Außenseiter in einem Grosskonzern: Als einziger mit Bargeld bezahlen

Hi

Ich bin totaler Aussenseiter in einem Grosskonzern, weil ich als einziger mit Bargeld im Personalrestaurant bezahle. Die Leute stehen in der Reihe und bei mir dauert das Bezahlen länger als bei den Mobile Payment Usern.

Eigentlich habe ich “Apple Pay”, will es aber aus Datenschutzgründen nicht nutzen. Ich nutze es nur 2-3 / Jahr. Ich mag Bargeld viel lieber, wegen Datenschutz.

Soll ich aufgeben und auch mit “Apple Pay” bezahlen? Oder diesen Weg als “Sonderling” gehen?
LG

Wenn nur ein einziger Gast bar zahlt, ist er aus Sicht des Betreibers bei der Auswertung ebenso unique, wie eine individuelle Kartennummer.
Die Kartennummern werden aber meist nicht durchgereicht, es werden in der Regel Transaktions-IDs verwendet.
Wenn Apple Pay bereits aktiviert ist und auch hier und da genutzt wird, würde ich es an dieser Stelle angesichts der beschriebenen Situation möglicherweise auch verwenden.

Muss man abwägen. Evtl. gibt es eine bargeldlose Alternative, die nicht so invasiv ist.

Apple Pay ist auf jeden Fall datenschutzfreundlicher als klassische Kartenzahlung, da dem Verkäufer/Restaurant keine persönlichen Informationen des Kunden offenbart werden, auch keine Karteninformationen. Technisch gesehen gilt es ebenfalls als sehr sicheres Verfahren. Natürlich ist Bargeld noch idealistischer, aber Apple Pay ist unter allen möglichen Lösungen einer der “guten” Kompromisse.

Nein, bitte gib nicht auf. Finde es gut von Dir.

Warum würdest du es aufgeben wollen?

Warum sollst du aufgeben? Wenn DU dich dafür entschieden hast, so zu bezahlen, dann ist es doch dein gutes Recht, es so zu tun!

Nur weil Andere es anders machen wie du, muss ihr Handeln ja nicht richtig sein!

Ich finde es gut, dass du so handelst. Im Übrigen verfahre ich genauso. Ich schleppe auch ein IPhone mit eingerichteten Apple Pay mit mir herum, und hab mich jetzt auch entschieden, es zum Bezahlen erst einmal nicht mehr zu nutzen.

Also halte durch und bleib standhaft!

Solidarisch angepasst lebt’s sich leichter…..anderseits, wer der Herde hinterherrennt sieht nur……you know…

Solange es angeboten wird, kann man es auch nutzen.

Sollte es wirklich nur eine Person nutzen, werden sie das Bargeld abschaffen, dann ist es e egal.

Nur wegen einer Wartezeit würde ich nicht aufgeben.

Wir hatten damals Karten zum aufladen. Also Bargeld am Automaten rein, Karte aufladen und damit dann easy bezahlen.

War für mich am besten.

Wenn du Barzahlung aus Überzeugung richtig findest, bleib dabei, solange es akzeptiert wird. Komme der Warteschlange entgegen, indem du wenn möglich passendes Geld bereithältst.

Ich esse gelegentlich als Gast in einer Hochschulmensa, dort ist gar keine Barzahlung möglich. Die Studenten und Mitarbeiter haben Guthaben auf ihren Sudenten- oder Mitarbeiterausweisen, alle anderen müssen Karte oder Handy nehmen.

Hast du zum Vergleich was im Hintergrund genau abläuft, bei Karte direkt, oder indirekt über Apple Pay?

Apple bekommt doch dann “alles” mit, oder nicht?

Ich bin totaler Aussenseiter in einem Grosskonzern, weil ich als einziger mit Bargeld im Personalrestaurant bezahle. Die Leute stehen in der Reihe und bei mir dauert das Bezahlen länger als bei den Mobile Payment Usern.

Eigentlich habe ich “Apple Pay”, will es aber aus Datenschutzgründen nicht nutzen. Ich nutze es nur 2-3 / Jahr. Ich mag Bargeld viel lieber, wegen Datenschutz.

Soll ich aufgeben und auch mit “Apple Pay” bezahlen? Oder diesen Weg als “Sonderling” gehen?
LG

In dem Fall würde ich meinen:
Sonderling = Starker Charakter

Mir fällt dazu der Film ein “Der Club der Toten Dichter”. Geht viel um Konformität….

- Im Wald 2 Wege taten sich mir auf. Ich nahm den der weniger betreten war. -

So ist das auch in einem Frisörsalon, an dem ich heute vorbeigelaufen bin. Mein eigener Frisör hat dagegen bis heute noch kein Kartenterminal…

Ich finde, die Vielfalt macht’s und Monokultur birgt Risiken. Die Datenspur einer Debitkarte am Bezahlterminal halte ich allerdings für vernachlässigbar gegenüber den Spuren, die wir täglich im Netz hinterlassen.

Ja, aber Apple ist in diesem Fall schlicht nicht dein Gegner, sondern dein Freund. Threat modelling ist wichtig, so generell.

Eingangs Beitrag nicht gelesen?

(Fett von mir)

Apple ist hier Feind, um deine Terminologie zu nutzen.

Wer sagt das in welchem Zusammenhang, so generell, pauschal?

Zur Erinnerung, was bei Daten-Abfluss zu Big Tech = Big Data grundlegend ist.

Prism: https://en.wikipedia.org/wiki/PRISM

Wie lautet das “Threat modelling” das einzelne Prism Partner zu Freunden macht?

Doch, danke der Nachfrage.

Dann ergibt es keinen Sinn, dass der Threadersteller iPhone und iOS nutzt. Offenbar tut er das aber, somit ist Apple sicher kein “Feind” in seinem Threat Model.

Offenbar greifst du in deiner Argumentation gerne zu Allgemeinplätzchen und bist ein bisschen getriggert. Hast du dich in Sachen PRISM-Narrative mal auf den neuesten Stand gebracht oder bist du immer noch im Jahr 2013? Und was genau hat PRISM mit Apple Pay zu tun? Oder hast du in deinem Threat Model vielleicht ein tiefes Misstrauen gegenüber den Firmen, was der Threadersteller offenbar nicht hat (sonst würde er ja keine Apple-Produkte nutzen)? Schwierig, schwierig

private nutze ich GrapheneOS.

Das ist mein Geschäfts-Mobile. Für mich ist Apple das “kleinere Übel”, aber sich nicht mein Freund

Apple liefert auch Daten an die Geheimdienste und sie haben viele Daten von ihren Nutzern. ABER: Unterscheide wie groß der Gruppen mit Zugriff auf Daten sind.

  • Bei Google-Phone/Pay Nutzern erlaubt man praktisch per Vertrag, dass die Firma und alle ihre Kumpels einen aushorchen darf. Es gibt ein paar Schiebeschalter für Privacy die aber eher Makulatur sind (Default auf An etc.). Es lauschen auf jeden Fall die Werbeindustrie und Geheimdienste mit. Hier ist wenig Privacy möglich.
  • Bei Apple-Phone/Pay lauschen Geheimdienste mit, aber immerhin wird die Werbeindustrie zumindest per Vertrag nicht (stark) eingebunden. Hier ist viel Graubereich für Privacy, aber definitiv nicht total schwarz.
  • Bei Bargeld KANN keiner der großen Datenkraken mitlauschen. Die Leute drumherum bekommen es natürlich mit. Privacy ist hier so maximal wie es eben noch geht.

Für deinen Fall finde ich es auch standhaft und gut, aber auch ein wenig egal. Halte das Geld passend bereit, dann ist der soziale Druck auch nicht so groß, ich denke das ist der einfachste und pragmatischste Umgang mit dem Gruppenzwang.

Nicht. Apple sieht nur, dass Du Betrag X an Y bezahlst, aber nicht, wofür Du bezahlst.

Eigentlich nicht ok - sowas dürfte nicht vorkommen, warum wehrt sich niemand?

Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel

https://www.gesetze-im-internet.de/bbankg/__14.html

Ja, das ist zulässig, wenn es deutlich kommuniziert wird. Siehe https://rechtecheck.de/keine-barzahlung-moeglich-ist-das-zulaessig/
Stellt sich aber die Frage, ob die Hochschulmensa als öffentrich-rechtliche Einrichtung gilt.

Übrigens, bei mir im Ort ist es genau andersrum: VIele Händler und Gastronomie aktzeptieren ausschließlich Barzahlung. Zum Beispiel meine Bäckerei. Die Verkäuferin sagte mir, dass besonders skandinavische Touristinnen und Touristen damit Probleme hätten. Klar, wo doch in Schweden selbst die Obdachlosen ein Kartenlesegerät haben :wink: Achtung, dass war ein Spaß