vor einigen Jahren bin ich zu mailbox.org gewechselt. Wie genau ich da hin gekommen bin weiß ich gar nicht mehr. Nur dass am Ende meiner Recherche posteo und mailbox.org übrig geblieben sind. Heute bin ich noch über mail.de gestolpert und finde, dass das Angebot auch ansprechend ist. Bei welchen eMail Anbietern seid ihr und habt ihr eine Meinung zu mail.de?
mail.de kenne ich nicht, habe ich noch nie mit Bezug zu Datenschutz gehört. Ich nutze Proton Mail seit 10+ Jahren mit eigener Domain. Bin sehr zufrieden, so sehr, dass ich nun auch Lumo+ Kunde bin.
Für mich ist mailbox.org hervorragend – vor allem die Option mit den 1 € pro Monat.
Ein echtes Minus für mich ist aber, dass E-Mail-Adressen wieder neu vergeben werden können, wenn man mailbox.org nicht mehr nutzt.
Darauf sollte man eben besonders aufpassen, ob und unter welchen Umständen ein E-Mail-Anbieter wieder die gleiche E-Mail-Adresse neu vergibt, wenn man den Provider wieder verlässt.
Ich nutze posteo und mailbox, privat und beruflich. Beide werden überwiegend / fast ausschließlich von https://unbox.at (Adminforge-Dienst) gefüttert. Geniales System! Es kommen ausschließlich verschlüsselte E-Mails an, was mit Thunderbird / K9-Mail gar kein Problem darstellt!
Grundsätzlich wäre aber auch https://mail.adminforge.de möglich, also dann mit E-Mail-Adressen asdf@postsnap oder jklö@flinkpost.de. Vielleicht steige ich mal um…
Dann mit einer größeren monatlichen Spende an Stefan Giebel, den Betreiber von Adminforge!!!
Davon kann ich ein Lied singen. Habe mal testweise für kurze Zeit einen GMX-Account eröffnet und mich gewundert, dass die Klartext-Kombination aus Vor- und Nachname noch nicht vergeben war. Daraufhin kam trotz der gar nicht mal schlechten Filter des 1&1-Konzerns eine Flut an Spam an. Und siehe da: Mehrere Treffer für diese Mailadresse bei den Leaks, über die haveibeenpwned.com informiert. Kein Wunder, dass mein Namensvetter die Adresse wieder fallengelassen hat…
Im Gegensatz zu Telefonnummern kann man bei E-Mails wenigstens durch die Providerwahl ein wenig steuern, ob und wann dieselbe E-Mail-Adresse wieder neu vergeben wird.
Tuta vergibt etwa verwendete E-Mail-Adressen (bis jetzt) unter keinen Umständen neu, wenn man den Account löscht – also ein maxmustermann@tuta.com kann sich nicht erneut registrieren (wenn man davon absieht, dass Tuta auch seine Regeln ändern kann oder die Firma neu gegründet wird, anderer Inhaber der Domain etc.).
Aber wie geschildert – im Unterschied zu Rufnummern (die bei Nichtnutzung wieder deaktiviert und nach einer Sperrfrist neu vergeben werden (können)), kann man bei E-Mail-Providern besser gegensteuern. Bei Rufnummern ist es vor allem kritisch, wenn man z. B. vergisst, diese als Authentifikationsfaktor bei der Bank nicht zu ändern (wird zwar zunehmend durch App etc. ersetzt) oder mit Rufnummern ganze Konten wiederherstellen kann.
Bei E-Mails dasselbe Thema – also daher würde ich bei der Wahl eines Providers als Allererstes einmal schauen, ob und wann E-Mail-Adressen, die vorher bereits registriert wurden, nach Löschung des Kontos neu vergeben werden.
Ich habe viele Anbieter ausprobiert, und zwar sowohl mit der Anforderung an besonders hohen Datenschutz (z. B. mailbox.org und Proton), vieler technischer Möglichkeiten (z. B. Fastmail) sowie Einfachheit (z. B. iCloud Mail). Es gibt mehrere Anbieter, die ich positiv bewerten würde (z. B. Posteo, mailbox.org). Abraten würde ich insbesondere von Proton.
Wenn es dir um viele Funktionen geht, würde ich dir Fastmail empfehlen. Kein anderer von mir getesteter Anbieter bot so eine Masse an (nützlichen) Funktionen an. Fastmail kommt allerdings aus Australien, was aus Datenschutzsicht für einige aus gutem Grund ein Ausschlusskriterium darstellt.
Wenn dir Datenschutz und digitale Souveränität wichtig sind, dann bleibe bei mailbox.org – insbesondere, wenn es doch läuft. Ich bin dort auch zu Hause. Unter anderem weil sie alles bieten, was ich schätze und brauche (z. B. ein sehr hohes Datenschutzniveau bzw. die Möglichkeit eigene Domains zu verwenden) und mir keine ethisch-moralischen Problemen bekannt sind.
Mail.de bietet keine Möglichkeit, eigene Domains zu verwenden. Deshalb habe ich mich nie gründlicher mit ihnen beschäftigt und kann nicht wirklich eine Meinung abgeben.
ja, man kann bei unbox seinen pgp public key (für die Zieladresse der Weiterleitung) hinterlegen.
Und ja, der Normalfall ist, daß Deine Unbox-Aliase unverschlüsselt angeschrieben werden. Ob es theoretisch möglich ist, einen Alias mit einem Schlüsselpaar auszustatten weiß ich nicht. Aber ich kann mir auch keine praktische Konstellation vorstellen, in der das sinnvoll funktionieren könnte.
Was ist dann besser an diesem Weg der der Verschlüsselung, gegenüber das bei mailbox.org zu machen? Wahrscheinlich nur, das du deine mailbox.org Adresse nicht rausgeben musst?
Bezüglich unbox.at und mail.adminforge.de wäre es noch gut zu wissen, ob und wann (dieselben) E-Mail-Adressen wieder an fremde, neue Nutzer vergeben werden bzw. durch diese erneut verwendet werden können. Das konnte ich nirgendwo finden?
Vor allem, wenn man per E-Mail mit personenbezogenen Daten kommuniziert, wäre das wichtig, vorher abzuklären. Deswegen ist es gut, zuerst Bescheid zu wissen, wenn man nicht sicher davon ausgehen kann, dass mein Gegenüber diese E-Mail-Adresse, die ich dort genutzt habe, nie wieder verwenden wird.
Bist du aus diesem Grund zu Mailbox.org gegangen, oder gab es noch weitere Gründe?
ich finde Fastmail auch ganz interessant, allerdings auch nicht gerade günstig mit 60 Euro/Jahr. Dafür müsste schon einiges geboten werden. Was wären denn aus deiner Sicht die nützlichsten Features, die Mailbox nicht hat?
Von Proton würde ich wegen mehrerer Gründe abraten (subjektive Wertung):
Noch im Jahr 2025 war es bei Proton teilweise so, dass abgeschlossene Verträge im Kundenkonto nicht zum Ende der Laufzeit gekündigt werden konnten. Änderungen konnten nur mit sofortiger Wirksamkeit durchgeführt werden. Zwar wurde in so einem Fall zu viel bezahltes Geld dem Kundenkonto gutgeschrieben, eine Erstattung auf das ursprüngliche Zahlungsmittel lehnte Proton aber ab. Das Geld war weiterhin an das Proton-Ökosystem gebunden. Trotzdem kam es zu einem Verlust, da man die ursprünglich gebuchte Leistung mit dem gutgeschriebenen Betrag nicht für die gleiche Restlaufzeit wie ursprünglich buchen konnte.
Proton verkauft Datenschutz anstatt Nutzerdaten, aber unterscheidet sich meines Erachtens ansonsten kaum von eben jenen Big Tech Konzernen, vor denen sich einige bewusst lösen möchten. Kundenbindung und Vertragswesen (s. o.), sich wiederholende Probleme mit dem Kundenservice und ein vollständiges Ökosystem (auch durch Zukäufe), das Nutzer in vielen sensiblen Bereichen an ein einziges Unternehmen binden soll sind typische Verhaltensweisen großer Tech-Anbieter.
Inkonsistente Angebote: Im Family Plan können beispielsweise lediglich 3 eigene Domains verwendet werden – bei 6 möglichen Nutzern. Das ist unnötig restriktiv und inkonsistent und zwingt Familien zu vermeidbaren Kompromissen.
Ich wollte einerseits den Datenschutz verbessern und andererseits verstärkt Lösungen aus Deutschland und der EU verwenden. Technisch lief bei Fastmail alles rund.
Ich fand es beispielsweise praktisch, dass man ein bisschen einfachsten Speicherplatz kostenfrei dazu bekommt. So konnte ich die benötigten Dateien für MTA-STS direkt bei Fastmail ablegen ohne bei Hetzner, GitHub oder sonst wo einen zusätzlichen Account zu haben.
Je nach Konfiguration kann man beim Versenden einer E-Mail direkt den Absender frei wählen (z. B. heute-ist-monat@eigenedomain.tld), ohne dass man die E-Mail-Adresse zuvor explizit anlegen musste.
Man konnte E-Mails apinnen oder eine Zeit lang zurückstellen und hatte eine Vielzahl an Möglichkeiten für E-Mail-Aliasse des Anbieters (auch viele unterschiedliche Domains).
Es war kein Killer-Feature dabei, von dem ich sagen würde, dass ich es zum Überleben bräuchte, aber Fastmail bot (bietet) eben viele kleine Annehmlichkeiten, die man bei anderen nicht findet.
Genau und das IST ja der Normalfall. Ich habe noch nie eine verschlüsselte E-Mail bekommen. Wenn unbox.at aber eine Plaintext-E-Mail erhält, dann wird sie verschlüsselt (inklusive Betreff, das ist ein Unterschied zur Posteingangsverschlüsselung von Posteo und Mailbox) und erst in meinem Client wieder entschlüsselt. Auf diesem Wege könnte man ja fast GMail nutzen (Späßle, natürlich nicht wegen Metadaten).
Für mich gibt es keinerlei Komforteinbußen (da Thunderbird / K9-Mail das sehr komfortabel löst!), E-Mails liegen verschlüsselt beim E-Mail-Anbieter (was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist, egal, um welchen Anbieter es sich handelt), ich kann keinen dauerhaften Spam bekommen und wenn doch, dann weiß ich, wer meine E-Mail-Adresse verkauft hat, kann die anschreiben und zur Sau machen, den Alias einfach löschen / erneuern und dann ist wieder Ruhe.
Wenn Stefan Giebel diesen Dienst aber mal einstellt, dann wird es aufwändig, da ich keine eigene Domain hinterlegt habe.
Und klar, man muss ihm vertrauen, dass er die weitergeleiteten E-Mails nicht abfängt! Und der Software dahinter muss man auch vertrauen. Es gibt also zwei zusätzliche Instanzen, denen man vertrauen muss. Das ist natürlich ein Nachteil!