WhatsApp adé: Signal und Threema überzeugen als sichere Alternativen

Was die Umfragen betrifft stimme ich dir zu, das ist ein sehr nützliches Feature. Das Anpinnen ist mir jetzt nicht sooo wichtig. :man_shrugging:

Wenn ihr mal zynisch denkt, wäre für die weite Adoption von Signal die Einführung der Chatkontrolle eine richtig gute Sache. WhatsApp wird sich der Gesetzgebung unterwerfen, weil sie einfach zu groß sind, um den EU-Markt komplett zu verlassen. Signal wird sich hingegen nicht verbiegen, wird den EU-Markt verlassen (also die App Stores) und dafür auf anderen Wegen erhältlich sein, zumindest auf Android. Und die Integrität der Kommunikation bleibt erhalten. Wenn das passiert, werden auch viele technisch unbedarfte Personen Signal nutzen wollen. Momentan ist der Unterschied zwischen Signal und WhatsApp (mit intakter Verschlüsselung) einfach nicht so groß, wie viele Leute hier im Forum es gerne hätten…

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In finde das alles andere als ironisch. Das ist genau der Kernpunkt den wir immer wieder aus den Augen verlieren. Die meisten Nutzer wollen mit einem Messenger einfach kommunizieren und das macht WhatsApp aktuell einfach und funktionell.

Mit der Technik und den Risiken dahinter beschäftigen sie sich nicht, so wie wir aus der Datenschutz- und Sicherheitscommunity eben andere Dinge einfach nicht im Detail verstehen sondern einfach nutzen wollen, auch wenn uns ggf. sogar grundsätzlich klar ist das etwas schädlich für uns ist. Denkt mal z. B. an den Konsum von Alkohol-, Tabak, Koffein- oder Zuckerkonsum auf sozialen Veranstaltungen anstatt eben Wasser, Obst und frischer Luft zu konsumieren :wink:

Meiner Meinung nach werden nur erlebbare Mehrwerte für den Nutzer eine Installation und Nutzung andere Messenger auslösen können. Für uns mag es Datenschutz und Sicherheit sein, für die Masse der Nutzer ist es aber eben einfach der Inhalt der transportiert wird und die Funktionen die dieses ermöglichen.

Ich konnte in meinem Umfeld schon mehrere Gruppen von Personen zur Installation von Signal oder Threema bewegen. Zumeist erfolgte dieses aber eben darüber, dass ich thematische Messenger-Gruppen auf anderen Medien als WhatsApp gegründet habe die es vorher noch nicht gab und an denen die anderen Personen teilnehmen wollten. In einem Fall ist auch der Umzug einer bestehenden WhatsApp-Gruppe in diesem Fall auf iMessage gelungen, da für jeden der Gruppe vorhersehbar war, dass ich mir nicht WhatsApp installiere würde, sie mich aber dabei haben wollten.

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Wenn du lang auf Alle Chats bleibst, kannst du über Ordner-Einstellungen weitere Ordner anlegen.

Also da kann ich dir leider nicht zustimmen. Wo liegt denn im Anwendererlebnis ein Unterschied zwischen Signal und WA? Ich sehe da keinen.

Der Mensch ist einfach ein Herdentier und WA war zuerst da und hat den Markt geflutet. Und jetzt wechselt kaum noch einer aus Bequemlichkeit und weil die Masse bei WA ist.

Ist das gleiche wie man es im Business Bereich bei MS Teams beobachten kann. MS hat während Corona seine Chance gesehen und Teams für alle angeboten. Und jetzt hats so gut wie jeder der Office nutzt auch im gebrauch.

Beim Rest deiner Ausführungen bin ich bei dir. Signal braucht dringend mehr Emojis als erlebbaren Mehrwert! :grin:

Ich selbst bin da eher Oldschool, für mich muss ein Messenger die verschlüsselte und sichere Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Kommunikationspartnern ermöglichen, ohne meine Daten abzuschnorcheln und auch ohne das ich dazu Informatik studiert haben muss. Umfragen, Video- oder Audiotelefonie sind inzwischen ja fast schon standard. Ist wie mit meinem Auto, das soll fahren und nicht mit mir quatschen oder mir den rücken massieren. Ein Auto halt. :man_shrugging:

Da habe ich keinen weiteren Bedarf.

Ich will meine Gruppen finden: alle!

Genau genommen wiedersprichst Du mir ja gar nicht.

Ja, vom Anwendererlebnis gibt es keinen Unterschied zwischen Signal und WhatsApp. Warum sollte der Anwender also den Aufwand betreiben um zu wechseln? Aus meiner Sicht muss ein spürbares und für den Anwender relevantes Problem für einen Wechsel gelöst werden.

WhatsApp hat damals die SMS abgelöst, weil es mit wenig Aufwand für den Anwender viel Mehrwert geschaffen hat (Bilder, Videos, Gruppenchats, weniger Kosten als SMS und vor allem MMS).

Wir in der Datenschutz- und Sicherheitscommunity haben es alle bisher nicht geschafft Datenschutz und Sicherheit als so sexy zu verkaufen, dass die normalen Anwender in Scharen gewechselt sind.

Der „Digital Independance Day“ versucht jetzt über die Argumentarion des Entmachtens der mächtigen Tech-Milliardäre die unsere Demokratien und Lebenweisen angreifen und zerstören. Ich hoffe wirklich, dass dieses ein entsprechendes Momentum bringt. Meine Hoffnungen sind allerdings nicht allzu hoch. Es bräuchte hier bekannte und beliebte Zugpferde die nicht nach Ihrem #didit nicht mehr auf den gewohnten Kanäle erreichbar sind.

Vielleicht wird es aber auch wie @Crey sagt das nächste WhatsApp Fettnäpfchen, was den Wechsel auslöst. Werbung in den eigenen Chats könnte so ein Momentum werden oder das Einführen eines Algorithmus, der Beiträge versteckt. Ein Messenger der nicht nervt könnte ein solches Momentum auslösen.

Oder eben wenn wir alle die coolen Inhalte / Leute / Funktionen nur noch über einen anderen Messenger als WhatsApp erreichbar wären. Dann kann sich zumindet ein zweiter Kanal etablieren.

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ja, aber das ist doch nicht wünschenswert.

find ich gut, nur ist dort keiner meiner Kommunikationspartner.
Meine Lösung ist matrix, da hab ich eine Oberfläche und Brücken in die anderen Systeme.

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Meiner bisherigen Erfahrung nach stellt das Thema Interoperabilität bei förderierten Systemen effektiv auch einen großen Hemmschuh für Einfachheit und Unkompliziertheit für die technisch nicht versierte Anwender dar.

Ein System in der ein Anwender ggf. bedenken muss, ob sein Gegenüber einen Inhalt empfangen kann oder dieses aufgrund technischer Gründe vielleicht nicht funktioniert, ist aus meiner Sicht problematisch.

Aus diesen Gründen hat sich ja z. B. Signal explizit dafür entschieden keine Interoperabilität abzubilden, sondern eben auf ein zentralisiertes System zu setzen.

Das ist richtig, zeigt aber nur, dass die Softwareentwickler oft nicht dafür bezahlt werden, etwas einfach und unkompliziert zu machen. Ob eine Email per SMTP-DANE authentifiziert verschlüsselt gesendet werden kann, kann man mit wenigen DNS-Anfragen schnell herausfinden. Ich kenne nur eine (Web-)Oberfläche die das auch tut. Etwas verbreiteter ist ein Test, wie groß Attachments sein dürfen. Warum sollte man nicht auch die möglichen Inhalte per DNS-Abfrage kommunizieren?

Ich kenne den Vortrag von Moxie Marlinspike und letztendlich ist es genau die oben genannte Bequemlichkeit die ihn davon abhält.

Mit Deinen Argumenten machst Du Dich zum Anwalt der Anbieter statt der Anwender…

Das denke ich nicht. Ich mache mich zum Anwalt der Normal-Benutzer, der und dieselbst keinen Einfluss auf die Entwicklung, Rollout und Betrieb von Lösungen haben.

Diese werden leider viel zu oft von denjenigen vergessen, die das notwendige KnowHow haben ihre Lösungen selbst zu bauen und optimieren.

Dummerweise ist es bei Kommunikationssystemen aber so, dass niemand auf einer Insel lebt wo er keine Kontakte aus dem Lager der nicht-technisch-versierten Normal-Benutzer hat und für diese muss es Lösungen geben die eben auch ohne technisches Wissen einfach funktionieren.

Wenn ich von Dir zum Beispiel lese wie viel Maßnahmen im E-Mail-Umfeld nicht oder nicht git ungesetzt werden, liegt es vermutlich auch nicht nur an der Bezahlung.

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Woran liegt das?

Bei “technisch unbedarften” Leuten die Signal nur sporadisch nutzen, sehe ich oft und lange (12-24 Stunden, bis Tage), dass Nachricht nur (ein Haken) auf dem Signal Server ankommen. Nicht auf deren Smartphones zugestellt werden.

(V) Sent
This indicates that your message has been sent to the Signal service. If you see this icon, there is no issue with your phone’s connectivity.

(V)(V) Delivered
This indicates that the message has been delivered to the recipient’s device.

https://support.signal.org/hc/de/articles/360044737612-Was-bedeutet-dieses-Symbol

Was machen die Leute da? (Unabhängig davon, dass mal jemand für paar Stunden zB. im Flugmodus sein kann und eine Nachricht in dieser Zeit nicht zugestellt werden kann. Es geht um Signal (nicht Molly) auf Stock Android und iPhone)

PS: die Leute fragen ist schwierig, wenn technisch zu unbedarft und andere Umstände, keine Zeit, man kennt sich nicht gut genug…

Genau diese Frage treibt auch mich um bei einem Mitglied einer Signal-Gruppe. Er verwendet Signal auf einem iPhone, ich selbst Molly auf GOS.

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Meinem Wissen nach über die Arbeitsweise des Signalprotokolls ist dieses auch nachvollziehbar. Meine Wissens nach funktioniert der Ablauf des Nachrichten-Versands wie folgt.

  1. Wenn der Sender eine Nachricht verschickt, wird diese wie folgt zusammengestellt und verschlüsselt an Signal übergeben:
    Empfänger, [Absender, Nachricht]
    wobei die in […] eingefassten Daten mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsselt sind und damit von Signal nicht eingesehen werden können.

  2. Signal stellt die Nachricht in die Nachrichten-Queue für den Empfänger ein, was dann den ersten Haken ergibt

  3. Signal informiert die mit dem Account des Empfängers angemeldeten Android oder iOS Geräte per Push-Notification, dass in der Nachrichten-Queue neue Nachrichten bereitstehen.

  4. Wenn auf dem Empfänger-Gerät für die Signal App die Verarbeitung von Mitteilungen aktiviert ist, dann weckt das Betriebssystem die Signal App im Hintergrund auf, sodass diese die neu anstehende Nachricht aus der Nachrichten-Queue herunterlädt.

  5. Die Signal App entschlüsselt dann im Hintergrund die Nachricht um an die Absender-Adresse zu kommen und übergibt Signal die Nachricht über den erfolgreichen Empfang zurück an den Empfänger.

  6. Signal übergibt diese Nachricht dann Wieder in die Nachrichten-Queue des Absenders. Wenn dieser dann wiederum die Nachricht abholt. Erst dann wird in der Signal App des Absenders der zweite Haken gesetzt.

Ich habe das Verhalten gerade einmal auf zwei iPhones nachgestellt. Wenn man auf dem Empfänger-iPhone die Mitteilungen für Signal deaktiviert und damit Schritt 3 außer Kraft setzt, dann tritt das beschriebene Verhalten des nicht sofort erfolgenden zweiten Hakens nachvollziehbar auf. Erst wenn der Empfänger Signal dann manuell startet, wird die Nachricht geholt und beim Absender der zweite Haken gesetzt. Da er aber keinen Hinweis auf anstehende Nachrichten bekommt, werden Gelegenheitsnutzer nur sehr verzögert Nachrichten bekommen.

Ich würde bei Signal-Benutzern die Problem beim Empfang von Nachrichten haben als erstes prüfen, ob die Mitteilungen (iOS für die Push-Notifications) aktiviert sind (wie das bei Android heißt, weiß ich allerdings nicht).

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Meinst du unter Einstellungen → Apps → Signal → Mitteilungen → Mitteilungen erlauben?

Das wird doch bei der Installation abgefragt. Dann müsste er es ja abgelehnt haben. Ich frag ihn mal.

Genau daran. Ich schreibe seit über 40 Jahren Software und gönne mir den Luxus auch Tools zu bauen, die mein Leben vereinfachen. Aber kaum jemand bezahlt etwas für Kommunikation oder gute Software, rund 50% der Deutschen sind bei United Internet nur weil es kostenlos ist (bzw. mit Daten/Werbung finanziert wird). Damit geben Konsumenten ihre Marktmacht (Einfluss) auf. Ist doch klar, dass Unternehmen nur dann etwas tun, wenn es Gewinn verspricht.

Genau. Wenn ich den Schalter auf dem Empfänger-iPhone deaktiviere, dann tritt das beschriebene Problem des fehlenden zweite Haken und der fehlenden Hinweis auf eingegangene Signal-Nachrichten auf.

Edit 1:

Nun ja, das ist jetzt ein wenig ab vom Thema der Inkompatibilitäts-Herausforderungen förderierter Systeme, auch wenn ich Dir zustimme, dass die Gratis-Mentalität im Internet-Umfeld sicherlich keine gute Grundlage für nachhaltig finanzierte datenschutzfreundliche Systeme ist.

Aber ob die Ursache für schlecht zusammenarbeitende, förderierte Systeme tatsächlich die Anwender sind die für Ihre Dienstleitung nichts bezahlen wollen und auch die werbefinanzierten Systeme keine hinreichende finanzielle Grundlage für die sinnvolle Umsetzung von qualitativ hochwertigen und kurzfristigen Adaptionen der Funktionen in förderierten Umfeldern bieten, kann ich nicht beurteilen. Jedoch würden die Anbieter der zentralisierten Systeme wie z. B. Signal dann vermutlich doch irgendwie etwas richtig in Hinblick auf eine einfache und stabil nutzbare Dienstleistung machen.

Das mag man mögen oder nicht. Aber solange (Messenger-)Dienste bereits in Ihren Basisfunktionalitäten zu Inkompatibilitäten bei unterschiedlichen Anbietern und Clients führen, ggf. weil einfach die finanzielle Grundlage für sinnvoll implementierte förderierte Systeme fehlt, werden diese Dienste für normale Anwender nicht nutzbar sein und es wird im Ergebnis keine Kommunikation geben.

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(Fett von mir)

Dann ist das aber nur beim iPhone? Unter Android kommt meines Wissens nach der zweite Haken, auch wenn Benachrichtigungen (aus Versehen) abgeschaltet ist.

Und wird beim iPhone die Nachricht gar nicht zugestellt, wenn “Benachrichtigungen” deaktiviert ist, bis manuell Signal aktiv gemacht wird?

Bei iOS führt die Deaktivierung des Benachrichtigungsschalter meines Wissens nach zur Deregistrierung der jeweiligen App vom Push-Notification Dienst. Ich denke dieses dient zur Vermeidung unnötiger Datenübertragungen.

Da die Push-Notification jedoch nur die App weckt, die Übertragung der eigentlichen Nachricht aber auch ohne Push-Notification beim App-Aufruf erfolgr, dürften nur Nachrichten verloren gehen, wenn die Signal App nicht zu lange nicht gestartet wird.

Wie die Implementation bei Android ausfällt weiß ich nicht.

Zum Thema Verfügbarkeit hier ein aktueller Fund:
https://www.datenschutz-notizen.de/ein-leben-ohne-us-dienstleister-moeglich-aber-sinnlos-0857868