Hallo,
ich habe neulich mal eine Liste von allen größeren Ordnern meines Windows-Rechners erstellt und frage mich bei manchen wozu die gut sind - und damit einhergehend auch, ob ich die ins Backup integrieren sollte.
Würdet ihr bei Windows ein Vollbackup empfehlen?
Falls ja, kann ich die Dateien z.B. mittels FreeFileSync einfach kopieren oder sollte ich eine Abbild machen?
Es geht mir hier nicht um die Frage welche Backup-Programme im Umlauf sind, das wurde schon viel diskutiert.
Danke schonmal für eure Antworten!
klares Ja, wenn Du ohne große Unterbrechung beim Ausfall Deine Systems weiterarbeiten willst. Oder wie lange denkst Du, dass eine komplette Neuinstallation und -konfiguration dauert?
Ein Backup das nicht Schattenkopien oder ein Offline-Image verwendet bootet unter Umständen nicht.
Gut, ich habe ich schon vermutet, dass ein Vollbackup sinnvoll ist.
Ist mit Offline-Image etwas anderes als ein ISO-image gemeint? Ist es möglich nur bestimmte System-Ordner als Iso-Image zu speichern und die Benutzerordner manuell zu kopieren?
Denn meine Systemordner ändern sich nicht ständig (oder doch?), meine Daten schon.
Mit Offline meinte ich, dass das OS nicht aktiv ist. Bei mir sind Images .vhdx und ich boote damit im Ernstfall virtuelle Maschinen, kannst von DVD willst Du im Ernstfall eher nicht starten.
Auch der Systemordner ändert sich häufig, mindestens einmal im Monat zum Patchday. Die Abhängigkeiten zwischen Daten, Anwendungen und System hast Du unter Kontrolle?
Wenn Du nicht sicher Ja sagen kannst, dann mach eine vollständige Kopie.
Das kommt darauf an. Bei einer Wiederherstellung sind vor allem die unwiederbringlichen Daten wichtig. Das sind alle Daten, die du dir nicht wieder beschaffen kannst. Ein Betriebssystem gehört beispielsweise nicht dazu. Ich würde einer Wiederherstellung von Windows aus einem Backup, das schon ein paar Jahre alt ist, keine hohe Priorität einräumen. Mir ist eine saubere Neuinstallation und Wiederherstellung eigener Daten grundsätzlich sympathischer. Allerdings kostet es auch nicht viel und mit einem Vollbackup kann man sich diese Option auch offenhalten. Das Ganze ist dann recht pragmatisch und man läuft nicht Gefahr, etwas zu vergessen, wenn man selektiv Daten zum Backup auswählt.
Meinen Linux-Server, der bei einem Online-Hoster steht, sichere ich beispielsweise vollständig über rsync auf einen Pi, der bei mir zu Hause steht. Damit habe ich grundsätzlich noch kein lauffähiges System, aber ich habe alles, was ich brauche, um mir eines zu bauen. Auch wenn ich es vermutlich niemals tun würde.
Ich habe mal drüber nachgedacht, was genau ich eigentlich erreichen möchte:
- meine persönlichen Daten sichern und zwar als normale Ordner, sodass ich sie z.B. auf ein anderes Gerät ziehen könnte
- ein Image (oder was auch immer), sodass ich bei einem Festplattenausfall von meinem Backup mit neuer Hardware nahtlos weiterarbeiten könnte
Das sind meine beiden Hauptziele. Von mir aus können das auch zwei getrennte Backups sein.
Als Features hätte ich gerne:
- inkrementelle Backups (dauert mir sonst zu lange, ich will das nicht Nachts laufen lassen)
- es muss auf Windows laufen (Wechsel zu Linux kommt andermal)
- die Dateistruktur des Backups soll 1 zu 1 dieselbe wie das Original sein, z.B. nach Umsortierung von Ordnern
- Versionierung ist mir nicht wichtig, aber nehme ich gerne mit
- ich will das ganze lokal laufen lassen, einfach nur auf eine externe Festplatte kopieren
- erweiterte Funktionen wie Verschlüsselung sind nicht zwingend nötig → gerne trotzdem Hinweise geben, aber kümmere ich mich später drum
- macht idealerweise auch ein Backup von meinem eingehängten Nextcloud-Laufwerk
@ToKu hatte ein Setup präsentiert was ganz gut aussieht, aber es gibt BackinTime nicht für Windows (https://www.kuketz-forum.de/t/backup-synchronisation-bestimmter-ordner-von-laptop-auf-ext-speicher/4395/5)
Ich glaube ich brauche sowas ähnliches, Programm+Setup ist mir egal. Hauptsache funktioniert und lässt sich im Alltag einfach benutzen.
Mit einer geeigneten Backup-Software geht das auch mit einer Sicherung des gesamten Systems. Normalerweise hat man einen Datei-Browser mit dem man auch selektiv Daten zur Wiederherstellung auswählen kann.
Für so etwas benutzen wir entweder Veeam Backup Agent for Windows (Free) (Meine Empfehlung) oder Acronis True Image (Kostenpflichtig). Beide Programme können einen Wiederherstellungsdatenträger erstellen, von dem man booten und einen geeigneten Restore-Point auswählen kann, den man wiederherstellen möchte. In der Theorie funktioniert das, in der Praxis scheitert es jedoch oft an Kleinigkeiten, die sich aber lösen lassen. Natürlich lassen sich daraus auch einzelne Dateien oder Ordner wiederherstellen.
Grundsätzlich ist jede Software so oder so ähnlich aufgebaut. Bei der Planung ist es wichtiger, einen ausreichend großen Datenträger als Backup-Ziel zu verwenden, damit man weit genug zurückgehen kann. Inkrementelle Backups fallen dabei nicht so sehr ins Gewicht, wenn das System nicht gerade viele große Daten verarbeitet. Für das Anlegen einer zyklischen Vollsicherung (z. B. alle 30 Tage) wird jedoch ein zweiter Satz Vollsicherungen benötigt, der entsprechend mehr Platz erfordert. Ich kalkuliere den zu sichernden Datenträger mal vier. Das heißt, man benötigt eine 4-TB-Sicherungsplatte für einen 1-TB-Datenträger. Dabei darf die Sicherungsplatte gerne auch eine günstige rotierende Festplatte sein.
Nach einigen Schwierigkeiten habe ich es endlich geschafft!
Mein erstes Vollbackup ist angelegt und liegt nun sicher auf einer externen Festplatte - erstellt mit Veeam Backup Agent. Dankeschön für die Unterstützung! Ist auch eine echt Erleichterung zumal mein Rechner weiterhin von Zeit zu Zeit den Bildschirm einfriert.
Noch kleine Ergänzungsfragen:
- Mit welchen Einstellungen nutzt ihr Veeam bzw. was würdet ihr empfehlen? Ich kann nicht beurteilen ob z.B. „Full backup file maintainance“ unter „advanced settings“ nun sinnvoll ist.
- Verschlüsselung von Backups: Gibt es da Risiken für die Wiederherstellung abgesehen davon, dass man sein Passwort verliert? Ergibt es Sinn die Festplatte und das Backup davon zu verschlüsseln oder ist diese Doppelung unnötig/ressourcenfressend oder gar schädlich?
Ich habe auf meiner Suche auch wieder einiges dazugelernt ![]()
Im Zuge meiner Recherche bzw. des Lesens vom Benutzerhandbuch von Veeam habe ich jetzt verstanden was du meinst. Nicht, dass ich wüsste wie VSS funktioniert, aber vom Prinzip her.
Bootet dein Backup denn?
Also ich habe mir das Backup nur manuell angeschaut und die Ordnerstruktur sah gut aus.
Was muss ich denn tun, um vom Backup zu booten und geht das ohne, dass ich die Daten auf meinem Laptop überschreibe?
Und noch eine andere Frage:
Wenn ich eine Neusortierung meiner Dateien vornehme und dabei auch Ordner/Dateie verschiebe+umbenenne ist das eine Herausforderung für die Backup-Software oder erhöht sich nur der Speicherverbrauch des inkrementiellen Backups? Falls ja, um wieviel also führt eine Umbenennung einer 10MB zu einem 10MB Backup oder nur zu ~100B weil der neue Name gespeichert werden muss?
Zunächst musst du ein bootfähiges Wiederherstellungsmedium aus Veeam heraus erzeugen. Das kann beispielsweise ein USB-Stick sein. Damit kannst du das System starten und die Daten aus dem Backup wiederherstellen. Dies ist jedoch nur bei einer vollständigen Systemwiederherstellung nötig und auch nur mit einem Vollbackup des Systems möglich.
Beim Veeam Agent für Windows oder Linux erfolgt die Sicherung blockbasiert. Der Agent ermittelt über das Dateisystem und eigene Änderungsmechanismen, welche Blöcke sich seit dem letzten Backup verändert haben. Eine reine Umbenennung oder das Verschieben einer Datei innerhalb desselben Volumes ändert lediglich die Metadaten, also beispielsweise Verzeichniseinträge und Zeitstempel. Die eigentlichen Datenblöcke der Datei bleiben unverändert und werden deshalb nicht erneut gesichert. Der zusätzliche Speicherbedarf im inkrementellen Backup liegt somit lediglich im sehr kleinen Metadatenbereich und nicht in der Dateigröße.
https://helpcenter.veeam.com/docs/agentforwindows/configurator/job_parameters_storage.html?ver=13
Ach stimmt, das war diese Meldung in Veeam. Ja, das habe ich gerade erledigt, danke für den Hinweis!
Gut zu wissen, so hatte ich das auch vermutet.
Mein Vollbackup ist bisher unverschlüsselt. Bis auf weiteres ist das kein Problem, aber was muss ich beachten, wenn ich das umstellen will? Reicht es den Veeam-Job zu ändern oder muss ich eine neue Backup-Chain anlegen?
Du solltest auch testen, ob du davon booten kannst. Wenn du Lust auf Basteln und noch eine alte Festplatte hast, auf die dein System passt, kannst du auch gleich eine komplette Wiederherstellung testen. Dann hast du mehr getan als vermutlich 90% aller Leute, die zwar ein Backup haben, aber darauf hoffen, dass es im Ernstfall funktioniert.
Das weiß ich jetzt tatsächlich nicht, ich verschlüssele mein Backup nicht. Ich sehe nur dann einen Sinn darin, wenn das Backup in der Cloud oder auf einem Datenträger abgelegt wird, der das Haus verlässt und gestohlen werden könnte. Beides ist bei mir nicht der Fall.
In der kostenlosen Version von Veeam lässt sich nur ein Backup-Job erstellen. Ich glaube zwar, dass man diesen nachträglich noch ändern kann, aber ich bin mir gerade nicht sicher. Das müsstest du ausprobieren.