OpenStreetMap - Geo-Profil anhand der Änderungssätze eines Nutzers

In OpenStreetMap arbeiten Freiwillige - oft über Jahre hinweg - an einer detailierten Weltkarte. In kleinen Schritten („Änderungssätze“ / Change sets), die von angemeldeten Nutzern hochgeladen werden, werden die Karten dabei Schritt für Schritt optimiert und aktuell gehalten.

Meine Frage / Bedenken zum Austausch in der Runde: Die Historie an Änderungen, die ein Nutzer eingereicht hat, ist öffentlich abrufbar (Beispiellink
https://www.openstreetmap.org/user/Nutzername/history). Daraus lässt sich eine Menge ableiten:

  • Welche Orte (Wohnstraße, Arbeitsplatz, Verwandte, …) besucht die Person wann?
  • Welche Art von Orten werden bearbeitet (Ärzte, Kinderspielplätze, Tierhandlungen, …)?

Ich verstehe, dass es für eine transparente vertrauenswürdige Community sinnvoll ist, mit angemeldeten Nutzern und offenen Daten zu arbeiten.

Andererseits ist mir nicht ganz wohl dabei, wenn ich sehe, was da an Daten über eine Person zusammenkommt.

Sicherlich sind die Daten nicht so umfangreich wie die Sammlungen von Google & Co, aber öffentlich.

Wie steht ihr zu den Bedenken?
Habt ihr Ideen für Schutzmaßnahmen jenseits von der begrenzten (zeitlich, räumlich) Verwendung einzelner Profile?

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Auf jeden Fall ein sonst nirgends genutztes Pseudonym verwenden.
Aber dennoch: alles ist miteinander verknüpfbar und wenn nur an einer Stelle eine reale Winzigkeit durchblitzt (zum Beispiel bei Live-Kontakten), fliegt alles auf und man ist nackt.

Definitiv hilft nur, nicht teilzunehmen!

Stattdessen sollte die Community Firmen neutral beauftragen.

Oder, die History löschen und nicht auf Nutzeraccounts akkumulieren.
Dann anonym chronologisch neu erstellen.

Das wäre in dem Zusammenhang zwar ausgesprochen wünschenswert, würde (wird) aber sicherlich an der Finanzierung scheitern.

Die aktive Teilnahme am OSM-Programm sehe ich grundsätzlich als unkritisch, sofern man gewisse Grundsatzregeln beachtet. @Bit hat es oben ja schon ansatzweise angesprochen.

Gedankenspiel:
Ich kann mich registrieren wo auch immer ich möchte und dabei irgendeine „Identität“, irgendeinen „Alias“ einsetzen. Zum Beispiel könnte ich @hallo123 oder @Bit verwenden, obwohl ich gar nicht @hallo123 oder @Bit bin. Wenn ich dann auch noch so clever bin und nur Datenpunkte bearbeite/veröffentliche, die im wahrscheinlichen Umfeld von @hallo123 oder @Bit liegen, wird niemand schnallen, dass ich gar nicht „der“ bin „der“ ich zu sein scheine. Selbstverständlich setze ich hierbei die o. g. Grundsatzregeln voraus, die es grundsätzlich immer zu beachten gilt.

Vor dem OSM-Projekt selber könnte ich meine wahre Identität verschleiern/verbergen, indem ich wahlweise Tor oder ein ziemlich sicheres (unkommerzielles) VPN verwende.

Es konterkarierte auch den Community-Anspruch von OpenStreetMap.

Das ist ja schon Verführung zur Straftat …
Ich sollte mir ein Zertifikat zulegen – aber halt: dann wäre die Anonymität wieder futsch.

NEIN, wo denkst du hin?!

Die Zertifikat-Idee ist grundsätzlich bemerkenswert gut, aber in der Praxis (leider), Stand heute, nicht umsetzbar. Vielleicht wird’s irgendwann in der Zukunft einmal Mechanismen (Algorithmen) geben, die bspw. durch Rotation eine solche Technik möglich und einsetzbar machen.