Personalisierung: Fluch oder Segen?

Nach dem Update auf iOS 17 wird mir ungefragt (bin gar kein Abonnent) eine lange Datenschutzerklärung angezeigt, die ich ziemlich neugierig finde:

Informationen, wie der Account, die IP-Adresse und das Gerät, die App, die KFZ-Schnittstelle, die du zum Abspielen verwendet hast, wo du in Apple Music oder Apple Music Classical warst, als du diese Musik abgespielt hast, den Zeitpunkt, zu dem du sie abgespielt hast, und für wie lange, werden aufgezeichnet und an Apple gesendet. Wir nutzen diese Daten, um dein Erlebnis an dich anzupassen, dir E‑Mails und Mitteilungen zu senden und besser nachvollziehen zu können, wie Apple Music und Apple Music Classical verwendet werden, mit dem Ziel, unsere Dienste verbessern zu können.

Ich nehme mal an, das macht die Streaming-Konkurrenz (egal ob Video oder Audio) ganz genau so.

Dass der Deal ‚Daten gegen kostenlosen Service‘ kein guter ist, da werden sich die meisten einig sein, die in diesem Forum angemeldet sind. Aber was ist mit dem Deal ‚Daten gegen Personalisierung‘ („um dein Erlebnis and dich anzupassen“)? Die Abonnenten solcher Services mögen mich aufklären, aber ein Opt-out aus der Personalisierung gibt es, glaube ich, nicht.

Ein anderes Beispiel (ich oute mich hier mal als - ehemaliger - Datenschutz-Sünder;-): Die Keyboard-App SwiftKey bietet als Opt-in ein personalisiertes Wörterbuch, das den Sync über Microsoft-Server erlaubt. Das habe ich inzwischen zwar gelöscht, doch fand ich es damals extrem nützlich: beim Umstieg von Android auf iOS und beim Tippen auf meinem Tablet, was ich weniger häufig dafür nutze als mein Smartphone. Auf allen synchronisierten Geräten dieselben Wortvorschläge zu haben, ist nicht nur ‚komfortabel‘ (wie man gern ein wenig abschätzig sagt), sondern auch sehr produktiv.

Der langen Rede kurzer Sinn: Beißt sich Datenschutz (immer) mit Personalisierung?

Nein, es ist eher immer ein Kompromiss nötig, und den muss tatsächlich jeder für sich selbst finden. Man tut gut daran, sich beraten zu lassen, um abwägen zu können.
Aber man sollte sich das nie vorschreiben lassen, sofern es um eigene Hoheitsgebiete (und nicht z. B. das Netz des Arbeitgebers) geht.

Außerdem ist es ganz natürlich, daß man nicht mit Methusalems Weisheit auf die Welt kommt, sondern sich ständig weiter entwickelt. Zumal sich auch die Anforderungen ständig weiter entwickeln.

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