Wofür? Wenn ich beim Bäcker oder Imbiss oder Seifenladen einen Beleg bekomme, ohne Beschreibung, was ich gekauft habe, kann ich das weder als Bewirtungsbeleg beim Arbeitgeber einreichen, noch als Werbekosten von der Steuer absetzen.
Das ist ein Zettel, der dich nur darin erinnert, dass du bei „Kauf & Sauf“ 9,95 für ne Buddel Schnaps ausgegeben hast.
Ich bezahle (nach Möglichkeit) immer bar, aber ich wüsste nicht, inwiefern das relevant wäre.
Ich denke nicht, dass das so bleibt. Meine Befürchtung ist, dass der folgende Ablauf ungefähr eintritt:
Es wird eingeführt, dass Kassenbelege digital verfügbar gemacht werden müssen, mit dem Zusatz „z.B. per QR-Code oder Versand an die E-Mail-Adresse“. Wie so etwas ausgestaltet werden soll, wird nicht definiert, da die Zeit nicht mehr ausreicht und man lieber „Eigenverantwortung“ möchte.
Händler stellen fest, dass die Kundschaft eh nicht liest, was man ins Kleingedruckte schreibt, und dass es so problemlos möglich ist, die Kundschaft zu tracken, die digitale Belege möchte. E-Mail-Adresse angeben ist praktisch. JavaScript vorschreiben fürs Browserfingerprinting dient ja nur der Sicherheit der Systeme. IP-Adressen werden halt einfach geloggt, was ist schon dabei.
Es wird über zu viel Bürokratie geschrieben.
Nachdem man der Wirtschaft mit der digitalen Bonpflicht ja jetzt so viel Schaden zugefügt hat, kann man nun die Pflicht für einen Papierbeleg abschaffen, „braucht man ja nicht mehr“.
Für mich ist „Massenüberwachung“, wenn z.B. ein Staat seine BürgerInnen überwacht. Davor hab ich in diesem Kontext wenig Angst. Ich denke auch nicht, dass das, was mir gegen den Strich ginge, der Grund für die Verordnung wäre. Ich habe die Sorge, dass es aber, wenn mangelndes IT-Wissen auf gute Lobbyarbeit trifft, ungefähr so abläuft wie ich oben beschrieben habe – das wäre immer noch keine Massenüberwachung – Payback und wie sie alle heißen, sind keine Massenüberwachung. Ich möchte aber trotzdem nicht mit dem Tracking meiner Verhaltensweisen anderen zu Gewinnen verhelfen. Das kann ich derzeit, indem ich einen Bon aus Papier mitnehme. Derzeit.
Das dachte ich auch erst, aber es steht ja schon im Artikel, dass es eben nicht datensparsam (im QR-Code ist der Kassenbeleg) geht, sondern nur mittels Link-Codierung.
Ich habe an der Kasse genug damit zu tun, meine Einkäufe einzupacken, bevor sie durch die Einkäufe der Person nach mir vom Band geschubst werden, da kann ich nicht noch ein Display abfotografieren, auf das dann im Zweifel gar nicht alles drauf passt.
…und genau dafür möchte ich ihn verwenden. Eine Buddel Schnaps (Genussmittel), ein Erste-Hilfe-Set aus dem Angebot (Auto) und ein Kugelschreiber (Büromaterial).
Unwahrscheinlich. Die „neue“ Bonpflicht, die wir hier diskutieren, wurde schon von Olaf Scholz eingeführt und ist seit Jahren umgesetzt. Bei vielen Bäckern sind QR-Codes längst üblich - den Papierbon gibt es nur noch auf Nachfrage. Bei vielen Lebensmitteldiscountern kann man bereits seine Kassenbons in der App einsehen. Und wer die nicht nutzen will, bekommt immer noch einen Papierbon.
Daran ändert sich nichts.
Nur Tante Emma und der Barbershop, die eine alte analoge Kasse haben, muss nun genau so ein Kassensystem einführen, wie wir es längst gewohnt sind.
In der Praxis läuft es aktuell doch so: Du hast Läden, die dir mit „Vergünstigungen“ ihre Apps / Online-Accounts schmackhaft machen wollen. Bei der Registrierung für die App können sie dir wieder aufzwingen, den Datenklau zu legitimieren. Gehst du darauf nicht ein, gibt es den klassischen Papierzettel (und schlechtere Sonderangebote). Das sind deine REWEs und Mediamärkte.
Und du hast die kleinen Läden mit viel Laufkundschaft. Bäcker, Friseure, Cafes. Die wollen dir einfach den digitalen Bon aufzwingen, damit sie sich mit dem Papiermüll nicht rumplagen müssen. Dafür muss der digitale Bon ohne Gängelung nutzbar sein. Das ist ein QR-Code, der zu einer Website oder PDF führt.
Wem wurde denn Schaden zugefügt? Jeder Bäcker muss eh dokumentieren, wie viel Backmischung er einkauft und wieviele Brötchen er verkauft. Durch die große Verbreitung dieser digitalen Kassensysteme sind die Kosten vermutlich auch gesunken. Ergo kann man auch mehr Händler zur Nutzung verpflichten.
Die Pflicht zum Papierbeleg wird nicht abgeschafft. Du kannst auf dem Weihnachtsmarkt für deine Veggie-Bratwurst eine Quittung auf Papier verlangen. Die holen den Quittungsblock raus, notieren das und du bekommst nen Wisch.
Die Supermärkte und Discounter haben absichtlich im hinteren Bereich der Kasse keinen Trennstock mehr, weil sie wollen, dass du schnell panisch einpackst. Das spart denen Personal.
Die Menschen hinter dir in der Schlange werden dich dafür für einen Assi halten, aber pack erst in Ruhe deine Ware ein, bevor du bezahlst.