Sicherheit von Geldanlagen

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit noch nicht allzu langer Zeit damit, was ich mit meinem Geld anstelle, also wie ich es auf welche Anlageform aufteile.

Das Girokonto ist obligatorisch und da mache ich mir auch weniger Sorgen, weil da am Ende des Monats eh nichts mehr drauf sein wird. Wäre zu verkraften.
Ein Teil des am Monatsende übrigen Geldes soll auf Tagesgeld gehen, ein anderer Teil in einen ETF-Sparplan.

Sicherheit hat hier verschiedene Ebenen:

  1. Verschiedene Anlageformen sind verschieden sicher (von der finanziellen Sicherheit her).
  2. Wie sicher sind die Konten / Depots allgemein vom Technischen her?
  3. Welche Absicherungen gibt es im Falle eines Falls?

Hier soll es nur um 2. gehen. (Bei 1. orientiere ich mich an Finanztip.de, bei 3. müsst man wahrscheinlich das jeweilige Institut fragen bzw. in die Unterlagen oer Gesetzestexte schauen.)

Meine Frage also:
Welche Möglichkeiten habe ich, aus einer Liste an z.B. guten Tagesgeldkonten oder Depots dasjenige herauszusuchen, bei dem ich mich die nächsten Jahrzehnte sicher fühlen kann, also sicher vor Angriffen, Einbrüchen, Diebstahl usw.? Voraussetzung ist natürlich, dass ich selbst sehr gewissenhaft agiere. Und absolute Sicherheit gibt es hier nicht, auch klar.

Hier wurden ähnliche Themen bereits diskutiert, aber aus meiner Sicht noch nicht so spezifisch.

Sind Filialbanken hier grundsätzlich besser als Direktbanken oder die Neobanken? Sind Depots bei Filialbanken besser als bei Direktbanken bzw. sogenannten Neobrokern?

Ich empfehle dir dich hier durchlesen

https://gerd-kommer.de/blog/

@sekret Meine erste Frage ist, von welcher Sicherheit du redest. Von was genau möchtest du dich schützen oder auf was beziehen sich die Fragen?

ETFs gehören jedenfalls zum Sondervermögen und liegen damit nicht direkt bei der Bank, sondern werden in eine sogenannte „Sammelverwahrung“ ausgegliedert. Das heißt, wenn die Bank bankrott geht, sind die ETFs sicher, weil unabhängig von der Bank. Das gilt auch für Aktien, aber nicht für alle Wertpapiere.

Dein Konto ist in DE bzw. der EU durch die Einlagensicherung geschützt.

Wie sicher die jeweiligen Banken sind, ist so unterschiedlich wie das Wetter. Da müsste man genauer hinsehen, um welche Bank es geht. Tendenziell sind aber Filialbanken und Direktbanken (Onlinebanken) „sicherer“ als Neobanken. Jedenfalls hörte man bei denen schon öfter Dinge, die nicht so schön waren.

Hat das deine Fragen beantwortet?

Edit: Wie der Kollege oben erwähnte: Gerd Kommer ist ein Guter! Den kann ich vorbehaltlos empfehlen, vor allem auch seine Bücher.

Meine Sorge besteht nicht auf der Ebene, dass eine Bank rott geht und ich dadurch meine Kohle verliere. Und Finanzberatung will ich hier auch keine, hatte ich ja geschrieben. Mein Plan steht und ich ziehe ihn durch. Gerd Kommer ist mir bekannt.

Die Sorge geht eher in die Richtung, dass es jemand aufgrund unsicherer IT seitens der Bank schafft, sich Zugang zu den Konten zu verschaffen und dann eben die Kohle futsch geht. Einlagensicherung beim Tagesgeld klingt ja gut, aber ETFs als Sondervermögen heißt doch nur, dass mein Geld bei der jeweiligen Bank nicht Teil der Konkursmasse sein wird. Aber das klingt für mich dann „Dein eigenes Problem!“. Aber wo ist die Kohle dann?

Klar kann man dann Anzeige erstatten, aber wie groß sind bei so etwas die Erfolgschancen, die Kohle zurückzubekommen?

Je länger man investiert, desto wahrscheinlicher ist es ja, dass eine der Banken, die meine Kohle hat, irgendwann mal angegriffen wird. Z.B. in ETFs investieren ist halt 1. ein langer Prozess und 2. steckt da einfach dann am Ende sehr viel Geld drin. Wenn man ein Leben lang fürs Alter privat vorgesorgt hat und dann ist aus so einem Grund die Kohle futsch, das wäre halt schon krass!

Ist das alles so unrealistisch, was ich hier von mir gebe?

Wenn ich eure bisherigen Antworten lese, bekomme ich ein wenig das Gefühl, dass diese Sorgen hier nicht geteilt werden. Bin ich vielleicht zu sehr beeindruckt von den vielen IT-Newsmeldungen über Diebstähle im Kryptowährungsbereich? Möglich!

Wenn meine Sorgen unbegründet sind, dann wäre ich da super froh drüber! Es wäre aber sehr nett von euch, wenn ihr sie mir gezielt mit Argumenten entkräftet könntet.

Da die Bank dafür haftet, ziemlich gut:

„Banken sind grundsätzlich dazu verpflichtet, ausschließlich vom Kunden autorisierte Zahlungsvorgänge per Online-Banking durchzuführen. Wird ein Zahlungsvorgang durch den Bankkunden nicht in Auftrag gegeben und die Bank führt den Auftrag trotzdem durch, so haftet sie gegenüber dem Kunden und muss den angewiesenen Betrag zu erstatten. Auch in Fällen, in denen der Kunde Opfer von Hackerangriffen und „Kontoplünderung“ werden, hat die Bank dem Kunden grundsätzlich das „gestohlene“ Geld zu ersetzen.“

https://www.anwaltsunion.de/hackerangriff-auf-online-banking-wer-haftet-fuer-schaeden/

Ich würde das Risiko als recht gering einschätzen, auch weil bei Wertpapieren mehrere Transaktionen über mehrere Stunden hinweg gefälscht werden müssten - von dem recht eindeutigem paper trail und der haftungsfrage mal abgesehen.

Nur meine Meinung:

Sehe es wie Krone.
Wichtig ist nur sich selbst nicht angreifbar zu machen.
Sprich, deine Bank Login Daten gut verwahren.

Die Bank wird als erstes versuchen die Schuld auf dich zu schieben. Wenn du diese gekonnt von dir weißen kannst ist alles gut.
Wer hier wem was beweisen muss, ist mir allerdings nicht bekannt.

Das Problem bei Cryptos sehe ich in der Selbstverwaltung oder dubiosen Verwaltungsfirmen. Daher wird hier mehr berichtet.

Ok, super, danke euch!!! Danke für das sachliche Argument gegen meine Sorgen! :slight_smile: Meine leichte Paranoia hilft mir dann natürlich im Falle eines Falles, gut für mich selbst zu argumentieren.