Wie kann ich meine E-Mail-Adresse und Telefonnummer aus der Datenbank der ehemaligen Versicherer entfernen lassen?

Hallo,

dürfen Vergleichsportale bei Vertragsabschluss, z. B. einer Versicherung, noch alte E-Mail-Adressen übermitteln? Ich hatte bei einem Neuabschluss eine andere E-Mail angegeben, und als ich beim Versicherer noch etwas klären musste, nannte die Mitarbeiterin mir zwei E-Mail-Adressen, obwohl ich bei Abschluss nur die neue angab. Der Mitarbeiter vom Vergleichsportal sagte natürlich, dass sie sowas nicht machen, aber wer soll sonst der Versicherung meine alte E-Mail-Adresse übermittelt haben?

Wie kann man überhaupt dafür sorgen, dass Telefonnummern und E-Mail-Adressen bei gekündigten Verträgen aus deren Datenbanken verschwinden?

Diese Daten sind ja dann erstmal bei Vertragsabschluss in deren PDF-Dokumenten gespeichert.

Ich nutze erst jetzt Aliase und eine abgeschaltete Nummer, da ich immer gedacht habe, dass sonst der Online-Vertragsabschluss nicht durchgeht.

Wenn man eine Kfz-Versicherung abschließt und nach einem Jahr wechselt, speichert die Versicherung doch auch meine SF-Klasse zehn Jahre. Trotzdem möchte ich, dass meine E-Mail-Adresse und Telefonnummer entfernt werden, was sie beim Erstabschluss wohl nicht mehr können. Die wollen ja immer die Nummer wegen Rückfragen haben, die ich noch nie hatte, höchstens andere Verträge aufzwingen.

Auch wenn sie mir sagen, dass es gelöscht wird, kann ich es nicht sehen. Das ist genau wie mit Sprachaufzeichnungen. Man kann sowieso nicht sehen, ob alles aufgezeichnet wird, auch wenn man es verneint.

Was kann man denn machen, wenn man bei einer gekündigten Kfz-Versicherung auch noch einen Account hat, den man nie angelegt hat?

Ich bekomme nach zwei Jahren ständig E-Mails, dass ich einen angeblichen Account habe. Ich hatte damals bei Vertragsabschluss die Police als PDF bekommen und nie einen Account angelegt. Dann muss das ja die Versicherung gemacht haben. Ich habe trotz Passwortreset keinen Zugriff. Es ist doch schlampig, dass bei gekündigten Verträgen noch ein Kundenaccount aktiv sein soll.

Muss ich jetzt mühsam alle Ex-Versicherungen anrufen, um um das Löschen der Nummer und E-Mail zu bitten? Die Mitarbeiter in den Hotlines haben bei solchen Fragen sowieso keinen Bock und sagen, dass meine Nummer und E-Mail nicht mehr existiert.

Du solltest nicht anrufen. Du kannst eine vollständige Auskunft nach Art. 15 einfordern, am besten elektronisch. Wenn nach Vertragsbeendigung noch Emailadressen vorhanden sind, fragen warum, erforderlich erscheinen mir die nicht. Ggfs zur Löschung auffordern.
Wird danach eine Email verwendet, die in der Auskunft nicht auftaucht, dann kannst Du Beschwerde einreichen (die richtige Aufsicht steht in der Auskunft). Allerdings bearbeiten die meisten Aufsichten Beschwerden eher schleppend und bei weitem nicht immer richtig.

Vielen Dank für die Information. Glaubst du, dass sie das entfernen werden? Die SF-Klasse der gekündigten Verträge wird von ihnen wahrscheinlich ebenfalls zehn Jahre lang gespeichert. Zudem werden sie bestimmt nichts aus dem Beratungsprotokoll löschen, da dieses ebenfalls für einige Jahre aufbewahrt wird.

Eine ähnliche Frage hat sich mir schon häufiger gestellt:

Ja, es gibt (noch) all die Rechte im Bezug auf Löschung, Korrektur, Auskunft usw. Diese Rechte hören sich auf dem Papier auch gut an und machen Sinn.

Ich ertappe mich die letzte Zeit jedoch immer häufiger bei dem Gedankengang, dass das womöglich auch alles eher Wunschdenken ist. Wie kann ich denn feststellen, ob tatsächlich meine Daten gelöscht wurden, oder ob es der Wahrheit entspricht, was mir beteuert wird?
Bisher basiert es darauf zu vertrauen, dass die Gegenseite alles ordentlich einhält und umsetzt.

Ja, es gibt Sanktionen und Strafen die theoretisch bei Verstößen auferlegt werden können. Aber ob das auch so konsequent passiert vermag ich nicht zu sagen, bezweifel es aber ehrlich gesagt vom Gefühl her eher.

Mein Rat an dich: @Joachim hat eigentlich schon alles relevante dazu gesagt. Versuche es mit den existierenden Mitteln Löschen zu lassen, frage vielleicht nochmals zeitversetzt nach und mache Druck.
Ich versuche mittlerweile überall wo möglich E-Mail-Aliase zu benutzen, die Telefonnummer möglichst nicht anzugeben usw. da der einzig einigermaßen effektive Datenschutz vor allem in der Datenvermeidung liegt.

Wenn sie es beauskunften müssen Sie einen Zweck angeben, der lässt dann auf die Rechtsgrundlage schließen.

Kannst Du leider nicht immer. Könnte die Aufsicht bei einer Kontrolle, macht sie aber nicht.
Unternehmen kann man eigentlich nur dann etwas, wenn das Verhalten widersprüchlich ist, also z.B. Daten verwendet werden die nicht beauskunftet wurden, oder wenn Daten fehlen, die gesetzlich vorhanden sein müssen. Das allerdings ist viel öfter der Fall als zugegeben wird, ich habe da diverse Verfahren laufen.

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Das wundert mich leider gar nicht… :roll_eyes:

Ja, hört sich schlüssig an, wobei das dann auch wieder ein Problem wird, wenn man erst gar nichts vom Datenmissbrauch mitbekommt.

Ich wünsche dir viel Kraft für die laufenden Verfahren. Ich wehre mich auch, wo es in meiner Macht/Mitteln steht.

Das wird bestimmt sehr stressig mit den Anfragen. Ich befürchte, dass dabei falsche Auskünfte gegeben werden. Bei schriftlichen Verträgen, in denen die Telefonnummern handschriftlich eingetragen werden, können sie die auch nicht löschen. Mich nervt es schon, dass die Bank vor Ort, bei der ich vor Jahren gekündigt habe, meine Nummer noch irgendwo archiviert hat. So können sie mal überprüfen, ob man irgendwelche Messenger nutzt.

Ich erinnere mich aber daran, dass ich einmal Post von einer Bank bekam, in der stand, dass Hacker an deren Kundendaten gelangt sind. Da kamen dann nur scheinheilige Entschuldigungen.

Auch meine Arztpraxis wollte meine Nummer für Terminverschiebungen. Wenn man nach so langer Zeit plötzlich mit dem Löschen kommt, wird man als paranoid abgestempelt.

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Wie hier schon von einigen geschrieben: Bestimmte Dokumente (Handelsbücher, Handelsbriefe – darunter fallen auch E-Mails…, Inventare, usw. usf.) müssen geordnet aufbewahrt werden. Dies ergibt sich unter anderem aus der Abgabenordnung (AO), Handelsgesetzbuch (HGB), für Banken und Versicherungen (auch teils nur mittelbar) aus der speziellen Regulierung zum Risikomanagement und Meldewesen.

Also ganz gelöscht bekommst du die Daten nicht innerhalb von 10 Jahren nach Beendigung eines Geschäfts. Danach könnte es gehen. Also Reminder in den Kalender und dann schreiben…

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Richtig, aber wenn die gesetzliche Aufbewahrungspflicht der einzige Grund ist, dann dürfen diese Daten nicht noch für andere Zwecke verwendet werden.
Umgekehrt „vergessen“ ganz viele Organisationen diese Dokumente in ihrer Auskunft.

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Dir auch nochmal Danke.
Ich möchte, dass sie einfach meine Nummer und E-Mail aus dem Erstvertrag entfernen, was sie wahrscheinlich nicht tun werden. Was nützt es, wenn ich meine Nummer und E-Mail im Versicherungs-Account lösche, aber alles noch im Erstantrag als PDF steht?

Wie soll das denn gehen? Indem sie probieren, ob sie dieser Telefonnummer - zum Beispiel - eine Signal Message senden können?

Nein, ich meine, dass es einfach ist, neugierigen Personen im Internet zu ermöglichen, nach jemandem zu suchen, wenn man ihnen seine private Nummer gibt. Bei WhatsApp genügt bereits die Adresse wa.me/+123456789 im Browser oder im eigenen Notizchat, um jemanden ausfindig zu machen. Viele Nutzer lassen ihre Profilbilder sogar öffentlich sichtbar, und oft haben sie ein Selfie im Garten, Wohnzimmer oder vor ihrem Auto, auf dem das Nummernschild zu sehen ist. Bei Facebook konnte man früher einfach die Handynummer in der Suche oder beim Passwortreset eingeben, und schon erschien das Profil.

Genau aus dem Grund habe ich, als ich gezwungenermaßen (und auch nur temporär) Whatsapp installieren musste - im separaten Profil - eine Alditalk-Prepaidnummer besorgt, mit der ich mich anmeldete. Dann gibt es keine Verbindung zu meiner tatsächlichen Privatnummer. (Wer mich privat kennt, weiß nichts von meinem kurzen Whatsapp-Gastspiel, so dass sie auf ihren Datenschleudern auch meine Identität nicht mit der neuen WA-Nummer verknüpfen konnten.)

Du kannst Dir - statt einen Kampf gegen Windmühlen zu kämpfen - auch überlegen, Deine Privatnummer zu ändern und nur ausgewählten Personen die neue zu geben. Alle anderen Leute laufen dann ins Leere, inklusive Versicherungen, Adressverkäufer, usw.

So muss das. :wink:

Für WhatsApp kannst du am besten im Sandboxed-Profil eine US-Nummer mit der App Talkatone generieren, da du ständig bei öffentlichen virtuellen Nummern aus WhatsApp ausgeloggt wirst. Es versucht sich ständig jemand, mit den öffentlichen Nummern anzumelden. Ich konnte mich manchmal tagelang nicht mehr anmelden. Irgendwann hat WhatsApp die Nummer gesperrt. Talkatone läuft leider nicht mehr bei mir auf LineageOS, weil es bei MicroG ständig eine Fehlermeldung sendet, dass ich die Play Services aktualisieren muss. Mit GApps ging das damals auch nicht mehr. Die TextNow-App funktionierte damals auch mal, aber irgendwann wollten die für die Verifizierung von Messengern einen Premium-Abschluss. WA nutze ich aber mittlerweile nicht mehr. Die AI hat mir den Rest gegeben.

Ich hatte den Fall bei einem Vergleichsportal, das die nur dort verwendete Rufnummer an ein Mobilfunkunternehmen weitergab:

  1. Aufforderung Nach DSGVO Art. 17 an das Mobilfunkunternehmen, die Rufnummer zu löschen
  2. Mobilfunkunternehmen reagiert nicht
  3. Beschwerde bei der zuständigen Datenschutzaufsicht
  4. Bestätigung des Mobilfunkunternehmens, dass die Rufnummer gelöscht wurde
  5. 2 Monate verstreichen lassen
  6. Anfrage nach Art 15 DSGVO an das Mobilfunkunternehmen

Danke nochmal für die ausführlichen Schritte.
Mich hat letztens ein angeblicher Betriebsleiter eines Vergleichsportals frech angemacht, weil ich die Handynummer von „Frank geht ran“ angab. „Sie können doch nicht einfach eine falsche Nummer angeben“, heulte er. Der hat sich ins Gespräch eingeklinkt und meinte, er hat eine halbe Stunde mitgehört. Toller Datenschutz.
Der Typ klang aber vom Slang her eher nach Gosse. Es ist ja keine falsche Nummer, sondern ein Anrufbeantworter. :slight_smile:
Ich teilte ihm mit, dass er froh sein soll, dass ich einen Vertrag abgeschlossen habe, und sein Laden sogar Gasanbieter-Verträge vermittelt, bei denen einige Anbieter selbst nicht einmal Telefonsupport bieten und bei Beschwerden über das Kontaktformular sowieso nicht antworten. Ohne Telefonsupport kann man die Kunden bei Problemen schön abwimmeln.