OpenWrt eigentlich nur für »Profis« geeignet?

Mir fehlt eig. bei der Fritzbox nur die Erstellung mehrere Netze.

Aktuell gibt es nur normal und Gast.

Ich würde gerne IoT Geräte in ein eigens Netz sperren, die dann kein Zugriff auf die anderen Netzte haben aber einzelne Geräte Zugriff auf das IoT Netz um die Geräte dort zu Steuern.

Dazu bräuchte es auch ein eigens WLAN wo die Geräte rein können.

Dann wäre Fritzbox schon sehr gut aufgestellt.

OpenWRT habe ich immer wieder ins Auge gefasst und verworfen.

Also ich habe mir vor ein paar Monaten einen GL.iNet Router bestellt und die darauf befindliche Version von OpenWrt (die wohl auch Daten nach China sendet) mit dem Originalpaket von OpenWrt überspielt. Zudem habe ich mehrere Netzwerke eingerichtet, um die Zugänge separat zu halten. Dabei habe ich mich unterschiedlicher Anleitungen im Internet bedient. Ich habe von Netzwerktechnik null Ahnung, aber es hat geklappt. Dennoch würde ich es nicht jedem empfehlen, da es schon sehr friemelig für mich war.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was Du damit aussagen willst. Ich kenne Deinen Beitrag https://www.kuketz-forum.de/t/grundeinstellungen-in-der-fritz-box-vor-der-einrichtung/11103 und kann einiges davon verstehen, aber mit wenigen Einstellungen kann man mit einer Fritz!Box ein gutes Sicherheitsniveau erreichen und einiges für seinen Datenschutz tun.

Na klar ist das System nicht mit einem Deny-All versehen, bei dem man als Anwender jede gewünschte Funktion einzeln einschalten muss. Die Fritz!Box hat schließlich nicht nur technische Spielkälber als Zielgruppe sondern vor allem den Otto-Normal-Anwender. Aber das heißt nicht, dass man mit dieser nicht eine Menge erreichen kann (von getrennten Netzsegmenten einmal abgesehen).

Was wäre Dein Vorschlag für ein besseres Router-System mit dem Du auch Einsteiger in der Absicherung des Datenschutzes und Sicherheit abholen kannst? Würde mich ehrlich interessieren. OpenWRT war es für mich persönlich auf jeden Fall nicht.

Ich möchte nicht nur üben, um gescheiter zu werden, sondern ich will am Schluß auch ein verwendbares Gerät haben. Der CPE210 liegt derzeit nutzlos herum. Lt. der OpenWRT-Homepage wird der CPE210 unterstützt und es gibt ein recht aktuelle Software für Geräte mit 3.x installiert. Meiner hat derzeit Pharos V.3.20 drauf.

Was ich will ist eh einfach. Der CPE210 sollte als WLAN-Client arbeiten und das WLAN-Signal von einem Mobile Access Point auffangen, der in einiger Entfernung an einer Stelle mit besserem Handynetz-Empfang ist, und sich so mit dem Internet verbinden.

Im CPE210 sollte dann ein OpenVPN Client, die Firewall, DNS-Server und ein DHCP-Server mit einem bestimmten Adressbereich laufen. Der DNS-Server soll die Anfragen an einen einstellbaren DNS-Server weiterleiten (einen von den guten)

Er sollte am Kabelnetzwerkanschluß eine Gatewayadresse mit 192.168.x.1 zur Verfügung stellen, wo dann über einen Switch/Hub die Geräte mit Kabel angeschlossen sind sowie ein WLAN Access Point fürs Handy und den Laptop und eventuell ein Pi-Hole, sobald das auch mal fertig wird.

Gut wäre auch, wenn im Mobilfunknetz später vllt. einmal nur mehr mit IPv6-Adressen gearbeitet wird, daß er von IPv6 ‚außen‘ auf IPv4 ‚innen‘ umsetzen kann.

Außerdem sollte er, wenn möglich, meine Geräte auch an der MAC-Adresse und/oder Rechnername erkennen können und ihnen dementsprechend eingestellte interne IP-Adressen per DHCP zuteilen, falls das möglich ist. Andernfalls muß ich halt die gewünschten IP-Adressen statisch an den Geräten einstellen, wie ich es auch jetzt schon lange mache - auch nicht so schlimm.

Ist das zu kühn geträumt, oder im Bereich des Machbaren?

Ich freue mich auf Eure Meinungen dazu und fachmännische Einschätzung der Möglichkeit.

Edit: OpenWRT läuft schon auf dem CPE210!

Edit 3 Tage später: Jetzt ist er gebrickt. :sad_but_relieved_face: Imho ist doch OpenWRT wirklich nur für Profis und Leute, die sich wirklich auskennen. Nichts für Bastlerinnen wie mich…

Ich nutze auch ein PC-Engine Boards, u.a. ein APU2 mit ipfire und das ist gute Hardware, aber die Boards werden seit 2023 nicht mehr hergestellt (Quelle: PC Engines apu platform EOL):

After a long production run, AMD will accept last orders for the SOC used in our apu2/3/4/5/6 boards by end of June 2023.

AVM bezw. Fritz(box) ist auch keine Lösung, sondern wenn überhaupt nur das kleinere Übel.
Abgesehen von dem fraglichen Verkauf von AVM bezw. Fritz an ausländische Investoren im Jahr 2024, hier ein Statement von OpenWRT zu Fritz bezw. AVM, das es mal gab:

OpenWrt hat immer wieder Probleme mit den Quellcode-Kandidaten von AVM gefunden, einschließlich fehlendem Quellcode für Linux-Kernel-Treiber. OpenWrt fordert AVM auf, den vollständigen Quellcode für alle Copyleft-Programme zur Verfügung zu stellen. Für allen in der AVM Firmware verwendeten GPL Code (wie z.B. der Linux-Kernel), verlangt die Lizenz, dass AVM den vollständigen Quellcode an jeden weitergibt, der ihn anfordert. Wie wir u.a. von unserer Non-Profit-Organisation SFC erfahren haben, hat AVM in letzter Zeit Anfragen für solchen Quellcode erhalten, und diesen dann nicht vollständig zur Verfügung gestellt. Dies betrachten wir als Verstoß gegen die Lizenzbedingungen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Verwirrung-nach-Klage-gegen-AVM-wegen-Fritzbox-Firmware-10246696.html

Allgemein ein sehr seltsames Verständnis von Open Source, dass man für den Quellcode Fritz bezw. AVM immer einzeln anschreiben muss und die den Quellcode nicht einfach auf irgendeiner Webseite veröffentlichen, und dann auf Anfrage sogar nicht den ganzen Quellcode an die Fragenden herausgeben, sondern nur einen Teil. Einer solchen Firma kann man meiner Meinung nach nicht trauen.
Was wir brauchen, ist, wie ich hier schon öfter erwähnt habe, eine Alternative zu OpenWRT, die ein Mix aus Fritzbox und Speedport der Telekom ist, aber komplett Open Source und modular. Mit modular meine ich, dass Laien die Grundfunktionen verstehen und selbst konfigurieren können müssen, und wenn man Zeit und Lust hat, zusätzliche Funktionen durch z.B. Addons installieren kann.
Natürlich sollte das auch alles komplett in Deutsch möglich sein und eine sehr gute Dokumentation vorhanden sein, und am besten sehr leicht zu installieren, anstatt rumzuwerkeln und eventuell seine Geräte dann zu bricken.

Sag bitte Bescheid, wenn es den eierlegenden Wollmilchsau Router gibt.

Das ist sehr schade. Wäre eine sehr sympathische Lösung gewesen.

Nächste Versuche will ich mit einem Standard-Mini-PC mit 2 Netzwerkkarten und Linux machen. Das Problem dabei, vor dem ich mich fürchte ist: So einen Linux-PC darf man ja nicht einfach über die Steckerleiste abschalten. Den muß man runterfahren, warten bis er damit fertig ist und erst dann die Stromversorgung abschalten.
Hat wer von Euch eine Idee, wie man das gestalten und konfigurieren könnte, daß so einem Linux-Kleincomputer das harte Strom abschalten nicht schadet?
Echte Hardware-Router, Modems u.dgl. kann man ja auch über die Steckdosenleiste abschalten, ohne daß es schadet.

Im Detail sagt mir das jetzt zwar nichts, aber ich kenne Beagle Board, eine Art Raspberry Pi Clone oder Nachbau. So ein Beagle Board hätte ich sogar ungenutzt herumliegen und es wartet auf sinnvolle Verwendung.

Ich glaube diverse RPI werden auf die Weise abgeschaltet.

Ja schon, weil es nicht anders geht. Aber bevor man das macht, sollte man doch das darauf laufende Linux ordentlich runterfahren, oder? Dazu braucht man aber ein ordentlich zusammengesteckes System mit angeschlossenem Monitor und Tastatur, ev. auch Maus, um zuminderst ‚shutdown -h now‘ eingeben zu können, oder muß den Shutdown Befehl von einem Computer aus über ssh eingeben. Oder hält der Raspi das ohne Beschädigung aus, daß man ihm regelmäßig einfach den Strom abdreht?

Strom abdrehen ist vor allem während Updates problematisch, wenn keine Image-basierten Linuxe verwendet werden.

Bei nrg-systems sind die APU-Boards alle noch gelistet. Wäre vielleicht einen Versuch wert, dort mal anzufragen.

Solange die Linuxe da mit wenigstens ext3 besser ext4 laufen, ist das nicht soo tragisch. Durch die Journaling-Filesysteme sind die Systeme relativ robust gegen hartes Abschalten. Und vor allem dauert dann der Filecheck nach dem Einschalten nicht allzu lange.

Die Dinger laufen nach der Installation problemlos „headless“ also ohne Bildschirm/Hackbrett. Und über die ssh kann man auch das System herunterfahren. Der raspi5 hat jetzt allerdings tatsächlich einen Ein-/Aus-Taster.

Genau! Augen auf bei der Wahl des Dateisystems!

Und — falls möglich — das OS so einstellen, dass möglichst wenig geschrieben wird, vor allem auf /root/.

/tmp/ und ähnliche Temp’s kann man in https://de.wikipedia.org/wiki/Tmpfs laufen lassen.

Und, tatsächlich, OpenWrt ist gerade darauf „optimiert“ (konfiguriert), dass man das System hart ausstellen kann.

Ja, Du @Pittiplatsch warst schneller! :slight_smile:

Naja, grundsätzlich reicht da schon der OpenWrt One Router. Die Hardware ist nicht das Problem.

Das Problem ist die Software, also OpenWrt selbst. Wie in meinem vorherigen Post gesagt, müsste man eigentlich nur eine Oberfläche+Grundfunktionen wie in einem Mix aus Fritzbox und Speedport der Telekom schaffen, und alles weitere würde man sich dann z.B. per Addons installieren, wenn man für weitere Funktionen das Wissen, die Zeit und Lust hat.
Im Endeffekt brauchen wir also nur ein leicht abgewandeltes/geforktes OpenWrt. Da müssten sich natürlich ein paar Open Source Entwickler ransetzen, wie es auch sonst in den Open Source Community üblich ist.

Daher hatte ich auch in meinen vorherigen Posts angestoßen, dass hier die Leute das Thema mal in ihren Kreisen ansprechen. Vielleicht finden sich irgendwo ein paar Entwickler, die OpenWrt etwas forken, sodass wir einen Mix aus Fritzbox und Speedport der Telekom bekommen, aber eben komplett Open Source und eventuell auch modular bezw. mit Addons erweiterbar, was OpenWrt ja bereits ist und somit dort auch nicht so viel Aufwand besteht.

Was genau passt dir denn nicht an den Oberflächen von GL.iNet und Turris?

Die Router von Gl.Inet bezw. deren Software hat zu viele closed source Sachen. Insofern hat sich das Thema damit schon erledigt. Außerdem sind die eine Firma und kein Community Projekt wie OpenWrt.

Die Turris Router kenne ich persönlich wenig, aber als ich mir das angeschaut habe, hatten die glaube ich mehr proprietäre Blobs als der OpenWrt One. Der OpenWrt One hat glaube ich nur beim Wlan ein ganz kleines proprietäres blob, unter 1 mb.
Und würdest du sagen, das jemand, der ein Speedport der Telekom konfigurieren kann, auch mit einem Turris zurechtkommt?
Zudem sind die Turris Router von einer Firma und kein Community Projekt wie OpenWrt.

Auch könnte es noch andere Probleme mit Turris Routern geben wie Telemetrie bei der Cloud-basierten Firewall und mehr. Da ich aber dort mich noch tiefer einlesen müsste, lasse ich weitere Nachteile hier aus.
Kurz gesagt: Turris Router sind leider auch keine Lösung.
Mike könnte aber gerne mal ein Review zu den Turris Routern machen. Vielleicht entdeckt er dann noch mehr Probleme.

Wie bereits in vorherigen Posts erwähnt: Einfach einen OpenWrt One Router in eine Open Source Fritzbox oder einen Speedport Router der Telekom verwandeln/forken, oder einen Mix aus beiden, sodass aber die Erweiterbarkeit von OpenWrt erhalten bleibt. Dazu dann noch eine gute Dokumentation und das wars.
Jetzt müssen wir nur noch ein paar Open Source Entwickler finden, die darauf Lust haben.

Wenn das alles so einfach und klar ist kannst du ja schon mal mit einem ordentlich whitepaper und klar definierten scope of project anfangen, denn das ist ja das schöne an open source - jeder kann mitarbeiten.