Welche softwaretechnisch aktuelle Distribution?

Hallo zusammen,

ich stelle derzeit mein System von Windows 10 auf Linux um und bin dabei im Forum mehrfach auf das Thema Backports als potenzielles Sicherheitsrisiko gestoßen.

Daher suche ich eine möglichst aktuelle Distribution, bei der Backports eine geringere Rolle spielen sollten. Folgende habe ich ins Auge gefasst:

Manjaro: Als Rolling-Release-Distribution dürfte es hier kaum Backports geben. Wie sieht es jedoch mit Sicherheit und Stabilität im Allgemeinen aus?

Ubuntu non-LTS (25.04): Vermutlich enthält diese Version weniger Backports als die LTS-Variante. Ich stelle sie mir dennoch relativ stabil vor.

Debian Testing: Die Software scheint hier aktueller zu sein, was ebenfalls für weniger Backports spricht. Wie steht es um Systemstabilität? Unstable würde ich für ein produktives System eher ausschließen.

Was meint ihr? Welche Distribution haltet ihr für am geeignetsten? Momentan tendiere ich eher zu Manjaro.

Danke für eure Hilfe!
Ferdi

Alle genannten halte ich für suboptimal.

Wenn du rolling release willst, dann eine Distro die nah an Arch ist, ohne künstliche Verzögerungen wie Manjaro sie einführt. EndeavourOS wäre eine Option. Hin und wieder wirst du im Arch-Wiki etwas nachschauen müssen und es ggf. in der Konsole umsetzen. Dem solltest du nicht abgeneigt gegenüber sein. Sollte es nur darum gehen, das System am Laufen zu halten, hält sich der Aufwand allerdings sehr in Grenzen. Selten muss man bei einem Update selbst eingreifen. Es gibt eine Mailingliste, die darauf hinweist und Instruktionen bereitstellt. Bei anderen Distros ist das aber auch nicht weniger Arbeit, da man das dort ggf. bei den Upgrades auf eine neue OS-Version tun muss. Arch ist auch ein guter Startpunkt um später das System sicherer zu gestalten.

Es gäbe noch OpenSUSE Tumbleweed. Fedora wäre auch eine Option, allerdings sind nur ein Teil der Pakete rolling, z.b. der Kernel.

Als Desktop würde ich, von Windows kommend, KDE als erstes ausprobieren.

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CachyOS, Manjaro, Endeavour OS. Wenn du aktuelle software willst. Fedora wäre auch eine Möglichkeit. Mit OpenSuse Konnte ich mich persönlich nie anfreunden. Debian Unstable wäre auch noch was, brauch aber ein wenig mehr Verständnis, dazu könnte ich dir zum Beispiel https://www.spacefun.ch/ empfehlen.

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+1 für Fedora. Da ist zwar nur der Kernel “rolling” aber dank 6 monatigen Releasezyklus ist auch der Rest vertretbar aktuell.

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Vielen Dank für die Vorschläge und Ideen! Dann gucke ich mir EndeavourOS, Fedora und Spacefun mal genauer an.

@Chief: Interessenshalber: Warum sind meine genannten eher suboptimal? Nur wegen der Update-Verzögerung oder gibt’s hier noch andere Komponenten?

Manjaro hat mehrfach Zertifikate auslaufen lassen. Die mehrwöchige Verzögerung von Updates ist unnötig und birgt Probleme, wenn du sie mit normalen Arch-Packages oder AUR-Packages mischst, da diese keine Verzögerung haben. Das macht mehr Stabilitätsprobleme, als es löst.

Warum willst du eine Testing-Version als Produktivsystem nutzen?

Kann man zwar machen, Backports vermeidet man dadurch aber nicht.

Bist du totaler Linuxanfänger, oder hast du schon Erfahrung?

Ach verstehe, na dann macht eine Update-Verzögerung nicht wirklich Sinn. Danke für die Info!

Der Gedanke dahinter war, dass bei Debian Testing scheinbar aktuellere Software ausgeliefert wird. Nur die Krux dabei: Da „Testing“ – wie stabil läuft es dann wirklich? Gibt ja manchmal Software die im Beta-Status sehr gut läuft, bei anderen eher weniger. Deshalb der Gedanke.

Ja, bin Linux-Anfänger. Habe nur ein paar Live-Systeme ausprobiert (u. a. Manjaro und Ubuntu bzw. Kubuntu). Aber habe jetzt keine Angst vor dem Terminal, kann man ja alles lernen :+1:

Vergiss Debian Testing. Hast du dir https://wiki.debian.org/DebianTesting mal durchgelesen?

Compared to stable and unstable, next-stable testing has the worst security update speed. Don’t prefer testing if security is a concern.

Ahhh, danke für den Hinweis. Bei mich hat das „Testing“ nämlich einen ganz anderen Eindruck hinterlassen (nämlich so ähnlich wie ein „Rolling-Debian“) :sweat_smile:
Dann fällt das auf jeden Fall schon mal raus.
Dann bleibt momentan noch EndeavourOS oder Fedora. Gefallen mir beide gut auf dem ersten Blick. Muss ich mal etwas ausprobieren.
Danke auf jeden Fall für eure Hilfe :+1: