Probleme beim Umstieg auf Linux

Hallo! Ich bin Windows-User seit Windows 3.0 und habe mich über Microsoft wegen der Systemanforderungen für Win 11 massiv geärgert und nun im Dualboot ein Linux Mint installiert. Das läuft nach etwas Eingewöhnung ganz brauchbar, ich habe aber massive Probleme mit Libre-Office meine MS-Office Dateien zu öffnen. Öffnen an sich geht, aber die Dokumente und Formatierungen sehen anders aus. Ich habe unter Linux die MS-Fonts installiert und gedacht es ändert sich etwas, was aber nicht der Fall war. Beispiel: Ich öffne ein Tabellenblatt mit Libre Office und es ist nun auf mehrere Druckseiten verteilt, statt auf einem Blatt. Das ist im Moment das größte Problem. Wenn ich das nicht gelöst bekomme, macht Linux für mich keinen Sinn, da ich ständig Dateien bearbeiten muss, die auf Office erstellt worden sind.
Ansonsten finde ich Linux nicht soooo schlecht. Die Bedienung verlangt etwas Umgewöhnung und meine Synology muss ich nach jedem Neustart mit meinem Passwort neu „freischalten“, aber damit könnte ich leben…

Ja, auf den Austausch mit MS-Office ist Libre Office nicht gerade spezialisiert. Es gibt aber noch einige andere Office-Pakete mit ähnlichem Funktionsumfang. Etwas besser ist es m.E.n. mit Only Office Desktop, das auch in den Mint-Paketquellen ist.
Viele empfehlen auch Softmaker Office, das sehr gut mit MS-Dateien harmonieren soll. Davon gibt es auch eine kostenlose Variante namens Free Office, die auch für die meisten Fälle reicht.
In jedem Fall solltest Du noch die grundlegenden Windows-Schriftarten nachinstallieren:
sudo apt install ttf-mscorefonts-installer

Benutzt Libre Office im Dokument die selbe Schriftart wie im MS Office?

Wie ist der Drucker eingerichtet?

Ansonsten bitte mehr Infos zum MS Format und MS Office Version.

Microsoft Schriften sind installiert und werden benutzt. Als Drucker ist derselbe eingerichtet wie unter Windows. Die Office Versionen sind verschiedene, meist Office 2021 Pro. Format ist *.xlsx

Habe gerade Only-Office probiert, das geht tatsächlich besser! Leider komme ich aus Only-Office nicht auf meine Synology, wo die Dateien liegen. Wenn ich die Datei in den Dokumentenordner kopiere wird sie aber einwandfrei geöffnet…

Drei weitere Hinweise:

  • Kann man zur Not auch Office im Browser verwenden bei Microsoft, ein entsprechendes MS-Konto vorausgesetzt
  • MS Office kann ggf. auch mit play-on-linux installiert werden
  • Angeblich soll MS Office noch dieses Jahr offiziell für Linux erscheinen:
    https://linuxnews.de/microsoft-office-2024-fuer-linux/

Ja, Only Office ist auch meiner Erfahrung nach mit das einzige was vernünftig mit Office Dateiformaten klarkommt.
Dass du nicht auf dein NAS kommst liegt wahrscheinlich daran, dass die Only Office Suite ein Flatpak paket ist und der Sandbox keinen Zugriff auf den Pfad der Synologie hat.

Ich würde dir gerne direkt den passenden Befehl reinhauen, so fit bin ich aber noch nicht und müsste genauso googlen wie du. :smiley:
Oder schau mal nach Flatseal, das ist eine GUI um die Berechtigungen der Flatpak Sandboxen zu verwalten.

Ein paar Gedanken zum Thema Office unter Linux:

  • Es gibt keine auch nur annähernd gleichwertige Alternative zu MS Office unter Linux
  • Du wirst häufiger (bei Libreoffice gefühlt immer) Probleme mit der Formattierung haben, wenn das Dokument mit MS Office erstellt wurde oder weiterverarbeitet wird
  • Ein Zusammenarbeiten am selben Dokument mit verschiedenen Office Suiten kann man ziemlich vergessen
  • Onlyoffice kommt besser mit .docx & Co zurecht als Libreoffice
  • Wenn du viel mit Office machen musst, oder mit anderen zusammen arbeiten, wirst du nicht drum herum kommen MS Office unter Windows zu verwenden, ggf. in einer VM

Generell muss man sich überlegen, ob sich ein Wechsel zu Linux lohnt, oder ob man versucht Windows besser zu konfigurieren. Ganz ohne Daten an Microsoft geht es kaum, aber besser als die meisten Windows-Nutzer allemal. Je nach Anforderungen, kann ein Wechsel zu Linux sinnvoll sein, oder eben auch nicht.

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So, habe mich erstmal informiert was ein Flatpack ist und was eine Sandbox. Als Anfänger ist das schon ganz schön kompliziert, bin auch nicht mehr der jüngste! Flatseal habe ich mir angeschaut, da werde ich aber noch nicht schlau draus. Zumindest kann ich sagen das Windows (gefühlt) einfacher in der Richtung ist. Im Moment zwinge ich mich dazu Linux zu nutzen und boote nur in Windows, wenn es nicht mehr anders geht. Ob das so bleibt wird die Zeit zeigen. Leider kann man viele Dinge nur über die Konsole machen, da kopiert man sich die Befehle ohne wirklich zu verstehen was da eigentlich passiert. Stabil ist Linux bislang, war Win10 bei mir aber auch. Spaß gemacht hat mir der Videoschnitt mit KDELive, verglichen mit meiner Windows-Software deutlich besser und schneller. Ich sehe halt nicht ein meinen I7-3770 mit 16GB Speicher usw. wegzuwerfen, nur um Win11 laufen zu lassen. Außerdem gehen die ganzen Lizenzen für Virenschutz, Office, Videoschnitt usw. auf Dauer ganz schön an den Geldbeutel. Ich denke Linux könnte da die Alternative sein. Für reine USER ist Linux wohl (noch) eher ungeeignet, da man ein gewisses Grundwissen schon benötigt, angefangen mit UEFI-Bios, Rufus usw. um die Installation zu schaffen. Es gibt sooo viele Linux Distributionen das es anl Laie schwierig ist überhaupt die Richtige auszuwählen. Man muss es wollen und viele werden sich lieber einen neuen PC zulegen um Win11 zu haben…

Für Virenschutz braucht und sollte man heutzutage kein Geld mehr ausgeben. Windows Defender ist da mindestens gleichwertig und kostenlos. Viel wichtiger ist sowieso Application Control, z.B. via Applocker oder WDAC.

Manchmal ist es besser ein paar Euro in ein neues Gerät zu investieren, als die Zeit die man für den Umstieg und den Betrieb eines neuen OSes und Softwarelandschaft benötigt. Man muss den Umstieg wollen und Interesse an Linux haben, sonst lieber einen neuen PC zulegen und sein Windows-Wissen verbessern.

Das ist es ja genau! Ich will mir keinen neuen PC zulegen nur weil Microsoft das so möchte. Linux hat mich immer schon interessiert, aber ich habe es mich nie getraut zu versuchen. Bislang bin ich überwiegend positiv überrascht worden. Only Office kommt scheinbar gut mit meinen Dokumenten klar, außer mit Publisher-Dateien. Da habe ich auch einige von, da ich z.B. Prospekte damit entworfen habe. Wenn ich Only-Office jetzt noch dazu bringe mit meiner Synology zu kommunizieren bin ich wieder einen großen Schritt weiter. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und auch diese Hürde werde ich auch noch nehmen!

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Wie ist denn die Synology überhaupt ins System eingebunden?
Bei mir ist die als smb-share gemounted und OnlyOffice (allerdings als Systempaket, nicht Flatpak) macht da keine Probleme.

Die beste MS-Office kompatiblität hat Softmaker-Office, wie schon oben genannt.
Das hat nichts mit Drucker zutun.
Benutze das selber geht einwandfrei.
Die Office-Programme können nicht selber Netzlaufwerke mounten, das muss das Betriebsystem machen mir Adminrechten.
Entweder über fstab-eintäge oder Hilfsprogramme

Wenn es wirklich MS Office sein muss, gibt es sonst noch folgende Möglichkeiten:

  1. Office bis 2016 und anscheinend auch 365 mit Crossover (kostet €60 aber kostenlos zum Testen). Funktioniert einwandfrei bei älteren Versionen (z.B. 2010) und einigermaßen erträglich bei 2016. Gut ins System integriert (z.B. Rechtsklick → öffnen mit → Excel).
  2. Virtuelle Maschine mit Windows (z.B. via Virt-Manager, Gnome Boxes oder Virtualbox). 100% kompatibel aber natürlich etwas nervig weil es vom Rest des Systems abgekapselt ist und man einen geteilten Ordner (Windows-Gast/Linux-Host) zum Dateienaustausch benutzen muss.
  3. So etwas wie Winapps, welches das besten der beiden Welten verbinden will. Im Hintergrund läuft eine Windows-VM, von wo aus dann einzelne Programme wie Office zu Linux via Remote Desktop „exportiert“ werden und dann wie eine normale Linux-App erscheinen. Leider noch nicht ganz so benutzerfreundlich und man stößt immer wieder auf Bugs und Fehler.
  4. Die Office-Webapp im Browser geht auch unter Linux.

Hallo,

also ich hab seit langer Zeit schon kein MS Office mehr verwendet auf dem Windows-Rechner, nur in Sondersituationen. Stattdessen erst OpenOffice und dann LibreOffice. Die Dateien von MS Office waren bei mir xls und doc (xlsx und docx hab ich normal nie verwendet), die konnte ich meist ohne Probleme öffnen mit OO oder LO und ich hab bei Änderungen es wieder in xls und doc gespeichert. Sehr selten (ich glaube 1-2x) ist nach längerer Nutzung mit dieser Methode dabei eine Datei kaputtgegangen (nicht reparierbar). Inzwischen speichere ich daher nur noch als odt und ods, seitdem keine Probleme mehr gehabt.

Ich würde es mal ausprobieren, die Dateien mit MS Office zu öffnen und als xls und doc zu speichern und diese Dateien dann mit Libre Office zu öffnen. (Backup der Dateien vorher sicherstellen). Und dann in ods und odt speichern. Bei mir kamen beim Speichern in odt und ods häufig Meldungen, dass dann bestimmte Formatierungen verlorengehen können. Trotz Ankündigung hab ich aber nichts vermisst. Ist aber vielleicht die Frage, ob man mit MS Office ganz spezielle Funtionen benutzt hat.
Wenn es funktioniert, müsstest Du das halt für alle Dateien auf einen Rutsch machen oder Du hast für eine Übergangszeit Windows und Linux parallel gestartet (eins normal, das andere als VM) und machst es für jede in dem Augenblick genutzte Datei einzeln.