Warum Werbe- und Trackingfilter Jahr für Jahr blinder werden

Sorry, aber das ist doch Quatsch.

Als Gedankenspiel: Wenn Instagram von heute auf morgen kostenpflichtig werden sollte, welcher Preis wäre angemessen? Schon ein Preis von 3€ würde vermutlich viele User abwandern lassen. Nicht weil sie es sich nicht leisten können, sondern weil es ihnen das nicht wert ist.

Die Grenze verläuft da, wo Menschen auf der einen Seite Statussymbolen hinterherrennen und dafür Zeit, Geld und Daten unreflektiert aufwenden, und auf der anderen Seite sich Gedanken über ihr Onlinekonsum machen.

Bei der bewussten Abkehr vom Datenkapitalismus gibt es ja auch weiterhin ausreichend kostenlose Angebote. Der ÖRR, Taz, Fediverse.

Problem wird nur zunehmend der Digitalzwang. Dann muss man sich eben Apple leisten können oder besser noch Graphene auf einem alten Pixel einrichten können. Die analoge Option muss bestehen bleiben, damit zur Not auch ein Nokia 3210 ausreicht. Ansonsten wird dein Zitat doch noch Wirklichkeit.

Es gibt zumindestens eine ähnliche App unter Android. Die ist allerdings das letzte mal 2020 aktualisert worden: https://f-droid.org/de/packages/io.nandandesai.privacybreacher/

Ein kleiner Hinweis dazu: Unter Android hängen die Möglichkeiten, die eine App erhält, auch von der API-Version ab für die die App entwickelt wurde. Diese App ist 6 Jahre alt und für API-Version 29 entwickelt worden und hat daher möglicherweise noch mehr Möglichkeiten als eine App die für eine neuere API-Version entwickelt wurde. Denn Google hat seitdem das Berechtigungssystem weiterentwickelt und weiter eingeschränkt.

Aber mindestens die Sensoren und der Status des Akku sind meines Wissens nach weiterhin ohne Berechtigung unter Android abrufbar.

@Hermanns
Sollte Apple’s „URL filters“ nicht sogar HTTP/3 requests filtern?

Wie sähe das bei adblock mit OpenWrt aus? Mit OpenWrt 25.12 gibt es folgende Einstellungen:

Adblock -> Settings -> Firewall Settings

- Local DNS Enforcement
- Forced Devices/VLANs
- Forced Ports

Ich habe das mal fürs WLAN aktiviert und die Ports 53 und 853 ausgewählt, aber ein DNS-Leaktest zeigt mir trotzdem den in GrapheneOS als privaten DNS-Server konfigurierten an.

Die Dokumentation von adblock gibt dazu keine konkreten Beispiele (Firewall‑Based DNS Control in der Dokumentation. Es geht auch nicht daraus hervor, ob man die Geräte/VLANs und Ports überhaupt setzen muss (d. h., die beiden unteren Optionen).

Hallo, ich bewundere Menschen, die so viel Ahnung von dieser Thematik haben und wissen, was das alles bedeutet und welche Auswirkungen all das hat bzw. verhindern lässt. :folded_hands:

Ich selbst verstehe so gut wie nichts davon. Ich bin in keinster Weise IT’ler, ich bin ein „normaler“ Nutzer (Apple Bubble) und deswegen greife ich auf verfügbare und für mich verständliche Methoden zurück, wie uBlock, Firewall, VPN, verschiedene Browser für spezielle Dienste usw. Oder ich nutze gewisse Dienste einfach nicht (zB kein TV, keine kostenpflichtige Streaming-Dienste).

Ich habe für mich „beschlossen“, dass ich einfach akzeptiere, dass es da „draussen“ Profile über mich gibt, die aus irgendwelchen Spuren, die ich hinterlassen habe, zusammen gesetzt wurden und noch werden. Wenn es primär um Werbung geht - von mir aus. Im Zeitschriften kann ich Werbung garnicht ausblenden. Klar, diese Profildaten können auch für vieles andere benutzt werden - aber der Kampf dagegen, für mich als „einfachen“ User, den habe ich mehr oder weniger aufgegeben bzw. ich nutze meine kleinen Methoden um vielleicht ein paar Daten über mich zu verbergen.

Es ist eine Wissenschaft für sich, also sich soweit wie möglich anonym im WWW zu machen. Und dafür bin ich halt nicht „klug“ genug, und ich habe auch nicht die Zeit dafür …

Ja, vielleicht geht mein Beitrag zu sehr am Thema vorbei, dann halt bitte entfernen. Ich hatte den Beitrag von @Boris.St gelesen und fühlte mich bestätigt in meiner Vorgehensweise.

@clausimausi Ich verstehe deinen Standpunkt komplett. Dennoch möchte ich dich ermuntern, nicht vollständig aufzugeben! Von jedem von uns gibt es irgendwo ein Profil. Es werfe den ersten Stein, wer das für sich zu 100% verneinen kann. 100% ist auch der Kern meiner These: Niemand kann etwas zu 100% garantieren. Daher geht es darum, das Maximum herauszuholen. Wenn das Maximum 10% ist, dann ist das noch immer mehr als 0%.

Was ich sagen will: Schau, welche Praktiken du in deinen Alltag, in dein Leben integrieren kannst, ohne dass du an dessen Qualität verlierst. Manchmal sind die kleinen Maßnahmen, die einen gar nicht groß stören, die effektivsten. Beispielsweise kostet es keine Anstrengung, uBlock Origin in seiner Standardkonfiguration zu nutzen. Dennoch hast du damit schon extrem viel erreicht.

Wir landen, wenn wir uns in so einer Blase, wie es u.a. dieses Forum darstellt, schnell bei zu hohen Ansprüchen an uns selbst. Nur weil andere viel mehr investieren, musst du da nicht mitgehen! Mache das, was für dich geht. Dann hast du schon um Welten mehr erreicht, als der Otto-Normalo.

Der Vergleich ist etwas unglücklich gewählt: Wenn mich in der Zeitung eine Anzeige anlächelt (ich habe tatsächlich noch ein Papier-Abo :wink: ), fragt sie mich nicht nach meinem Namen und greift auch sonst keine Daten von mir ab; bei Online-Werbung ist das anders.

Aber eigentlich möchte ich ja @sekret unterstützen: Manches (vieles?) von dem, was hier im Forum diskutiert wird, verstehe ich als interessierter IT-Laie auch nicht. Aber trotzdem gibt es immer noch umsetzbare Lösungen, die kein Expertenwissen erfordern. Und von denen Du doch schon was umgesetzt hast: uBlock im Browser, Firewall, eventuell hast Du auch einen datenschutzfreundlichen DNS-Server gewählt. Damit machst Du schon mehr als vermutlich 99 % aller Nutzer.

Mein Ziel ist nicht Anonymität im Internet, auch nicht 100% Werbe- & Trackingfrei, sondern so „datensparsam“ wie möglich unterwegs zu sein. Und dafür nutze ich die Tools, die ich als Laie umsetzen kann.

Was ich am Kuketz-Blog so toll finde: Der richtet sich nicht nur an Experten; da ist auch vieles dabei, was auch für Laien verständlich ist, z.B. die aktuelle Artikel-Serie: #UnplugBigTech: Dein Fahrplan für ein freieres digitales Leben – Teil 1

@sekret @Musti : Vielen Dank für die motivierende Worte. Ich habe durch eure Posts einen Motivationsschub bekommen, und mich mit den DNS Servern „beschäftigt“. Andere Themen werde ich auch angehen (also, versuchen).
Hier war 1.1.1.1 eingestellt (Cloudflare), dies hatte ich wohl vor langer Zeit eingestellt?!
Ich habe etwas recherchiert und dieser scheint in Ordnung zu sein („Sehr schnell, stark auf Datenschutz fokussiert“).

Vielen Dank nochmals.

Zu den DNS-Servern gibt es in der Empfehlungsecke ( https://www.kuketz-blog.de/empfehlungsecke/#dns ) ein paar Hinweise. Cloudflare wird dort mit 24h Protokollierung angegeben.

Cloudflare ist genauso US Big Tech wie Google, Meta und Konsorten. Und von daher unterliegen sie selbstverständlich auch dem Cloud Act.

Ich verwende unter ADGUARD Home als Upstream-DNS-Server:

quic://root.hagezi.org:853
quic://wurzn.hagezi.org:853

Wie ich hoffentlich verstanden habe, bringt das blockieren von UDP/443 einen Vorteil, damit nichts in den Filtern durchrutscht. Ist UDP/443 Firewall für die Ziel-IP (?) gemeint? Kann ich meine Upstream-DNS Server (quic) über Port 853 laufen lassen oder fällt es dann auf das unsichere Port 53 zurück?

Das Problem ist: wer soll das nutzen und verstehen? Das kostet Zeit, muss alles eingestellt werden und dann kommt ein neues Gerät und wieder geht alles von vorn los. Ich habe jedenfalls keinen Plan, was ich mir dem ganzen Host, Port, IPv4 und 6 machen muss, das in den DNS Empfehlungen angegeben wird.

Da möchte ich mich auf einen Hersteller verlassen, der mir das im Alltag abnimmt, Datenschutz als Service, damit ich mich um andere Dinge kümmern kann. Schwierig. Ich habe inzwischen ein Smartphone mit vorinstalliertem /e/OS ohne Google. Da wird wohl viel simuliert im Hintergrund, da muss ich vertrauen, verstehen ist mir nicht möglich. Aber auch der Hersteller (Murena) möchte schon wieder, dass ich mich mit E-Mail und Cloud in seine Abhängigkeit begebe (was ich nicht getan habe). Das hinterlässt einen schalten Geschmack, oder bin ich langsam paranoide? Nebenbei war das anfangs eine echte Hürde, ein deGoogled Smartphone zu nutzen. Nachahmer werde ich in meinem Umfeld dafür sicher kaum finden.

Diese Aussage ist falsch und sollte einmal korrigiert werden.

Firewalla kann keine klassische TLS-Inspection im Sinne von HTTPS-MITM durchführen, sondern im Wesentlichen die Auswertung sichtbarer Metadaten wie Zertifikats-/TLS-Informationen, DNS, IPs, Domains und Flows.

Die Einordnung von Firewalla (Gold Plus) neben Lösungen, die tatsächlich TLS-Verbindungen aufbrechen, ist daher missverständlich bzw. schlicht falsch.

Außerdem wirkt der Beitrag an mehreren Stellen sprachlich und typografisch wie KI-gestützt erstellt. Auffällig die inkonsistenten Anführungszeichen (typisch für Claude generierte Texte).

Wurde der Beitrag ganz oder teilweise mit KI-Unterstützung verfasst? Falls ja: Warum ist das nicht transparent gekennzeichnet?

Der Einwand ist in einem Punkt berechtigt: Firewalla Gold Plus gehört nicht in die Aufzählung der Lösungen mit echtem HTTPS-MITM. Firewalla bricht TLS nicht auf, sondern wertet nur sichtbare Metadaten aus (SNI, DNS, IPs, Zertifikate, Flows); ein Wurzelzertifikat auf den Endgeräten ist dafür nicht nötig. Diese eine Einordnung im Fließtext wird korrigiert und Firewalla der metadatenbasierten Klasse zugeordnet.

Nur teilweise zutreffend ist dagegen die weitergehende Schlussfolgerung, die Einordnung sei grundsätzlich falsch. In der Vergleichstabelle desselben Beitrags ist Firewalla bereits korrekt als Konsumer-Hardware mit Metadaten-/QUIC-Fokus geführt, während echter TLS-MITM mit eigener CA ausdrücklich nur Lösungen wie OPNsense+Zenarmor und der TrutzBox zugeschrieben wird. Es handelt sich also um einen einzelnen inkonsistenten Satz, nicht um ein Verwechseln der beiden Kategorien.

Ergänzend zur Kategorie „echte TLS-Inspektion": Die dort genannte TrutzBox leistet inzwischen mehr als das bloße Aufbrechen von HTTPS — in der aktuellen Version wird QUIC/UDP-443 standardmäßig gesperrt und damit der Rückfall auf prüfbares TCP-443 erzwungen, ergänzt um eine geräteweise Live-Sicht auf den tatsächlich ausgehenden Verkehr. Gerade der Unterschied zwischen echtem TLS-Aufbruch und reiner Metadaten-Auswertung wird dadurch im laufenden Betrieb sichtbar.

Ich kann diesen Wunsch sehr gut verstehen und sehe diesen Bedarf bei einem relevanten Anzahl der einfachen Benutzer (auch wenn vielen nicht bewusst ist, dass Sie hier einen Bedarf haben).

Ich würde dieses ebenfalls aus dem Service-Gedanken sehen. So wie Du Dir „Datenschutz as a Service“ wünscht, wünschen sich oder brauchen eben viele andere dann auch weitergehende, vertrauenswürdige Services - also ein ganzes „Ökosystem as a Service“.

Ich denke, dass hier Murena hier einen ähnlichen Ansatz eines „Ökosystem-Anbieters“ verfolgt wie z. B. Apple, Google oder Microsoft.

Solange Murenas Anwender die Freiheit und Möglichkeiten haben, sich gegen das gesamte Ökosystem zu entscheiden und Dritt-Dienste wie auf anderen Geräten manuell einbinden können, ist doch gegen die einfache Integration eines Ökosystems für unbedarfte Anwender doch nichts zu sagen.

Der sachkundige Artikel von Hermann Sauer hat mich stark motiviert, mein seit Jahren gepflegtes Setup des Heimnetzwerkes zu überdenken und zu veränden. Meine Anmerkungen stellen einen persönlichen Erfahrungsbericht dar, und erheben nicht den Anspruch auf der Höhe der Diskussion dessen zu sein, was bisher in diesem Thread verhandelt wurde.

Mein bisheriges Setup: Pihole mit unbound an der Fritzbox, selbgehostetes Nextcloud und Baikal auf Raspberry, gehärtete Firefoxes. Gerätepark: Linux (NixOS) und Windows PC, Tablets, Graphene Smartphones, FireSticks, Smart TVs, Streaming Receiver und Streaming SACD Spieler. Einiges mehrfach, weil mehrere Geräte-“Hotspots“ im Haus verteilt sind. Einen entfernten Raum, habe ich mit Powerlan und zusätzlichem gemanagten Switch angebunden.

Der Umbau und Ausbau hat mir im Familienumfeld teils harsche Kritik beschert, „man könne doch auch ohne diesen großen Aufwand ohne merkbare Nachteile leben“, etc., auf welche Einwände ich aber kaum eingegangen bin („Ja, kann man“), weil mir das augenblicklich zu mühsam erschien. Die übrigen Familienmitglieder merken von dem ganzen Zauber nichts, nachdem sie statt eines FritzBox-Wlan ein EAP-IoT-Wlan erhalten haben.

Mein jetziges, „verbessertes“ Setup:

FritzBox 7590 – stellt die Internetverbindung her, das „Tor nach draußen". Im internen Netz spielt sie außer als Telefonanlage/Telefonbuch (mit DAVX und Baikal-Synchronisierung) sonst keine Rolle mehr.

pfSense (APU2C4) – die zentrale Firewall, der „Pförtner" des Netzes. Sie trennt die Netzbereiche (VLANs), verteilt die Netzwerkeinstellungen an die Geräte und entscheidet, wer mit wem sprechen darf.

TP-Link Managed Switches – die „Weichen" im Netz. Sie leiten den Verkehr kabelgebunden weiter und halten dabei die VLANs getrennt.

EAP650 Access Point – die Funkbrücke. Er strahlt zwei getrennte WLANs aus: eines für vertrauenswürdige Geräte (VLAN 10) und eines für nicht vertrauenswürdige IoT-Geräte (VLAN 20).

Raspberry Pi mit Pi-hole + Unbound – die „Auskunft" des Netzes. Pi-hole filtert Werbung und Tracker heraus, unbound schlägt die Adressen selbstständig bei den offiziellen Nameservern im Internet nach – ohne Umweg über Google, den Provider oder andere Dritte.

Da mein technisches Verständnis nur bis zu einem gewissen Grad für ein solch komplexes Szenarium taugt, habe ich Hilfe bei „Claude Anthropic“ angefordert und erhalten. Eine Diskussion über die „halluzinierende“ KI möchte ich mir hier ersparen. Dazu nur: wer diese mächtigen Werkzeuge denen überlässt, die eine demokratiefeindliche, totalitäre Agenda verfolgen, hat aufgegeben und schon verloren oder wiegt sich in der Illusion man könnte diesen technischen Entwicklungsprung aufhalten oder rückgängig machen. Meine Einschätzung: besser, man versteht etwas davon, wie diese Werkzeuge ticken und nutzt sie für positive Enwicklungen, als sie von vorneherein als „halluzinierend“ oder „verschwörend“ abzuwerten. Ja, sie halluzinieren mitunter, aber es schult den eigenen Verstand, genau hinzusehen, um „die Spreu vom Weizen“ trennen zu können.

Da das neue Setup nun steht und weitgehend reibungslos funktioniert, habe ich Claude Opus 4.8 gebeten, eine Einschätzung von Hermanns Argumentation und Darlegungen in Bezug auf mein Setup zu geben. Unter anderem auch desegwegen, weil ich ich mir nicht sicher sein konnte, etwas Wichtiges übersehen oder falsch verstanden zu haben. Mir liegt es fern, mich damit selbst beweihräuchern zu wollen, und es mag sein, dass die KI voreingenommen-positiv reagiert hat, denn sie hat offenbar von ihren Machern diese freundlich-bestärkende Attitude mit auf den Weg bekommen, die manches in einem rosaroten Licht erscheinen lässt, was vielleicht bei genauerem Hinsehen doch nicht so hell strahlt und was auch eine gewisse Gefahr der Verführung und Übertölpelung mit sich bringt. Fokussiert man sich hier jedoch auf das Sachliche der Aussagen, so sind diese durchaus sachlich-nüchtern nachvollziehbar:

Zitat Claude Anthropic, Opus 4.8

„Der Artikel ist fachlich solide und aktuell. Du hast praktisch genau die Maßnahmen umgesetzt, die er als „was wirklich hilft“ auflistet. Lass mich das entlang deiner Arbeit einordnen.Was du gebaut hast, deckt sich fast punktgenau mit den vier wirksamen Maßnahmen:

Der Artikel nennt vier Dinge, die im Heimbereich real etwas bringen. Drei davon hast du umgesetzt:

  1. DNS-Bypass auf der Firewall blocken (deine Port-53-Regeln, die alles außer dem Pi-hole verwerfen),
    (Anmerkung: eine zusätzliche Firewall-Regel wird hier nicht erwähnt, die im untrusted VLAN20 greift: DoT Bypass auf Port 853 (DoT over TLS)

    2 . DoH-Endpunkte blocken (der pfSense-IP-Block plus die zusätzliche Pi-hole-Hostnamen-Liste)

    3. Geräte isolieren denen nicht zu trauen ist (dein VLAN20 für Fire-Geräte und IoT).

Der Pi-hole hat die die Ergänzungen erhalten, ohne die er laut Artikel „anfällig für DNS-Bypass" bleibt. In der Werkzeugtabelle steht bei „Pi-hole lokal" explizit der Malus „ohne Firewall-Ergänzung anfällig für DNS-Bypass" – und genau diese Ergänzung ist dein pfSense-Regelwerk.

Die vierte Maßnahme – QUIC : QUIC-Blocking bringt vor allem etwas, wenn du Traffic inspizieren willst. Da du das nicht tust (und nicht solltest, dazu gleich mehr), ist es für dich der am wenigsten lohnende Punkt. Meine Einschätzung: kann man per Einzelregel testen, ist aber in deinem Setup Kür, nicht Pflicht.
Der eigentlich wichtigste Punkt des Artikels ist aber ein anderer:

Die Firewall- Filter sind keine binäre „funktioniert/funktioniert nicht"-Sache, sondern eine Sichtbarkeitsbilanz.

Das ist die zentrale, ernüchternde Botschaft. Selbst mit deinem guten Setup siehst und filterst du nur den Teil des Traffics, den die Geräte freiwillig über den klassischen DNS-Pfad schicken. QUIC/HTTP3, ECH, hartkodierte IPs (Apple APNs, Google FCM auf 5228), DoT/DoH von Geräten die sich nicht zwingen lassen – das läuft an jedem Heimfilter vorbei, auch an deinem.
Z.B. diverse Fire TV-Sticks und diverse TVs, u.a. Sony-TV. Der Artikel beschreibt in seiner Live-Messung exakt dein Szenario: ein Sony-TV der FCM auf 5228 und ACR-Telemetrie rausschickt, unabhängig vom DNS. Genau deshalb war deine Entscheidung, die TVs komplett vom Heim-Netz zu nehmen und nur die damit verbundenen Fire-Geräte gefiltert ins VLAN20 zu lassen, die sinnvollste überhaupt – der Artikel nennt das als Schlusspointe: die wirksamste Maßnahme ist manchmal, einem Gerät gar keine Steckdose bzw. keinen Netzzugang zu geben.

Wo du bewusst nicht mitgehen solltest: Der Artikel führt TLS-Inspektion (OPNsense+Zenarmor mit User-CA, Firewalla mit QUIC-Inspektion) als die technisch mächtigste Heim-Option auf. Das wäre für dich der falsche Weg: TLS-Inspektion bedeutet, dass du eine eigene Wurzel-CA auf jedem Endgerät installierst und deine Firewall die komplette verschlüsselte Kommunikation aufbricht und mitliest. Der Artikel sagt es selbst – „teuer in Hardware, Pflege und Vertrauen". Für jemanden, dem Datensparsamkeit wichtig ist (gehärteter Firefox, GrapheneOS, self-hosting), wäre ein zentraler Man-in-the-Middle auf den eigenen TLS-Verkehr ein Widerspruch in sich. Du würdest ein Überwachungsinstrument gegen dich selbst bauen, um Werbung und Tracking zu blocken.

Unterm Strich: Deine ursprüngliche Einschätzung – „die Möglichkeiten im Heimbereich sind begrenzt" – war richtig, und der Artikel liefert die technische Begründung dafür. Aber innerhalb dieser Grenzen hast du das Sinnvolle gebaut: die drei wirksamen, verhältnismäßigen Maßnahmen umgesetzt, die eine unverhältnismäßige (TLS-MITM) ausgelassen, und bei den unfilterbaren Geräteklassen (Smart-TVs) die einzige wirklich wirksame Antwort gewählt, nämlich Netz-Entzug.

Die eigentliche Konsequenz ist keine technische mehr, sondern die, mit der der Artikel schließt: die Entscheidung, welches Gerät überhaupt ins Netz darf.“ Zitat Ende

Ein Schwachpunkt in dem Ganzen dürften die Fire-TV Geräte sein, die zwar ins „untrusted“ VLAN 20 verbannt sind, und die daher keinen Zugriff auf das Heimnetz haben, aber nach meinem jetzigen Wissensstand die ganze Problematik um QUIC/HTTP3, ECH, hartkodierte IPs, Google FCM auf 5228), DoT/DoH von Geräten die sich nicht zwingen lassen, weiterhin bestehen lassen.

Allerdings: wenn ich es recht bedenke, hat ein Streaming-Anbieter es gar nicht nötig, Daten über einen verschlüsselten Stream abzugreifen, denn er weiß eh schon alles über die Sehgewohnheiten seiner Nutzer. Die Datenerhebung geschieht per Design. Der Schwachpunkt ist am Ende der Nutzer selbst, der einen solchen Dienst in Anspruch nimmt, und dabei dieses Profiling in Kauf nimmt. Ein noch so ausgeklügelter Firewall-Schutz ändert daran nichts.

Am Ende habe ich der Nachvollziehbarkeit halber eine Dokumentation erstellt, die versucht, sowohl den technischen Aufbau als auch die gesamte Funktionalität einigermaßen verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten.

Das neue Setup hatte unerwartet positive Nebeneffekte. Der Ausbau des Geräteparks mit zusätzlich Firewall, Switches, und WLAN-AccessPoint (insgesamt 5 Geräte) mit diversen störrischen LAN-Kabeln wurde an zentraler Stelle des „Living Room“ nicht mehr geduldet. Mit einfacher LAN-Kupplung konnte ich das WAN-Signal des Glasfaser-ONT weg vom Wohnzimmer ins Büro bringen, und nun sind die Geräte allesamt hinter einem LowBoard-Bücherregal mit ausreichender Lüftung verschwunden. Außerdem kann man jetzt in der Sommerfrische im Garten problemlos surfen (WLAN 6), wenn man denn dort nichts Vernünftigeres zu tun hat….

Ernsthaft? Dafür braucht man eine kopflose Intelligenz?

Respekt. Früher hätte man dazu gesagt „Mit Kanonen auf Spatzen schießen.“

SCNR.

wie hast du @Hermanns den „unklassifizierten“ Traffic eigentlich detektiert? Mit einem Tap der alle 7 OSI-Ebenen aufzeichnet?

Mit Hilfe der TrutzBox-2. Sie kann den gesamten Traffic sehr verständlich aufzeigen und einfach blockieren. Alle NW-Protokolle.