioniert?

1 „Gefällt mir“

Kontakte, Kalender, Erinnerungen und E-Mail sind die expliziten Ausnahmen von Apples Advanced Data Protection (ADP). Die Implementation wurde meines Wissens von Apple hier nicht umgesetzt, da die Anwender ansonsten keine freie Wahl Ihrer Clients für E-Mail, Kalender und Kontakte hätten und damit z. B. Outlook, Thunderbird, usw. ausgesperrt würden.

Es hätte wohl einen zu großen Aufschrei gegeben, wenn Apple zur Implementation der Advance Data Protection durch den Schwenk von den offenen Protokollen IMAP, CardDAV, CaldDAV auf ein properitäres Synchronisationsprotokoll und eines speziellen Clients wie z. B. bei Tuta, die bisher freie Wahl der Clientsoftware eingeschränkt hätte.

Für andere Datentypen die von Apps in die iCloud gespeichert werden, egal ob von Apple oder von Dritt-Entwicklern, greift hingegen die zentral im Account aktivierte iCloud Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Advanced Data Protection ohne weiteres Zutun des Anwenders.