Durch Mikes Unplug Trump Mastodon Posts und seine Nextcloud-Artikelserie, denken ich mal wieder darüber nach, ob es für Nicht-IT-Affine Anwender Alternativen zur sicheren Zusammenarbeit mit mehreren Geräten (PC, Smartphone, Tablet) zum Apple Ökosystem mit iCloud gibt.
Apples iCloud aus Benutzersicht
An Apples iCloud schätze ich für den Nicht-IT-Affinen Anwender, dass
(1) Mit einer Einrichtung eines Accounts wird die automatische Synchronisation der allermeisten App-Daten über iCloud die Nutzung verschiedener Gerätetype stark vereinfacht.
Es ist vergleichbar mit IMAP, bei dem jedes Gerät des Anwenders auf seine E-Mails zugreifen kann, nur dass dieses bei iCloud automatisch und ohne weitere Einrichtung für andere Apps wie Notizen, Fotos, Dokumente und auch komplexen Datenstrukturen wie App-Datenbanken zur Verfügung steht.
Beim Hinzufügen eines neuen Gerätes, stehen alle Daten automatisch auch auf diesem zur Verfügung. Dieses vereinfacht dem Anwender den Geräte-Umzug genauso wie das iCloud Backup für iPhone und iPad, welches den Geräteumzug stark vereinfacht.
(2) Mit einer zentralen Änderungen - der Aktivierung der Advanced Data Protection - kann der Anwender die Synchronisation nahezu aller iCloud-Daten von allen Apps auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umstellen.
Daten wie Schlüsselbund- oder Gesundheitsdaten der Health App werden immer Ende-zu-Ende-verschlüsselt synchronisiert.
Hinweis: Nicht Ende-zu-Ende-Verschlüsselt sind die typischen PIM-Daten Mail, Kalender, Kontakte, Erinnerungen, da diese ansonsten nicht mehr mit alternativen Mail-Clients wie z. B. Outlook nutzbar wären.
Meine Erfahrungen mit Nextcloud
Parallel nutze ich seit Jahren auch Nextcloud. Zuerst auf einem eigenen Debian Server, seit kurzem basierend auf Hetzners StorageShare Produkt.
Diese nutze ich vor allem zur Synchronisation der nicht bei Apples iCloud Ende-zu-Ende-verschlüsselten Datentypen Kalender, Kontakte und Erinnerungen, sowie auch für die Synchronisation meines Passwort-Safes über alle meine Geräte.
(a) Nextcloud App / Synchronisationsclient (1. Anmeldung)
Dateien kann ich über die Nextcloud Anwendungen synchronisieren / zugreifen und diese für alle dateibasierenden Datenformate aus Dritt-Anwendungen / -Apps nutzen. Dieses ist die erste Anmeldung an der Nextcloud die ich als Anwender benötige.
(b) Cryptomator für Ende-zu-Ende-Verschlüsselter Dateiablage (2. Anmeldung)
Wenn ich jedoch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen möchte, dann verwende ich Cryptomator, der wiederum nach der Einrichtung die Nutzung für alle Dateibasierende Datenformate für Dritt-Anwendungen / -Apps geeignet ist. Cryptomator ist die zweite Anwendung, die ich getrennt für die Nextcloud authentisieren muss.
Für den Fall, dass ich eine normalerweise in Cryptomator abgelegte Datei für jemanden Dritten freigeben möchte, muss ich diese zuerst aus dem Cryptomator Speicherberich in den unverschlüsselten Nextcloud-Speicher verlagern.
(c) CardDAV Synchronisation von Kontakten (3. Anmeldung)
Für die Synchronisation von Kontakten über das CardDAV Protokoll benötigt jedes Gerät eine 3. Anmeldung. Diese Daten liegen in jedem Fall unverschlüsselt auf dem Server vor.
(d) CalDAV Synchronisation für Kalender und Erinnerungen (4. Anmeldung)
Für die Synchronisation von Kalender und Erinnerungen über das CalDAV Protokoll benötigt jedes Gerät eine 4. Anmeldung. Diese Daten liegen in jedem Fall unverschlüsselt auf dem Server vor.
(e) Weitere Apps mit eigenen Datenformaten benötigen weitere Anmeldungen
Des Weiteren muss ich für jeden weitere App, die Ihre Daten anstatt Dateibasiert über eine eigenes Datenformat synchronisiert, gesonderte Zugriffsberechtigungen konfigurieren, so die App denn überhaupt über die Nextcloud (WebDAV) synchronisieren kann.
Bei mir ist das vor allem der Passwort-Manager (5. Anmeldung) und die Scanner-App (6. Anmeldung). So lässt sich das dann fortsetzen für jede App, die Ihrerseits Daten synchronisieren muss.
Nur wenn die entsprechende App eine Ende-zu-Ende-Synchronisation vorsieht, können die Daten dann verschlüsselt im Synchronisationsdienst abgelegt werden. Wenn dieses der Fall ist muss man für die jeweilige App typischerweise noch das Verschlüsselungskennwort ergänzen.
Fragen an Euch:
(-) Gibt es aus Euer Sicht ein Ökosystem, bei dem eine zentrale Anmeldung im Betriebssystem an einem Synchronisationsdienst automatisch die Benutzerinhalte der installierten Apps sinnvoll zwischen den Geräten des Benutzers synchronisiert, ohne sich für jede App gesondert Gedanken über Synchronisierung und Datensicherung machen zu müssen?
(-) Kann man in diesem Ökosystem zentral die synchronisierten App-Daten Ende-zu-Ende-Verschlüsselt in der Cloud ablegen?
(-) Welche Aufwände sind bei Euren Ökosystemen notwendig, um eine möglichst automatisiertes Zusammenspiel der verschiedenen Geräten zu ermöglichen?
Ich bin gespannt, ob und wie weit die anderen Ökosysteme in diesem Aspekt der Einrichtung und Zusammenarbeit mehrere Geräte so ausfallen.