Ich bin niedergelassene Psychotherapeutin und der Datenschutz meiner Patienten und die Schweigepflicht liegen mir sehr am Herzen.
Der Gesetzentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung sieht vor, auch Gespräche zwischen Psychotherapeuten und Patienten abhören zu können. Wie kann ich mich und meine Patienten dagegen technisch schützen? Ich habe bereits in einem anderen Thread vom No Signal Sleeve gelesen. Das würde den Handyfunkverkehr ausschalten, aber noch keine akustische Abhörsicherheit herstellen. Gibt es eine technische Lösung, die beides kann? Oder alternativ, wie finde ich eine akustisch abhörsichere Box oder ähnliches?
Nur mal laut gedacht:
Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es darum, für mitgebrachte Handys das Mithören der Arztgespräche zu verhindern.
Dann wäre es eine Möglichkeit, das Handy in einem schalldichten Behälter ablegen zu lassen. Z.B. in einem Schuhkarton, der mit Eierkartons ausgekleidet ist.
Steigern ließe sich das dann noch, indem mit dem Patient:innenhandy gemeinsam ein eigenes Handy in die Box gelegt würde, auf dem ein Störgeräusch abgespielt wird (z.B. PilferShush Jammer aus dem f-droid Store). Das würde sogar die nicht ganz billige No Signal Sleeve überflüssig machen, da das Handy keine verwertbaren Audiosignale zur Übertragung erhielte.
Telefonkontakt zw. Patient und Personal ist damit gemeint?
Dann z.B. Signal. https://signal.org/download/
Während der Therapie müßte das Telefon dann draußen bleiben. Mehr kann man/ich dazu nicht sagen.
Mir ist nicht bekannt, dass Gespräche durch bloße Präsenz von Telefonen grundsätzlich abgehört werden.
Das der Patient getrackt wird, wenn er beim Arztbesuch ein Handy dabei hat ist bekannt. Das lässt Rückschlüsse zu.
Das Patientengespräch könnte man, wenn man telefoniert, das Handy nutzt, z.B. Signal nutzen, oder SimpleX - dann sollte es vertraulich sein, nur müsste der Patient willens und in der Lage sein, so eine App aufzusetzen.
Und auch das der Therapeutin.
Beide Geräte zu Beginn der Stunde in eine Box getan könnte auch ein vertrauensbildendes Ritual sein.
Warum das denn? Wer will das abhören?
Dann ist das wohl wirklich nur ein Entwurf und noch nichts entschieden. Also bleibt Hoffnung! (und google oder Windows hören ja hoffentlich nicht mit…)
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
Die Bundesregierung plant wohl eine Art Überwachungsstaat aus Sorge vor nationalem und internationalem Terrorismus.
Der Link erklärt einiges, dagegen kann man sich nicht schützen, da alles digital ist, könnten auch Trojaner (?) genutzt werden.
Praxis- und Geschäftsräume heimlich betreten werden, etwa um Abhörgeräte zu installieren.
Na → Therapiegespräch im Hotel → Wasserhahn auf und das Radio auf 100dB.
Patientengeheimnis wird in Deutschland womöglich abgeschafft und man liest es nicht bei Spiegel und Co?
Telefone bisher nicht, aber guckst Du mal hier (mit ungläubigen Augen):
Es gab auch schon Anno dazumal in GSM-Telefonen (aka 2G) und sogar bei leitungsgebundenen ISDN-Telefonen einen Befehl, mit dem das Mikrofon eingeschaltet werden kann, ohne daß der Inhaber des Telefons irgendwas mitbekommt. Ohne klingeln, Rufannahme oder sonst irgendwas konnte damals bereits durch ein Steuerkommando vom Netzwerk aus das Mikrofon eingeschaltet werden und so zumindest theoretisch der Raum abgehört werden.
Bereits die elektronische Patientenakte hat das Patientengeheimnis geschwächt, denn Daten im Verantwortungsbereich des Arztes als Berufsgeheimnisträger sind rechtlich besser geschützt als Daten im Verantwortungsbereich der Krankenkasse.
Auch von dieser Folge der ePA hat man kaum etwas gehört, schon gar nicht wurden Patienten darüber von ihren Krankenkassen verständlich aufgeklärt.
Der Gesetzesentwurf macht von der anderen Seite her weiter.
Kann man das dann nicht mit spezieller Software raus filtern?
^^ Gute Frage. Wiso lese ich eigentlich auf spiegel und co kaum über diese Pläne?