Habe von meiner Krankenkasse einen Brief bekommen, dass der Zugang zum Online-Portal ab sofort nur noch mit 2-Faktor-Authentifizierung über eine eigene App funktioniert.
Die App gibt es bis jetzt nur im Google Play Store oder im Apple Store, und nur auf verbreiteten Geräten mit aktuellen Betriebssystemen (ab Android 10 oder iOS 16).
Andere Methoden, um das Onlineportal zu nutzen, werden nicht mehr angeboten.
Mein Android-Smartphone wird bald veraltet sein, bzw. werde ich mittelfristig ein google-freies OS installieren.
Wer in dieser Situation ist, oder auch gar kein Smartphone hat, könne mit der Kasse per Post oder E-Mail kommunizieren.
Nachdem so ein Online-Portal schon eine praktische Sache ist, stelle ich mir die Frage, wie die technisch versierten unter Euch damit umgehen.
„vertraut“ ihr, oder seid fatalistisch, und installiert und nutzt die Service-Apps der Krankenkassen?
grundsätzlich: mit welchen Fragen würdet Ihr solche Apps aus Sicht von Sicherheit und Datenschutz beurteilen? Auch als Fragensammlung, mit der Mitglieder auf ihre Krankenkasse zugehen können.
habt Ihr vor, die Apps auf Sicherheitslücken zu testen, so dass wir die Krankenkassen darauf aufmerksam machen können?
(ganz verwegen) gibt es evtl. open-source-Ansätze für Krankenkassen-Apps, die die (gesetzlichen) KK nutzen könnten?
any other idea?
Vielen Dank schon mal für Eure Ideen und Euer Feedback!
(edit: habe nach dem ursprünglichen Post die 2. Frage hinzugefügt und den Absatz zu den unterstützten Smartphones ein wenig gekürzt)
Für mich wäre ein App-Zwang (ist es ja in dem Fall nicht ganz) ein Grund meine KK zu wechseln. Nutze GrapheneOS und ausschließlich FOSS Apps. Den Rest mache ich über den Browser…
Ich würde e-mail und Snail-mail benützen und bei der KK bleiben, wenn sie ansonsten passt. Auf den Brief der KK würde ich (ebenfalls per Post) antworten, daß ich leider nicht an diesem Service teilnehmen kann, weil ich nicht Google/Apple Kundin bin und sich dieses Angebot der KK ja ausschließlich an solche wendet, und daß ich selbstverständlich nicht daran zweifle, daß alle Angelegenheiten trotzdem in gewohnter Qualität erledigt werden… < grins >
Ich kann verstehen, dass die Krankenkasse vom SMS-Tan-Verfahren weg will.
Ich kann auch nachvollziehen, dass sie für das Online-Portal erst mal nur 1 Authentifizierungs-Verfahren einsetzen und pflegen will. Wobei dadurch alle Nutzer ausgeschlossen werden, die zwar einen Rechner, aber kein Smartphone haben. Wie viele das wohl sind?
Entgegen käme mir ein Verfahren mit Lesegerät und z.B. QR-Codes, denn solche nutze ich bereits mit der Bank.
Trotzdem: wie sollte eine App „aussehen“, der man vertrauen kann und die möglichst viele einsetzen können - gerade auch die mit älteren Smartphones, ohne Google Android, usw.?
Warum nicht warten bis das spruchreif ist und dann rausfinden was diese App genau machen soll. Geht es „nur“ um Einmal-PW kannst du am Ende dann doch auf freie Apps wechseln und diese zur Anmeldung nutzen.
Ich würde die Krankenkasse aber auch freundlich wissen lassen das sie darüber nachdenken sollten alternative Zugänge (ohne Playstore o. Play services etc.) anzubieten.
Ich verwende die App meiner Krankenkasse unter GrapheneOS. Ist ne feine Sache, auf die ich nicht mehr verzichten wöllte, bis auf die Tatsache, dass sie VPN-IPs sperren. Alternativ bietet meine Krankenkasse SMS-Tan an.
Das ist natürlich unschön. Gerade Krankenkassen sollten inklusiv sein und es ihren Kunden möglichst einfach machen. Schließlich findet die meiste Kommunikation mit kranken und behinderten Menschen statt, nicht mit gesunden Kunden.
@gosch Es ist bereits spruchreif. Der Brief kam irgendwann in Juni und die Umstellung war zum 9. Juni. Also mit sofortiger Wirkung oder sogar „rückwirkend“, so genau weiß ich es nicht mehr.
Danke für die Idee mit einer App nur für Einmal-Passwörter. Die App braucht man aber leider bereits dafür, sich im Online-Portal einmal neu zu registrieren. Man kann sich nur über die App neu registrieren, über die Website geht es nicht.
Sieht für mich fast so aus, als wollen sie den Browserzugang auch irgendwann abschalten. Oder?
@chief GrapheneOS ist natürlich mega, und dass Deine KK das unterstützt find ich vorbildlich.
Ich bin eher von der Fraktion „Fairphone, Shiftphone und Geräte möglichst lange nutzen“, von daher scheidet das für mich leider aus.
Ein möglicher Weg für die gesetzlichen Krankenkassen wäre also, 2FA so zu implementieren, dass im Grunde jede App zur Generierung von Einmal-Passwörtern dafür verwendet werden könnte?
Und evtl. auch mit separaten TAN-Generatoren, in die man die elektronische Gesundheitskarte steckt, um sich zu identifizieren? Es wundert mich eh, warum man diesen Zugang nicht anbietet. Für solche Zwecke ist die Gesundheitskarte doch da, oder etwa nicht?
Die Endpunkte (IP’s) von VPN-Anbietern werden gerne von manchen Website-Betreibern geblockt. NetGuard ist aber eine Firewall und kein VPN (auch wenn es die VPN-Schnittstelle belegt). Hat daher mit der IP, mit der Du unterwegs bist, nichts zu tun.
dachte ich mir schon, aber bei manchen Apps bekomme ich wegen NetGuard angezeigt „bitte VPN deaktivieren“, deswegen wollte ich sicherheitshalber nachfragen.
Das kenne ich ausschließlich von Banken. Die Gesundheitskarte und der Personalausweis werden mit NFC angezapft und in Sachen 2fa behandelt wie ein Hardware-Token für die besonders sichere Anmeldung, z.B. für die elektronische Patientenakte.
Meiner Erfahrung nach machen Banken und Krankenkassen einen Bogen um TOTP, weil sie das als ‚nicht sicher genug‘ betrachten. Kennt jemand eine KK, die TOTP über eine frei wählbare Authenticator-App anbietet?