E-Mail-Alias-Dienst selbst gebaut – Mail-Aliasse Teil 2

Ursprünglich veröffentlicht: https://www.kuketz-blog.de/e-mail-alias-dienst-selbst-gebaut-mail-aliasse-teil-2/

Die im ersten Teil vorgestellten Alias-Dienste wie Proton Pass oder Addy.io funktionieren ja eigentlich ganz gut. Aber wenn man die hier beschriebenen beiden technischen Tricks kennt, dann kann man sehr viele andere Anbieter so aufbohren, dass sie endlos E-Mail-Aliasse mit Filter generieren können. Vorteil: Statt bei Firefox oder Proton ist man dann bei einem kleinen lokalen Anbieter auf einem deutschen Server und zahlt weniger Geld. Warum man überhaupt E-Mail-Aliasse verwenden sollte, ist ebenfalls im ersten Teil zusammengefasst. 1. Catch-All und Sieve-Filter Unser Ziel ist also, mit eigener Domain spontan ausgedachte (also nicht extra eingerichtete) E-Mail-Adressen mit Filterschema für Anmeldungen zu…

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Vielen Dank für den Beitrag! Das möchte ich gerne ausprobieren :slight_smile: Zuvor jedoch eine Frage: Wie kann ich einzelne E-Mail-Adressen deaktivieren, ohne gleich das Schlüsselwort aus dem Sieve zu entfernen? Wenn z.B. xyz-newsletter@meindomainname.de nun Spam bekommt, kann ich dann eine Regel hinzufügen die xyz-newletter löscht, aber *-newsletter weiterhin erlaubt?

Danke für Eure Hilfe und Erklärung im Voraus.

Ich habe es nicht ausprobiert, aber ich nehme an, zusätzlich zur Regel „trifft nicht auf Ausdruck zu“ (siehe Screenshot unter „4.1 Mehrere Schlüsselwörter“) gibt es auch eine Regel „trifft auf Ausdruck zu“. Dort könntest du dann „xyz-newsletter“ eintragen.

Edit: Wenn „trifft auf alle folgenden Regeln zu“ gewählt ist, geht es wohl doch nicht so einfach.

Edit2: Mit Sieve kann man auch reguläre Ausdrücke nutzen, damit sollte es gehen.

Edit3:
Am einfachsten geht es wohl, wenn du mehrere Filter erstellst. Variomedia scheint Roundcube zu nutzen, damit könnte man dann den folgenden Filter erstellen:

Mit „Regelauswertung anhalten“ werden die weiteren Filter nicht mehr ausgewertet, falls „xyz-newsletter“ gefunden wurde. In einem weiteren Filter kannst du dann (so wie im Blogpost) angeben, dass *-newsletter nicht gelöscht wird.

Guten Abend,

ich habe zwei Fragen:

  1. Angenommen ich buche mir nur eine Domain und mache alles Weitere direkt über mailbox.org, landen die Mails dann weiterhin ausschließlich bei mailbox.org und nicht bei dem Domainanbieter? Und wäre das nicht ein richtig großer Vorteil?
  2. Bei Hosting.de gibt es ein Catchall Postfach. Wäre das aussreichend? Als Webmail-Dashboard kommt Roundcube zum Einsatz. Somit wäre Sieve ja auch vorhanden.

LG :slight_smile:

Nach dem, was in den Variomedia FAQ steht, hätte ich angenommen, dass das nur für die Konfiguration über ManageSieve gilt. Gilt das tatsächlich auch für die Konfiguration im Webmail (wenn man nicht den Filtersatz „managesieve“ nutzt), dass kein reject möglich ist?

Exakt, das ist eine gute Lösung und ich habe sie auch eben getestet, das klappt!

Ich wüsste nicht, wie man an managesieve vorbeikommt, das ist ja die Software, die das auf Serverseite ermöglicht, oder? Jedenfalls kann ich selbst per Sieve-Editor nur auf managesieve zugreifen (siehe Screenshot ganz unten im Artikel).

Ja, vorausgesetzt du buchst wirklich nur eine Domain (z.B. bei INWX) und nicht bei einem Hoster wie strato.de. Denn die reine Domainregistrierung bedeutet eigentlich nur einen DNS-Eintrag (in diesem Fall für die Mail, also den MX Eintrag). Da ist weder ein Hosting noch ein Postfach dabei. Theoretisch ist das daher auch datensparsamer, aber bei deutschen Hostern, die sich per Bezahlmodell finanzieren, würde ich im Normalfall auch ausreichend Vertrauen haben.

Nur Catchall könnte irgendwann etwas nervig mit Spam werden. Aber das kann auch lange gut gehen. Wenn du bei Hosting.de wirklich Sieve hast, kannst du auch ein Muster wie “shopping-” zukunftssicher mit Catch-All nutzen und später bei Spamaufkommen noch nachträglich einen Filter anlegen. Aber frag besser vorher, ob sie das wirklich haben.

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Danke, das war hilfreich!

Würdest du mir noch erklären, wo der Unterschied zwischen einem Catchall Postfach und einem Postfach mit Catchall-Funktion liegt?

Das klingt für mich nicht wie ein präzise definierter Unterschied. Steht das auf verschiedenen Angebotsseiten oder beziehst du dich auf meine Äußerungen? Ich hab die Begriffe jedenfalls nicht mit klar definiertem Unterschied verwendet. Kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Mailprovider Catch-All als nicht-abschaltbares Dauerfeature hat. So gesehen sollte es immer eine Funktion sein, die man aktivieren kann, so wie bei Variomedia mit der Eintragung “default”.

Mega, vielen Dank für die Lösung, @chrs

@rufposten Danke für deine Antworten und den Blog Post! Ich war schon länger am Überlegen, mir eine eigene Domain für E-Mails einzurichten und werde das dann wohl demnächst auch mal umsetzen. Da sind diese Infos sehr nützlich.

Da habe ich mich gestern wohl etwas ungeschickt ausgedrückt. Was ich meinte ist das hier von den FAQ:

Standardmäßig ist hier der Filtersatz „managesieve“ eingerichtet.

Sollte also mit dem Filtersatz „managesieve“ tatsächlich kein reject möglich sein, könnte man sich einen weiteren Filtersatz einrichten und schauen, ob da im Webmail ein reject verfügbar ist.
Laut FAQ sollte die Einschränkung nur für die Konfiguration über ManageSieve gelten (und nicht für die Konfiguration im Webmail):

Als besonderes Extra für fortgeschrittene Benutzer, bieten wir Ihnen unter imap.variomedia.de auf Port 4190 einen leicht eingeschränkten aber sonst vollwertigen ManageSieve-Zugang über den Sie eigene Sieve-Scripte hoch laden und manipulieren können.

Die aus technischen und rechtlichen Gründen notwendigen Einschränkungen sind wie folgt:

  • reject und redirect sind nicht verfügbar und Scripte die es beinhalten werden vom Server abgelehnt.

In meiner Roundcube-Testinstallation gibt es eine Aktion „Abweisen mit Nachricht“, die dann ein reject macht:

Gibt es die evtl. auch im Variomedia-Webmail?

Nein, ist nicht vorhanden. Ich kann zwar einen anderen Filtersatz anlegen und der heißt dann auch nicht managesieve, aber er hat nur die gleichen Optionen. Wenn ich im Script reject schreibt (oder auch nur einen Kommentar einfüge), akzeptiert er es nicht. Das muss also exakt den Regeln aus dem visuellen Editor entsprechen.

Danke! Aus den FAQ ging das für mich nicht hervor.

Ich beziehe mich auf dieses Angebot https://www.hosting.de/email/

Da wird neben einem POP3/IMAP Postfach auch ein Catchall Postfach angeboten. Daher dachte ich, dass das irgendwie eine spezielle Form ist.

Und da du schriebst:

dachte ich, dass du meintest, dass ein reines Catchall Postfach nervig werden könnte. Aber vielleicht haben wir uns auch missverstanden und du meintest nur Catchall, ohne Sieve.

Ich hoffe, das war verständlich :see_no_evil_monkey:

Ob Aliase wenig Geld kosten sollte vielleicht nicht das einzige Kriterium sein. Z.B. Sicherheit:

  • goneo verwendet weder SMTP-DANE noch MTA-STS, allerdings ist der Test von 2023. Kann sich im Jahr der Emailsicherheit also geändert haben.
  • udmedia kann sendeseitig SMTP-DANE aber kein MTA-STS, empfangsseitig beides. Die Tests von 2025 waren aber unvollständig - irgendwie hakelt es mit dem SMTP-Protokoll.
  • variomedia hat noch gar keinen Test gesehen.

Vielleicht kann ein Nutzer aktuellere Tests anstoßen.

Hallo und Danke für den Artikel. Speziell die Sieve Kombinationen und Erklärungen dazu sind enorm hilfreich. Ich habe aber mal eine Frage an die Schwarmintelligenz hier im Forum zu Kapitel 4.2 „Reject oder Discard?“, speziell zu der Bemerkung “Mit discard nimmt man dem Spammer die Möglichkeit, herauszufinden, welche Adressen aktiv sind und welche nicht.“

Das suggeriert aus meiner Sicht, das mit „reject“ die Mail für den Spammer so behandelt wird, dass es für ihn aussieht, als sei die Mailadresse gar nicht existent. Würde „reject“ dann nicht dazu führen, dass die Mailadresse aus dem Spam-Pool rausfliegt, weil sie nicht existiert? Oder bleiben solche Mailadressen trotzdem in der Regel im Versandpool?

Hintergrund ist: Bin aktuell bei Strato und mit meine Haupt-Mailadresse wird aktuell verstärkt von anderen in Mailinglisten eingetragen, Tickets werden bei Firmen eröffnet, Bestellungen aufgegeben, Rechnungen an meine Mail verschickt (ohne das ich etwas bestellt hab). Da Strato kein Sieve hat (konnte nichts dazu finden), wollte ich die Mailadresse für einen Zeitraum X deaktivieren, was einem „reject“ gleichkommen sollte, um die Mailadresse aus den Spam-Pools zu tilgen. Das macht aber nur Sinn, wenn die Mailadresse bei einem „reject“ aus dem Pool fliegt.

Würde das Sinn machen, eine solche Adresse für einen Zeitraum X aus dem Verkehr zu ziehen (per deactivate oder reject) und wenn ja, wie lange sollte eine solche Adresse inaktiv bleiben? Oder ist das völlig sinnlos? Die Adresse wird nirgend als Account genutzt oder in Foren oder Mailinglisten, ist also nirgends öffentlich.

vermutlich sinnlos. Geleakte Adressen werden beliebig oft verkauft, und an einen „Rückkanal“ zwischen Spammern über REJECTs glaube ich nicht. Das hilft allenfalls Dir weil Du weniger Spam empfängst und legitime Empfänger eine Fehlermeldung erhalten und hoffentlich einen anderen Kanal benutzen werden.

Habe das ganze jetzt mit einer frischen Domain und mailbox.org gemacht. Auf den ersten Blick funktioniert alles. Allerdings lasse ich in einer Übergangsphase die abgelehnten Mails nicht löschen, sondern in den Spamordner verschieben. Sollte das alles so klappen, wie ich mir das vorstelle, werde ich die abgelehnten Mails löschen lassen.

Vielen Dank für den Artikel. :+1:

Ein Reject unterscheidet sich bei den meisten Mailservern deutlich von einer nicht existenten Adresse.

Gibt es die Adresse nicht, wird ein sauber konfigurierter Mailserver die E-Mail synchron ablehnen, oft sogar bevor überhaupt der Mailtext gesendet wird. Bei einem Reject nimmt der Server die Mail an, quittiert den Empfang und sendet hinterher einer Fehler-Mail an den Absender zurück.

Ein Spammer wird diese Reject-Mail gar nicht lesen. Vermutlich ist der Versandserver eh gehackt und nicht seiner. Und wieso Aufwand reinstecken, wenn das nur die Versandquote verschlechtert?

Grundsätzlich finde ich ein Reject eben wegen Tippfehlern sinnvoll.
Es besteht ein geringes Risiko, dass der Absender gefälscht ist und dein Bounce / deine Fehlermeldung an eine falsche Adresse geht. Solch dummer Spam wird aber meist schon vorher vom Mailserver abgelehnt. Der kommt i.d.R. gar nicht bis zum Sievefilter.

Ist deine Adresse erst einmal als gültige Email-Adresse auf einer Spamliste, wird sie von Datenhehlern wieder und wieder verkauft.

Ich hatte eine Mailadresse, die vom Deezer-Leak betroffen war. Kein Problem, Mailbox.org hat den Spam jahrelang fröhlich rausgefischt. Dann bin ich zu Proton gewechselt. Und zack kam da wieder dieselben Produktinformationen zu blauen Pillen. (Der Spam kam nicht, weil Proton schlechtere Filter hätte, sondern weil ich noch keinen passenden Sieve-Filter eingerichtet hatte)