Ursprünglich veröffentlicht: https://www.kuketz-blog.de/musik-streaming-plattformen-spotify-alternativen-teil-1/
Es gibt viele Gründe, warum man das Musikportal Spotify nicht nutzen will, darunter auch Datenschutzbedenken. Wir alle hätten lieber einen fairen und datenschutzfreundlichen Dienst mit einem möglichst großen Angebot. Die fünf Einzelteile der Testserie erscheinen in den nächsten Wochen. Alle essentiellen Ergebnisse stehen aber ab sofort in der folgenden Tabelle. Auch wenn es nicht den einen klaren Sieger für alle diese Bedürfnisse gibt, kann man mit einer guten Kombination alle Wünsche abdecken. In der Tabelle sind alle Icons mit Mouse-Over erklärt. Ansonsten findet sich am Ende der Tabelle auch eine Legende. 1. Testüberblick über alle fünf Teile der Serie 1.…
Danke, das war heute auch Thema beim lokalen di.day!
Spannend im Sinne der Serie wäre eigentlich, wenn Spotify als Baseline zumindest in der Tabelle mit aufgeführt wäre, finde ich - damit abwägbar ist, wie doll oder wenig gewonnen ist beim Wechsel. Wäre das vielleicht mit vertretbarem Aufwand möglich?
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Qobuz wird zwar erst in einem späteren Teil genauer behandelt, trotzdem wollte ich folgendes Anmerken: (wenn es nicht schon in der Serie mit eingeplant ist)
Vor kurzem bin ich auf den alternativen Qobuz-Player QBZ aufmerksam geworden.
https://qbz.lol/
https://github.com/vicrodh/qbz
Zwei Vorteile, die im Zusammenhang mit dem Thema zu erwähnen sind:
- Die Software wurde primär für Linux entwickelt und ist auch für (so gut wie) alle Distros erhältlich (und auch MacOS)
- Kein Tracking/Telemetrie
Vielleicht lässt sich der Einsatz von Qobuz mit dieser Software eher rechtfertigen. Die Bewertung zu diesem Dienst war, auch im Vergleich zu den Alternativen, nicht besonders gut.
Qobuz hatte ich mal im Testmonat ausprobiert, von daher kann ich zur Software aktuell nicht viel sagen.
Vielen Dank für diese Testreihe. Mir ist klar, dass das hier ein technikfokussierter Blog ist, dennoch möchte ich anmerken, dass mir der Faktor Fairness deutlich zu kurz gerät. Musikstreaming ist ein unfassbarer legaler Raubfeldzug an den Musikern. Menschen, die jahrzehntelang ein sehr anspruchsvolles Handwerk gelernt und verfeinert (und eben nicht „ihr Hobby zum Beruf gemacht“) haben und dazu noch einen sehr hohen Aufwand zur Selbstvermarktung leisten müssen, werden mit Brotkrumen abgespeist. Für den Vergleich der Tantiemen reicht es nicht, nur auf Zahlen irgendwelcher Leute zu verweisen. Die „Kollegen“ vom Tonspion schreiben auch nur vom Onlinerechner irgendeines Menschens ab, der „auf Grundlage von echten Musikern und Informationen Dritter-Webseiten [rechnet], um einem ungefähren, durchschnittlichen Schätzwert zu bekommen“. Auch im Test wird auf die mangelhafte Aussagekraft der Fairnesskategorie hingewiesen, ich denke, sie kann eigentlich gar nicht zufriedenstellend bedient werden.
Ein weiteres Grundproblem neben dem eigentlichen Empfänger der Tantiemen (Label/Künstler) ist das Pro-Rata-Modell bei der Berechnung der Auszahlungen. Bei den meisten Streaminganbietern erhalten die Künstler eben nicht entsprechend ihrer Streamzahlen Geld sondern anhand ihrer Position innerhalb des gesamten Pools, das bedeutet, je bekannter ein Künstler, desto mehr Geld bekommt er pro Stream. Das ist völlig ungerecht und führt dazu, dass die überwältigende Mehrheit so gut wie nichts bekommt und ein paar Gewinner fast alles.
Ein Gegenmodell wäre das user centric payment -Modell, wo die Abogebühren an die Künstler gehen, die auch vom Abonnenten gehört wurden. Das wollte Tidal immer machen, hats aber nie hinbekommen, Deezer macht eine schlechte Variante davon seit einiger Zeit.
Ich bin Musikwissenschaftler und arbeite seit ~10 Jahren in der Kulturbranche. Ich habe nie jemanden gekannt, der sich für das Geld aus Streamingeinnahmen interessiert, alle betrachten das als Werbung/Social Media Plattform und hoffen auf Einnahmen aus Konzerten oder Projektförderungen.
Ich persönlich habe sämtliche Streaming-Abos gekündigt und höre nur noch Musik, die ich sorgfältig aussuche und dann bei Bandcamp, (Indie)Labels, bei Konzerten oder zur Not klassisch im Laden/Versand kaufe. Mir ist klar, dass das kein Modell für die breite Masse ist. Es ist aber meine Hoffnung, dass dieser Ansatz tatsächlich „fair“ ist. Ich gehe nicht davon aus, dass ein hochwertiges, wertvolles Produkt (quasi) gratis ist, bloß weil es digitalisierbar ist.
Wenn 100.000 Leute eine/n Künstler/in auf Tidal streamen, was für weite Teile der Musikwelt völlig illusorisch ist, kommen dabei (angeblich) 1.150€ brutto heraus. Für mehrere Musiker und Techniker etc. pp. und jahrelange Arbeit.
Streaming ist nie fair.
So hat sich die „schöne neue Welt“ entwickelt. Früher war das mal genau umgekehrt, da waren Konzerte - aus kommerzieller Sicht - (zumindest auch) Werbung für Plattenverkäufe. Und daher auch oftmals subventioniert. Pearl Jam z.B. untersagten in den 90ern Veranstaltern Tickets für mehr als 40,- D-Mark zu verkaufen bzw. weigerten sich, an Orten zu spielen, wo es mehr kosten sollte.
Früher konnte man sich dadurch noch deutlich mehr Konzerte/Kultur leisten als heute - und auch Tonträger waren deutlich günstiger aufgrund der hohen Absatzzahlen. Heutzutage sind Konzerte und Merchandise (in erster Linie Klamotten) für die meisten Acts die einzige Einnahmequelle, die wenigstens noch ein klein wenig Gewinn erzielt. Ganz perfide ist, dass zudem noch die großen Acts, die schon den ungerecht verteilten Gewinn bei den Streaming-Anbietern abschöpfen, auch noch zusätzlich absolute Mondpreise für ihre Konzerte verlangen.
Absolut. Wer Musik wirklich liebt und dazu beitragen möchte, den immer weiter voran schreitenden Verfall eines vielfältigen Kulturangebots aufzuhalten, der sollte Streaming rigoros boykottieren und stattdessen lieber sein Geld für den Kauf von Musik als Download oder noch viel besser in Form von physischen Tonträgern ausgeben. Wer dazu bereit ist, sich wirklich ernsthaft darauf einzulassen, wird relativ schnell merken, dass er Musik viel bewusster erlebt und nicht nur als beiläufiges Hintergrund-Gegniedel nebenbei.
Dass es gerade heute immer mehr Menschen gibt, deren Geldbeutel dies nicht in dem Maße erlaubt, wie sie es vielleicht gerne hätten, ist leider auch eine traurige Tatsache. Aber auch hier wäre es dann vielleicht wirklich besser, sich „Privatkopie-Tools“ zum „kostenlosen“ Download zu bedienen und das wenige Geld, dass man erübrigen kann, dann in den bewussten Kauf von Veröffentlichungen seiner Lieblings-Acts zu investieren als in vermeintlich „günstige“ aber höchst unfaire Streamingangebote.
Ich finde diese Doku in der ARD Mediathek durchaus sehenswert:
auch hier kommt es auf den Vertrieb an, eine CD eines Universal Künstlers für 15€ bei Media Markt bringt dem Künstler auch so gut wie nix (gab da irgendwann mal ne Studie von der GEMA, glaub ich).
1000%
so bin ich auch weg vom Streaming, wegen des sozialen/politischen Faktors und weil ich bewusst weniger Musik hören wollte, weil das das Musikerleben enorm verstärkt. Einige kaufen ja auch wieder Schallplatten, weil sie so mehr Bewusstsein in ihren Musikkonsum bringen wollen. Ist halt teuer, aber ich versteh’s voll.
Absolut, und ich bin mir sicher, dass kein Musiker was dagegen hat, wenn diese Menschen dann die Gratisquellen nutzen.
Kann ich nur beipflichten.
Wenn man nicht verdummt werden möchte, wie von Eberl in der Einleitung beschrieben, sollte man Musik hören und sich nicht bedudeln lassen.
Und wenn das Geld dafür knapp ist, kann man sich gebraucht Schallplatten und CDs entweder online über medimops kaufen oder mal wieder in die Schallplattenläden schauen.
Das ist natürlich auch ein Punkt. Aber ob die CD eines Universal-Künstlers jetzt bei Media Markt oder einem kleinen Plattenladen gekauft wird, macht für den Künstler finanziell keinen Unterschied. Er bekommt da in der Regel pro verkaufte Einheit immer den gleichen Betrag. Wie groß dieser ist hängt natürlich vom jeweiligen Vertrieb bzw. Musik-Label, etc. ab. Aber der (vergleichsweise „kleine“) Künstler bekommt dann im Gegensatz zum Streaming dennoch deutlich mehr. Natürlich kann auch davon kaum einer leben bei den Absatzzahlen heutzutage. In dem Beispiel wäre es eher wichtig, den kleinen Plattenladen zu unterstützen statt Media Markt. (Aber immer noch 1000x besser Media Markt als den Streaming-Dienst.)
Die meiste Marge wird ein Künstler noch machen, wenn er die Möglichkeit hat, seine Musik (auch/zusätzlich) selbst zu vertreiben - wenn es der Label-Vertrag erlaubt oder die ganze Produktion gar selbst verantworten. Portale wie Bandcamp haben den Künstlern hierfür einiges vereinfacht - wenn auch diese natürlich nicht komplett unkritisch zu sehen sind. Bandcamp ist es aber auch anzurechnen, dass sie bis jetzt immer noch den Bandcamp-Friday beibehalten haben, der eigentlich mal aufgrund der Corona-Krise eingeführt wurde und bei dem Bandcamp am jeweils ersten Freitag eines Monats auf seine Gebühren für sämtliche an diesem Tag getätigte Verkäufe zugunsten der Künstler verzichtet. Aber natürlich machen auch auf diesem Wege die meisten kleineren Künstler und Labels heutzutage keinen nennenswerten Gewinn mehr, sondern hilft im besten Fall, das Musikmachen nicht zum finanziellen Verlust werden zu lassen und vielleicht noch kleine Ressourcen für das weiter Machen aufzubauen.
Es soll ja auch Leute geben, die niemals damit aufgehört haben.
Dass auch dieses Thema ambivalent ist, die Musikindustrie hier teilweise extrem unverhältnismäßig agiert - davon wollen wir hier am Besten gar nicht erst anfangen… Ändert aber dennoch nichts daran, dass der Kauf von physischen Tonträgern (aber auch von Downloads) generell besser für den Künstler ist als jedes Streaming - in mehrfacher Hinsicht.
Und es gibt sogar Künstler, die das sogar noch - aus idealistischen Gründen - forcieren: King Gizzard & the Lizard Wizard z.B. haben letztes Jahr - wie einige andere Künstler auch - ihr gesamtes Musikangebot von Spotify runter genommen. Zwar in erster Linie als Protest gegen die großen Investitionen in Waffenproduktionsfirmen des Spotify-CEOs, aber auch gegen Spotifys Geschäftsmodell generell. In ihrem Fall haben sie sogar im gleichen Zuge ihren gesamten Musikkatalog für jeden quasi kostenfrei in höchster Qualität zum Download auf Bandcamp frei gegeben, nach dem „Name Your Price“-Modell (also 0,- bis was auch immer man bereit ist, zu zahlen). Immerhin schlappe 28 Studioalben. Das war/ist auch als ein eindeutiges F**k You an Spotify und deren gleichen gerichtet. Natürlich hat diese Band auch ein Standing, wenn auch nicht ein Großverdiener aber zumindest von ihrer Musik über die Runden kommen zu können. Aber dennoch ein Statement, dass sich nicht viele - zumindest nicht in der Größenordnung - trauen.
Erstmal ganz herzlichen Dank für den Artikel! Das ist eine geniale Übersicht und hat mir schon eine schöne Empfehlung gegeben (ByteFM - kannte ich noch nicht.)
Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, wäre es Idagio. Ich nutze es als Alternative zu Apple Klassik und würde mich über eine Einordnung sehr freuen. Vielen Dank im Voraus, wenn dies zustandekommt!
Super Tipp, das füge ich noch ein. Danke!
Sehr spannender Kommentar! Ich habe wirklich wenig Ahnung von diesem Gebiet und hatte mich auf die Kollegen von Tonspion verlassen. Ich verlinke deinen Kommentar noch im ersten Teil und werde dein Fazit „Kauf besser als Streaming“ dann ganz am Schluss noch einfließen lassen als Empfehlung.
Appslyer, Google Analytics, Googletagmanger. Website bekäme in jedem Fall eine rote Bewertung.
Streaming ist nur für die wirklich Großen lukrativ, die brauchen es eigentlich nicht.
Ich finde Bandcamp kommt ein wenig schlecht weg. Die zahlen zumindest die kleinen richtig gut aus.
Richtig kundenfreundlich ist es auch.
Minor problems:
- Zahlungsmethoden
- 1 Tracker in der App
- Captcha im Browser (ab und an)
Zu Bandcamp, das kann man auch über die Webseite benutzen, ohne App.
Zusätzliche kann man auch per Music Assistant (Home Assistant Add-on) direkt alle Musik von Bandcamp durch die Suche auf seine Lautsprecher Streamen, als Song oder das gesamte Album.
Ich denke nicht, dass die „breite Masse“ notwendigerweise beim Streaming landen muss. Ich habe schon ein halbes Dutzend Probe-Abos gehabt und alle davon noch während der Probephase gekündigt. Nicht weil ich ein Tonträger-Freund bin (das war ich mal mit meiner immer noch existenten LP- und CD-Sammlung), sondern ein eingefleischter Radio-Fan. Gibt’s heutzutage ja auch ‚over IP‘ sowie ‚on demand‘ - Stichwort „ARD Sounds“. Meine sogenannte Playlist besteht schlicht aus meinen Lieblings-Radiosendungen.
Absurd fand ich deshalb den angeblichen ‚unique selling point‘, mit dem damals Apple Music gestartet ist: ‚curated content‘, also Musik, die von Menschen, nicht von Algorithmen ausgesucht wurde. Das machen die Musikredaktionen von Radiosendern seit ungefähr hundert Jahren…
Auch wenn’s daraufhin in Foren manchmal Kritik hagelt: ein Lob auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Wer Werbung und Mainstream-Mucke mag (egal welchen Genres) kann gerne auch den privaten Rundfunk loben. Wie gut das sogenannte Airplay (also die Radio-Distribution) auf das Konto der Urheber einzahlt, weiß ich nicht, das können vielleicht aber andere hier im Thread beantworten.
Bei den Umsätzen vom Streaming wird gerne vergessen, dass dies eben nicht mit CD-Verkäufen vergleichbar ist, sondern eher mit Radio-Air-Play.
Spotify hat beispielsweise 761 Millionen aktive Nutzer, von denen nur 62% die rein werbefinanzierte Option nutzen. Werbeeinnahmen macht aber weniger als 10% des Umsatzes aus.
(Quelle: Spotify, https://s29.q4cdn.com/175625835/files/doc_financials/2026/q1/Q1-2026-Shareholder-Deck-FINAL.pdf)
Spotify gibt nicht an, was sie pro Stream bezahlen. Gemunkelt wird aber etwas um 0,3 Cent. Eine Zahl, die gerne in den Raum geworfen wird, wenn Qobuz mit seinen 1,8 Cent angibt.
Ignoriert man die werbefinanzierte Abos, bringt ein Premium-User grob überschlagen knapp den 10-fachen Umsatz, also wohl auch 3 Cent pro Stream. Das ist natürlich eine rein fiktive Zahl, weil die Ausschüttung die großen bevorzugt, aber doch mehr als bei Qobuz.
Das Ausschüttungsmodell von Spotify hat auch Vorteile. Würde man Streams rein nach Abspielzeit vergüten, bekämen White-Noise-Streams ohne kreativen Anspruch vermutlich viel mehr Geld. Zulasten der Musiker.
Laut GEMA bekommen die Interpreten 12,7% der Streaming-Einnahmen ab, die Urheber weitere 9,7%. Ein kleiner Künstler, der seine Songs selber schreibt, kassiert beim Streaming also doppelt ab. Das doppelte von wenig ist immer noch wenig, relativiert aber diese Idee, das Geld ginge vor allem an die Großen.
Auf einem Konzert 2007 - also vor dem Streaming-Boom - fragte der Sänger der Band, wer denn deren erste Album kenne. Mit dem schönen Nebensatz, dass es ihm egal sei, ob man es gekauft oder rauskopiert habe. Damit verdient die Band eh kein Geld. Hauptsache man komme zu den Konzerten. So richtig viel verändert hat Streaming seitdem also gar nicht.
Nein, das machen die Radio Sender eigentlich nicht so, man denke nur an die „80er, 90er und das beste von heute“ Sender. Das ist Format Radio mit vom Computer ausgewählter Musik. Es gibt sicher noch Sendungen die mit „handverlesener“ Musikauswahl, die meisten Sendungen sind es nicht. Ich rede hierausdrücklich nicht von Spartensender wie ByteFM oder Detektor Radio, ich meine die normalen und regionalen Rundfunk Sender
Da hat man eben ab und an einen Capcha ![]()
Nicht schön für zahlende Kunden.
