Einschätzungen zur App ABRP (a better route planner) für Fahrer von E-Autos

Guten Tag zusammen,

da ich in nächster Zeit von Verbrenner- auf Elektromobilität umsteigen werde, beschäftige ich mich schon im Vorfeld mal damit, wie hier die Praxis so aussehen wird.

Wahrscheinlich ist hier allen bewusst, dass das Aufladen eines Elektroautos mehr Aufwand bedeutet, allein schon aufgrund der geringeren Reichweite. Und die Infrastruktur macht hier einen sehr wilden Eindruck mit all den verschiedenen Ladetarifen usw.

EVMap ist eine wunderbare App, wenn man sich mal grundsätzlich informieren möchte. Allerdings scheint sie mir nicht sonderlich praxistauglich, wenn ich mal außerhalb der üblichen Strecken unterwegs bin.

Die offenbar beste App scheint hier ABRP zu sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie von so manchen hier im Forum genutzt wird. Hier wird ein Navi mit Informationen über Ladepunkte und dort gültige Ladepreise verknüpft, was eben elementar wichtig ist, um diesem Wildwuchs dieser Ladeinfrastruktur ein wenig Ordnung aufzuzwängen.

Hat sich jemand schon intensiver mit dieser App bzgl. Datenschutz auseinandergesetzt?

In Mikes Test zu Ladeapps und -karten war die App leider nicht dabei. Ist ja auch keine Ladeapp im eigentlichen Sinn.

Grüße

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Erstmal Glückwunsch zum E-Auto!
Ich bin damit schon mehrfach durch ganz Europa gefahren und ja, man muss ein bisschen Zeit in die Planung investieren, aber mir macht das Spaß und ich finde es viel spannender als früher :slight_smile:
Wobei, wenn man Tesla fährt und nur an den Superchargern lädt dann kann man auch ohne Planung den ganzen Tag fahren - aber das mache ich (aus Gründen) nicht mehr :wink:
Ich nutze ABRP im Browser, die App hatte glaube ich ein paar Tracker.
Und laden mache ich mit einer analogen Karte von EWE, sprich ich benutze keine App. Das ist etwas unkomfortabler aber eben auch etwas „privater/sicherer“…

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Ich bin ja auch an einem E-Auto interessiert. Wird aber wohl noch etwas dauern bei mir.
Frage: Haben nicht alle Autos so eine Ladeplanung an Bord? Sah letztens einen Test vom Hyundai Inster (der mich interessiert) und dort bot das Navi an Bord die Ladeplanung direkt mit an.
Wie ist das bei dir @Nelu ?

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Der wird es bei mir auch.

Ja, die Ladeplanung gibt es an Bord, aber in Sachen Datenschutz habe ich da arge Bedenken. Daher möchte ich ABRP als Alternative ausloten.

Edit:

Die Webseite möchte Verbindungen zu Google aufbauen. Blöd! Das will die App nicht. Die will z.B. zu Sentry.io verbinden, aber ein Blockieren der Verbindung scheint unproblematisch zu sein. Die Verbindungen insgesamt:

  • api.mapbox.com
  • maps.abetterrouteplanner.com
  • api.iternio.com
  • events.mapbox.com (wird bei mir blockiert)
  • o450…ingest.de.sentry.io (wird ebenfalls blockiert)
  • update.abetterrouteplanner.com
  • api.iternio.com (kam nach einer Weile noch hinzu)

Ich bevorzuge da doch die App.

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Ja das haben alle E-Autos. Ich habe einen VW und nutze dort den „Offline-Modus“, deshalb nutze ich das integrierte Navi mit Routenplanung nicht.

Weiß z.B. von Renault dass da Google Maps fest integriert ist weshalb ich mich gegen einen Renault entschieden habe…

EVMap (zB bei F-Droid) nutze ich auch ab und zu, aber nicht zur Routenplanung. Da ist ABRP schon unschlagbar gut (und genau). Zumindest bei mir bisher…

Letztes Jahr bin ich bis zur spanischen Grenze gefahren und habe ausschließlich meine Ladekarte von EWE genutzt. Vorher einmal die Route mit ABRP geplant (inkl. jeweils einem Backup falls mal ein Charger kaputt oder belegt ist) und dann tatsächlich einfach auf ein Blatt Papier geschrieben :slight_smile: Zur Not hätte ich in EVMap noch nach einem Charger in der Nähe suchen können, aber war nicht nötig!

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Auf Langstrecke ist das Laden des E-Autos mehr Aufwand. Man muss häufiger an die Säule und die Preisstruktur die sich durch maximale Vertragsoffenheit gebildet hat ist ziemlich undurchsichtig. Durch die Vorgabe des / der bevorzugt genutzten Ladeanbieter in der Navigation kannst Du dem jedoch entgegen wirken.

Im Alltag hingegen kennst Du sehr schnell Deine Ladepunkte an den Orten wo Du Dich eh aufhältst und „nebenher“ laden kannst. Arbeitgeber, Fitness-Studio, Einkaufsläden, in der Umgebung der Wohnung. Da brauchst Du dann keine Ladeplanung aber ggf. ist eine Echtzeit-Anzeige von aktuell freien Ladepunkten ist sehr hilfreich.

Wenn Du die Möglichkeit hast bei Dir zuhause zu laden wird es richtig komfortabel. Nach Hause kommen, anstecken und der Wagen steht immer geladen zur Verfügung.

Nun zur Lade-Planung wie ABRP.

Da ich eigentlich nur im Urlaub längere, unbekannte Strecken fahre in denen eine Ladeplanung wichtig ist, nutze ich nur selten wirklich eine Ladeplanung und Suche nach Ladestationen.

Ich als Apple-Nutzer, der die Kommunikationen von Apps nicht selbst „ausmisst“, orientiere mich erst einmal an den App-Datenschutz-Informationen des AppStores. Hier sieht „A Better Route Planer“ ziemlich übersichtlich aus was die Daten angeht, die die App verarbeitet.

Ich hätte daher keine Bedenken die App einzusetzen. Ich würde allerdings noch die Nutzungs- und Datenschutzbedingungen durchlesen um mir ein detaillierteres Bild zu machen.

Thema Akku-Vorkonditionierung & Ladestandabfrage

Eine Sache könnte jedoch noch interessant sein in die Überlegung einzubringen.

Viele E-Autos unterstützen eine Vorkonditionierung der Akku-Temperatur passend zur Ladeplanung, sodass der Akku sich bereits bei Ankunft in einem möglich guten Lade-Temperatur-Bereich befindet. Da hierfür eine Kommunikation zwischen Ladeplanung und Fahrzeug notwendig ist, funktioniert dieses meines Wissens nach nur mit der bordeigenen Ladenavigation.

Bei manchen E-Autos kann der Fahrer wohl auch manuell die Vorkonditionierung starten, sodass man auf diesem Weg vor dem geplanten Ladestop die Akku-Temperatur bereits anpassen kann auch ohne die bordeigene Ladenavigation zu nutzen. (hier habe ich keine Erfahrung, bei meinem Renault kann ich die meines Wissens nach nicht manuell starten).

Ein zweiter Aspekt ist, dass eine gesonderte App keine direkten Zugriff auf den tatsächlichen Ladestand und Verbrauch hat. Es wird bei der Navigation also nur auf theoretische Werte zurück gegriffen. Ob das praktisch ein Problem ist, weiß ich jedoch aufgrund mangelnder Erfahrung nicht.

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Auch von mir Glückwunsch zum EV (Elektroauto).

ABRP habe ich auf GrapheneOS im vertraulichen Profil ohne Probleme laufen. Oft benutze ich es aber nicht, da man es wirklich nur auf absoluter Langstrecke benötigt.

Der Test von Mike ist leider schon etwas in die Jahre gekommen. Aber seine Empfehlung für EV-Map aus dem F-Droid ist weiter aktuell. EV-Map und viele andere Apps greifen allerdings für die Daten zu Ladepunkten auf die Datenbank von Goingelectric.de zu. Die sind aber communitybasiert und leider nicht in allen Fällen aktuell.

Meine Hoffnung beruht deshalb auf der Umsetzung der AFIR und der damit durch die Ladestationsbetreiber verpflichtenden Meldung der statischen und dynamischen Daten ihrer Ladepunkte an den nationalen Accesspoint in Deutschland “Mobilithek”. Das muss gesetzlich bis Ende April 2026 umgesetzt sein. Da ist im Moment sehr große Bewegung hinter den Kulissen.

Es gibt für die Suche nach dem Ad-Hoc Preis eine sehr gute Web-App “hocsy.eu” die man einfach im Browser aufruft und nicht installieren muss und die ihre Daten aus der Mobilithek aktuell abruft. Während man für Österreich dort 95% aller Ladepunkte mit den Ad-Hoc Preisen schon heute finden kann, ist für Deutschland nach Aussage des Entwicklers in Kürze mit einer fast vollständigen Abdeckung und zusätzlichen/aktualisierten Daten zu rechnen.

Dann brauchst du in Zukunft keine weitere App zu installieren um die verfügbaren Ladestationen zu finden und den Ad-Hoc Preis zu vergleichen. Schau sie dir mal an.

Ansonsten rate ich wie auch Mike und die Vorschreiber zum Verzicht auf Ladeapps und Benutzung von Ladekarten. Die erschweren die Erstellung eines Profiles von dir erheblich weil sie weniger Daten beim CPO hinterlassen. Das ist aber ein anderes Thema.

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Vielen Dank zunächst mal für die hilfreichen Beiträge!

Geht beim Inster auch nicht. Das empfinde ich als großen Mangel, aber was will man machen… Die Zusatzoption der Vorkonditionierbarkeit habe ich jedenfalls hinzugebucht.

Über die ODB2-Schnittstelle müsste das doch gehen und wenn ich es richtig sehe, dann kann man diese Daten ABRP zugänglich machen. Ist halt die Frage, ob der Hersteller da nicht gleich das Ende der Garantie verkündet… Aber wenn man (so wie ihr und auch ich künftig) ABRP nur gelegentlich nutzt, dann sollte diese Schätzung, welche die App vornimmt, ausreichen. Man kann ja den momentanen Akkustand in der App z.B. 5% niedriger angeben, als er wirklich ist.

Ist mir auch schon aufgefallen, weil der Ladepunkt in meinem Heimatdorf dort nicht auftaucht. Den werde ich zeitnah einpflegen, aber muss mich noch damit auseinandersetzen, wie das geht, welche Infos man da braucht usw.

Danke für diesen Tipp!

Der Ladepunkt bei dem Supermarkt neben meinem Arbeitsplatz, wo ich hauptsächlich laden würde, taucht hier aber schonmal nicht auf. Aber haben ja noch Zeit.

So ist der Plan. Habe mal zwei Ladekarten bestellt (die Spezielle für den Ladepunkt in der Nähe vom Arbeitsplatz und eine allgemeine für praktisch überall sonst, ansonsten Ad-Hoc, wenn alle Stricke reißen), beide ohne Grundgebühr und beide mittels Ladekarte.

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Darf ich fragen welche das ist? Leider bieten ja viele Anbieter keine Ladekarten (mehr) an.
Ich bin bei EWE aber hätte gerne noch ein(e) Alternative/Backup…

Virta und EWE. Neben meinem Arbeitgeber kann ich mit der Virta für 29 Cent laden. Werde ich natürlich ausgiebigst nutzen! :wink: Hoffentlich bleibt dieser Preis noch lange so, denn das ist ein elementarer Bestandteil meiner Gesamtkalkulation!

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Ich habe mal die Datenschutzbestimmung durchgelesen. Da ich leider kein Experte bin, was davon obligatorisch ist, fällt mir eine saubere Einschätzung natürlich schwer bzw. eigentlich kann ich sie gar nicht wirklich fällen.

Aber auf mich macht sie einen guten Eindruck, weil:

  • Sitz der Firma in Schweden (gehört zur EU)
  • Server stehen in Schweden oder anderen EU-Ländern.
  • Sie versprechen, keine Daten an Dritte weiterzugeben (“We do not sell or share personal data, […] [we] do not participate in third-party telemetry exchanges or share data with such exchanges.”)
  • Wenn man die App ohne Account nutzt, speichern sie nur Navigationsdaten, das Auto und die eingegebenen Parameter.
  • Mit einem Account fallen mehr Daten an, aber nach meinem Eindruck sind das nur notwendige Daten.
  • Wenn man zusätzlich noch Live-Daten des Autos der App zur Verfügung stellt, dann fallen weitere Daten an. Das wird aber sauber gekennzeichnet und unterschieden.
  • Sie versprechen, bei allen Datenpunkten zunächst um Zustimmung zu fragen.

Was mir nicht so gefällt:

  • Wenn man sein Auto mit der App verknüpft, also Fahrzeug-Telemetrie an die App weiterleitet, dann werden auch diese Daten von ihnen verarbeitet (bleiben also offenbar nicht lokal auf dem Smartphone). Hier stellt sich mir die Frage, ob das wirklich nötig ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Routen und die Zustände der Ladepunkte eben auf deren Server verarbeitet und an die App weitergegeben werden. Offenbar (siehe 4. Legal Grounds for Our Processing) müssen sie diese Daten aus steuerlichen Gründen (Dokumentation) erheben?!
  • Unter 5. Disclosure of Personal Data schreiben sie, dass sie manchmal eben DOCH Daten an Dritte weitergeben. Hm…

Vielleicht ist es so:

Sie verkaufen und teilen keine persönlichen Daten und nehmen nicht an “third-party telemetry exchanges” (sind da Datenhändler gemeint?) teil, aber geben, sofern der Dienst es erfordert, die dafür nötigen Daten eben doch weiter, sofern der Nutzer das aktiviert hat bzw. dem explizit zugestimmt hat.

Puh, schwierig, v.a. wenn es auf englisch ist.

p.s.: Diese laienhafte Übersicht ist explizit in meinem laienhaften Hirn, nicht einem LLM entstanden :face_blowing_a_kiss:

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Ach cool! Wird ein Inster. Bitte berichte dann mal! Gerne in einem Chat.
Wird bei mir noch einiges dauern (das liebe Geld und auch ein Auto was kurz vor TÜV und eventuellen neuen Bremsscheiben und Reifen steht - würde dieses dann doch gerne noch etwas weiternutzen).

Danke für deine Informationen!

Gehe mal in hocsy rechts oben auf die drei Punkte. Dort hast du Hinweise zu den Datenquellen. Du findest wenn du auf den verlinkten Datensatz Eco-movement klickst den Hinweis das dieser veraltet ist. Es gibt seit Anfang Februar 2026 einen neuen Datensatz v3 von ECO-movement, der dann aktuelle Daten zu ca. 37000 Ladepunkten in Deutschland enthält. Der Entwickler arbeitet derzeit an der Integration dieses neuen Datensatzes in hocsy.eu . Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis.

Im bisherigen Datensatz ist nur Kaufland und Lidl vertreten. Mal sehen ob dann EDEKA, Netto, ALDI Süd und Nord und andere selbst oder über z.B. ECO-Movement die Daten melden.

Auch das Ladenetz.de (viele Stadtwerke) meldet derzeit noch keine dynamischen Daten wie Auslastung und Ad-hoc Preise.

Und einige CPO wie EWE-GO oder Pfalzwerke oder Sachsenenergie haben bisher die AFIR überhaupt noch nicht auf dem Schirm.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt und wie es dann in zwei Monaten aussieht.

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EWE GO ist schon mal eine sehr gute Wahl. Wenn du größere Reisen in das benachbarte Ausland machen willst empfehle ich dir sehr die Ladekarte von Octopus Electroverse.

Ich habe damit sehr gute Erfahrungen in Belgien, Luxemburg und Frankreich gemacht. Damit kannst Du wirklich in ganz Europa laden! Für lange Urlaubsstrecken kann man zusätzlich direkt in der Octopus-App nur für den Urlaub auch ein sehr empfehlenswertes Monatsabo für IONITY Power buchen.

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Wenn ich so eine Reise mal plane, dann sorge ich rechtzeitig vor. Für den Moment sollten die zwei Karten ausreichen. Aber dennoch danke für den Hinweis!

Das mit EWE-GO und SachsenEnergie war gestern noch richtig.

Heute mittag wurden die statischen und dynamischen Datensätze von eRound (da gehört EWE-GO, Pfalzwerke, Hamburg-Energie, SachsenEnergie und noch einige andere dazu) in die Mobilithek eingespielt. Damit sind neben denen von Eco-Movement, Ladenetz und EnBW weitere ca 30.000 Ladepunkte mit ihren statischen und dynamischen Daten hinterlegt. Jetzt muss dieser Datensatz “nur” noch in der WebApp hocsy.eu eingepflegt werden. Danke schon mal an den Entwickler für seine Mühe.

Nach Lektüre der Datenschutzbestimmungen von Hyundai scheint es einen solchen Offline-Modus dort auch zu geben (Punkt 11).

Ich bin mal gespannt, ob Android-Auto dann trotzdem funktioniert. @Nelu, wie ist das bei deinem VW, geht da Android-Auto trotzdem?

Hoffentlich funktioniert das! Dann kann ich von der Funktionalität und der Stärken bzgl. Privatsphäre des Smartphones profitieren.

Kann ich leider nicht sagen da ich Android Auto nicht nutze. Könnte mir aber schon vorstellen dass es auch im Offlinemodus geht.

Ich werde berichten, wie es bei mir ist.