Hallo zusammen,
ich möchte 2FA anwenden. In Frage kommen zwei Apps. Aegis und Ente-Auth. Ich bevorzuge Ente-Auth, weil es auch für Linux verfügbar sein soll. Auf Github komme ich nicht weiter. Wer hat Ente-Auth auf Linux (ich verwende Debian 13 mit xfce-Desktop) erfolgreich installiert und vor allem, wie hat er / sie das gemacht.
Moin.
Geh auf Github-Ente
(Wenn Du auf https://ente.com/auth/ gehst und runterscrollst steht der Link unter Linux)
Gehe unter den Versionen auf Assets und lade die .deb
Überprüfe den SHA-Hash mit z. B. GtkHash.
Wenn alles passt, mit rechter Maustaste auf die .deb-Datei und über den Paketmanager installieren.
Fettich.
Hier das Debian package oder das appimage herunterladen: https://github.com/ente-io/ente/releases?q=prerelease%3Afalse+tag%3Aauth-v4
Ich würde dir allerdings davon abraten eine zwei-faktor-Authentifizierungsapp unter Linux zu installieren. Am besten nur unter iOS/Android installieren und die Codes händisch in den PC abtippen.
Die Lösung habe ich gefunden. Ich hatte einfach ein Brett vor dem Kopf! ![]()
#Chief: Warum würdest Du mir abraten unter Linux zu installieren? Zwei Faktor ist selbstverständlich am sinnvollsten, wenn zwei unterschiedliche Geräte genutzt werden. Das ist mir klar. Alles was ich an Informationen zum Thema einsammeln konnte, geht aber davon aus, dass das Internet komplett von Mobilgeräten genutzt wird. In dem Falle ist es doch das Gleiche, wenn ich alles auf dem Handy mache.
Mein Gedankengang geht so: Für Anmeldungen wie z.B. hier im Forum, Banking, Einkauf usw. nutze ich ausschließlich einen Rechner mit Debian zu Hause. Damit sind Verluste (Diebstahl oder verloren) weitestgehend ausgeschlossen. Warum also nicht 2FA auf dem Desktop?
Weil Debian mit XFCE ein Sicherheitsmodel aus der Steinzeit hat, im Gegensatz zu iOS/Android. Wenn unter Android eine App Schadcode ausführt, muss er erst aus der sandbox ausbrechen. Auf einem gewöhnlichen Debian kann es einfach tun und lassen was es will, inklusive deine 2FA-Codes stehlen.
@Chief
Danke für Deine Ausführungen. Ich hielt mich mit meinem Debian recht gut aufgestellt. So wie Du das dargelegt hast, habe ich es noch nicht gesehen. Wieder was dazu gelernt! Danke!
Guckst du hier, falls es dich näher interessiert: https://madaidans-insecurities.github.io/linux.html
Ist zwar schon von 2022, aber das meiste trifft heutzutage immer noch zu.
Vielen Dank für den Link; sehr aufschlussreich.
Es gibt keine Linux-Distro die in Bezug auf den Artikel deutlich sicherer ist?
Vermutlich wird es wohl auf Qubes OS hinauslaufen…
Ich schließe mich Corax an - sehr aufschlussreich. Danke!
QubesOS ist definitiv eine gute Wahl.
Secureblue versucht die Dinge nach und nach besser zu machen. Oder man legt selbst Hand an, was aber mit entsprechend viel Arbeit verbunden ist. Ohne Upstream-Änderungen lassen sich allerdings downstream manche Dinge schwerlich ändern und es wird solange immer Limitationen geben.
Besten Dank, ich schaue mir Silver blue mal genauer an…kannte ich nicht.
Secureblue, nicht Silverblue
Speziell Xfce? (Im Gegensatz zu GNOME oder KDE)
Und wenn Xfce: ist das vornehmlich auf X11 bezogen? Oder auch auf Wayland?
(Ich weiß nicht, ob Debian schon Wayland-Xfce anbietet, ich nutze Debian nicht. Ich nutze openSUSE Leap: bis 15.6 hatte ich X11-Xfce, jetzt seit 16.0 habe ich Wayland-Xfce.)
Für den Laien?
Jup, danke, da hab ich wohl nicht richtig hingeschaut.
Mir ging es um Android/iOS vs ein typisches Desktop-Linux. Ich würde 2FA-Apps nur auf ersterem installieren.
Bei X11 ist eh alles zu spät, was Sicherheit angeht. Bei Wayland wäre es wichtig, dass man Xwayland deaktivieren kann und, dass die privilegierten Wayland-Protokolle (Screencopy usw) sicher implementiert sind. Keine Ahnung wie da der Stand bei XFCE ist.
Eher nicht. Außer man ist gewillt sich in QubesOS einzuarbeiten.
Ein Punkt geht bei der Desktop-vs-Handy-Frage schnell unter: 2FA auf demselben Desktop ist nicht wertlos, aber es schützt gegen andere Dinge. Gegen „Passwort irgendwo geleakt“ oder einfache Phishing-/Reuse-Szenarien hilft es weiterhin. Gegen Malware in genau dieser Desktop-Sitzung hilft es deutlich weniger, weil Passwortmanager, Browser und TOTP-App dann im selben Vertrauensbereich liegen. Deshalb würde ich mindestens die Wiederherstellungscodes und den Ente-Export sauber offline sichern, bevor du dich auf die Desktop-Variante festlegst.
Danke! Das war mir ursprünglich nicht ersichtlich.
ACK!
Allerdings scheint man wohl im Alltag rein effektiv oft noch nicht ganz darauf verzichten zu können… Ja, ohne, wäre schöner.
OK. Das beruhigt mich! Nicht, dass „die Leute“ jetzt losrennen und sich QubesOS fertigmachen… und dann ein großes lautes „Hilfe!“ kommt.
Ja. Am besten die Datenbanken (jeweils(!) für Passwörter, für MFA, für Wiederherstellungscodes — da sie jeweils alle eine andere Kategorie an beteiligter Komponente repräsentieren) UND die dafür genutzten Systeme „sauber“ trennen (UND getrennt halten). — Aber wer macht das im Alltag schon? (Vielleicht nicht „keiner“, aber in dieser Strenge sicherlich nur wenige.)
Wenn du die 2FA für zusätzliche Sicherheit einrichten möchtest, dann solltest du ein getrenntes Gerät nehmen. Also Smartphone und die 6 Ziffern manuell übertragen. Als TOTP App benutze ich seit viele Jahren Aegis und bin sehr zufrieden.