Ich plane, von Windows zu Linux zu wechseln. Die neue Version von Ubuntu 24.04.2 LTS ist für mich die beste Wahl. Ich habe ein ASRock H77 Pro4/MVP Motherboard. Es hat 16 GB DDR3 Ram. Das Motherboard ist aus dem Jahr 2015. Ich möchte wissen, was ihr über meinen Plan denkt. Gibt es beim Wechsel wichtige Dinge, die man beachten muss? Gibt es immer noch Sorgen, dass Telemetriedaten gesammelt werden? Und werden diese Daten auch an Microsoft geschickt? Ich freue mich auf euch.
Da ich unsere Software regelmäßig auch unter Ubuntu testen muss, habe ich noch ein ganz ähnliches System aus 2014 mit Ubuntu 22.04 LTS laufen. Ein Kollege hat das Anfang des Jahres auch auf 24.04 aktualisiert was ebenfalls geklappt hat. System läuft Tag und Nacht.
Die einzigen Verbindungen die regelmäßig ausgehen betreffen DNS, NTP, Ubuntu-Updateserver und leider seit 18.04 auch die Server mit der Software die via SNAP ausgerollt wird.
Ein Ärgernis ist seit den letzten Versionen der Dienst Ubuntu Pro. Das kann man aber deaktivieren.
Zum Einstieg ist das m.E. passend, vor allem weil es viele Dokumentationen und Anleitungen für Ubuntu gibt. Alternativ und ohne SNAPs könnte man noch Linux Mint oder Trisquel GNU/Linux erwägen. Die sind auch auf Ubuntu-Basis und viele Tutorials passen entsprechend auch dort.
Nicht für alle. Mein Schwiegervater wollte so lange wie möglich sein Ubuntu 18 behalten, da kam Ubuntu Pro wie gerufen.
Wie man den Hinweis darauf abstellen kann, ist unter https://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu_Pro/ nachzulesen.
Kann man auch einfach abstellen, wobei ich gar nicht mehr weiß, ob sie per Default überhaupt an sind.
Dass dabei etwas an Microsoft geschickt werden soll, ist mir unbekannt.
Ich bin da auch vor ca. einem Jahr durchgegangen.
Hatte ein ausrangierten Laptop, der aber immer noch schnell genug (i5) war.
Habe dann Manjaro, Ubuntu, Mint, MX, Tuxedo OS, Debian und LMDE 6 getestet.
Hat viele Monate gedauert.
Letztendlich bin ich bei LMDE 6 hängen geblieben.
Da lief auf allen Rechnern alles benötigte und das war nicht wenig, mit den geringsten Problemen.
Von Ubuntu habe ich u. a. wegen Canonical, deren Konzerninteressen und den Snap Paketen schnell Abstand gewonnen.
Da sind die Debian-Distributionen deutlich freier.
Ich finde die Wortwahl nicht richtig, gerade wenn jemand hier eine Frage stellt, bei der er sich ja schon offensichtlich für Ubuntu entschieden hat. Über Snap Pakete kann man diskutieren, aber sie einfach als beschissen abzustempeln hilft niemanden. Womit der Eine seine Schwierigkeiten, funktioniert für den Anderen gut.
Es ist doch schön, wenn man die Qual der Wahl hat, das muss doch nicht immer in Grabenkämpfe ausarten. Und wie du auch, kann man sich problemlos durch die Linuxwelt durchprobieren und das Beste für sich heraussuchen.
Hast recht - mea culpa, auch wenn ich keine Grabenkämpfe sehe.
Text bereits geändert.
Es bleibt bei Ubuntu mMn weiterhin ein fahler Beigeschmack, gerade im Kontext zu den Themen, die wir hier im Kuketz-Forum besprechen.
Ich bedanke mich für eure Antworten zu meiner Frage zum Wechsel zu Linux. Da gibt es noch zwei Fragen auf die ich eine Antwort benötige bevor ich mit der Installation beginnen kann.
- Auf meinem Motherboard ist ein Realtek PCIe GbE Family Controller verbaut. Besitzt Ubuntu oder auch die LMDE 6 Version die notwendigen Treiber oder muss ich diese vorher von Realtek laden und speichern?
- gleiches gilt für mein Intel HD Graphics 2500/4000 Chip, welcher im Prozessor verbaut ist.
- Gibt es die Möglichkeit den LibreWolf anstatt den Firefox unter Linux zu nutzen?
Ich möchte nicht in die Situation geraten, in der ich nicht die notwendigen Treiber für meine Hardware habe und diese auch nicht aus dem Internet herunterladen kann. Dies ist mein einziger PC. Also gibt es für mich keine Alternative. Ich muss diese Dinge so gut wie möglich vorbereiten.
Ich bedanke mich für eure Hilfestellung.
Die von mir oben genannte Maschine hat auch einen Realtek Ethernet Chip. Das Treiber vorab von Webseiten geladen werden müssen, kenne ich persönlich nur von WLAN-Chips bei -meist sehr neuen- Notebooks. Die Intel HD Graphics wird ebenso schon sehr lange und noch heute unterstützt.
LibreWolf kann installiert werden. Da extrepo unterstützt wird, geht das sogar sehr einfach. Beschreibung auf der Webseite des Projekts.
Durch LibreWolf umgeht man auch den SNAP-basierten Firefox der Standardinstallation und muss den nur verwenden, wenn es mit LibreWolf mal nicht funktioniert.
Nachtrag: Es gibt meines Wissens auch Live-Systeme. Damit könnte man vorher mal booten, Kabel anstecken und schauen, ob Netzwerk erkannt wird und Auflösung eingestellt werden kann.
Auf jeden Fall gibt es da auch sinnvolle Einsätze. Meine mich erinnern zu können, das privater Einzelplatz auch nichts kostet.
Das ist mir noch gar nicht untergekommen, kann jedoch sein, daß man, u.U. auch für ältere Geräte, „non-free“(war mir für Debian im Gedächtnis) bzw. „non-free-firmware“(hab bei einem Debian grad nachgeschaut) einbinden muß.
Hab aber auch mal einen Kernel für ein Gerät selbst bauen müssen, weil der Audio-Treiber lt. Quelltext die Chip-Variante zwar kannte, aber falsch ansteuerte, betraf den 5+1-Sound bei einem „Medion Digitainer“ funktionierte mit dem mitgelieferten Windows, aber unter Linux nicht richtig.
(k.A., ob mein Posting dazu in der Kernel-Mailinglist damals Berücksichtigung fand, also ob es verifiziert werden konnte und Einzug hielt, ich hatte dann andere Probleme, und bei mir liefs)
Wird ein Antivirentool zusammen mit dem Betriebssystem installiert oder muss ich eines selber auswählen? Vielleicht ist es auch völlig unnötig da wir über Linux reden.
Man muss nicht zwingend LibreWolf installieren, nur um die SNAP-Version von Ubuntu zu umgehen. Es gibt auch ein von den Ubuntu-Entwicklern selbst betreutes PPA (Mozilla ESR), in dem sie die aktuellen Versionen von Firefox und Thunderbird als deb bereitstellen.
Außerdem stellt Mozilla bereits seit einiger Zeit selbst ein Repo für u.a. Ubuntu mit den aktuellsten deb-Versionen für Firefox zur Verfügung. Damit führen sie auch das fadenscheinige Argument von Canonical ad absurdum, das die SNAPs es ja v.a. für die App-Entwickler viel einfacher machen würden, da sie nicht auf die Abhängigkeiten bestimmter Distributionen achten müssten. Mozilla hat sein Repo als Reaktion auf die SNAP-only-Politik für Firefox von Canonical eingeführt und muss jetzt noch viel mehr auf Abhängigkeiten achten, was zuvor großteils die Ubuntu-Entwickler erledigten.
AFAIK wird in keiner Linux-Distribution ein Antivirus mit installiert. Ob man eines „unbedingt“ braucht, da gehen die Meinungen auseinander. Der Mythos, dass Linux weniger Ziel von Angriffen durch Malware ist, da sich fast ausschließlich alles auf Windows konzentriert, ist nicht haltbar, da vor allem im für Angreifer interessanten Serverbereich mehr Linux als alles andere genutzt wird. Und ein guter Teil der hier ausgenutzten Lücken und Malware kann auch gegen Desktop-Systeme eingesetzt werden - auch wenn der Focus von (gezielten) Angriffen sicher auf Server abzielt.
Unabhängig davon, ob man es letzten Endes für notwendig erachtet, gibt es von den einschlägigen Anbietern einige Bezahl-Lösungen. Sophos hatte früher einmal einen ganz guten Scanner (zumindest für privat) kostenfrei angeboten, aber dieses Angebot vor ein paar Jahren eingestellt.
Als einziger brauchbarer kostenloser Virenscanner bleibt somit das OpenSource-Projekt ClamAV, dass besser ist als sein Ruf. Es stimmt schon, dass die Erkennungsraten mit dessen Standard-Signaturen nicht so hoch sind, wie bei der Konkurrenz. Aber es gibt externe Anbieter von Signaturen, die sich einbinden lassen, u.a. auch kostenfreie, welche die Erkennungsraten deutlich erhöhen. Da kann man mal nach dem Stichwort „fangfrisch“ im Zusammenhang mit ClamAV suchen, um da weitere Infos zu bekommen. ClamAV ist allerdings ein reines Terminal-Tool. Es gibt/gab zwar mal Gui-Projekte dafür - die Entwicklung des bekanntesten - ClamTK - ist jedoch vor einigen Jahren eingestellt worden aufgrund von für den Entwickler nicht zu bewältigenden Schwierigkeiten. Seit kurzem gibt es wohl ein neues Projekt namens ClamAV-GUI, dass zumindest von der Beschreibung und den Screenshots her einen ganz guten Eindruck macht. Dafür gibt es aber kein vernünftiges deb-Repo und man müsste es selbst kompilieren.
Das grenzt an eine „Glaubensfrage“.
Ich habe unter Linux eine solche Software nie verwendet und mir ist nie dadurch Bedingtes aufgefallen. Das sagt aber nichts.
Die Notwendigkeit ergibt sich möglichweise aus der individuellen Verwendung, schafft aber selbst wiederum zusätzliche Angriffsfläche. Natürlich kann der verwendete Browser in seiner verwendeten Version ein Problem darstellen, aber ebenso ein Antiviren-Programm.
Nur die Verwendung „vertrauenswürdiger“ Quellen muß nicht helfen, selbst in Linux selbst wurden in Vergangenheit schon Lücken gefunden, Anwendungen sind auch immer mal betroffen, ob man Nicht-freie, nicht Distributions-verfügbare Software verwendet, selbst kompiliert oder fertig, unterscheidet sich dann auch nicht wirklich von Windows.
Wichtig ist aus meiner Sicht eher eine, wenn auch einfache, Firewall, je nach genutzter Verbindung ins Netz, gerade, wenn man mal was anderes ausprobiert, ob vllt. einen kleinen Server, sollte man die möglichen Folgen bedenken, oft ist die Konfiguration entscheidend.
Einen Wechsel zu Linux als harter Schnitt würde ich nicht empfehlen. Schöner ist, wenn man erstmal noch ein zweites funktionierendes System laufen lassen kann, um gegebenfalls nicht gänzlich ohne dazustehen.
Ich habe mir zu diesem Zweck eine neue Festplatte gekauft und werde auf ihr Linux installieren. Getreu dem Motto „Nichts hält ewig“ ist dies wohl eine Vorsichtsmaßnahme um einem Ausfall der über 10 Jahre alten Festplatte im PC vorzubeugen.
Obwohl ich noch nie dauerhaft mit Linux gearbeitet habe, vertraue ich auf die Meinung der Schwarmintelligenz. So viele erfahrene User können nicht falsch liegen. Ich werde mir Notizen zu den Beiträgen machen, sie speichern und sie verwenden. Ich freue mich auf Linux.
Wenn du hinter einem Router mit einer Firewall sitzt, dann halte ich von einer zusätzlichen Firewall sehr wenig, du bist erst einmal durch die Firewall deines Routers geschützt.
Wichtig ist lernen, lernen, lernen. Du wirst Hochphasen haben, du wirst aber auch zutiefst frustriert sein, warum das Linux doch so vieles anders macht wie der Virus aus Redmond. Guck nach rechts und links, guck dir auch einmal andere Distro und andere Desktöppe an. Guck dir aus, was dir am besten gefällt. Wenn du mit Ubuntu anfängst, wird dir so ziemlich alles im Dunstkreis von Debian und Ubuntu nicht sonderlich fremd erscheinen. So ein Livesystem ist schnell erstellt und auch schnell mal gebootet. Prinzipiell empfehle ich für Livesystem Ventoy.
https://www.ventoy.net/en/index.html
Einfache nftables- bzw ip(6)tables-Regeln genügen, findet man imho auch hier im Forum.
angefragt z.B. schonmal in →
https://www.kuketz-forum.de/t/firewall-heute-noch-noetig/2463
Als einfacher Nutzer braucht man in der Regel schonmal keine eingehenden Verbindungen.
Ansonsten ist z.B. einfach mal einen Mobilfunkstick anstecken und benutzen schon etwas gewagt, oder einen Tunneldienst zu nutzen, falls der Router nur IPv4 kann.
Man sollte es mal erwähnt bzw. gehört haben.
Ich habe mir die Debian LMDE6-Distro heruntergeladen, sie mit Rufus (Windows) auf einen USB-Stick gebrannt und damit ruckzuck bis dato auf 6 Rechnern installiert.
Das geht deutlich schneller und einfacher als bei Win.
Alle laufen problemlos seit ~1 Jahr damit.
Und alle sind mit Luks verschlüsselt.
Nachträglich zu verschlüsselnde Laufwerke, die z. B. später eingebaut werden sind auch einfachst über „Laufwerke“ zu verschlüsseln.
Da musst Du keine Angst vor haben, die ganzen Einstellungen erinnern sehr an Win und erleichtern der Einstieg in Linux mMn ungemein.
Vom Laptop aus 2011 mit dem ersten i5 der rauskam über alte (Pentium) und brandneue Rechner mit AMDs, i7 13th usw. liefen auf Anhieb stabil.
Nur bei einem neuen Tuxedo-Notebook habe ich einen Keyboardtreiber von Tuxedo installiert um ALLE Sondertasten nutzen zu können.
In meinem Freundeskreis sind auch einige von Win auf LMDE 6 umgestiegen und es lüppt stabil.
Damit hat man dann erstmal ein stabiles System, mit dem man gut und schnell arbeiten kann.
Alles weitere kommt nach und nach.
Evtl. werden erfahrene Linuxer andere, spezialisierte Distros nutzen, aber für Einsteiger ist LMDE 6 mMn wirklich gut und einfach.
P.S.:
Ich habe Brave, LibreWolf, ungoogles Cromium und den Mullvad-Browser am laufen.
Da gibt es keine Probleme, aber wahrscheinlich auch nicht mit anderen Distros,
Hier ist der Konsens seit einiger Zeit aber eher, dass Antiviren-Software eher kontraproduktiv ist, weil sie sich im Grunde wie Malware verhält um selbige zu erkennen und dadurch Schwachstellen erzeugt.
Einer vernünftig eingestellte Firewall und die eigene Aufmerksamkeit/Achtsamkeit sollten ausreichen.
Ich würde von AV abraten, weil sie Sicherheit vorgaukeln. Aber das ist meine eigene Meinung.
5 Plätze sind kostenlos.
Und es ist nicht nur für verlängerten Support hilfreich. Es werden auch während des regulären Supportzeitraums Sicherheits-Updates für einige Pakete bereitgestellt, die sonst nicht mit Updates betreut werden. V.a. bei von der Community betreuten Universe-Paketen, die von dieser aus welchen Gründen auch immer nicht upgedated werden, sorgt das Canonical-Team hier für Patches. VLC ist so ein Beispiel, das oft nur über Ubuntu Pro wichtige Sicherheitsupdates bekommt (war zumindest bei 22.04 so und auch momentan bei 24.04). Obwohl dieses im Main-Repo liegt und daher eigentlich sowieso von Canonical betreut wird. Momentan gibt es noch andere Pakete im Main, die nur per Ubuntu Pro aktuellste Security-Updates erhalten. Mir persönlich daher unverständlich, warum sie die aktuellen Sicherheitsupdates hierfür nur über Ubuntu Pro bieten. Aber wie auch immer ist es daher ratsam, sich eine subscription zu holen.
