Hardware Sicherheit

Hallo. Ich bin neu im Forum. Ich bin Momo und fange nächstes Jahr meine Ausbildung zum Fachinformatiker an. Ich bin noch recht jung und neu in der IT :slight_smile:

Ich habe mal eine Allgemeine Frage:

Ich mache mir oft Gedanken um den Schutz von Hardware. Sprich: Ich überlege mir: Ist es sicher USB-Sticks aller Marken/Hersteller zu verwenden oder gibt es auch hier “Sicherheitskritische” Aspekte? Ebenso bei Ladekabeln, Ladegeräten, Notebooks, Tastaturen etc. Gibt es hier Möglichkeiten das z.B. Hersteller aus USA, China, Russland etc, schwachstellen, Tools etc einbauen um Geräte zu manipulieren, mitzulesen etc?

Ich freue mich auf Antworten.

Genau deswegen wollen die USA nicht, dass China in der Mobilfunktechnik (5G Masten usw) mitmischt, weil sie genau wissen, was alles möglich ist (und sie mMn der Spionageplatzhirsch bleiben wollen).

Auch sonst sind Beispiele bekannt, wie die CIA Hardware manipuliert und jüngst wurde berichtet, wie die Mobilfunkdaten von Billig-SIM-Anbietern häufig über China geroutet (und vermutlich getrackt und ausgewertet) werden.

Ich würde daher mich nicht fragen, Ob, sondern, Wie, Was und in welchem Umfang mit welchem Ziel.

Staatliche Überwachung hat in der Regel (Gegen)Spionage und Systemkritiker als Ziel, während die IT-affine Wirtschaft um höchste Fürsorge wetteifert. Die Güte der Fürsorge entspricht dann der Menge an Daten umgesetzt in Geld. Ob du die Fürsorge willst, oder nicht, interessiert dort nicht, wird aber zumindest durch die DSVGO ausgebremst.

Ein deutsches Meisterstück war z.B. die Operation Rubikon.

Zunächst einmal Respekt für deine abgeklärte Sicht auf die Probleme unserer Zeit. In deinem Alter ist das nicht selbstverständlich und du stellst die richtigen Fragen.

Zum Thema kann ich dir keine vollumfängliche Antwort liefern, aber einige Beispiele aus der Praxis:

  • Ein Angriffsvektor sind manipulierte USB-Geräte (BadUSB). Dabei bauen Angreifer winzige Microcontroller in Kabel oder USB-Sticks ein. Diese geben sich beim Einstecken als Tastatur, Netzwerkkarte oder Massenspeicher aus und schleusen Schadbefehle ein. Bei der Benutzung einer Hardware-Kryptowallet weisen die Hersteller beispielsweise darauf hin, das mitgelieferte Kabel zu verwenden, um ein Auslesen der PIN zu verhindern.
  • Ein weiteres Beispiel sind kompromittierte Dockingstationen, die einen versteckten Mikrocontroller enthalten. Dieser kann sich neben den regulären Funktionen zusätzlich als Tastatur oder Netzwerkkarte anmelden, um auf diese Weise Befehle einzuschleusen oder den Netzwerkverkehr umzuleiten.
  • Viele Laptop-Akkus verfügen über eine eigene Firmware mit Standardpasswörtern. Durch Manipulation der Firmware bei Austauschakkus kann Schadcode in das System geschleust werden. Dieser kann dann als persistenter Angriffsvektor dienen, da er beim nächsten Start des Rechners Code in den Speicher injizieren kann – völlig unabhängig vom Betriebssystem.
  • Ein weiterer Vektor sind Angriffe auf die Firmware oder auf Komponenten, die sich direkt auf dem Mainboard befinden. Beispiele hierfür sind UEFI-Malware wie LoJax, die selbst nach einer Neuinstallation bestehen bleibt, sowie mutmaßliche Supply-Chain-Angriffe wie der umstrittene Supermicro-Fall, bei dem angeblich winzige Spionagechips auf Server-Mainboards verbaut wurden.
  • Zudem wurden immer wieder Hardware-Keylogger in Tastaturen entdeckt, vor allem in günstigen oder gefälschten Modellen. Dabei wird ein winziger Speicherbaustein zwischen Tastatur-Controller und Kabel-/USB-Anschluss verbaut, der alle gedrückten Tasten mitschneidet. Solche Keylogger können Tasteneingaben über Wochen speichern und werden später per Software-Befehl ausgelesen. Ebenfalls interessant ist ein Wired-Artikel aus dem Jahr 2016 mit dem Titel “Radio Hack Steals Keystrokes from Millions of Wireless Keyboards”. Darin wird beschrieben, wie günstige Funk-Tastaturen keine Verschlüsselung nutzen und Angreifer somit die Eingaben über Funk mithören können.

Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Aber das soll nur als erster Anreiz zum Weiterforschen dienen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Ausbildung. Ja, Cyber-Security ist ein Thema, das in Zukunft noch an Brisanz zunehmen wird.