PayPal: Datenweitergabe an Onlineshops

Das Für und Wider von PayPal ist in diesem Forum schon häufig diskutiert worden, etwa in diesem Thread:

https://www.kuketz-forum.de/t/weg-von-paypal-entscheidung-debit-oder-kreditkarte/10957/22

Hilfreich auch der Blog-Beitrag von Matthias Eberl:

https://www.kuketz-blog.de/paypal-ohne-konto-nutzen-was-geht-und-was-nicht-geht/

Dem bin ich jetzt gefolgt, indem ich meine Standard-Mailadresse bei PayPal abgeändert und als Standard-Telefonnummer eine Pre-Paid-Karte eingetragen habe. Dabei geht es mir weniger um die Datensammelei und -weitergabe des Dienstes selbst (das ist inzwischen schon im Journalismus angekommen), sondern um PayPals Rolle als „identity provider“.

In den AGB und auf der Website steht, dass die folgenden Daten an Onlineshops übermittelt werden:

  1. Name
  2. Adresse
  3. E-Mail
  4. Telefonnummer

Nr. 1 bis 3 dürfte unstrittig sein, da zur Kauf-Abwicklung samt Rechnungserstellung und Warenversand erforderlich. Nr. 4 braucht man eigentlich nur bei Speditionsanlieferung, doch können die Händler ihr PayPal-Konto so konfigurieren, dass die Telefonnummer immer mit übermittelt wird (standardmäßig scheint das nicht der Fall zu sein).

Anstrengend war mein Weg zur Änderung bzw. Hinzufügung einer SimpleLogin-Alias-Mail im PayPal-Konto. Die wurde vom Web-Interface immer geblockt, ohne dass überhaupt eine Bestätigungsmail abgesandt wurde: „Wir konnten nicht bestätigen, dass Sie es sind“, also eine automatisierte Sicherheitswarnung ohne spezifischen Grund, die mir auch an der Hotline niemand erklären konnte. Login, Transaktionen: Alles andere ging trotz dieser Warnung wie immer. Plus-Aliase werden ebenfalls nicht akzeptiert; diesmal aber mit spezifischem Grund (Sonderzeichen nicht zulässig, obwohl die Mail-Adress-Spezifikation ein „+“ ausdrücklich zulässt).

Nachdem ich dem freundlichen Mitarbeiter der PayPal-Hotline besagte SimpleLogin-Adresse Zeichen für Zeichen diktiert hatte (skurrile Situation), lief aber alles wie geplant, bis auf zwei verschiedene Recaptchas bei den folgenden Loginversuchen mit einmaligem Ankreuzen bzw. Bilderrätsel. Hoffentlich wird das nicht zum Dauerzustand… Wegen dieser Login-Unsicherheit habe ich die ursprünglichen Daten für Mail und Mobiltelefon aber noch im Konto belassen. Am Ende geht es mir wie gesagt um die spezifische Frage, welche persönlichen Daten gegenüber Internetshops exponiert werden.

Amazon Pay ist da als Identity Provider übrigens deutlich relaxter: Zwar wird die Telefonnummer immer gleich mit übertragen, doch muss man sie im Amazonkonto nicht verifizieren lassen, kann also auch eine Fake-Nummer angeben. Und Plus-Aliase werden als Benutzername bei Amazon ebenfalls klaglos akzeptiert.

Wie haltet ihr das mit den bei PayPal hinterlegten persönlichen Daten? Und wie gesagt: Das Für und Wider von „PayPal nutzen oder lieber nicht“ halte ich hier im Forum schon für ausreichend diskutiert. Einige werden meine Argumentation oben sicherlich so interpretieren: Wenn solche Verrenkungen nötig sind, Hände weg von PayPal.

Andere (auch in den beiden oben verlinkten Forums-Threads vertreten) würden sagen, dass PayPal sozusagen das geringere Übel ist, da es IBAN und Kreditkartennummer gegenüber Händlern maskiert und bei so gut wie allen Shops als Zahlungsmittel verfügbar ist. Wenn Wero (was übermitteln die eigentlich so an die Händler?) dieselbe Markt-Durchsetzung hat wie PayPal, kann der Thread ganz oben gerne mit anderen Ergebnissen fortgesetzt werden.