Welche eMail Anbieter sind empfehlenswert?

Ach so … ich habe das zuerst so verstanden, dass das weiterhin mit einem Trick aktuell geht, aber eben nicht per Posteo. Deswegen hat es mich auch etwas überrascht.

Also, solange man nicht eine bestehende Regel löscht, bleibt es weiterhin so? Aber sobald man so eine neue Regel erstellen möchte, existiert diese Option einfach nicht mehr? Und man kann aktuell nur eine Regel anlegen, wo der Posteo-Server die E-Mail annimmt (per SMTP 250 OK) und per Sieve-Filter ungelesen löscht, bevor die E-Mail den Posteingang erreicht?

Ablehnen geht bei den meisten Anbietern nämlich auch nicht per SMTP 5xx, sondern per quasi Auto-Reply mit einer Nachricht „rejected“.

Korrekt.

Korrekt. Die Regel heißt dann Verwerfen.

Ja, bei klassischen Mail-Anbietern geht das soweit ich weiß nicht. Hatte das auch bisher nur bei Posteo gesehen.

Auf Arbeit nutzen wir Open-Xchange, da kann ich Mails auch mit beliebigen Rejects abweisen. Das ist aber auch nicht üblich, dass ein normaler User sowas konfigurieren kann.

Danke für die Information!

Habe ich doch heute bei Test.de entdeckt, dass die die Mailanbieter getestet haben. Mag man denken drüber was man will, test.de hat manchmal komische Ansichten bezüglich Datenschutz.

Nun ja, erster wurde Posteo, zweiter Mailbox light.

Was es komisch werden läßt, dritter wurde die kostenpflichtige Version von web.de und vierter die kostenpflichtige Version von gmx.de. Ich hielt die beiden bisher für die größten Spamschleudern überhaupt. Meine Mutter war bei web.de und es gab jeden Tag zig Mails von web.de.

Ich will jetzt hier nicht den ganzen Zieleinlauf darstellen. Vorletzter wurde Proton Free Mail, da stand deutliche Mängel in der AGB und der Datenschutzerklärung. Tutamail free wurde letzter, den haben sie angekreidet, dass sie quasi kein IMAP bieten.

Es freut mich für Posteo und auch für Mailbox. Den Rest kann ich zum Teil nicht verstehen.

Es hängt halt davon ab, was für Kriterien man hat, was für Funde und wie man testet. Wie geschildert, mein Hauptkriterium ist, ob die E-Mail-Adresse, die ich jetzt registriere, bereits vergeben wurde oder werden kann, und dann, wie man mit Spam und erwünschten Absendern technisch umgehen kann.

Wenn es nur um Bequemlichkeit geht, landet wahrscheinlich Gmail, GMX etc. ziemlich weit vorne.

Daher ist die Frage nach den Testsiegern oder gar den „besten“ immer schwer zu beantworten, wenn man keine fixen Kriterien hat oder an diese nicht denkt.

Ist trotzdem ein großer Vorteil. Wenn der E-Mail-Anbieter seinen Betrieb einstellt, hast du ein Problem, denn du wirst dessen Domain wohl nicht übernehmen. Bei der eigenen Domain hast du das selbst in der Hand.

Und selbst wenn man sie einfach nur halten möchte, ist das sehr günstig möglich. Netcup hat z.B. öfter mal Angebote für 13 Cent pro Monat für eine de-Domain.

Ich werfe hier noch Mailcow bei Servercow.de ins Spiel. Ich habe für die meine Praxis und Privat eine managed mailcow gebucht und nutze das seit Jahren. Ich habe komplette Freiheit und muss mich zusätzlich nicht selbst um den Server kümmern.

Die bieten soweit ich weiß auch einzelne Accounts an.

Mailbox hatte ich aber die waren zu teuer für Firmen. Ich war genau zu klein als das sich der Business Tarif gelohnt hätte.

Hier ging es bis jetzt glaube eher um die Einzelnutzung eines Email Anbieters. Was ist aber eine gute Möglichkeit für Familen oder kleine Firmen? Gut wäre dabei eine eigene Domain mitzubringen, sicher wie Poste, mailbox oder tuta und die Kosten im Rahmen bleibend. Kosten gern uber einen Nuter abrechenbar.

Ich mache genau das mit dem Familienaccount von Mailbox.org.

Ich habe den Hauptbenutzer im Standard Vertrag, damit die Nutzung einer eigenen Domain möglich wird (3,-€ / Monat). Meiner Familie habe ich dann aus meinem Account heraus weitere Benutzer im Light Vertrag angelegt (1,-€ / Monat), die hierüber dann die Domain als Alias mitnutzen können. Die Abrechnung erfolgt zentral über meinen Hauptbenutzer für alle Accounts.

Die Anleitungen von Mailbox.org zur Einrichtung und Einbindung der eigenen Domain empfand ich als gut verständlich, wenn man ein wenig technisches Wissen mitbringt:

https://kb.mailbox.org/de/privat/familien-account/einen-familien-account-anlegen/
https://kb.mailbox.org/de/privat/eigene-domain/E-Mail-Adressen-mit-eigener-Domain-nutzen/
https://kb.mailbox.org/de/privat/eigene-domain/spf-dkim-und-dmarc-spam-reputation-verbessern-und-bounces-vermeiden/

Nur zum Verständnis:

Für jedes Postfach vor dem @meinedomain.de muss ich einen light-Account benutzen oder?

Ich habe zur Zeit

1x Adresse für mich

1x Adresse für meine Frau

1x gemeinsame Adresse

je 1x Adresse für meine Kinder

macht dann 5 mailbox.org-Accounts oder?

Korrekt. Typischerweise willst Du ja auch, dass jede der Personen Ihren eigenen Mail-Account hat und nicht alle E-Mails verschiedener Personen vermischt in einem Postfach landen.

Bei mir sind das im Moment auch 5 mailbox.org Accounts die sämtlich E-Mail-Adressen unserer eigenen Domain verwenden.

Ich denke, die gemeinsame Adresse könnte man vielleicht auch mit einem Alias umsetzen.

Dann ist das so, wie ich es gedacht hatte.

Ne die gemeinsame Adresse soll schon getrennt sein.

Dann wird es doch recht teuer auf Dauer und ich lasse meine Mailboxen erstmal bei netcup liegen.

Danke Euch.

So mache ich es auch.

Bedenkt man, was man typischerweise für andere Abos zahlt, so finde ich die E-Mail als Zugang zu sämtlichen Internetdiensten eigentlich für eine ganze Familie also nicht teuer an. 100€ im Jahr für saubere Kommunikation für eine ganze Familie. Dann lieber auf was anderes verzichten.

Am Anfang hat es mich auch kurz gestäubt.

Ich hoste seit Anbeginn der Zeit alle Emailaddressen meiner Familie selbst (bei Netcup). Wenn es erstmal läuft, ist das (mit fester IP) recht zuverlässig. Leider muss man beim Aufsetzen des Mailservers mal so richtig Klimmzüge machen:

  • Damit Gmail Mails annimmt, muss man die Google Indizierung für Domain erlauben (:face_vomiting:)
  • Für Mails an die Telekom Kunden muss direkt auf der SLD (example.com) die Kontaktdaten zu dem Abuse-Verantwortlichen angeben (und die Telekom anbetteln).
  • Bei Spamhaus und Co muss man ggf. beantragen, dass die IP von der Spam-Liste entfernt wird (saubere Konfiguration vorausgesetzt)
  • DKIM, SPF und DMARC müssen passend konfiguriert sein

Wer das macht, kann schon für 2,50€/Monat einen eigenen Mailserver mit beliebig vielen Addressen betreiben…
Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte dann doch einen Hoster nehmen…

IMHO muß man die Anwendungsfälle klar auseinanderhalten:

  • Alias-Adressen
    dienen dazu, die dahinterliegende Hauptadresse nicht zu „verbrennen“; erhalte ich zu viel Spam auf einen Alias, kann ich diesen deaktivieren, muß die neue Adresse aber nur dem (im Optimal Fall EINEN) Kommunikationspartner mitteilen;
    die Hürde, die eigene Hauptadresse zu ändern liegt so hoch, daß man viel länger für diesen Schritt braucht bzw. diesen nie vollzieht - und sich dauerhaft mit Spam inkl. der Gefahren eines „falschen Klicks“ abfindet
  • Verschlüsselung
    macht wie bei der klassischen Papierpost den Unterschied zwischen Postkarte und Brief aus; und auch bei Papierpost würde ich persönlich meine Unterhaltsmahnung ganz bestimmt nicht auf einer Postkarte erhalten wollen, selbst wenn sich die Zusteller:innen den Inhalt aus der Absenderadresse zusammenreimen können;
  • Anonymisierung
    ist, wie schon geschrieben, systembedingt nicht möglich;
    wenn „das System“ meine Identität nicht kennt kann „das System“ meine Identität aber auch nicht offenlegen;
    weder Proton noch Tuta verlangen irgendwelche Merkmale (Handynummer, Emailadresse, Ausweisdokumente) die die Identität verraten würden; man darf halt nur keine Weiterleitungen / Rücksetz-Emailadressen o.ä. hinterlegen
    → enthält die Kommunikation keine Identitäts-offenbarenden Inhalte (weil die Gegenstelle nichts von mir weiß) kann aus der Kommunikation auch nicht auf mich zurückgeschlossen werden
    → arbeitet auch die Gegenstelle mit Verschlüsselung könnten theoretisch sogar personenbezogene Inhalte übertragen werden - allerdings bleibt als Risiko immer, daß die Daten bei der gegenstelle schon vor der Verschlüsselung abfließen

Welchen Anwendungsfall mit welcher Gegenseite bei welchem Anbieter Ihr kombiniert ist dann eine sehr individuelle Entscheidung.

Jep.

Und genau deswegen nutze ich unbox.at. Danke für Deine Zusammenfassung.

Gutes Beispiel für einen Zielkonflikt, der beim Thema Privacy häufiger vorkommt. So ein Fallback wie eine Rücksetzadresse oder gar -telefonnummer stärkt die Verfügbarkeit (im Sinne von ‚Zugriff nicht verlieren‘), schwächt aber den Datenschutz (und umgekehrt). Dasselbe mit Verschlüsselung: Stärkung des Datenschutzes, aber Erhöhung des Risikos, sich selbst durch Verlust des Schlüssels auszusperren. Oder mit Backups: Der Tipp, solche (natürlich verschlüsselt) an möglichst vielen Orten zu hinterlegen, erhöht auch die Angriffsfläche für einen möglichen Datenabfluss.

Zurück zum Thema Mail: Die Rücksetzadresse könnte natürlich auch eine Alias-Weiterleitung sein. Womit man sich wieder auf die Verfügbarkeit des Weiterleitungsmechanismus verlässt (oft eine Third-Party-Lösung) usw. usf.