eine Bekannte vom mir die weiß, dass ich sehr privacy-bewusst bin, hat mir eine E-Mail von Klarna weitergeleitet. Sie kauft öfters mit der „kaufe heute, zahle 30 Tage später“-Option von Klarna. Sie fragte mich, ob ich diese neuen EU-Regeln kenne. Da ich solche Zahlungsmethoden ablehne, stehe ich nicht im Thema. Aber ich frage mal die Schwarmintelligenz hier im Forum. Die E-Mail lautet wie folgt:
Mach deinen Budgetcheck schon jetzt
Hallo xxxx,
Ab dem 20. November müssen wir aufgrund neuer EU-Regeln deine Finanzen prüfen, bevor du mit Klarna später bezahlen kannst. So stellen wir sicher, dass deine Einkäufe zu deinem Budget passen.
Die gute Nachricht? Du kannst das schon jetzt in der Klarna App erledigen, in nur wenigen Minuten.
Mach es jetzt, dann bist du beim nächsten Checkout einen Schritt voraus(es folgt ein ellenlanger Trackinglink). Das schauen wir uns an
Dein Einkommen
Deine monatlichen Kosten, etwa für Wohnen, Kredite und den Alltag
Du brauchst keine Dokumente oder Passwörter. Wir verwenden diese Angaben nur, um deine Einkäufe mit Klarna zu beurteilen.
Welche EU-Regeln sind das? Warum verweist Klarna nicht auf diese Regeln? Es mir klar, dass diese Zahlungsmethode ein Kredit ist. Wenn ich bei (m)einer Bank einen Kredit über 10000 EUR haben will, wird das ja auch gemacht. Aber meine Bank kennt meine Einkommensverhältnisse durch die Kontoführung. Aber hier ist das doch eher wie auf Rechnung, nur statt 14 halt 30 Tage. Ist das jetzt eine neue Methode, um an sehr sensible Daten heranzukommen? Dann wird wo Paypal auch nachziehen, wenn das tatsächlich neue Rechtsverordnungen sind.
Warum Klarna nicht auf die neue Regeln verweist oder wie die genaue Datenschutzvorkehrungen sind und ob es für den aktuellen oder zukünftige Einkäufe tatsächlich relevant ist, das heißt, angewendet werden muss, kann ich dir nicht beantworten. Prinzipiell betrifft dies aber auch PayPal, ja.
Das hätte sich doch mit der Suchmaschine der Wahl in wenigen Sekunden herausfinden lassen können. Das neue Verbraucherkreditrecht ist seit vielen Monaten bekannt. Warum investierst du lieber die 10fache Zeit, um hier einen Thread zu öffnen?
Der Kern der Sache war bisher an mir vorbei gegangen, insofern bin ich dankbar für die Info.
Ich hatte es nämlich als für mich uninteressant eingeordnet, weil ich diese Pay-Later-Angebote nicht nutze.
Aber wie ich jetzt gesehen habe, betrifft es auch alle Zahlungen über Drittanbieter wie Paypal oder Zahlungen auf Rechnung, wenn ein Drittanbieter die Zahlung vornimmt.
Dann bleibt bald nur noch Vorauskasse, wenn man sich nicht durchleuchten lassen will, Zahlung per Rechnung (ohne Drittanbieter) scheint ja zunehmend selten zu werden.
Ich glaube, du hast Recht. Der Text auf einer Website las sich danach („Sobald ein Payment-Dienstleister wie Klarna, Riverty oder PayPal zwischengeschaltet ist, greift künftig das volle Pflichtenprogramm“), aber die Richtlinie scheint sich wirklich nur auf Pay-Later-Konstellationen zu beziehen.
Pay-Later ist auch keine Zahlungsabwicklung im eigentlichen Sinne. Wenn der Händler einfach eine Rechnung anbieten würde, zahlbar in 30 Tagen, Abwicklung via Paypal, wäre wohl alles ok.
Stattdessen kommen bei Pay-Later aber 3 Vertäge zustande: Der Verkaufvertrag zwischen dir und dem Händler, die Bezahlung von PayPal/Klarna an den Händler, und ein Schuldverhältnis zwischen Paypal/Klarna und dir.
Letzteres ist eben ein Kredit, kein Kauf auf Rechnung. Auch wenn man von Klarna eine Rechnung erhält.