Welches Endgerät wird vom Provider erkannt?

Hallo,
wenn jetzt ein Handy einem Laptop (oder so) Internetzugang gibt über Hotspot, erkennt der Mobilfunk-Provider des Handy-Besitzers welche Geräte über den Hotspot ins Internet gehen oder wird nur das Gerät des Hotspotgebers erkannt? Und Webseitenbetreiber auf deren Seiten der Laptopnutzer über Hotspot surft erkennen dann nur das Handy aber nicht den Laptop, oder wie ist das? UNd wie sieht es aus, wenn ein Laptop öffentliches Wlan nutzt? Kann ein Webseitenbetreiber erkennen welches Gerät ihn ansurft oder wird nur das Gerät des Wlangebers von ihm erkannt?

Der Webseitenbetreiber „erkennt“ immer deinen Browser und kann diesem i.d. Regel auch Informationen über das Gerät entlocken, auf dem dieser läuft. Es ist umgekehrt schon schwieriger für ihn, etwas über deine Zugangsart herauszufinden, mehr als die öffentliche IP-Adresse erfährt er erst mal nicht.

Der Mobilfunkanbieter wiederum wird, solange die Übertragung per HTTPS verschlüsselt ist (ist sie heute meistens) wenig über dein Gerät erfahren, da liegst du richtig. Unmöglich ist es nicht, aber relativ aufwendig.

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Danke dir. :slight_smile:
Der Seitenbetreiber erkennt also nicht das Handy, dass dem Laptop hotspot gibt, sondern nur den Laptop. Die IP Adresse ist das Einzige was er zu wissen bekommt was mit dem Handy (Hotspotgeber) zu tun hat. Mehr vom Handy kann er nicht erfahren, richtig?

Zum Mobilfunkanbieter: Welche Daten könnte der Mobilfunkanbieter des Handys das Hotspot gibt denn, wenn er denn wirklich möchte, vom Laptop bekommen der den Hotspot des Handys nutzt?

Es gibt einige Möglichkeiten, für den Mobilfunkanbieter, festzustellen, dass du die Verbindung zu einen anderen Gerät teilst: (Englisch) https://android.stackexchange.com/questions/47819/how-can-phone-companies-detect-tethering-incl-wifi-hotspot

Eine Seite erhält die IP-Adresse, wie @Andreas_H erwähnte, das gibt Ansatzpunkte für weitere Informationen über die Verbindung selbst, welchen (Mobilfunk)Anbieter du evtl. nutzt, Mobilfunk/DSL, ….
Den Laptop erkennt die Seite aber grundsätzlich immer daran, dass dein Webbrowser einfach sagt (User-Agent Header), dass er ein x86_64 o.Ä. Gerät mit Windows/Linux ist.
Wenn dein Rechner auch HTTP Verbindungen aufbaut, könnte der Mobilfunkanbieter auch so Infos über den Rechner erhalten, wenn er in die Verbindungen selbst schaut.
HTTPS Verbindunge sind auch Heute noch üblich, wenn du nicht aktiv Dinge dagegen tust (Captive Portal Check, HTTP Fallback, …).
Ansonsten kann eine Seite auch aktiv feststellen ob du den Desktopmodus verwendest, evtl. keinen Touchscreen hast, Betriebssytem, Kategorie des Prozessor-Befehlssatzes, ….

Öffentliche WLANs werden für gewöhnlich über Router angeboten, die erkennst du nicht direkt. Manche Router sind aber auf bestimmten Ports erreichbar, und so lässt sich dann auch teilweise feststellen welcher Router am Anschluss ist. Aber eigentlich arbeiten solche Geräte relativ „Transparent“, als käme der Traffic direkt von deinen Computer in’s Internet (es lässt sich jedoch an der Übertragungsweise erkennen, ob ein Router vor deinen Windows/modernen Linux System hängt).
Sollte soweit für dich jedoch irrelevant sein, ist nämlich komplett üblich und normal.

Wenn die Verbindung über IPv6 läuft, und der Laptop keine privacy-extension verwendet, sich die IPv6-Adresse jedoch selbst aussucht, ist evtl. auch die „einzigartige“ MAC-Adresse des Laptops der Webseite bekannt.

Wenn es ein öffentlicher Hotspot eines Handys ist, siehe etwas weiter oben.
Der Laptop wird schlussfolgernd also auch bei öffentlichen WLANs erkannt, das Gerät über den der Hotspot läuft eher nicht.

Ansich richtig, außer eventuell durch Korrelation der IP-Adresse mit anderen Anfragen, je nach Mobilfunk-Anbieter/Details (gibt ja Mobilfunkverträge mit öffentlicher, statischer IP-Adresse).

Alleine vom analysieren des Traffics ließe sich das Betriebssystem relativ sicher herausfinden (Aufgerufene Domains/Server, Zeitserver, …). Windows und Apple sind z.B. extrem gesprächig und eindeutig zu erkennen.
Wenn du als „wirklich möchte“ auch aktive Angriffe zählst, samt kompletter Trafficanalyse: Alles, was dein System über die Schnittstelle verschickt. Wenn dein Browser HTTP Seiten JavaScript ausführen lässt, kann so ein Skript eingefügt werden, das alles, was darüber zu holen ist, versendet. Und der Rest hängt von sonstigen Anwendungen und dem Betriebssystem ab.

Hotspots sind nicht sicherer als eine normale Internetverbindung. Dein ISP kann theoretisch alles mit deinen aus-&eingehenden Datenverkehr machen, wenigstens vor Veränderung der Inhalte schützt für gewöhnlich Authentifizierung (Zertifikate - finden z.B. bei TLS/HTTPS Verwendung) und Verschlüsselung (z.B. TLS/HTTPS).

Vielen Dank!

Ich bin ziemlich sicher, dass der Mobilfunkprovider über das Baseband ziemlich viel über das Mobilfunkgerät erfährt, ebenso auch über das Mobilfunkprotokoll. Über das Internetprotokoll erfährt er dann zusätzlich noch so einiges darüber, mit welchem Endgerät und mit welchem Browser welche Schmuddelseiten angesurft wurden. Nur letzteres kannst Du einigermaßen vor dem Internetprovider verbergen, indem Du ein zuverlässiges VPN verwendest, das wirklich alles, was in den oberen Transportschichten passiert, durch die unteren Schichten hindurchtunnelt.